Beiträge von Conor

    Meine Meinung:
    Der Roman spielt in dem Kriegswinter 1939. Die Sowjetunion marschiert in Finnland ein. Die Bewohner von Suomussalmi verlassen ihr Dorf und fliehen vor den Russen.
    Nur der Holzfäller Timo Vatanen behält die Ruhe und bleibt. Er will sein Heimatdorf nicht verlassen. Durch sein Wissen und Können macht er sich nützlich, als der Feind im Dorf einmarschiert.
    Er weiß, wie man in dem kalten finnischen Winter überleben kann, es werden ihm ein paar nicht mehr heertaugliche russische Soldaten zum holzhacken zugeteilt. Schon bald vertrauen ihm diese Männer, die Nationalität rückt in den Hintergrund, das Menschliche zählt. Dabei wird Timo nicht zum Kollaborateur, ihm geht es ganz allein darum, den Menschen zu helfen, ganz gleich, welche Nationalität sie besitzen.
    Ein Dolmetscher hilft bei der Verständigung. Ständig ist da auch die Angst vor dem Sterben, das Ausrücken zum Holz hacken ist durchaus gefährlich.


    Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Timo, seinen Gedankengängen folgt der Leser und aus seinem Blickwinkel erfährt der Leser von den Geschehnissen in dem Dorf. Die Erzählperspektive wird gegen Ende des Romans gewechselt - der Krieg ist vorbei, die Dorfbewohner sind zurück und Timo ist nicht mehr der Held im Alltagsleben.
    Als Leser fragt man sich, ob Timo nicht einfach ein Einfaltspinsel ist oder eher ein gerissenes Schlitzohr.
    Der Schreibstil und die feine Beobachtungsgabe von Roy Jacobsen haben mir gut gefallen.

    Ich habe den Roman vor einiger Zeit gelesen, hier mal meine kurze Meinung:


    Der Einstieg ist gelungen, die Charaktere sind gut dargestellt.
    Auch mir hat Martin irgendwie am besten gefallen. Die Geistergeschichte hat mir am Anfang gut gefallen -man konnte sich gut vorstellen, wie Elspeth als Geist herumschwirrte.
    Gegen Ende wird die Geistergeschichte leider immer abstruser.




    Eine Kleinigkeit hat mich ebenfalls gestört - und zwar, dass Julia ihre Schwester immer als "Maus" bezeichnet hat



    6/10 Punkten

    In seinem Debütroman erzählt Steve Toltz eine Vater-Sohn-Geschichte - eigentlich kein neues Thema, aber sie so packend geschrieben, dass die fast 800 Seiten wie im Flug gelesen sind, ohne dass Langeweile aufkommt.
    "Eines aber muss ich vorher noch sagen, nur damit es vom Tisch ist: Die Leiche meines Vaters werden sie nie finden."S. 13
    Gleich zu Beginn liest man diesen Satz - Jasper, der im Gefängnis sitzt, erzählt seine Familiengeschichte und die Ereignisse nach, die zu seinem Gefängnisaufenthalt geführt haben.
    Der Roman ist in sieben Teile aufgeteilt, in denen aus verschiedenen Erzählperspektiven erzählt wird.
    Dabei geht es hauptsächlich um die beiden Brüder Martin und Terry Dean, welche es beide zu Berühmtheiten in Australien geschafft haben -wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise.
    Die ersten Abschnitte handeln von deren Kindheit, aus der Perspektive von Jaspers Vater Martin erzählt.
    Dann folgt ein Abschnitt, wo Jasper in Martins Notiz-/Tagebuch liest - hier wechselt der Schreibstil und man erfährt weitere Details aus der Familienvergangenheit.
    Des weiteren wechseln die Protagonisten im Laufe des Romanes die Kontinente.
    Man lernt eine durch und durch chaotische Familie kennen; dabei wird einem vor allem Martin Dean mit seinen verrückten Visionen vor Augen geführt.
    Die Geschichte ist skurril, aberwitzig, tragikomisch und sehr einfallsreich - und manchmal zumindestens schwer vorstellbar.
    Aber wie heißt es an einer Stelle, gleich zu Beginn des Romans:
    "...meine Geschichte ist verdammt gut – und zudem auch noch wahr. Ich weiß nicht, warum, aber darauf scheinen die Leute Wert zu legen. Mich selber hingegen würde es vor Neugier kaum auf dem Stuhl halten, wenn mir einer sagen würde: 'Ich muss dir 'ne tolle Geschichte erzählen, und jedes Wort davon ist glatt gelogen.'"S. 13
    Der Titel "Vatermord und andere Familienvergnügen" hat mich gleich angesprochen.

    Da ist sie ja - die Rezension, auf die ich gewartet habe. :-)
    Vielen Dank, buzzaldrin - hört sich wirklich interessant an und steht schon in meinen Suchaufträgen.


    Liebe Grüße

    Almudena Grandes; Das gefrorene Herz; 2
    Michaela Murgia; Accabadora; 1 Monatshighlight
    Michael Tietz; Rattentanz; abgebrochen
    David Nicholls; Keine weiteren Fragen; 2
    Alberta Vanderbeke; Alberta empfängt einen Liebhaber; 2,5
    Almudena Grandes; Sieben Frauen; 2
    Charles Chadwick; Eine zufällige Begegnung; 4
    Florian Beckerhoff; Frau Ella; 4
    Per Petterson; Ich verfluche den Fluss der Zeit; 1,5
    Marie-Sabine Roger; Das Labyrinth der Wörter; 3,5
    Vincent Overeem; Misfit, 2,5
    Antje Babendererde; Die verborgene Seite des Mondes; 2,5
    Joey Goebel; Vincent; 2
    Helge Timmerberg; In 80 Tagen um die Welt; 3
    Will Gatti; Diebe!; 2
    John Irving; Hotel New Hampshire; 1,5

    Arnon Grünberg - Phantomschmerz


    Es gibt drei wichtige Frauen im Leben des Schriftstellers Robert Mehlmann: eine fürs Sinnliche, eine als Muse und schließlich seine Frau, die Märchenprinzessin, die durchschaut, wie windig ihr Mann ist. Und es gibt Harpo, den Sohn, der beobachtet, wie sein Vater als Schnäppchenjäger durch den Ausverkauf des Lebens rast und nicht weiß, ob das Erzählen hilft und ob Schreiben Erinnerungen vernichtet oder aufbewahrt. Was für ein rasant komisches und doch melancholisches Buch über die Achterbahn der Liebe.


    Ich bin bei TT: :-)


    :spritze

    Helge Timmerberg - In 80 Tagen um die Welt
    Helge Timmerberg ist um die Welt gereist, in achtzig Tagen - und dabei, mit einigen Abweichungen, der Route gefolgt, die wir von Jules Verne kennen. Er erzählt vom Alleinsein in der Stadt der Liebe (Venedig) und von einer unheimlichen Begegnung auf Kreta. In Bombay versöhnt ihn ein Guru mit dem Urknall, und in den Go-go-Bars von Bangkok wird ihm nicht nur Schopenhauer und Hegel nahegebracht, sondern auch eine Rippe gebrochen. Tee im Separee gibt es in Shanghai, wo er mit der schönen Li-Za Yesterday singt. In Tokio findet er die letzten Samurai, die verlorene Unschuld des Reisens in Mexico City, wo aus jeder Mauerritze Musik quillt, drei Tage Paradies, dann folgt er den Piraten in die Bucht von Havanna. Er erzählt vom Kommunismus auf Kuba, einem Treffen mit Castro, einem Nachruf auf Salsa, von Dublin, wo es, was denn sonst?, regnet - und schließlich von Swinging Schöneberg, von Berlin


    Mein TT: :flowers


    :liegestuhl

    Warmherzig und bezaubernd: ein Roman für alle Fans von »Die fabelhafte Welt der Amélie«


    Regel Nr. 1 für Schildkrötenbesitzer: Halte eine Schildkröte niemals für tot. Audrey Flowers vertritt diese optimistische Haltung nicht nur im Blick auf ihre Schildkröte Winnifred. Als Audreys Vater bei einem Unfall schwer verletzt wird, will die junge Frau nicht glauben, dass er tatsächlich sterben könnte. Doch schließlich muss sie nicht nur seinen Tod verarbeiten, sondern auch einige Geheimnisse aufdecken, die er ihr hinterlassen hat. Sie findet heraus, was Toff, den Mann aus Cambridge, mit ihrer Familie verbindet. Und warum Onkel Thoby seit ihrer Kindheit bei ihnen lebt. Außerdem lernt sie einen Experten für Weihnachtsbeleuchtungen kennen, der sich schon bald rührend um sie kümmert. Wie Audrey sieht auch er die Welt als zauberhaften Ort, und das ist sie tatsächlich: Schildkröten lesen Shakespeare. Piloten küssen ihre Copiloten. Und man könnte womöglich ewig leben, sofern man die üblichen Gefahren meidet: rasende Christbäume; fehlerhafte Lichterketten; Klippen, wenn man einsam ist, und Treppen, wenn man müde ist.


    Ein wunderbarer Roman mit einer zauberhaften Heldin und ihrer klugen Schildkröte.
    (amazon)


    Dafür habe ich dieses Buch abgebrochen - irgendwie habe ich keinen Zugang zu dem Roman gefunden, es gab zwar ein paar nette Passagen, aber sonst....


    :wave


    :yikes abgebrochen - da bin ich ja mal gespannt, bei mir liegt das Buch noch auf dem SUB und ich freue mich drauf.


    :wave

    Ich habe es gerade beendet und schreibe nur kurz meine Meinung:
    Die Geschichte war mir zu flach und auch zu unrealisistisch.
    Zudem hat vor allem Klaus sehr genervt.
    Sicher sollte die Sprache der jüngeren Generation jugendlicher klingen wie die von Frau Ella - aber diese wirkte doch sehr gekünstelt, zudem Klaus und die anderen auch nicht mehr so jung waren -um die 30 Jahre.


    4/10 Punkten

    Ich habe das Buch gestern beendet und kann mich den positiven Rezensionen nicht so ganz anschließen.


    Mich störte u.a. das ständige und plakative Wiederholen über Elsies Aussehen.
    Zudem finde ich manches unglaubwürdig (als Beispiel):
    Die Kinder ihres Bruders haben Elsie noch nie gesehen, weil sie so hässlich ist?
    Was ist das für ein Bruder, der das Äußere höher hält als den symphatischen Charakter seiner Schwester.


    Das Thema "Aussenseiter" ist schon interessant, ebenso dass innere Werte mehr zählen als äußeres Erscheinungsbild -aber sicher gibt es Romane, die dies besser umsetzen.


    6/10 Punkten


    Hagazussa :
    Ich kann einfach nicht glauben, dass so kurz nach dem Stromausfall Jugendliche schon mit Pistolen rumrennen und Leute überfallen.
    Vermutlich wird sich doch das Chaos erst entwickeln, sprich: es dauert seine Zeit.


    :wave