Beiträge von Googol

    Ich habe heute Abend mit Squid Game angefangen. Teilweise überrascht mich die Story schon. Vor allem ist wesentlich mehr Story außerhalb der Spiele als ich erwartet habe. Die viele Nebenhandlung macht es sozialkritischer, allerdings auch etwas weniger spannend finde ich.

    Das ändert sich :)


    Ich war bei der ersten Folge auch überrascht. Der Großteil der ersten Folge wirkt wie etwas, das man vielleicht bei einem Filmfestival sieht: sozialkritisch, etwas fremd, weil einem die koreanische Umgebung nicht so vertraut ist. Nicht ansatzweise wie etwas, das eher in Richtung Genre geht... Die Nebenhandlung wird immer weniger.

    Schauspielerisch fand ich Squid Game mit solchen Darstellern wie Lee Jung-jae auch sehr stark. Ich denke die Kritik hat mehr mit den manchmal überzeichneten Figuren zu tun, vor allem die schauspielerischen Leistungen der VIPs werden ja oft kritisiert. Aber das sind nun einmal Karikaturen.


    Trotzdem ist die Serie mit der harten Thematik natürlich Geschmacksache.

    Zu Halloween habe ich mir die erste Folge von Spuk in Hill House angesehen. Sehr frei, extrem frei basierend auf den Roman von Shirley Jackson, den ich vor vielleicht 20 Jahren gelesen habe. Wenn ich es es richtig sehe, handelt es sich um eine Art Neuinterpation/quasi Fortsetzung, vielleicht zwanzig Jahre später erfahren wir was aus den Figuren geworden ist, originalen und dazu erfundenen. Steven die Hauptfigur hat einen Roman mit dem TItel geschrieben, trotz der Umstände (den ungewöhnlichen Ereignissen in einem verspukten Haus und dem Selbstmord der anscheinend verrückt gewordenen Mutter geht es wieder los.


    Klassischer Grusel. Macht einen guten Eindruck.


    Außerdem Squid Game zuende gesehen. Die extreme Popularität dieser Serie und die befremdlichen Nachspielaktionen unter Jugendlichen kann man der Serie nicht vorwerfen. Sehr gute, und clever gemachte Serie. Mehr als nur ein Stephen King oder Robert Sheckley-Abklatsch. Wirklich sehr starke Story. Nur gruselt es mich vor einer zweiter Staffel.

    Auch hier ist kein Buch dabei, das mich interessiert.


    Eggers habe ich früher mal gerne gelesen, aber ich glaube ich weiß alles über Every, ohne es gelesen zu haben. Zu vorhersehbar und unoriginell ist er in der Ausarbeitung seiner Themen geworden. Ich fand sehr treffend, zumindest auf seine letzten Bücher, die ich gelesen habe bezogen, als die Runde die Abwesenheit von Psychologie in seiner FIgurenbeschreibung herausstellte.


    Salzman reizt mich überhaupt nicht. EInen früheren Roman von ihr habe ich abgebrochen.


    Franzen: nach Korrekturen hatte ich kein größeres Bedürfnis einen weiteren Roman von ihm zu lesen, aber wenn, dann würde ich eher zu "Freiheit" greifen als zu diesem. Ich glaube nicht, dass ich einen ähnlichen Sog empfinden würde, der mich durch die 900 Seiten ziehen würde.


    Balzac: hört sich so an, als ob man schon Balzac-Liebhaber sein müsste, um diesen Text genießen zu können. Die kleine Rassismus-Debatte (kann man sowas ohne einordnenden Kommentar des Herausgebers so veröffentlichen?) verlief irgendwie im nichts. Zwei sagten ja, zwei sagten nein.


    Generell wurde sehr schnell durch die Bücher gehetzt, oft redeten sie gleichzeitig. Der Sendung würde es vielleicht gut tun, wenn man ein Buch weniger besprechen würde.


    Überraschende Harmonie zwischen Tingler und Zeh, hatte da mehr Konfliktpotential gesehen, nachdem ja Tingler im Literaturclub immer sehr negativ über Zehs Werk und ihrer Person geredet hat. Schön, dass die sich wieder lieb haben.

    Überrascht dich das, weil es ein "großer Name" ist oder weil du das Buch für preiswürdig hältst?



    Das sind genau die zwei Bücher, die ich auch auf jeden Fall lesen will. (Es kann sich dann nur noch um Jahre handeln, bis ich es auch tue :lache)


    Sorry für die späte Antwort.


    Ich habe den Roman noch nicht gelesen, aber frühere Bücher von Ishiguro. Wenn man sich auf BookTube so die verschiedenen Longlist und Shortlist Prognosvideos zu den verschiedenen Preisen anschaut (Booker, Women's Prize) dann ist die Trefferquote schon teilweise sehr hoch. Nicht selten werden fünf von sechs nominierte korrekt vorhergesehen. Ishiguros Roman fiel nun einmal voll ins Schema.

    Ich habe mir die erste Folge von Squid Game auf Netflix angeschaut. Eine koreanische Serie, die international gerade wohl sehr erfolgreich ist. Die ersten 30 Minuten der einstündigen Pilotfilme wirken wie anspruchsvolles, realistisches Sozialdrama, wie man es auch auf einem Filmfestival sehen könnte. Ein spielsüchtiger Mann mit Schulden verbockt den Geburtstag seiner Tochter, von dessen Mutter er seit mehreren Jahren geschieden ist.


    Dann plötzlich wechselt das Genre. Die Serie entwickelt sich in dystopische Science-Fiction. Ein klein wenig Tribute von Panem, aber viel mehr Das Zehnte Opfer von Robert Sheckley oder das darauf basierende Fernsehspiel Das Millionenspiel von Wolgang Menge, nur noch verstörender.


    Sehr stark. Bin gespannt wie sich das weiter entwickelt.

    Außerdem geht Goliath mit der vierten Staffel weiter. Ähnlich surreal wie schon die dritte Staffel angehaucht, hat es Billy von Los Angeles nach San Franciscos Chinatown verschlagen. Dieses Mal scheint es hauptsächlich um die Opioid-Krise in den USA zu gehen.

    Interessante Shortlist.


    Zwei DInge fallen auf: Kazuo Ishiguro hat es nicht von der Longlist auf die Shortlist geschafft. Überraschend.


    Kein einziger britischer Autor (3*USA, Somalia, Sri Lanka und Südafrika). Dafür, dass der Booker Prize der wichtigste britische Literaturpreis ist, ist das mal eine Ansage...

    Und eine Nicht-Empfehlung.


    Wir Kinder vom Bahnhof Zoo. Neuverfilmung des Buches als Serie auf Amazon Prime. Die Serie hatte einen gewissen Sog, der mich mitgerissen hat, und die schauspielerischen Leistung der jungen Darsteller teilweise brutal gut (vor allem Lena Urzendowsky, weniger gut Jana McKinnon als Christiane F.), es haben mich aber einige Dinge extrem gestört. Eine Überästhetisierung des Drogenthemas - vielleicht auch bewusst als Stilmittel eingesetzt, in den ersten ein oder zwei Folgen bekommt man fast Lust auf Heroin. Obwohl in den späten 70ern spielend ist der Look und der Musik sehr "contemporary" (man will dem jungen Zielpublikum wohl nicht zu viel verstaubte Vergangenheit zeigen).


    Für die Drehbücher sollte man die Arbeitserlaubnis entzogen bekommen. Die Idee die Figur der Babsi (die jüngste Drogentote in Berlin - zur Erinnerung: der Stoff basiert auf realen Figuren und realen Gegebenheiten) neu erzufinden, sie ist nun das Kinder einer reichen Familie, mag ja gerade noch legitim sein, aber wie sich das inbesondere mit der Figur weiterentwickelt ist extrem ärgerlich.


    Ohne auf Details einzugehen oder zu spoilern: das hängt vor allem mit der übertriebenen Symbolik und den phantastischen Elementen zusammen, die überhaupt nicht im Ansatz funktionieren, und nur lächerlich sind. Da wird der DJ der Disco dann zum personalisierten Tod.


    Wer nur dreieinhalb Minuten Zeit für diese Serie hat mag bitte bei YouTube nach "Babsi is Free" suchen. Super Ästhetik, geniale Optik, erzählerischer Komplettschwachsinn.


    Ich habe im Nachklang mir ein Interview mit einer der Drehbuchautoren angeschaut und tatsächlich hatte wirklich jedes Symbol in der Serie seine Berechtigung. Frage z.B. "Wieso galoppiert da ein Pferd durch die Szene", Antwort: "Das sollte da gerade Freiheit symbolisieren". "Wieso würgt die eine Figur die andere Figur, das macht aus der Figurenzeichnung und der Szene heraus doch überhaupt keinen Sinn." - "Ja, wir hatten die Idee allen Figuren eine Superkraft zuzuordnen, ausser denen wo uns gerade keine einfiel, und die Figur die da gewürgt wurde hat die Superkraft unsterblich zu sein und das wollten wir damit darstellen."


    Gefährlich dummer Unsinn. Nicht anschauen.

    Netflix hat gerade irgendwie gerade eine gute Phase.


    Die Professorin (The Chair) mit Sandra Oh. Sehr gut geschrieben, interessanter Beitrag zum Thema Cancel Culture und Wokeness, und David Duchovny mit einem genialen Gastauftritt. Auch wenn wir die Serie sehr gefallen hat, so habe ich sie nicht so weg inhaliert wie Clickbait. Psychothriller im Social Media Zeitalter, interessante Erzählweise (jede Folge aus der perspektive einer anderen Figur. Grundidee: Ehemann und Vater wird entführt, in einem YouTube Video sagt er, dass er Frauen misshandelt und sogar getötet hätte, und die Entführer kündigen seinen Tot an sobald das Video 5 Millionen-Views hat. Klingt erst einmal nicht so originell, ist aber schauspielerisch und filmisch sehr stark umgesetzt und spannend erzählt.

    Ich war vielleicht etwas ungenau in meiner Verwendung des Begriffes Erzählperspektive und hätte eher allgemeiner von Erzählform sprechen sollen. Aber sind personale und zeitliche Perspektive nicht die wesentliche erzählerischen Entscheidungen, die ein Autor trifft?


    Und überhaupt, kann man den Faktor Zeit wirklich komplett aus der Erzählperspektive herausfriemeln? Ist es für eine Erzählperspektive nicht wesentlich aus welcher, auch zeitlichen, Situation heraus erzählt wird? Passiert etwas gerade während des Erzählens? Wird etwas aus der Zukunft der Erzählzeit heraus erzählt? Ist der Erzähler vielleicht alt, die Figur ein Kind etc. etc.

    Präsens vs. Präteritum: beides legitime Erzählperspektiven. Die Vergangenheitsform ist sicherlich die konventionellere Erzählperspektive unabhängig vom Genre. Die Gegenwartsform hat nichts damit zu tun, ob eine Geschichte in der Gegenwart spielt (wenn ich deine Überlegung da richtig verstehe), und ich halte die Form für wesentlich schwieriger, kann aber funktionieren. Beispiel: After Dark von Haruki Murakami.


    Mehrere Ich-Erzähler ist auch eine sehr übliche Erzählform. Beispiel: Gillian Flynn. Verwirrungen gibt es hauptsächlich dann wenn sich die mehreren Ich-Erzähler zu ähnlich anhören. Idealerweise sollte man als Leser an der Erzählstimme erkennnen können wer gerade erzählt (auch ohne Namen der Figur in der Überschrift).

    Schwere Zeiten für Werder-Fans diese Woche.


    Erst wichtige Spieler verloren (Josh Sargent wechselt nach Norwich City, Yuya Osako geht wohl nach Japan, Johannes Eggestein nach Antwerpen) und heute in der ersten Runde im DFB-Pokal gegen Osnabrück ausgeschieden. ;(


    Quo Vadis, Werder?


    Auffällig wie schlecht es aktuell in der Offensive aussieht: Josh Sargent hat halt nochmal Geld eingebracht. Das wäre wohl zu sehr ein Luxus gewesen den zu halten, obwohl er gefühlt die zweite Liga vielleicht kaputt geschossen hätte. Den Abgang von JoJo Eggestein finde ich sehr schade. Für mich der erste große Fehler von Markus Anfang, den vergrault zu haben.


    Und was bleibt? Ein Niklas Füllkrug, der komplett außer Form ist. Hoffentlich fängt der sich wieder oder es gibt Verstärkung, sonst sieht es düster aus.


    Allerdings in der Defensive auch nicht viel besser. Toprak und Friedl sind ja auch noch eigentlich zu gut für die 2. Liga, sahen beim 0:1 aber auch nicht gut aus.

    Was mir an diesen Diskussionen immer wieder auffällt wie schnell man von sehr konkreten Fragestellungen wie die der Bedeutung des männlichen Generikums auf die Berufswahl, also Fragestellungen, die sogar einen wirtschaftlichen Aspekt habe (wie kann die WIrtschaft neue Talentpotentiale erschließen) zu den absurdesten Auswüchsen der Identitätspolitik springt. Wie dem absurden Fußballkommentar.


    Ich habe eben, nur weil es mir gerade in Sinn kam nach "chess" und "racism" gegoogled, weil die Verbindung kann ja unmöglich jemand bei Verstand hergestellt haben. Hätte ich nicht tun sollen. Natürlich ist Schach rassistisch.


    Aber trotz dieser blödsinnigen Auswüchse, gibt es auch Nachdenkenswertes in manchen Diskussionen.