Anne Nørdby: Kalter Strand (2019)
Dieser Thriller ist der erste in einer Reihe um den deutsch-schwedischen
Kommissar Tom Skagen, der bei der Skanpol-Behörde arbeitet, einer fiktiven
Abteilung von Europol in Hamburg.
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Tom Skagen und seine Chefin Jette Vestergaard werden von der Polizei in Ringkøbing
/ Dänemark angefordert, weil dort in der Nähe eine tote junge deutsche Frau am
Strand angeschwemmt wurde. Vor Ort ermitteln sie mit vier dänischen KollegInnen,
von denen der gut aussehende Mads Espersen
ein Verhältnis mit Jette anfängt. Man kommt im Fall der toten Elena zunächst
nicht weiter, auch nicht, ob es Selbstmord oder Mord ist. Während der
Ermittlungen kommt es zu merkwürdigen Geschehnissen in einer nahe gelegenen
Ferienhaussiedlung: Ein Hund verschwindet und wird tot aufgefunden, ein Auto
brennt, ein Ehepaar kommt in seinem Auto scheinbar ohne Grund von der Fahrbahn
ab und ums Leben. Ein merkwürdiger junger Mann wandert durch die Dünen und
sucht nach Artefakten aus dem Zweiten Weltkrieg. Erst spät stellen sich
Zusammenhänge zwischen all den Vorkommnissen heraus.
Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, der von
Tom Skagen, welcher außerdem noch eine posttraumatische Belastungsstörung aus
seinem früheren Leben als Seemann verarbeiten muss und daher nur mit großen Schwierigkeiten
in der Nähe des offenen Wassers und fast gar nicht auf Booten oder Schiffen
sein kann. Die andere Perspektive gehört dem jungen Familienvater Markus
Schneider, der mit seiner Frau und zwei Kindern für zwei Wochen ein
Ferienhäuschen gemietet haben. Der Thriller beginnt mit einem fesselnden Moment:
Markus steht mit einem Anzünder vor einem anderen von einer Familie bewohnten
Ferienhaus, das er mit Benzin begossen hat und nun in Brand setzen soll, denn
diese Aufgabe hat er gestellt bekommen, sonst würde er den Kopf seiner
entführten Frau zugeschickt bekommen. Die Vorgeschichte wird dann als
Rückblende eine Woche vorher beginnend geschildert, bis sich beide Ebenen am
Ende vereinigen.
Mal abgesehen von dem spannenden Anfang kommt die Geschichte nur
langsam ins Rollen und nimmt erst nach der Buchmitte an Fahrt auf. Dann wird
man spannend unterhalten, aber einen Mehrwert, z.B. Hintergründe zum Land oder
irgendein interessantes gesellschaftliches, technologisches oder Umweltthema
gibt es leider nicht. Insofern werde ich weitere, schon vorhandene Bände dieser
Reihe wohl weiterlesen, wenn ich Lust auf Spannung und Norden habe, aber
wirklich gepackt hat mich dieses Buch überhaupt nicht.