Beiträge von Jenks

    Painters Mill, Ohio. Ein Schneesturm steht bevor, als der Witwer Adam Lengacher bei einer Schlittenfahrt mit seinen Kindern ein Auto im Straßengraben und ein paar Meter weiter eine verletzte Frau entdeckt. Als Amischer ist es für ihn selbstverständlich, ihr zu helfen und sie mit auf seine Farm zu nehmen. Es stellt sich heraus, dass Gina Colorosa Polizistin in Columbus ist. Sie weigert sich in ein Krankenhaus zu gehen und will nur mit einem Menschen sprechen, mit Kate Burkholder, der Polizeichefin von Painters Mill. Kate und Gina haben vor Jahren zusammen die Polizeiakademie besucht und eine Weile in Columbus zusammen gearbeitet. Aber dann ist etwas passiert und Kate ist zurück nach Hause gegangen. Nun bittet Gina sie um Hilfe, denn sie ist auf der Flucht vor ihren eigenen Kollegen, die sie aus dem Weg räumen wollen, weil sie kurz davor stand, Korruption und Unregelmäßigkeiten in der eigenen Abteilung aufzudecken. Auch wenn Kate klar ist, dass sie sich selbst in große Schwierigkeiten bringt, kann sie ihre alte Freundin nicht im Stich lassen. Aber die Verfolger sind Gina bereits auf den Fersen.

    "Dein ist die Lüge" ist bereits der 12. Teil der Thriller-Reihe um die ehemals amische Polizeichefin Kate Burkholder.
    Der Leser erhält wieder einen tiefen Einblick in das Leben einer Amischen Familie, denn Kate muss einige Tage auf Adams Farm verbringen, als der Schneesturm los bricht. Es kommen Erinnerungen an ihre Kindheit und ihr früheres Leben hoch und man erfährt viel über die Zeit, als sie in der Ausbildung zur Polizistin war.

    Die Geschichte ist von Anfang bis Ende spannend. Dazu trägt auch bei, dass man nie sicher sein kann, ob Gina Kate tatsächlich die Wahrheit erzählt und sie nicht doch schuldig ist.
    Die Erzählperspektive ist zum größten Teil wie immer aus Sicht von Kate, aber auch aus der der Polizisten, die Gina verfolgen.
    Dadurch, dass sich die Handlung fast die gesamte Zeit auf Adams Farm abspielt, hat Tomasetti dieses Mal nur kurze Auftritte, was ich ein bisschen schade fand. Er beschafft im Hintergrund Informationen der beteiligten Strafverfolgungsbehörden. Gleiches gilt für Kates Team vom Polizeirevier.

    Zum Ende steigt die Spannungskurve dann noch mal an. Nicht alles wird geklärt und ich bin gespannt, ob wir irgendwann mal wieder etwas von Gina Colorosa lesen werden.


    Fazit: Für Fans der Reihe sowieso ein Muss. Wer die Bücher nicht kennt, sollte aber eher die Vorgänger gelesen haben.

    :wave Ich winke auch mal kurz rein. Alles klar bei euch? Den Angeschlagenen wünsche ich Gute Besserung.

    Also wenn ich diesen Schnutenpulli auch hasse und nicht mehr tragen will, zumindest war ich seit Anfang letzten Jahres nicht mehr erkältet. Als Bahnpendlerin bin ich ja sonst allen möglichen Bazillen ausgesetzt, aber jetzt...toi toi toi. Ich bin gespannt, wie der Herbst und Winter wird.


    Buchtechnisch bin ich gerade zwischen Kent und Usedom unterwegs. Ein sehr schönes Buch bisher, so richtig zum Wohlfühlen.


    ASIN/ISBN: 3499275252

    • Herausgeber ‏ : ‎ Goldmann Verlag; Originalausgabe Edition (19. Juli 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Taschenbuch ‏ : ‎ 480 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442490227
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442490226


    Klappentext:

    Seit dem tragischen Tod ihres Mannes hat Mel die Kölner Wohnung kaum verlassen. Als aber ein Sturz ihre Großmutter Lene ans Bett fesselt, muss Mel in den rauen Westerwald reisen. Die wortkarge Lene hat ihr schon als Kind Angst eingejagt. Doch auf dem einsamen Bauernhof, wo nachts der Wind in den Bäumen flüstert und um die alten Mauern streicht, nähern sich die beiden vom Leben gezeichneten Frauen einander zögerlich an. Lenes dramatische Geschichte, die endlose Weite ihrer Heimat und nicht zuletzt der attraktive Hausarzt, Noah Berkamp, öffnen Mels Herz allmählich wieder für die Frage, was das Leben noch für sie bereithalten mag ...


    Melanie ist seit zwei Jahren Witwe und hat das Gefühl, mit ihrem Mann gestorben zu sein. Sie zwingt sich zwar, jeden Morgen aufzustehen und eine gewisse Routine in ihren Alltag zu bringen, aber es fällt ihr unendlich schwer. David war ihre große Liebe, ihr ganzer Lebensinhalt und es gelingt ihr nicht, wieder ins Leben zurück zu finden. Da erhält sie einen Anruf ihrer Mutter. Mels Großmutter Lene ist mit fast neunzig Jahren gestürzt und ans Bett gefesselt. Ihre Mutter bittet Mel, für vier Wochen während der Zeit ihres lange gebuchten Urlaubs, auf den alten Bauernhof zu reisen und sich um Lene zu kümmern. Sie rafft sich auf und fährt in den Westerwald. In ihrer Erinnerung hat ihr die wortkarge Lene schon als Kind Angst eingejagt und der einsame Hof, wo nachts der Wind in den Bäumen flüstert und um die alten Mauern streicht, war ihr immer schon unheimlich. Der Empfang ist auch zunächst wenig herzlich, aber nach und nach nähern sich die beiden Frauen an und als Lene Melanie ihre Lebensgeschichte erzählt, beginnt sie die ältere Frau zu verstehen, ihr ganzes Verhalten gegenüber ihrer Familie in der Vergangenheit sieht sie plötzlich ein einem anderen Licht.


    "Der Windhof" erzählt die Geschichte von zwei Frauen, die das Schicksal hart getroffen hat. Es wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Melanies Geschichte spielt in der Gegenwart. Wir lernen sie kennen, als sie durch den Tod ihres Mannes am Tiefpunkt ihres Lebens ist. Die Betreuung ihrer Großmutter nimmt sie nur auf sich, um ihrer Mutter einen Gefallen zu tun. Am Ende ist diese Entscheidung aber genau der richtige Weg, um selbst wieder zurück ins Leben zu finden.

    Lenes Geschichte beginnt 1936 in Essen. Durch eine Entscheidung ihrer Eltern wird sie mit gerade mal siebzehn Jahren in den Westerwald geschickt, zu einem Mann, den sie kaum kennt. Erst mit der Zeit wird der Windhof auch ihr Zuhause. Dann kommt der Krieg, der alles verändert.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, besonders die Geschichte von Lene. Eine mutige Frau, die für ihre Familie, ihre Freunde und ihre Überzeugung kämpft und dafür auch ihr Leben riskiert.

    Aber auch die Entwicklung von Melanie hat mir gefallen. Mit der Zeit erkennt sie endlich wieder, dass das Leben auch schön sein kann und dass es auch eine Zeit nach dem Tod ihres Mannes geben kann. Auch das sich bessernde Verhältnis zwischen Großmutter und Enkelin fand ich sehr schön beschrieben.


    Auch die damalige Situation im Allgemeinen fand ich sehr realistisch dargestellt. Wer gegen das Regime war, war ein Feind und wurde sogar von den Menschen denunziert, mit denen er kurz zuvor vielleicht noch befreundet war. Das finde ich wirklich beängstigend und ich hoffe sehr, dass diese Zeiten nicht wiederkommen.


    Wer Familiengeschichten mag, die auf zwei Zeitebenen spielen, dem kann ich "Der Windhof" auf jeden Fall empfehlen.


    ASIN/ISBN: 3442490227

    • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (5. Juli 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Broschiert ‏ : ‎ 496 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453425804
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453425804
    • Originaltitel ‏ : ‎ Nattsångaren



    Klappentext:

    Hanna Duncker ist zurück auf Öland. Hier in ihrer Heimat kennt man sie nur als die Tochter von Lars Duncker, dem Mann, der vor sechzehn Jahren einen grausamen Mord beging. Inzwischen ist Hanna diejenige, die Verbrecher jagt. Ihr erster Fall auf Öland: Ein toter Teenager, mitten in der Nacht erstochen an einem beliebten Ausflugsziel. Und niemand kennt seine Mutter besser als Hanna. Die Ermittlungen werden für Hanna zu einer Abrechnung mit ihrer eigenen Jugend, und Nachforschungen im Fall ihres Vaters reißen alte Wunden auf. Nicht alle sind froh darüber, dass die Tochter von Lars Duncker zurückgekehrt ist.


    Meine Meinung:

    Von Stockholm zurück in die Heimat nach Öland, kein leichter Schritt für Hanna. Vor sechzehn Jahren ist sie einfach verschwunden, hat sich nicht mal von ihrer besten Freundin verabschiedet. Dabei war Rebecka damals nahezu die Einzige, die noch zur ihr gehalten hat. Und nun muss Hanna Rebecka gleich an ihrem ersten Tag bei der Polizei von Öland die Nachricht überbringen, dass ihr fünfzehnjähriger Sohn Joel tot aufgefunden wurde. Anscheinend wurde er erstochen und an einem beliebten Rastplatz abgelegt. Keine leichte Aufgabe, denn das Wiedersehen mit der früheren Freundin konfrontiert Hanna auch mit ihrer eigenen Vergangenheit.


    Gut, dass auf dem Cover nicht "Thriller" steht, denn das würde falsche Erwartungen wecken. "Kriminalroman" trifft es schon besser, vielleicht aber noch eher "Psychologischer Spannungsroman". Wobei für mich die Spannung in weiten Teilen auf der Strecke bleibt und alles oft ein wenig zäh ist.


    Ich muss sagen, mit Hanna wurde ich nicht warm. Sicher ist es hart, wenn der eigene Vater als Mörder verurteilt wird, aber wenn ich dann dorthin zurückkehre, wo alles passiert ist, muss ich doch damit rechnen, dass die Leute mich nicht alle mit offenen Armen empfangen. Natürlich hat Hanna selbst mit dem Mord nichts zu tun, aber als gute Polizistin, als die sie ja dargestellt wird, sollte sie mehr Menschenkenntnis haben und im neuen Job anders auftreten, mit mehr Selbstbewusstsein. Das ist mir besonders im Verhalten gegenüber Erik aufgefallen. Wieso sagt sie ihm nicht direkt am Anfang klar ihre Meinung?

    Auch Rebecka war mir nicht wirklich sympathisch. Natürlich tat sie mir leid, weil sie ihren Sohn verloren hat. Aber ihr Verhalten gegenüber Petri, der sich ja wirklich bemüht und ein guter Ehemann zu sein scheint, konnte ich nicht nachvollziehen.

    Am besten gefallen haben mir Erik und Joel. Und Hannas Nachbarin Ingrid.


    Insgesamt vergebe ich sechs Eulenpunkte. Zeitweise zieht sich die Handlung doch in die Länge und viele Grübeleien von Hanna oder Rebecka wiederholen sich. Gefallen hat mir dagegen die Rückblende aus Sicht von Joel, wo dann nach und nach herauskommt, was an seinem letzten Tag passiert ist.

    Der Schreibstil an sich ist auch angenehm zu lesen, die Kapitel sind nicht zu lang.


    "Nachttod" ist der erste Teil der Krimireihe und ich finde, es ist noch viel Luft nach oben. Mal sehen, ob ich weiterlese. Interessieren würde mich auf jeden Fall, ob Hanna bei ihren Nachforschungen im Fall ihres Vaters eine neue Spur findet.


    Über die Autorin:

    Johanna Mo wuchs in Kalmar, im Süden Schwedens, auf und lebt mit ihrer Familie in Stockholm. Neben dem Schreiben arbeitet sie seit zwanzig Jahren als Redakteurin, Übersetzerin und Literaturkritikerin. »Nachttod«, der Auftakt zur Reiheum die Polizistin Hanna Duncker, ist ihr großer internationaler Durchbruch und erscheint in siebzehn Ländern. Als Teenager musste Johanna Mo erleben, was es heißt, jemanden zu kennen, der zum Mörder wurde. Diese Erfahrung hat sie nie wiederlosgelassen und zu der Geschichte von Hanna Duncker inspiriert.

    ASIN/ISBN: 978-3453425804

    Vielen Dank.:knuddel1

    Ja genau so ist es. Wenn die Tiere sich nur mitteilen könnten, ob und wo es ihnen wehtut wäre das ganze deutlich leichter,

    Ich bin gespannt, wie Dir Dein aktuelles Buch gefällt. Ich mag eigentlich skandinavische Krimis recht gerne. Vielleicht magst Du kurz schreiben, wie es Dir gefallen hat, wenn Du fertig bist? Das wäre super.:)

    Gerne! Ich habe "Nachttod" am Sonntag beendet und musste mal wieder feststellen: Skandinavischer Krimis und ich - das ist nicht so einfach. ;-) Das Buch war nicht schlecht, aber es hätte spannender sein können. Mein Rezi stelle ich gleich online hier.


    Guten Morgen Zusammen!

    Ich wünsche euch einen schönen Wochenteiler. Aktuell lese ich "Windhof", ebenfalls ein Reziexemplar, das ich über das Bloggerportal bekommen habe. Bin aber erst auf Seite 70.

    :wave

    Hallo Zusammen!

    Seit Tagen so eine subtropische Luft draußen. Nicht wirklich warm, aber trotzdem schwitzt man. Ekelig!

    Nach den vielen Sommerbüchern der letzten Wochen brauchte ich mal wieder einen Krimi. Da kam ein Rezi-Exemplar vom Bloggerportal gerade richtig: Nachttod von Johanna Mo. Auch wenn ich so meine Probleme mit den skandinavischen Krimis habe, bisher gefällt es mir gut. Ist mal wieder der Auftakt einer Reihe.


    Rouge Alles Gute für dein Pferd. Ja mit Tieren ist es immer schwierig, wenn sie krank sind. Man möchte sie schütteln und sagen "Jetzt sag doch endlich, ob du Schmerzen hast, damit ich dir helfen kann."


    ASIN/ISBN: 3453425804

    • Herausgeber ‏ : ‎ Tinte & Feder (18. Mai 2021)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Taschenbuch ‏ : ‎ 381 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 2496704895
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-2496704891


    ASIN/ISBN: 2496704895



    Klappentext:

    Drei Monate Auszeit in den englischen Cotswolds, weg von dem stressigen Anwaltsjob in New York und ihrem Verlobten, der auf Heirat drängt: Kira will die Zeit nutzen, um sich endlich über ihre Zukunft klar zu werden.

    Sie hätte allerdings nicht damit gerechnet, dass ihr die Ruhe und Abgeschiedenheit so zu schaffen machen würden … Jedes kleinste Geräusch im Cottage lässt sie aufschrecken. Als sie glaubt, einen Einbrecher zu hören, sucht sie bei ihrem Nachbarn Matt Vellacott Unterschlupf.

    Matt ist Schriftsteller und hilft ihr, mehr über die Vergangenheit des Hauses und dessen Vorbesitzerin herauszufinden, die 1944 plötzlich im Dorf auftauchte. Ihre gemeinsame Suche lässt in Kira unerwartete Gefühle für Matt aufkommen. Während ihr Verlobter in New York auf sie wartet …


    Zum Buch:

    Kira Weston reist von New York in die englischen Cotswolds, um sich von einem Burn Out zu erholen. Sie hat im Dorf Castle Combe für drei Monate das Cottage "Stechginster"gemietet. Außerdem will sie sich über ihre Beziehung zu ihrem Verlobten Jason klar werden, der immer wieder auf Heirat drängt. Gleich in der ersten Nacht hört sie unheimliche Geräusche auf dem Dachboden und aus Angst vor Einbrechern flüchtet sie zu ihrem Nachbarn Matt Vellacott, einem Schriftsteller aus London, der das Cottage nebenan von seinen Großeltern geerbt hat. Er kannte auch die Vorbesitzerin des "Stechginster". Pamela Saxby tauchte 1944 plötzlich im Dorf auf und niemand wusste anscheinend, woher sie kam. Um sich zu beschäftigen, geht Kira auf Spurensuche in die Vergangenheit, um mehr über Pamela zu erfahren. Dabei kommt sie Matt immer näher und mit der Zeit kommen Kira Zweifel, ob eine Zukunft mit Jason für sie das Richtige ist...

    Kira ist Patentanwältin in New York und Ende Zwanzig, als sie sich eine Auszeit in den Cotswolds nimmt. Außerdem ist es quasi eine Flucht vor ihrem Verlobten, der sie immer wieder drängt, endlich einen Hochzeitstermin festzulegen. Im Wechsel lernen wir sie und Matt Vellacott kennen. Er ist Schriftsteller, veröffentlicht seine historischen Romane aber unter einem Pseudonym. Erzählt wird jeweils in der dritten Person.


    "Muschelspiel" ist mein erstes Buch von Margot S. Baumann. Ich habe es im Rahmen der Sommerbuchverlosung bei Lovelybooks gewonnen. Insgesamt hat es mir zwar gut gefallen, denn England ist nun mal immer eine Reise wert, ob im realen Leben oder im Buch. Und die Landschaftsbeschreibungen der Autorin sind wirklich lebendig und sehr schön. Das trifft auch auf die Szenen bei Stonehenge zu, die mich sehr an meinen eigenen Aufenthalt dort vor ein paar Jahren erinnerten.


    Ich muss allerdings sagen, dass mir der Anteil "Liebesroman" ein wenig zu groß war und ich lieber viel mehr über die Recherchen und über die Vergangenheit von Pamela Saxby gelesen hätte.
    Auch fand ich Matts Alter ein wenig unrealistisch. Er ist mit Ende 20 ein erfolgreicher Autor von historischen Liebesromanen (wenn auch unter einem Pseudonym), hat anscheinend ja schon eine ganze Reihe davon veröffentlicht und davor schon einen Krimi. Ein Buch schreibt sich ja nicht in drei Tagen und wie jung muss er gewesen sein, als er begonnen hat mit den historischen Romanen? Überhaupt passt sein ganzes Verhalten eher auf jemanden, der mindestens zehn Jahre älter ist.
    Bei Kira weiß ich nicht recht, ob das hier auch zutrifft. Sie ist auch Ende Zwanzig und erfolgreiche Patentanwältin, die nun einen Burn Out hat. Dazu muss man ja eigentlich schon lange unter Druck gestanden und viel gearbeitet haben. Und zuvor hat sie ja auch wohl noch Jura studiert. Ich weiß nicht, wie der Ablauf in den USA ist, aber ein Studium dauert dort sicher auch mehrere Jahre.
    Wären beide Charaktere zehn Jahre älter, wäre das Ganze vielleicht etwas authentischer.
    Aber vielleicht sollte ich über solche Dinge nicht nachdenken ;-)

    Und was die Lösung des Rätsels um Pamela Saxby betrifft, da hatte ich ziemlich schnell die richtige Vermutung, wer dahinter steckt. Nur der Grund wurde dann erst später klar.

    Wie gesagt, es gab viele Szenen, die mir sehr gut gefallen haben, aber für meinen Geschmack etwas zu viel Romantik. Der Schreibstil hat mir jedoch gut gefallen und vielleicht bekommt die Autorin mit einem anderen Buch noch mal eine Chance bei mir. ;-)


    6 Eulenpunkte

    Nora ist seit einem Jahr Witwe. Ihr Mann Julian wurde ganz plötzlich aufgrund einer Herzmuskelentzündung aus ihrem gemeinsamen Leben gerissen. Dabei hatten sie noch so viel vor. Nun muss sie allein klar kommen, was ihr unsagbar schwer fällt. Einzig ihr Hund Watson und ihre beste Freundin Katharina helfen ihr ein wenig durch die schwere Zeit. Und Nora liebt es, Marmeladen selbst zuzubereiten. Früher hat sie dies für ihren Mann gemacht, nun stapeln sich die Gläser turmhoch in Julians altem Arbeitszimmer. Beim Aufräumen findet sie dort einen Brief von Julians Großtante Klara, mit der er anscheinend kurz vor seinem Tod überraschend Kontakt aufgenommen hat. Dabei ist ein altes Marmeladenrezept, mit dem er Nora eine Freude zum Hochzeitstag machen wollte. Um auf andere Gedanken zu kommen, reist Nora kurzentschlossen in die Vorpommersche Boddenlandschaft, um mehr über Klara zu erfahren und warum der Rest der Familie nicht über sie spricht. Dort stößt sie auf ein altes Familiengeheimnis.


    Anne Töpfer ist das Pseudonym der Autorin Andrea Russo, die ebenfalls auch als Anne Barns schreibt. Ich finde es erstaunlich, wie unterschiedlich ein Buch sein kann, wenn es zwar unter anderem Namen geschrieben wurde, aber von derselben Person.


    Die Bücher von Anne Barns haben mir bisher alle richtig gut gefallen, egal, ob es die Winter- oder die Sommerbücher waren.

    "Das Marmeladenzimmer" fand ich zwar auch sehr schön, aber anfangs hatte ich ein paar Probleme, in die Geschichte rein zu kommen. Woran es lag, kann ich nicht mal genau sagen. Aber die zweite Hälfte hat mir dann besser gefallen, da man merkt, wie Nora sich langsam erholt und auflebt in der neuen Umgebung. Daran ist Klara natürlich nicht ganz unschuldig, denn die resolute alte Dame steht mit beiden Beinen fest im Leben und teilt Noras Leidenschaft: das Herstellen von Marmelade.


    Alle Figuren sind gut ausgearbeitet und nicht oberflächlich. Wie immer spielt das Thema Freundschaft eine große Rolle, hier sind es Nora und ihre beste Freundin Katharina. Aber wenn ihr fragt, wer mein Lieblingscharakter ist, lautet die Antwort: Watson! 😊 Er erinnert mich in seinem Verhalten so sehr an unseren Hund, ich musste oft schmunzeln bei Szenen mit dem Labrador.


    Insgesamt habe ich das Buch zwar gerne gelesen, aber die volle Punktzahl, wie bei den Geschichten von Anne Barns, kann ich leider nicht vergeben. Irgendetwas fehlte.

    ASIN/ISBN: 3453425162


    • Herausgeber : Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (10. Mai 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Taschenbuch : 320 Seiten
    • ISBN-10 : 3453425162
    • ISBN-13 : 978-3453425163


    Klappentext:


    Endlich entspannen und ihren Liebeskummer vergessen, denkt Journalistin Cilla Storm, als sie auf Bullholmen ankommt. Und wo sollte das besser gehen als auf einer idyllischen Schäreninsel, die nach den leckeren Zimtschnecken benannt ist? Doch als ein junges Mädchen am Morgen nach dem Mittsommerfest tot im Meer treibt, ist es vorbei mit der Urlaubsstimmung. Denn Cilla war die Letzte, die das Mädchen lebend gesehen hat. Dass ausgerechnet der attraktive Sohn ihrer Nachbarin die Ermittlungen leitet, macht die Sache auch nicht leichter. Dann erschüttert ein zweiter Mord die beschauliche Insel.


    Zum Inhalt:

    Cilla Storm ist 30 Jahre alt, als ihr Freund Daniel ihre Beziehung nach drei Jahren beendet. Die Journalistin, die für das Lifestylemagazin "Chance" arbeitet und dort die Sparte "Klatsch &Tratsch" bedient, räumt kurzerhand ihr Sparbuch, packt ihren Koffer und kauft sich einen Schrebergarten auf der Schäreninsel Bullholmen. Eigentlich ist die Insel, benannt nach den leckeren Zimtschnecken, ein idyllisches Fleckchen Erde. In der Schrebergartenkolonie lernt Cilla auch gleich ihre Nachbarin Rosie kennen, die sich vor zehn Jahren nach dem Tod ihres Mannes ebenfalls einen Schrebergarten gekauft hat und nun nach ihrer Pensionierung auf der Insel lebt. Rosie nimmt Cilla gleich unter ihre Fittiche und die beiden Frauen freunden sich an. Dann wird am Morgen nach dem Mittsommerfest ein junges Mädchen tot im Meer gefunden und es wird schnell klar, dass ihr Tod kein Unfall war. Ausgerechnet Cilla scheint die Letzte gewesen zu sein, die Caroline lebend gesehen hat. Als die Polizei sie befragt, ist ausgerechnet Rosies attraktiver Sohn Adam der zuständige Beamte, der die Ermittlungen leitet. Dann geschieht ein weiterer Mord und Rosie erzählt ihr eine Geschichte, die sich zehn Jahren auf der beschaulichen Insel zugetragen hat. Ist das Motiv für die neuen Morde in der Vergangenheit zu finden? Cillas jounalistischer Instinkt ist geweckt und sie stellt Nachforschungen an, unterstützt von Rosie. Adam hält davon allerdings gar nichts.


    Meine Meinung:

    Skandinavische Thriller oder Krimis und ich - das ist eigentlich immer schwierig. Zumindest als Buch. Skandinavische Krimierserien im TV mag ich dagegen sehr. Mit "Gefährliche Mittsommernacht" war es aber anders. Ich fand diesen Krimi richtig gelungen. Vielleicht liegt es an der Hauptfigur, die sich selbst nicht so ganz ernst nimmt. Sie ist keine tragische Figur, die bereits zig Schicksalsschläge erlebt hat und deswegen dem Alkohol verfallen ist. Obwohl sie gerne mal ein Glas Wein trinkt, am liebsten Chardonnay. Cilla ist sehr erfrischend, unkompliziert und witzig. So hat sie nach der Trennung versucht, es wie in den amerikanischen Fernsehserien zu machen und ihren Liebeskummer mit romantischen Komödien und Unmengen an Eisbechern zu bekämpfen. Nach dem zweiten Becher hat sie aufgegeben, da wurde ihr schlecht von dem Eis.

    Es gibt noch mehr Beispiele, die mir Cilla sympathisch machten, aber ich will nicht zu viel verraten.

    Auch Rosie und Adam mochte ich. Rosie erinnerte mich ein bisschen an Miss Marple, was sicher auch beabsichtigt ist.

    Und die Nebenfiguren wie z. B. Cillas bester Freund Zacke runden das Ganze ab.


    Der Schreibstil ist locker und leicht, aber deswegen sind weder die Geschichte noch die Figuren oberflächlich. Erzählt wird in der ersten Person aus Sicht von Cilla. Außerdem gibt es Rückblenden zu den Ereignissen vor zehn Jahren und nach und nach fügt sich das Puzzle zusammen.


    Fazit: Ein unterhaltsamer Krimi, nicht nur an Mittsommer, der ohne die Düsternis der skandinavischen Thriller auskommt und Lust auf mehr macht. Denn es wird mindestens drei Fortsetzungen geben, eine für jede Jahreszeit:


    Band 2 "Mörderischer Nordwind" erscheint im August 21

    Band 3 "Schwedischer Todesfrost" erscheint im November 21

    Band 4 "Tödlicher Inselfrühling" erscheint im Februar 22

    Inis an Amplora, eine kleine Insel vor der irischen Küste. Aiofe und Freddy betreiben hier ein kleines Eventhotel und an diesem Wochenende feiern Julia Keegan und Will Slater ihre Hochzeit auf der Insel. Ansonsten ist die Insel unbewohnt, alle Bewohner sind irgendwann verschwunden, haben sie verlassen oder sind im Moor umgekommen.

    Die Hochzeit ist perfekt geplant, es soll ein rauschendes Fest werden mit Freunden und Familie. Aber nach und nach kommen alte Feindseligkeiten und lange begrabene Geheimnisse ans Licht. Und bei der großen Feier am Abend zieht ein Sturm auf, die Lichter gehen aus und aus der Dunkelheit ertönt ein Schrei...


    Zunächst mal vielen Dank an das Bloggerportal und den Penguin Verlag, dass ich das Buch lesen durfte.

    Der Thriller beginnt in der Hochzeitsnacht und rollt dann die ganze Geschichte von hinten auf. Es gibt ein paar Hauptfiguren, aus deren Sicht in jedem Kapitel in der Ich-Form erzählt wird, angefangen bei der Hochzeitsplanerin Aiofe über die Braut Julia, deren Schwester Olivia sowie ein paar anderen Gästen. So erfährt man nach und nach, wie die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen sich ergeben haben und welche Geheimnisse jeder versucht zu verbergen. Zwischendurch wird dann immer mal wieder kurz zum Abend der Hochzeitsfeier zurückgeschwenkt.

    Durch diesen anhaltenden Wechsel in den Kapiteln wird die Spannung zusätzlich erhalten. Aber auch so wird die Spannung bis zum Schluss weiter aufgebaut. Man erfährt häppchenweise mehr Einzelheiten und fragt sich, wie alles zusammenhängt.


    Hinzu kommen ein paar irische Sagen und Geistergeschichten, die dem Ganzen eine unheimliche Atmosphäre verpassen, wie zum Beispiel die Szenen auf dem alten Friedhof oder im Moor.


    Das Ende war für mich überraschend, aber gut gemacht.


    Faziz: Ein spannender Krimi mit einem Aufbau, wie ich ihn so noch nicht gelesen habe.

    Die gelernte Konditorin Christina hat vor ein paar Jahren ihr eigenes Café eröffnet, das sie zusammen mit ihrer besten Freundin Liljana in Frankfurt führt. Allerdings müsste der Laden dringend saniert werden und dann kommt auch noch ein Wasserschaden hinzu. Auch privat ist es zur Zeit nicht einfach. Christinas Mann hat sich von ihr getrennt und ihr Vater ist seit einigen Jahren ań Alzheimer erkrankt und lebt in einem Pflegeheim. Er verändert sich und lebt immer mehr in seiner eigenen Welt. Sie kann förmlich sehen, wie der Vater, den sie kannte, mehr und mehr verschwindet und kommt nur schwer damit klar. Doch dann fragt er eines Tages nach seinen Malkreiden und positiv gestimmt, macht sie sich in seinem ehemaligen Arbeitszimmer auf die Suche. Dabei findet sie ein Ölgemälde, das nicht von ihrem Vater stammen kann, denn es ist so ganz anders, als die Aquarelle ihres Vaters, die in ihrem Cafe die Wände schmücken. Neugierig geworden begibt sich Christina auf eine Reise in die Vergangenheit. Auf Rügen und Hiddensee deckt sie alte Familiengeheimnisse auf und lernt so viele wunderbare Menschen kennen.


    "Bernsteinsommer" ist der neue Sommerroman von Anne Barns und erführt den Leser dieses Mal von Frankfurt und Hanau an die Ostsee nach Rügen und Hiddensee. Und es gibt ein Wiedersehen mit einigen Charakteren aus "Eisblumenwinter", denn Thea, die Christina auf Rügen besucht, ist die Cousine ihres Vaters. Ich finde es schön, wie die Autorin ihre Geschichten miteinander verbindet, neue Figuren auf "alte" treffen lässt und so den Faden weiterspinnt.

    Christina war mir gleich sympathisch. Vermutlich weil ich ihre Situation so gut nachempfinden kann, denn meine Mutter ist vor einigen Jahren an Demenz erkrankt und es fiel mir sehr schwer ihren geistigen Verfall mitanzusehen. Ich finde, Anne Barns hat die ganze Situation sehr realistisch geschrieben. Bei manchen Szenen mit dem Vater kann man sogar schmunzeln (Stichwort Pferd).


    Die Szenen auf Rügen und Hiddensee sind anschaulich beschrieben. Es ist, als würde man selbst am Strand entlanglaufen, die Kreidefelsen und Leuchttürme bewundern und Bernstein suchen. Man hört die Ostsee an den Strand plätschern und kann das Salz förmlich schmecken. Vielleicht konnte ich es mir auch so gut vorstellen, weil ich selbst schon auf Rügen war.

    Überhaupt ist der gesamte Schreibstil sehr angenehm und man fühlt sich mit dem Buch einfach wohl, auch wenn es nicht immer luftig und leicht ist, sondern auch ernste Themen wie Alzheimer und der Zweite Weltkrieg eine Rolle spielen. Aber das macht "Bernsteinsommer" so authentisch.


    Fazit: Ein Sommerroman zum Wohlfühlen, ohne "Schmalz", dafür mit Tiefgang und liebevollen Charakteren. Und natürlich wird wieder viel geschlemmt und am Ende gibt es auch ein paar Rezepte.

    ASIN/ISBN: 3596705665


    • Herausgeber : FISCHER Taschenbuch; 1. Edition (26. Mai 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Taschenbuch : 432 Seiten
    • ISBN-10 : 3596705665
    • ISBN-13 : 978-3596705665


    Klappentext:

    Das Meer hören, die Liebe sehen, die Wahrheit sagen: Im Leben von drei ganz unterschiedlichen Frauen wird die Reise nach Spiekeroog zu einem Wendepunkt.

    Seit ihrer Kindheit war Rieke nicht mehr auf Spiekeroog, doch nun erscheint ihr die Insel als einziger Ausweg. Die Erkenntnis, dass ihre Ehe am Ende ist und der darauffolgende Hörsturz bringen Rieke dazu, endlich innezuhalten. Wo sollte das besser gehen als in ihrem Stranddistelhaus auf der „Insel der Stille“?

    1962 möchte Viola ihre kranke Mutter vor der herannahenden Sturmflut in Sicherheit bringen, aber diese weigert sich. Viola möchte endlich wissen, was auf der Insel geschehen ist: Warum würde ihre Mutter eher sterben, als die Insel zu verlassen?

    Im Frühling 1933 überzeugt Silvia ihren Mann Joachim davon, nach Spiekeroog zu flüchten. Da er als kritischer Journalist ins Visier der neuen Machthaber geraten ist, hoffen sie nun, sich auf der ruhigen Insel verstecken zu können …

    Ein bewegender Roman über die Kraft der Natur, die Bedeutung der Liebe und die Macht der Wahrheit.


    Zum Inhalt:

    Eine Insel. Drei Frauen. Drei Schicksale.

    Spiekeroog 2019. Nachdem Rieke herausgefunden hat, dass ihr Mann sie betrügt und sogar verlassen will, erleidet sie einen Hörsturz, auch bedingt durch die viele Arbeit in den letzten Jahren. Ihr Arzt erklärt ihr eindringlich, dass das ein Warnschuss war und sie sich unbedingt die nächsten Wochen schonen muss. Also flüchtet sie auf die kleine Nordseeinsel Spiekeroog, wo ihre Familie seit Jahren ein Ferienhaus hat. Der Zustand des Stranddistelhauses ist allerdings eher schlecht und Handwerker sind zur Zeit schlecht zu bekommen. Rieke aber ist fest entschlossen, aus dem Haus wieder ein idyllisches Feriendomizil zu machen und stürzt sich in die Renovierungsarbeiten.

    Im Jahr 1962 steht die große Sturmflut gerade bevor und Viola versucht alles, ihre kranke Mutter von der Insel und in Sicherheit zu bringen. Aber Cäcilia weigert sich, nie wieder wird sie Spiekeroog verlassen. Eine Erklärung gibt sie dafür nicht ab. Viola fragt sich, ob es etwas mit ihrem Vater zu tun hat, von dem sie nichts weiß. nich einmal, ob er noch lebt. Cäcilia spricht niemals über die Vergangenheit, ihre Tochter weiß so gut wie nichts über ihr Leben vor ihrer Geburt. Viola, die als Lehrerin auf Spiekeroog arbeitet, setzt sich in ihrer Freizeit für die Natur der Insel ein. Ganz besonders das Friederikenwäldchen, ein vor mehr als hundert Jahren künstlich angelegter Wald, liegt ihr am Herzen. Ihre Mutter liebt den kleinen Wald und Viola möchte diesen Ort der Stille unbedingt erhalten, nachdem das Salzwasser, das mit der Sturmflut kam, nun die Bäume bedroht.

    1933. Silvia und ihr Mann erleben hautnah die Machtergreifung Hitlers mit. Joachim gerät als Systemkritischer Journalist einer Lübecker Tageszeitung ins Visier des Regimes. Viele seiner Kollegen sind bereits einfach verschwunden und niemand weiß, was mit ihnen passiert ist. Silvia ist überzeugt, dass nur eine Flucht sie beide retten kann. Sie erinnert sich an unbeschwerte Sommerurlaube in ihrer Kindheit auf der Insel der Stille, Spiekeroog und überzeugt Joachim schließlich, dorthin zu gehen. Aber auch hier ist die Sicherheit trügerisch...


    Meine Meinung:

    Was für ein tolles Buch! Ich habe es in wenigen Tagen gelesen und bin begeistert und bewegt. Von den Geschichten an sich und vom Erzählstil.

    Man erfährt in den Kapiteln immer abwechselnd, wie es mit Rieke, Viola und Silvia weitergeht und ist hautnah dabei, hat an ihren Schicksalen Anteil und fühlt mit ihnen.

    Ganz besonders berührt hat mich die Geschichte von Silvia und Joachim. Hier wird deutlich, dass das damalige Regime auch ganz normale Leute verfolgt und mundtot gemacht hat. Einfach nur Menschen, die eben nicht so blind waren wie viele und nicht daran glaubten, dass Hitler der Heilbringer für Deutschland war. Die ihre Meinung sagten gegen die Machenschaften der Regierung und dadurch in Lebgensgefahr gerieten.

    Auch die Entwicklung von Rieke hat mir gefallen, denn sie findet bei der Arbeit an ihrem Ferienhaus zu sich selbst.

    Am Ende werden auch einige Fäden zusammengeführt und man erfährt, wie die Schicksale der drei Frauen zusammenhängen. Für alle drei war ihre Reise nach Spiekeroog ein Wendepunkt in ihrem Leben und auch die Kraft der Natur spielt eine große Rolle in den Geschichten.


    Die Nordeseeinsel Spiekeroog ist wohl die heimliche Haupt"figur" im Buch. Durch Silvias eigene Recherchen erfährt man auch ein bisschen über die "Insel der Stille". Ich war schon sehr oft in Ostfriesland und habe auch bereits die Inseln Juist und Wangerooge besucht, aber Spiekeroog kenne ich selbst noch nicht. Ich denke aber, das wird sich bald ändern, denn das Friederikenwäldchen möchte ich sehr gerne mit eigenen Augen sehen.


    Fazit: Ein lesenswerter, bewegender Roman, der in drei unterschiedlichen Zeiten spielt und die Schicksale dreier Frauen verbindet. Authentisch und fesselnd.


    Dafür gibt es 10 Eulenpunkte.

    Huhu! :wave Ich melde mich auch mal wieder! Irgendwie rasen die letzten Wochen nur so an mir vorbei, jetzt ist schon Juni und das halbe Jahr 2021 auch schon fast wieder vorbei. :wow Unglaublich!


    Buchtechnisch bin ich jetzt auch im Sommer angekommen. Nach "Das Standdistelhaus", "Gefährliche Mittsommernacht" und "Bernsteinsommer" bin ich jetzt bei "Leuchtturmträume" von Tanja Janz angelangt. Das habe ich heute begonnen.


    Kommt gut in die neue Woche!


    ASIN/ISBN: 3749901244

    England 1193. Richard Löwenherz ist König von England und ewige Streit mit seinem jüngeren Bruder John spaltet das Land. Richard, geboren in Frankreich, sieht England nur als Geldquelle für seine ehrgeizigen Feldzüge in Frankreich und den Kreig im Heiligen Land. In seiner Abwesenheit versucht John die Macht in seinem Vaterland an sich zu reißen. Während Guillaume of Waringham an der Seite von König Richard in den Heiligen Krieg zieht und ein treuer Anhänger ist, tritt sein jüngerer Bruder Yvain in den Dienst des berüchtigten Prinzen John, auch um der unglücklichen Liebe zu Guillaumes Verlobten zu entfliehen. Vom Knappen schafft er es bis zum Ritter. Als Richard stirbt, erbt John die Krone und Yvain schwört auch dem neuen König weiter die Treue. Aber dann lädt John eine schwere Schuld auf sich und macht Yvain zum Mitwisser einer Tat, die ihrer beider Leben verändern soll.


    Zitat: "Wenn du einem König deine Freundschaft schenkst, läufst du immer Gefahr, an seinen Taten zu verzweifeln."


    "Teufelskrone" ist der sechste Teil der Waringham-Saga, aber sie spielt vor allen anderen Teilen, erzählt also die Vorgeschichte derer von Waringham.

    Im Mittelpunkt steht der oft hitzköpfige Yvain, dessen Zunge meistens schneller ist als sein Verstand, was ihn häufig in Schwierigkeiten bringt. Besonders im Dienst des Königs.

    Er beginnt seinen Dienst als Knappe im Haushalt von John "Ohne Land", wie Richards Bruder genannt wird, und wir begleiten ihn über 20 Jahre durch Hochs und Tiefs, durch Kriege und Schlachten, durch Siege und Verluste, für das Land als auch für Yvain selbst.


    Wie immer gelingt es Rebecca Gablé perfekt, historische Personen und Ereignisse mit Fiktion zu vermischen und die "weißen Flecken" in der Geschichte passend zu füllen, so dass man am Ende denkt: Ja, so könnte es gewesen sein. Warum soll nicht ein Ritter aus Johns Gefolge ihn bei seiner schrecklichen Tat gesehen und anschließend bei der Vertuschung geholfen haben? Und natürlich ist es doch denkbar, dass jemand, der selbst der Willkür des Königs ausgesetzt war, später die treibende Kraft war, diesen Punkt in die Magna Charta aufzunehmen, damit so etwas nie wieder passieren kann.

    Bei einer Rundreise durch Südengland habe ich übrigens in der Kathedrale von Salisbury selbst ein Exemplar der Charta sehen können, von der noch 3 existieren. Das war schon etwas Besonderes, wenn man bedenkt, welche Nachwirkungen diese Verfassung hatte.



    Auf den rund 900 Seiten passiert wieder sehr viel, wir lernen diverse Charaktere kennen, historische und fiktionale. Am Ende gibt es eine neue Generation und ich hoffe, es wird eine Fortsetzung geben, denn zwischen "Teufelskrone" und "Das Lächeln der Fortuna" gibt es noch viele Jahrzehnte, die man mit wunderbaren Geschichten über Könige, Prinzen, Ritter, Familie, Liebe und Freundschaft, Treue, Ehre und Loyalität füllen könnte.


    Übrigens habe ich bei der Erwähnung von Prinz John und Nottingham immer mal wieder auf den Auftritt von Robin Hood gewartet, Aber nein, er ist nicht aufgetaucht. *g* Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen und war fast enttäuscht, als ich am Ende war. Ich mag alle Teile der Reihe, aber bisher war Band 2 mein Favorit. Jetzt muss ich sagen, dass "Teufelskrone" sich den Platz eins mit "Die Hüter der Rose" teilen muss.

    September erst? Das ist ja fast schon ein Herbstwichteln. :gruebel Bei "Sommerwichteln" dachte ich jetzt eher an den 20. Juni, Mittsommer. :grin

    Ich überlege noch...