Beiträge von Jupp

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    Original von Lumos


    So ist es. Und genau aus diesem Grund habe ich hier quer gelesen.
    Darüber habe ich schon so viel gelesen (und mitgelitten und mich wieder und wieder gefragt, wie Menschen so sein können), dass ich einfach nicht mehr mag. :-(


    Ich fürchte, die damalige Zeit und die Themen Ketzer und Bauernkrieg bringen die Grausamkeit mit. Da kann es meines Erachtens auch am Ende (der Trilogie) kein Happy End geben. Ich habe in Würzburg mal die Marienburg besichtigt. Der Fremdenführer hat erklärt, dass die Burg keineswegs zum Schutz der Stadt gebaut wurde, sondern zum Schutz der Bischöfe vor den Bürgern und Bauern ...

    Die gebundene Fassung des Buches ist aufwändig gestaltet: farbiger Bucheinschlag, mehrseitige Personenregister, Karte des Heiligen Römischen Reiches am Buchanfang und –ende. Das Buch „Die Täuferin“ ist der erste Band einer Trilogie. Im Original sind die Bände zwei und drei bereits erschienen.


    Der Autor fängt die Stimmung und das Leben im Zentrum Europas während der Zeit um 1517 ein: Intoleranz, Leibeigenschaft, harte Feldarbeit, Kriegsdienst, Krankheiten, Folter und Tod. Dabei stellt er nicht voyeuristisch Details dar, sondern beschreibt die Ängste, Sorgen und Gefühle der beteiligten Menschen. Seine Schilderungen sind nur so genau, wie es für das Verständnis des Lesers erforderlich ist. Kurz gesagt: wer wissen will, wie damals gefoltert wurde, muss zu einem anderen Werk greifen. Manche Entwicklungen im Buch sind vorhersehbar, andere nicht. Das Ende ist so, wie man es vom ersten Band einer Trilogie erwartet: offen, alles wäre möglich.


    Figuren, die im späteren Bauernkrieg eine Rolle spielen, werden hier bereits vorgestellt. Die Figuren in der Geschichte lassen sich klar in gut oder böse einordnen. Eine Hälfte seiner Hauptakteure, die Täufer aus Kunwald, kommen zusätzlich wie eine weltfremde unverbesserliche Praktikantentruppe daher. Ich habe selten über Hauptfiguren in einem Buch so oft gedacht, sie seien ja wohl total bescheuert.


    Die Handlungsstränge sind stellenweise fesselnd, dann man will unbedingt wissen, wie es weiter- bzw. zu Ende geht. Stellenweise ist aber der Fluss der Handlung auch schleppend. Das liegt meiner Meinung nach zum Teil an der Einfalt und dem blinden Gottvertrauen, mit dem der Autor die Täufer aus Kunwald ausgestattet hat.


    Der geschichtliche Hintergrund und das Leben zur damaligen Zeit im Vorfeld der Bauernkriege sind gut recherchiert, auch wenn eine der Figuren zum Zeitpunkt der Handlung in Wirklichkeit bereits tot war.


    Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

    Die Handlung nimmt wieder an Fahrt zu. Die Folterszenen hat der Autor geschickt gelöst, nicht voyeuristisch, trotzdem aber sehr anschaulisch. Schreckliche Zeit damals, und das ist grad mal knapp 500 Jahre her.


    Dass ich Konrad die Presse von Heck holt, hat mich eigentlich nicht überrascht. Das ist Machtpolitik mit allen Mitteln. Als nächstes warte ich drauf, wie er Dietrich Geyer niedermacht -weil der aufgrund der fehlenden Ernte keine Steuern zahlen kann- und/oder wie er sich den Bischofssitz sichert.


    Die Täufer verhalten sich selten dämlich. Auf die Idee, die Druckerpresse mitzunehmen muss man erst mal kommen. Dass Berthold jetzt weg ist, macht Kristina frei für Lud, glaube ich. Mit Witter wird das nichts.


    So richtig leid getan haben mir die Giebelstädter. Kommen nach dem Kriegszug nach Hause und dort wüten die Pocken. Mal gut, dass Lud immun ist und Kristina auch.


    Dem Autor ist es gelungen, mich in die Geschichte hineinzuziehen und sei es auch nur, weil ich über Berthold und seine Truppe ständig denken musste wie bescheuert die sind. Bei Witter habe ich mehrfach gedacht, hau einfach ab und lass die Idioten ihren Weg ins Verderben nehmen, einschließlich ihrer Druckerpresse.

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    Original von Richie
    Hier taucht eine neue, interessante Figur auf Witter. Scharfer Verstand, spricht 12 Sprachen, ist Jude, heißt eigentlich Samuel und rettet durch eine Aktion Kristina.


    Und offensichtlich zweifelt Kristina immer mehr an Berthold, obwohl es jetzt endlich mal im Bett geklappt hat. Sie findet nämlich, daß nicht nur Berthold Texte zum Drucken schreiben sollte, sondern jeder der Truppe.


    Durch Witter erfahren wir viel über die Verfolgung und Grausamkeiten gegen die Juden. Ansonsten gibt es glaube ich wenig Neues in diesem Abschnitt. Die bisherigen Eigenschaften der Charaktere werden anhand weiterer Beispiele ausgebaut, Überraschungen gibt es keine. Gut und Böse ist klar getrennt. Und Berthold ist einfach nur bescheuert und feige. Die Gruppe rund um Berthold kommt mir fast vor wie eine Praktikantentruppe, die auf die Welt losgelassen wird, voller Idealismus und ohne den leisesten Hauch einer Ahnung, was sie durch ihr Tun anrichten.


    Für mich ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann der erste wirklich gefasst wird. Ich glaube auch, dass Witter Kristina rettet, auch wenn das noch nicht klar ist.


    Beeindruckt bin ich von der Detailtiefe, mit der der Autor recherchiert hat. Ich finde, er bringt viel aus der damaligen Zeit rüber.


    An Impfung hatte ich auch sofort denken müssen. Allerdings frage ich mich, woher Mahmed wohl den Impfstoff haben mag. :gruebel
    Tatsächlich kann man bei Wikipedia nachlesen, dass in der Türkei schon vor 1717 Impfungen gegen Pocken bekannt waren. Also könnte es sein, dass das auch schon 1517 so war.


    Wenn Berthold so weiter macht, ist er bald weg vom Fenster, erst bei Kristina und dann von der Erde. Ich denke, ihn erwischt es noch in Würzburg.


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    Original von Richie
    Mir ist es irgendwie zu glatt, keine Personen mit Diskussionsbedarf :-(


    Nicht ganz so negativ wie die meisten in der Runde sehe ich Konrad. Der ist halt ein Vollblutpolitiker, der Fürstbischof werden will. Da darf man, glaube ich, nicht zimperlich sein.

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    Original von logan-lady
    Meine Güte, war der Kampf spannend. Ich habe richtig mitgefiebert. Die Szenen waren sehr genial beschrieben.


    Lud gefällt mir immer besser, er kämpft für seine Überzeugungen, seinen Herrn und seine Gedanken. Auch Kristina entwickelt sich immer mehr zu einer Frau, die ich überzeugend finde. Toll finde ich, dass sie nicht so fanatisch glaubt wie der Rest ihrer Truppe. Das macht sie in meinen Augen menschlicher.


    Konrad gefällt mir gar nicht. Der ist mir zu hinterlistig. Aber ein Lob an den Autor, denn ich finde ich es großartig, wenn ich Figuren hassen kann :lache


    Absolut, der Kampf war fesselnd. Faszinierend, wie sensationssüchtig wir Leser doch sind.


    Kristinas Verhalten, aus dem Wagen abzuhauen, sich den Kampf anzuschauen und dann in die Menge zu stürmen finde ich übrigens hirnrissig und bescheuert. Naja, man kann nicht alles haben. Vielleicht wird ja aus Kristina und Lud noch ein schönes Paar, wenn Berthold vorzeitig das Zeitliche segnet.


    In diesem Abschnitt werden zwei neue Figuren eingeführt: Konrad von Thüngen und Florian Geyer (der Sohn von Dietrich). Den geschichtlichen Hintergrund halte ich für wichtig.

    • Konrad wird in 1519 Fürstbischof von Würzburg. Er war der regierende Fürst zur Zeit der Bauernkriege und führte immer einen harten Kampf gegen die Täufer.
    • Florian Geyer (aus Giebelstadt) war einer der Führer im Bauernaufstand. Sein Vater hieß Dietrich, gestorben allerdings schon 1492 …


    Ich mag es nicht so besonders, wenn die echte Geschichte so verdreht wird.

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    Original von Richie
    Für mich hat hier die Spannung eindeutig angezogen und icih war wie ihr überrascht auf das schnelle Zusammentreffen der zwei Stränge.


    Kristina ist ein mutiges Persönchen und ihr Ehemann, der entpuppt sich für mich zum Reinfall.


    Auch Lud hat eine tolle Art mit seinen Jungs umzugehen - sensibel und dann wieder motivierend.


    Endlich nimmt die Handlung so richtig Fahrt auf. Vorher hat mich die Gruppendynamik (linksrum oder rechtsrum) rund um Berthold eher genervt. Lud verhält sich als wie ein verantwortungsvoller Anführer. Sein Handeln finde ich angemessen und wird der damaligen Zeit gerecht.


    So richtig glauben mag ich allerdings nicht, dass um 1517 Unbeteiligte aufs Schlachtfeld laufen und Freund und Feind gleichermaßen medizinisch versorgen. Das klingt für mich so wie eine frühe Fassung von Florence Nightingale. Da bin ich mal gespannt, wie das weiter geht und welche Blüten das noch treibt.


    :write


    Bisher passiert auf den ersten 98 Seiten ziemlich wenig, finde ich. Spannend finde ich nur den Handlungsstrang um Lud, weil ich jeden Moment darauf warte, dass die Türken angreifen und ich dann wissen will, was aus seinen Leuten wird.


    Der Handlungsstrang um Kristina berührt mich eher weniger, ganz ehrlich: mit Berthold kann ich überhaupt nicht warm werden. Da fallen mir immer Begriffe wie Schlaffi oder Weltversteher ein.


    So richtig kann ich die beiden Handlungsstränge noch nicht in die Welt-Geschichte einordnen. Vor allem über einen Feldzug gegen die Türken um 1517 rum konnte ich bisher noch nichts Richtiges finden. Vielleicht kommt das ja noch.


    Du hast vollkommen Recht, das ist nicht konsistent. Gesagt wird auf Seite 41, dass er sich auf die Heckklappe setzt und dann seinen Panzer auszieht. Auf Seite 42, erster Satz des dritten Abschnitts heißt es dann "Lud lag für einen Moment da …". Dass er sich hinlegt habe ich nicht gefunden, würde auch definitiv nicht zur Wache passen.


    Das wäre mir nie so aufgefallen :anbet

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    Original von Zwergin
    Anne of Ahsley? Ne die geht gar nicht. Furchtbare Zicke

    l


    Wirklich? Muss ich mich da etwa dem Expertenwissen beugen? :lache


    Ich finde sie einfach nur ein wenig unverstanden und vernachlässigt. Arme Frau ... oder nicht?

    Immerhin, es wird besser für mich. Ich glaube jetzt zu wissen, worum es geht, wer die Spieler und Gegenspieler sind und welche Rolle Catherine spielen soll.


    Manchmal kommt mir die Sprache etwas zu geschwollen daher und hin und wieder habe ich gedacht, dass es auch mit ein paar Sätzen weniger gegangen wäre.


    Noch eins fällt mir auf: so richtig sympathisch ist mir in dem Buch bisher keiner. :gruebelAm besten gefallen mir noch der Erzbischof und die Frau von Latimer.

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    Original von Zwergin
    Ich habe den ersten Abschnitt beendet und bin leider noch nicht so richtig warm mit dem Buch :-(
    Der Erzählstrang um Catherine und Elias war am Anfang erstmal sehr interessant zu lesen, aber [...]


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    Original von gealein
    ich komme auch nicht so richtig klar. Ständig neue Personen und die Handlungen der einzelnen Abschnitte werden abrupt beaendet. Na, mal weitersehen.
    [...]


    Das geht mir ähnlich. Ich tue mich mit dem Buch unheimlich schwer, weiss aber auch nicht genau, warum. Ich vermute, es liegt an Folgendem:

    • Ich kenne mich in der englischen Geschichte zu wenig aus.
    • Die Namen der Beteiligten sind schwierig zu merken.
    • Elias verhält sich zu seiner Frau wie ein Trampel "... Ich hätte dich nicht heiraten sollen. ...".
    • Catherine kommt mir total naiv vor.
    • Die verschiedenen Handlungsstränge springen gewaltig, wenn sie wieder aufgenommen werden


    Bitte versteht mich nicht falsch, das Buch ist bestimmt toll, aber bei mir muss noch der Funke überspringen. Ich versuche, mich durchzubeißen und lese jetzt mal nach, was die Lollarden so gemacht haben.

    Ich könnte mir vorstellen, dass ein Buch mit einer Alliteration im Titel vielleicht einfacher zu finden ist, als man glaubt. Ich z.B. war bis vor 5 Minuten noch der Meinung, dass alle Worte mit dem gleichen Buchstaben beginnen müssen. Das ist aber nicht so. Bei der Alliteration kommt es auf die betonten Stammsilben an. Deshalb ist z.B. "Mann und Maus" eine, jedoch "schön und sauber" nicht. Das "und" ist unbetont und stört deshalb nicht. Wer mehr will, findet bei Wikipedia eine sehr detaillierte Beschreibung.

    Mir fällt auf, dass sich trotz der 11.225 registrierten Benutzer offenbar nur wenig Eulen an der Abstimmung beteiligt haben. :gruebel
    Ich finde es echt schade, weil so eine Auswertung bestimmt eine Menge Arbeit macht und die allgemeine Aussagekraft der Ergebnisse überschaubar ist. :cry