Beiträge von Googol

    Ein Sachbuch, das gut zu Freys Strahlend schönen Morgen passt.


    Kurzbeschreibung


    No metropolis has been more loved or more hated. To its official boosters, "Los Angeles brings it all together." To detractors, LA is a sunlit mortuary where "you can rot without feeling it." To Mike Davis, the author of this fiercely elegant and wide-ranging work of social history, Los Angeles is both utopia and dystopia, a place where the last Joshua trees are being plowed under to make room for model communities in the desert, where the rich have hired their own police to fend off street gangs, as well as armed Beirut militias. In "City of Quartz", Davis reconstructs LA's shadow history and dissects its ethereal economy. He tells us who has the power and how they hold on to it. He gives us a city of Dickensian extremes, Pynchonesque conspiracies, and a desperation straight out of Nathaniel West-a city in which we may glimpse our own future, mirrored with terrifying clarity. In this special 15-year anniversary edition, Davis provides a dazzling update on the city's current status.

    Ich hätte prinzipiell nichts gegen Philip Roth als Nobelpreisträger und finde ich auch sein Alterswerk sehr stark. Mit Jelinek, Pinter oder auch LeClezio waren in den letzten Jahren einige Preisträger dabei, mit deren Werk ich überhaupt nichts anfangen kann, andere wie Pamuk, der im übrigen sicherlich keine Eintagsfliege ist, Saramago, Kertesz oder Coetzee fand ich wiederum als sehr verdiente Preisträger.


    Mir ist der Literaturnobelpreis aber zu überladen mit politischer Bedeutung, als dass ich persönlich diesem Preis eine besonders hohe Bedeutung beimessen könnte. Ich freue mich einfach wenn bestimmte Autoren durch den Preis ein paar mehr Bücher verkaufen können und sie möglicherweise auch mehr gelesen werden (das eine hat mit dem anderen bei mit einem populären Preis ausgezeichneten Büchern ja nicht unbedingt etwas zu tun). Vielleicht haben Philips Roths Bücher diese Hilfestellung tatsächlich nicht mehr nötig.


    Senilität? Darunter versteht man wohl etwas anderes.

    Aus dem Grabbeltisch bei der Mayerschen:


    Kurzbeschreibung


    Eine bewegende Geschichte, ein singuläres Buch


    Bassam und sein bester Freund George, den alle nur De Niro nennen, ziehen durch das Bürgerkriegs-Beirut der achtziger Jahre. In ihrer Kindheit sammelten sie gemeinsam Kugeln und Granathülsen in den Ruinen, um sie gegen Zigaretten einzutauschen. Seitdem sind zehntausend Bomben auf Beirut gefallen. Heute sind sie Teenager und haben Eltern und Geschwister, Nachbarn und Freunde verloren. Sie sind Überlebenskünstler, die ihren Anteil am Glück fordern. Sie ergaunern sich Geld, sie verlieben sich, sie fangen an zu leben. Aber während Bassam davon träumt, nach Rom zu gehen, wo »sogar die Tauben glücklich und gut genährt wirken«, schließt De Niro sich einer christlichen Miliz an, um zu kämpfen. Bassam weigert sich, und eins ist klar: Er muss fliehen. Aber auf dem Weg zum Schiff in die Freiheit fängt De Niro ihn ab …


    Über den Autor


    Rawi Hage, 1964 geboren, aufgewachsen in Beirut und auf Zypern, erlebte den libanesischen Bürgerkrieg am eigenen Leib. 1982 ging er nach New York, wo er Fotografie studierte. Seit 1991 lebt er als freischaffender Künstler und Autor in Montreal. Für Als ob es kein Morgen gäbe wurde er 2008 mit dem höchstdotierten Literaturpreis der Welt, dem IMPAC-Award, ausgezeichnet. Im Herbst 2008 erschien in Kanada sein zweiter Roman, Cockroach .

    Hier noch ein kurzer Roman bzw. Novelle von Ted Chiang, bisher nur auf Englisch. Auch dieser Text wurde parallel im Internet veröffentlicht.


    Für den Hugo Award nominiert (Preisverleihung ist dieses Wochenende).


    Amazon-Produktbeschreibung:


    What's the best way to create artificial intelligence? In 1950, Alan Turing wrote, 'Many people think that a very abstract activity, like the playing of chess, would be best. It can also be maintained that it is best to provide the machine with the best sense organs that money can buy, and then teach it to understand and speak English. This process could follow the normal teaching of a child. Things would be pointed out and named, etc. Again I do not know what the right answer is, but I think both approaches should be tried.'


    The first approach has been tried many times in both science fiction and reality. In this new novella, at over 30,000 words, his longest work to date, Ted Chiang offers a detailed imagining of how the second approach might work within the contemporary landscape of startup companies, massively-multiplayer online gaming, and open-source software. It's a story of two people and the artificial intelligences they helped create, following them for more than a decade as they deal with the upgrades and obsolescence that are inevitable in the world of software. At the same time, it's an examination of the difference between processing power and intelligence, and of what it means to have a real relationship with an artificial entity.

    Vor Ewigkeiten gelesen.


    Wiki: "Software introduces Cobb Anderson as a retired computer scientist who was once tried for treason for figuring out how to give robots artificial intelligence and free will, creating the race of boppers. By 2020, they have created a complex society on the Moon, where the boppers developed because they depend on super-cooled superconducting circuits."


    Auf Deutsch sollte der Roman noch antiquarisch erhältlich sein, im Original gibt es den Roman und seine Fortsetzungen kostenlos auf der Webseite des Autoren: The Ware Tetralogy.

    China in der nahen Zukunft. 2013. Der chinesische Staatskapitalismus war am besten dazu geeignet, auf die Finanzkrise der ausklingenden Nullerjahre zu reagieren. Nun dominiert man die Weltwirtschaft und exportiert das chinesische Lebensgefühl auch ins Ausland. Starbucks wurde von dem taiwanischen Unternehmen Want-Want aufgekauft und statt Cafe Latte oder Americano trinkt man jetzt auf der ganzen Welt Longjingtee-Latte. Es ist Chinas goldenes Zeitalter.


    Alle Chinesen sind glücklich, auch Chen, der Held des Romans. Früher war er einmal Intellektueller und wollte einen Roman schreiben, später schrieb er Selbsthilfebücher, machte sein Vermögen aber in Immobilien. Heute ist sein einziges Problem über das er bei seinem täglichen Spaziergang zu Want-Want Starbucks nachsinnt, dass er einfach zu glücklich ist, um seinen Roman zu schreiben.


    Die heile Welt gerät ins Wanken, als ihn ein alter Bekannter auf der Straße anspricht. Ein ganzer Monat würde fehlen, versucht dieser im zu erklären. Und tatsächlich, ein ganzer Monat unmittelbar vor dem wirtschaftlichen Umbruch fehlt im kollektiven Gedächtnis der Chinesen, nur einige wenige können sich erinnern. Eine solche Idee als allegorischer Aufhänger eines Romans erinnert etwas an Jose Saramago (z.B. Stadt der Blinden oder Eine Zeit ohne Tod) und funktioniert auch hier sehr gut. Der Plot des Mittelteils des Romans erinnert an frühe Philip K. Dick-Romane.


    Der Mann auf der Straße ist nicht der einzige Gegenpol zu dem zunächst unkritischen Protagonisten und Ich-Erzähler des ersten Abschnitts (eine gut gewählte Perspektive, wie ich finde). Da ist auch Xiaoxi, die Chen noch von früher kennt. Sie erinnert sich zwar nicht an den fehlenden Monat, macht aber kritische Kommentare in Internet-Foren (eine Art politisch motivierter Internet-Troll) und muss permanent ihre e-mail Adresse ändern. Ausgerechnet ihr Sohn steht am Beginn einer Parteikarriere. Chen war heimlich in Xiaoxi verliebt und versucht nun wieder mit ihr Kontakt aufzunehmen. Aus libido-gesteuerten Gründen, nicht aus politischen. Ich fand es sehr spannend, wie unfreiwillig Chen aus der Bahn geworfen und ins Zentrum des Widerstands gerät.


    Stilistisch hat der Roman einige Brüche. Er fängt als Ich-Erzählung aus der Sicht von Chen an, dann werden immer wieder Abschnitte aus der Ich-Perspektive der Nebenfiguren eingebettet (funktioniert auch sehr gut, z.B. die Erzählung aus der Sicht des linientreuen Sohnes von Xiaoxi). Im Mittelteil wird dann in der dritten Person erzählt und im letzten Drittel kommt ein kommentierender Ton hinzu. Der Roman verliert etwas das Erzählerische, und wird immer mehr zum China-kritischen Thesenroman. Es wird der Bogen zu den Ereignissen von 1989, dem Tian’anmen-Massaker, geschlagen, und die politischen Ereignisse aus dem fehlenden Monat aus diesem Roman werden im Detail erklärt. Für mich als wirtschaftspolitischen Laien hörte sich die fiktionale Entwicklung der Weltwirtschaft durchaus glaubwürdig an. Das kann man literarisch vielleicht kritisieren, aber der Roman machte als Gesamtkonzept trotzdem einen runden Eindruck.


    Der Roman ist 2009 in Hongkong und Taiwan erschienen. In China hat das Buch keinen Verleger gefunden, wurde im Internet aber als Kopie verteilt (der Autor hat es selbst in den Umlauf gebracht) und hat so einen gewissen Underground-Kultstatus erlangt. Auch wenn das Buch in China de facto einem Bann unterliegt, hat der Autor offenbar bisher nicht dieselben Erfahrungen machen müssen wie andere kritische Intellektuelle wie Ai Weiwei oder Liu Xiaobo, trotzdem möchte ich diesen Roman zur ergänzenden Beschäftigung mit diesem aktuellen Thema unbedingt empfehlen.


    Sehr starker und wichtiger Roman.

    Und jetzt ist dieses hier dran:


    Kurzbeschreibung


    Der große Roman über China und seine neue Rolle in der Welt Der Staatskapitalismus hat gesiegt, der Gigant des Ostens ist die Weltmacht Nummer eins, Starbucks heißt jetzt Wang Wang - doch ein Mann und eine Frau wollen den Preis für den neuen Wohlstand nicht akzeptieren. Während der Westen unter einer erneuten Wirtschaftskrise leidet, floriert der Kapitalismus chinesischer Prägung. Wie scheinbar alle Bewohner des Landes genießt auch Chen, ein erfolgreicher Schriftsteller, den Wohlstand und die Harmonie - bis er auf Xiao Xi trifft, eine Frau, in die er vor vielen Jahren verliebt war. Sie ist verbittert, wittert überall Gefahr und spricht in Andeutungen über eine Verschwörung. Ein ganzer Monat, so heißt es, sei einfach aus allen Aufzeichnungen gestrichen worden - niemand erinnere sich mehr an ihn. Chen hat keine Ahnung, wovon Xiao Xi spricht, doch als sie plötzlich untertaucht, folgt er ihr zu einer Gruppe von Dissidenten und wird gegen seinen Willen in den Widerstand gegen die Regierung verwickelt. Als die Verschwörer einen hohen Parteifunktionär entführen, offenbart sich das Geheimnis des plötzlichen Wohlstands - und des verschwundenen Monats.


    Über den Autor


    Chan Koonchung wurde 1952 in Shanghai geboren und wuchs in Hongkong auf. Er war Chefredakteur und Verleger des monatlich erscheinenden Magazins City, er hat zahlreiche Filme produziert und Bücher veröffentlicht. Außerdem war er an Finanzierung und Management mehrerer Medienunternehmen beteiligt. Er ist Gründer der Umweltschutzgruppe Green Power in Hongkong und der Bio-Produktionsfirma Produce Green sowie Vorstandsmitglied bei Greenpeace International. Im Jahr 2000 zog Chan Koonchung nach Peking, um für Die fetten Jahre zu recherchieren, seitdem konzentriert er sich ganz auf das Schreiben. Er ist einer der ganz wenigen intimen Kenner Chinas, die fließend Englisch sprechen und dennoch auf dem Festland leben, also nicht ausgewandert sind.

    "Everyone who is reading this book is just one click away from Google."
    (William Gibson)


    William Gibson ist ein Phänomen. In den 80ern debütierte er als schon nicht mehr ganz junger Autor mit NEUROMANCER etablierte den Begriff "Cyberspace" und führte die Cyberpunk-Bewegung an und mischte damit gehörig das Science Fiction-Genre auf. Heute, vielleicht ein Dutzend Romane später schreibt er Gegenwartsromane wie SYSTEMNEUSTART. Und dabei hat er sich weder stilistisch noch inhaltlich so sehr verändert. Es ist eher die Welt, die sich seinen Fiktionen angenähert hat.


    Worum geht es nun bei SYSTEMNEUSTART (Originaltitel: ZERO HISTORY)?


    Es gibt zwei Protagonisten. Da ist einmal Hollis Henry, eine ehemalige Rockmusikerin und Journalistin, die in einem edlen Londoner Club-Hotel lebt und für einen exzentrischen Multimillionär namens Bigend arbeitet. Was genau ist erst einmal nicht klar, dann scheint es immer mehr um Industriespionage, speziell um Mode, Modetrends, Militärkleidung und geheime Modelabels zu gehen. Und dann ist da noch Milgrim, ein ehemaliger Drogenabhängiger, der nach einem längeren Aufenthalt in einem Baseler Krankenhaus (von Bigend finanziert) ebenfalls für Bigend zusammen mit Hollis an demselben Projekt arbeitet.


    Das sind erst einmal äußerst interessante Charaktere mit sehr individuellen Eigenschaften, die sich hier zum Teil zum ersten Mal finden oder wieder aufeinander treffen, denn SYSTEMNEUSTART ist der dritte Teil einer losen Trilogie (die anderen Teile heißen auf deutsch MUSTERERKENNUNG und QUELLCODE). Bigend und seine Firma "Blue Ant" tauchen in allen drei Romanen auf. Hollis Henry und Milgrim wurden in QUELLCODE eingeführt, ihre Wege haben sich - wenn ich mich richtig erinnere - aber nicht gekreuzt. Hollis Henry arbeitete in diesem Roman ebenfalls schon für Bigend: sie sollte für ihn ein Technologiemagazin herausbringen (ähnlich dem Magazin WIRED), das sich mit Locative Art (eine Art Kunst im virtuellen Raum, die mit realen Lokationen verbunden werden) beschäftigt. Ich glaube, das man QUELLCODE trotzdem gut lesen kann, ohne die Vorgänger zu kennen.


    Technologien kommen also schon vor in diesen Roman (insofern sind sie streng dem Namen nach "Science Fiction"), aber es handelt sich ausschließlich um real existierende Technologien. Tatsächlich wird einem die eine oder andere Idee faszinieren, vieles wird einem auch bekannt vorkommen, denn es wird getwittert, gegoogelt und mit Apple-Produkten herumgespielt was das Zeug hält. In diesem Zusammenhang ist Milgrim eine sehr interessante Figur, denn er hat durch seine Drogensucht etwa zehn Jahre Technologie verpasst, die er jetzt offenbar aufholen will.


    Es geht aber eigentlich viel mehr um Trends und Informationen, dem eigentlichen Cyberspace. Da ähnelt Gibson manchmal etwas an Don DeLillo. Das ist modern, aber wenig greifbar. Um diese Themen dem Leser näher zu bringen wählt Gibson hier wieder einmal die Form eines Kriminalromans oder Thrillers, aber das ist nur ein Gerüst, das Gibson nicht richtig füllen kann und offenbar auch nicht will (also Vorsicht vor dem Begriff "Wirtschafts-Thriller" auf dem Umschlag). Ein Spannungsroman mit sehr wenig tatsächlicher Spannung. Man ist von den Einzelteilen (den Beschreibungen, den Ideen, der ultimativen Modernität) fasziniert, aber wie in allen früheren Romanen, und ich habe wirklich alle gelesen, funktioniert der Roman in der Gesamtheit für mich schon wieder nicht. Nach etwa 200 Seiten wurde es etwas langweilig und man beginnt unaufmerksamer zu lesen, und das ist bei Gibson fatal, denn es sind ja gerade die Details, die diesen Roman ausmachen.

    Ich würde wohl auch nicht weiterlesen. Vielleicht noch ein oder zwei weitere Absätze, um den Eindruck zu bestätigen, aber nicht mehr.


    Das scheint mir ein Versuch zu sein, eine in die Geschichte einführende Tötungsszene extrem verlangsamt darzustellen. Das kann man ja prinzipiell schon einmal machen. Der Begriff "Infodumping" trifft das Problem für mich nicht, denn nach meiner Interpretation geht es bei Infodumping darum, für die Geschichte relevante Information (wer ist mit wem verwandt? was macht jemand beruflich?) in einen Text zu verstreuen, ohne dass sie in die Szene passen (das berühmte "Show don't tell"). Das ist hier nicht so, denn Gewicht und Lauflänge des Gewehrs sind sehr wahrscheinlich vollkommen unerheblich für die weitere Handlung, sondern sollen hier durch die Detailgenauigkeit den Zeitlupen-Effekt verstärken.


    Das liest sich dann leider nicht so gut. Das könnte an der Erzählperspektive liegen, mal wird aus seiner Sicht erzählt, dann aus ihrer und da beide die genauen Details über das Gewehr nicht wissen werden, lässt das wiederum auf einen allwissenden Erzähler schließen. Auch das kann man machen, gibt dem ganzen aber keine richtige Struktur.


    Das wirkt tatsächlich etwas zu effekthascherisch, vor allem ist es als Effekt aber zu unoriginell, als dass es einen Leser wirklich packen würde. Das Bild der einfrierenden Uhr ist ein zu verbrauchtes Bild für eine solche Szene.


    Nur so als Idee, was wäre wenn man diesen Einstieg auf nur einen Satz reduzieren würde, wie z.B. auf den letzten:


    "Sein fast schulterlanges, störrig gewachsenes Haar und auch seine unsäglich verhärteten Gesichtszüge spielen für sie keine Rolle mehr, als die Patrone die 600 mm Lauflänge des Gewehrs überwunden hat und sie direkt ins Herz trifft. "


    Immer noch nicht perfekt, aber da wäre für mich schon genug Überraschungs- und Verwirrungseffekt für den Einstieg drin.

    Dieses hier könnte passen, gibt es aber anscheinend noch nicht in deutscher Übersetzung:


    Draws on the achievements of scientists, engineers, and mediums to consider the feasibility of life after death, from a reincarnation researcher's experimentation with out-of-body experiences to laboratory investigations into ghosts.

    Was mir bei der Argumentationslinie immer wieder fehlt, ist ein Konzept wer oder was statt den herkömmlichen Verlagen einem Buch eine Art Prüfsiegel mitgeben kann. Als Leser ist es mir ja durchaus recht, dass es mit dem Verlag einen "Gatekeeper" gibt, auch wenn sich der Begriff noch so böse anhört. Und natürlich ist nicht jedes Lektorat oder jeder Verlag eine Garantie für Qualität, aber auch da hat der Leser einen Anhaltspunkt, welchen Verlagen man traut und welchen nicht.

    Und die Memoiren von Rudy Rucker, Science Fiction Autor (u.a. mit dem Philip K. Dick Award ausgzeichnet) und Informatik-Professor. Der teureren signierten Ausgabe lag eine CD-ROM mit Arbeitsnotizen zu dreizehn seiner Bücher aus den letzten 20 Jahren bei. Edles Hardcover, mit Fotos.


    Kurzbeschreibung


    The autobiography of Rudy Rucker begins in Louisville, Kentucky, with a young boy growing up with a desire to be a beatnik writer, a businessman father who becomes a clergyman, and a mother descended from the philosopher, Hegel. It continues through his college years, his romance with his wife, graduate school, rock music, and his college teaching jobs as a math professor. All the while Rudy is reading science fiction, beat poetry, and beginning to write some pretty strange fiction, a blend of Philip K. Dick and hard SF that qualifies him as part of the original circle of writers in the early 1980s, including Bruce Sterling, William Gibson, John Shirley, and Lew Shiner, who founded cyberpunk. He becomes known for his wild-man behavior, in the beatnik tradition.


    Later, Rucker renames his fiction Transrealism (and now there is at least one academic book on the subject). In the mid-1980s he switches from math to computers, just in time for the computer revolution. By then he is living in Silicon Valley and teaching in Santa Cruz. As the '90s go by and his life evens out, he keeps writing and producing a unique and wildly imaginitive body of work in SF, usually math-based hard SF. And he's still doing that today. This book is sweet and gentle and honest, and intellectually fierce.

    Kurzbeschreibung


    An ages-old family secret breaches the boundaries between reality and magic in this fresh retelling of a classic fairy tale. When Berkeley student Will Taylor is introduced to the mysterious Feierabend sisters, he quickly falls for enigmatic Livvy, a chemistry major and accomplished chef. But Livvy's family - vivacious actress Maddie, family historian Rose, and their mother, absent-minded Sylvia - are behaving strangely. The Feierabend women seem to believe that luck is their handmaiden, even though happiness does not necessarily follow. It is soon discovered that generations previous, the Feierabends made a contract with a powerful, otherworldly force, and it is up to Will and his best friend to unravel the riddle of this supernatural bargain in order to save Livvy from her predestined fate.

    Da mich sein Beitrag beim diesjährigen Bachmannpreis-Wettlesen überzeugt hat:


    Kurzbeschreibung


    Beas Spuren finden sich in allen Bezirken Londons: Statements, leuchtende Sonnen, Pandas und Astronauten. Sie ist die bedeutendste Künstlerin Europas. Daran glaubt mit Eric und Helen auch die Avantgarde des East End. Doch Bea ist verschwunden. Eric, der eine zerrissene Existenz zwischen südhessischen Videoclips und neuen britischen Frisuren lebt, begibt sich auf eine Suche in London, Osteuropa und der Schweiz... Leif Randts Debüt öffnet eine vielfarbige Welt zwischen Gegenwart und Trash-Fiktion; gestochen scharf und betörend schön.

    Kurzbeschreibung


    »Gibson lesen, heißt unsere Gegenwart als bereits eingetretene Zukunft zu begreifen.« New York Times
    Ein abgetakelter Rockstar, ein undurchschaubarer Geschäftsmann und ein unsichtbares Modelabel: Sie alle sind verstrickt in ein unentwirrbares Geflecht gegenseitiger Verdächtigungen und Intrigen. Wieder einmal gelingt Gibsonein furioser Wirtschafts-Thriller. In einer Welt, inder Gut und Böse nicht zu unterscheiden sind.


    Klappentext


    Hollis Henry bekommt einen neuen Auftrag. Gemeinsam mit einem Junkie soll sie ein Underground-Label ausspionieren. Es geht um vielmehr als einzigartig geschnittene Hosen im Militarylook: Für eine Ausschreibung der amerikanischen Armee soll ein Konkurrent ausgeschaltet werden. Am besten ist es, niemandem zu trauen, vor allem nicht seinem eigenen Auftraggeber. Es gibt wohl kaum einen Autor in unserer globalisierten Welt, der Verschwörungstheorien so spannend erzählt wie William Gibson. Mit»Systemneustart« setzt er einen furiosen Schlusspunkt unter die beiden Vorgängerromane »Mustererkennung« und »Quellcode«.

    Zitat

    Original von rienchen


    :gruebel


    Mir ging es bei meinem Kommentar hauptsächlich um den Vergleich "Film mit unsympathischen Schauspieler" vs. "Buch von einem unsympathischen Autoren" (was für mich so viel ist wie in einem Film einen mir unsympathischen Menschen anzuschauen vs. mich durch das Gehirn eines mir unsympathischen Menschen zu graben, letzteres, den Roman finde ich daher viel persönlicher und direkter). Ich sage ja auch, dass ich wegen reiner Nicht-Sympathie kein Buch boykottieren würde. Ein Autor müsste schon ziemlich abstoßende Meinungen vertreten (Holocaust-Leugner oder dergleichen). Ich habe schon einige Romane von Autoren gerne gelesen, deren Auftreten bei Lesungen oder bei Online-Diskussion mir jetzt nicht so zusagten.


    Bei dem Fall mit den drei Buchstaben, auf den ich hier anspielte, ging es mir ja gerade nicht um den Sympathie-Faktor, sondern darum, dass Forenbeiträge für mich schon ein Indikator dafür sein können, ob ich erwarte, dass ein Autor überhaupt schreiben (einen kohärenten Gedanken in Sprache umsetzen) kann und das habe ich für mich in diesem Fall eben verneint. Das ist kein Boykott, sondern qualitätsorientierte Selektion.

    Zitat

    Original von LeSeebär
    Ich finde es viel wichtiger, daß mir bei einem Film der Schauspieler sympathisch ist als bei einem Buch der Autor. Und zwar deshalb, weil ich während des Films nicht die Möglichkeit habe, den Schauspieler auszublenden, während ich beim Lesen eines Romans durchaus recht gut ausblenden kann, wer ihn geschrieben hat.


    Finde ich zwar nachvollziehbar, sehe ich aber umgekehrt. Ein Film ist eine Gemeinschaftsproduktion vieler beteiligter Menschen, d.h. für mich dass ein Schauspieler, selbst wenn er den Helden der Geschichte verkörpert, nicht den ganzen Film ausmacht, während ein Buch gewöhnlich das Produkt eines einzigen kreativen Geistes ist (ich weiß, es gibt noch Lektoren etc., deren Einfluss empfinde ich in diesem Zusammenhang aber als Minimal). So kann ich mir z.B. vorstellen Der Biber mit Mel Gibson auf DVD anzuschauen (scheine ihn im Kino verpasst zu haben), aber wenn Mel Gibson ein Autor wäre, dann hätte ich bei seinen Ausfällen und fragwürdigen Aussagen schon ein Problem damit mich auf ein Buch von ihm einzulassen.


    Die Macken des Autoren müssen aber schon gravierend sein, damit sie bei meiner Buchauswahl relevant sind, reine Unsympathie reicht da nicht aus.


    Was einen aktuellen Fall bei den Büchereule angeht, ja, die Eule ist mir unsympathisch und ich würde auch kein Buch von ihm lesen, aber hauptsächlich weil ich seine Beiträge wirr und trotzdem unoriginell finde, und ich aufgrund seines Online-Auftretens mir einfach nicht vorstellen kann, dass er einen halbwegs lesbaren Roman schreiben kann.

    Ein episodischer Roman über einen 12-jährigen Jungen aus der thailändischen Oberschicht, der, von seinen Eltern verlassen, zwischen seiner westlich geprägten Erziehung und seiner östlichen Umgebung hin- und hergerissen aufwächst. Sehr exotisch, sehr witzig.


    Vor etwa 15 Jahren gelesen. Hat mir sehr gefallen.