Beiträge von Titus Müller

    Hallo Imandra,


    du hast den "Kalligraphen" und die "Priestertochter" gelesen und bist immer noch nicht abgeschreckt? Wow, das freut mich natürlich. :-)


    Und Saltator, es ist schön, dein Gesicht vor Augen zu haben nun nach der Lesung. Toll, daß du da warst!


    Herzlich,


    Titus

    Hallo Saltator,


    danke für die tollen Bilder! Darf ich mir das vom Feuerspucker für mein Weblog "ausleihen"? So einen Moment abzupassen - wow!


    Und vielen Dank, daß ihr da wart. Das hat dem ganzen für mich eine heimelige, angenehme Atmosphäre gegeben, es war mehr "Freunde treffen" als "große Show abgeben". :-)


    Und Emilia, wenn du Brigitte Riebe siehst, grüßt du sie ganz lieb von mir? Wir hatten uns in Leipzig kennengelernt, und nun lese ich ihre "Hüterin der Quelle" und bin begeistert.


    Titus

    Ich gebe zu, das Posten ist eine echte Versuchung. :grin


    Rattentod, da mußt du ja schon vor langer Zeit auf der Site gewesen sein - sie hat eine halbe Ewigkeit kein Facelifting mehr bekommen.


    Anyhow, danke für Geduld, Begrüßung, Nettsein ...


    :wave


    Titus

    Du meine Güte,


    was für ein Willkommen! Ihr seid phantastisch!


    :hop


    Bin aber bestimmt nicht so oft hier wie ihr, bzw. lese oft nur. Ich hoffe, ihr seid dann nicht enttäuscht von mir ...


    Titus

    Adjektiv-Detektiv? Das verstehe ich nicht. :wow


    Du meinst, der tritt auf, wenn ich zuviele Adjektive verwende? Ist ja witzig.


    :bruell Hallo, Adjektiv-Detektiv! Ist das nicht ein windiger, wolkiger, lauer, trägheitsfördernder Apriltag heute? Hehe.


    Titus

    Hallo Angelcurse,


    ein Glück, daß dieses Buch vergriffen ist! Meine Jugendsünde ... :pille:grin


    Toms Website sagt eine Menge guter Dinge zu deiner Frage, finde ich. Ich kann das nur wiederholen. Neulich fragte jemand per Mail ähnlich wie du. Das habe ich ihm geantwortet:


    Der Dreisprung zum Schriftstellerberuf: Lesen. Schreiben. Fragen.

    1. Lesen
    Wenn du aufmerksam Romane liest, lernst du eine Menge. Bei den schlechten, wie man es nicht macht. Du merkst, warum die Spannung nachgelassen hat, welche Figur unglaubwürdig ist, welcher Satz den Sinn verdreht. Bei den guten Romanen hüpft dein Herz: Wie genial hat er oder sie das beschrieben! Du spürst den Kniffen nach, entdeckst neue Wörter, neue Arten zu formulieren. Ich behaupte sogar, du übst dein Gehör für Satzmelodien.

    2. Schreiben
    Autofahren läßt sich nicht durch Theoriestunden lernen. Man muß auf die Straße, muß selber fahren. Und so ist es auch mit dem Schreiben. Wenn du Schriftstellerin werden willst, schreibe, am besten täglich. Musiker üben jeden Tag ihr Instrument, manche vier Stunden, manche fünf. Sportler trainieren jeden Tag. Du willst dich auf den Wortmarathon eines ganzen Romans vorbereiten? Dann trainiere dafür mit Kurzgeschichten, Erzählungen, Szenen, Skizzen. Irgendwann bist du bereit für den großen Lauf. Bevor ich den "Kalligraphen" schrieb, hatte ich wieder und wieder Erzählungen von etwa 20 Seiten verfaßt. Selbst der "Kalligraph" gehörte eigentlich noch zum Training. Ich wollte sehen, ob ich es schaffen kann, einen ganzen Roman zu schreiben. Ich dachte mir damals: Den schreibst du zur Übung, und wenn du ihn tatsächlich zu Ende gebracht hast und also weißt, daß du Romane bewältigen kannst, dann fängst du einen richtigen Roman an. Daß der "Kalligraph", mein Übungsstück, veröffentlicht wurde, war ein unerwartetes Glück.

    3. Fragen
    Jeder redet gern über das, was er tut. Auch Autoren. Scheue dich nicht, sie zu fragen, wenn du an einer konkreten Sache festhängst. Ich habe eine Menge von den Kollegen gelernt. Vieles läßt sich auch aus Autorenratgebern auflesen. In meinem Bücherregal stehen 34 Bücher über das Schreiben, jedes Buch hat mich etwas Neues gelehrt. Ein paar Beispiele:

    - Sol Stein: Pflege und Aufzucht eines Romans – hier habe ich verstanden, wie wichtig die erste Seite eines Romans ist
    - James N. Frey: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt – hier habe ich begriffen, wie wichtig Konflikte für die Geschichte sind
    - Rebecca McClanahan: Schreiben wie gemalt – hier habe ich gelernt, was Erzählgeschwindigkeit ist und wie man sie einsetzt, um den Leser zu fesseln
    - E. A. Rauter: Die neue Schule des Schreibens (vergriffen) – hier habe ich gelernt, nicht das erste Wort zu verwenden, das mir für eine Sache einfällt

    Und so weiter. Lange Zeit war ich Abonnent des amerikanischen "Writer's Digest", Nancy Kress schreibt dort eine lehrreiche Artikelserie für Autoren fiktionaler Literatur. Ich habe sämtliche Newsletter abonniert, die ich im Internet zum Thema Schreiben finden konnte (im deutschsprachigen Raum ist vor allem der "Tempest" zu empfehlen, du kannst ihn unter www.autorenforum.de anfordern). Ich war wißbegierig wie ein Siebenjähriger. Ich habe gefragt: Warum ist das so? Wie geht das?

    Wenn ich mir deine Fragen so ansehe, bist du auf einem guten Weg.


    Ich weiß, Iris wird mich lynchen, weil ich die Autorenratgeber empfehle. Da steht auch viel Unsinn drin. Stephen King nehme ich nicht ab, daß er seine Romane nicht plant; "Kreatives Schreiben" von Jürgen vom Scheidt hätte ich mir komplett sparen können. Aber in den meisten Autorenratgebern gab es ein oder zwei Hinweise, die mir weitergeholfen haben und mitunter sogar echte Aha-Effekte brachten.


    Wurde hier eigentlich schon Andreas Eschbachs Rubrik "Über das Schreiben" erwähnt? Sehr lohnend. Siehe www.andreaseschbach.de.


    Herzlich,


    Titus

    Hallo Rosenstolz, Frosch1, Johanna, Wolke,


    es gibt hier so viele Foren, daß ich dauernd was verpasse ...


    Also, verspätet: Herzlichen Dank für die nette Begrüßung!


    Ich merke schon, hier gibt es eine Menge toller Leute. Ist gemütlich und spannend. :-)


    Titus

    Hallo Tom,


    gut, merke ich mir: Hier darf man vom ursprünglichen Thema abweichen. :-)


    Verstehe ich deinen Hint richtig, und du liest im September in Lindau? Schade, daß unsere Romane zu so unterschiedliche Genres gehören, oder? Sonst könnte man mal eine gemeinsame Lesung bestreiten.


    Andererseits: Habe auch schon mit Klaus N. Frick von Perry Rhodan gelesen, und seine SF-Fans haben das Historische ertragen, wie die meinen die Weltraumstory. Abwechslung ist "in" ...


    Mal sehen, vielleicht ergibt sich etwas. Ich halte die Augen offen.


    Titus


    P.S.: Danke für die Werbung, Wolke! :anbet

    Hallo Tom,


    damit wir keine Rüge wegen Off-Topic-Postens bekommen, fange ich jetzt lieber nicht an, meine CompuServe-Erinnerungen auszupacken. Fest steht: Es war eine tolle Zeit. :-]


    (Weißt du noch, als man plötzlich richtige E-Mail-Adressen mit Namen haben konnte statt 798046.1826@compuserve.com? Und wie man gezögert hat, die Zahl herzugeben, weil man so stolz darauf war, sich für Kenner dadurch als einer der frühen CompuServe-Nutzer auszuweisen? Hehe.)


    Gratuliere zu deinem neuen Buch "Idiotentest"! Ich finde das Cover genial.


    Und Magali: Was passiert denn, wenn ich ...? (Typische Kinderfrage.) :grin


    Titus

    Magali,


    führe mich nicht in Versuchung ... :grin Du weißt ja, Kinder müssen immer die Grenzen testen. Du gehst also in die Luft, wenn ich We... Weltli... :lache


    Verstehe sehr gut, was du meinst.


    Und Tom, danke für die Begrüßung. Ist lustig, oder? Vor zehn Jahren haben wir uns bei CompuServe getummelt, und nun ist das Web bunt geworden, die Smileys hüpfen, man schreibt seine Nachrichten online. Meine Güte. Wie sich das verändert hat! Komme mir mit 27 Jahren schon alt vor. Ist das normal?


    Titus

    Hallo Magali,


    hm, dann habe ich das Buch vielleicht einfach zu ernst genommen? Mit einem Augenzwinkern zu lesen ... Das ist einen Gedanken wert.


    Wahrscheinlich bin ich einfach nicht die anvisierte Zielgruppe. Es kann ja nicht jeder über jeden Witz lachen. Ich suche mir die Klassiker und Nobelliteratur-Werke, die ich schmökern möchte, eben sehr nach meinem eigenen Geschmack aus, und kenne deshalb nur einen Bruchteil von dem, was Dominguez erwähnt. Das hat mir oft das Gefühl gegeben, ausgeschlossen zu sein oder nicht gebildet genug für diese Was-sind-wir-doch-für-intelligente-Leute-Geschichte. ;) Hatte das Gefühl, ihr Zweck sei vor allem, die Leser zu bauchpinseln, die sagen können: Ah, das! Ja, ich weiß genau, wovon er redet.


    Titus

    Also, ich fand es einfach nur schlecht. (Sorry, Tom, jetzt hast du's schon gekauft ... Vielleicht gefällt es dir ja besser?)


    Dauernd dieses Name-Dropping, dieses Brüsten mit den schwierigen Autoren, die man liest - auf jeder Seite schien mir der Verfasser sagen zu wollen, wie gebildet und belesen er ist. Dabei hat er seine Geschichte aus den Augen verloren. Realistisch war es eh nicht, die langen Monologe, die ein Gespräch darstellen sollten, sorry, das kann ich mir nicht vorstellen.


    Mir hat nur das Ende gefallen. Das Meer wird gut beschrieben, der Wind und das "Papierhaus".


    Titus

    Zitat

    Original von Pelican
    Interessant, zum ersten Mal machen mich "negative" Kritiken richtig neugierig...


    Bye
    Pelican :wave


    Hallo Pelican, und natürlich alle anderen,


    das ist ein verbreitetes Phänomen: Selbst Verrisse bringen neue Leser. :grin


    Ich versuche, meine Kritik mal etwas konkreter zu fassen.


    Als ich das erste Drittel von "Kristus" gelesen hatte, dachte ich, Jungejunge, das wird der beste Roman, den du in den letzten Jahren gelesen hast, ein Volltreffer, du wirst ihn dir x-mal bestellen und ihn an alle Freunde verschenken, du wirst ihn wieder und wieder empfehlen und auch selbst oft zur Hand nehmen -- das beste also, was einem beim Lesen passieren kann. Mich hat die Sprache umgehauen (wirklich, die gehört in eine Reihe mit Alfred Döblin, Joseph Roth & Konsorten), mich haben die Details umgehauen. Fabelhaft.


    Etwa bei der Hälfte habe ich gemerkt, das etwas nicht stimmt. Und im letzten Drittel war ich richtig enttäuscht. Da bietet einer höchste Kunst auf, schreibt ein Meisterwerk -- und sagt: nichts. Keine Schönheiten, die einem einen neuen Blick auf das Leben schenken, keine weisen Worte, die Aha-Effekte produzieren, kein Schmunzeln, keine Sehnsucht, kein Weitwinkel auf die Welt; Robert Schneider hatte meine volle Aufmerksamkeit, ich habe ihn als Lehrmeister akzeptiert, es war still im Saal, wir alle warteten auf das, was er zu sagen hatte, und er: zuckte die Achseln.


    Es ist nicht leicht zu beschreiben. Vielleicht hilft es, wenn ich den Roman mit einem Orchester vergleiche, das eine Sinfonie zum Höhepunkt aufbaut, man wartet auf die Melodie, die sich mit Hilfe der im Saal schwebenden Rampe von Klängen hoch hinaufheben wird, um über alles hinwegzuschweben. Aber sie kommt nicht.


    Nun muß nicht jeder Roman ein Aha-Erlebnis bringen, versteht mich nicht falsch. Aber ich möchte ihn am Ende zuklappen und sagen: Das war schön. (Oder traurig. Oder spannend.) Und: Es hat sich gelohnt, und wenn es nur für diesen Satz oder diese Idee oder jenes Bild war.


    Robert Schneiders Roman "Kristus" habe ich zugeklappt und dachte: Schade, das hätte was werden können. Aber irgendwie hatte er nichts zu geben.


    Wißt ihr jetzt, was ich meine?


    Titus

    Liebe Eulen,


    hat jemand von euch "Kristus" von Robert Schneider gelesen? Mich würde interessieren, was euer Eindruck war. Zuerst mal der Klappentext:


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    Die Zeit scheint aus den Fugen im 16. Jahrhundert: Der Erde droht ein Kometeneinschlag, Seuchen wüten, und Luther predigt wider den Papst. In jenen unruhigen Tagen strömen beherzte Menschen hoffnungsfroh in die kleine Stadt Münster, denn dort verwirklichen die Wiedertäufer den Gottesstaat. Ihr prophetischer König ist Jan Beukels aus Leyden. Dies ist die Geschichte des Jan Beukels, der mit acht Jahren seinen Schulmeister mit dem Wunsch empört, »Kristus« werden zu wollen, der sich mit 25 zum König der Wiedertäufer krönen läßt und dessen Leben mit 27 erbärmlich in einem Eisenkäfig am Lamberti-Kirchturm endet. Ganz Kind seiner Zeit, ist Jan maßlos, selbstgerecht, von Visionen gepeinigt, vor allem aber auf der Suche nach Wahrheit und einer Aufgabe. Nach mannigfachen Irrwegen hört er von den Wiedertäufern. Von Stund an weiß er, was seine Bestimmung ist. Mit ihnen will er Münster zu einer Stadt der Frommen, der Gleichheit und der Freiheit machen. Dann aber wird die Stadt belagert, und statt eines Himmlischen Jerusalems wird sie eine Hölle der Lebenden und Jan ihr grausamer Despot.Obwohl sich diese unglaubliche Geschichte einst zugetragen hat, ist sie in ihrer Bizarrheit, Abenteuerlichkeit und Düsternis aus dem Stoff, aus dem Romane sind. In Robert Schneider hat sie ihren Autor gefunden. Seine Wortgewandtheit und sprachliche Musikalität beschwören Zeit und Akteure kongenial herauf.


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    Ich kann Robert Schneider nur bewundern für sein Talent zu fomulieren. Habe in den letzten Jahren keinen Roman gelesen, der so gut geschrieben war: treffend, ungewöhnlich, mit Musik und Rhythmus und wunderbaren Einfällen. Ich wünschte, ich hätte diese Kunstfertigkeit im Umgang mit Sprache. Gerade das Mittelalterliche bringt Robert Schneider wunderbar heraus.


    Und doch war ich unzufrieden, als ich den Roman ausgelesen hatte. Er erschien mir leer. Die Fassade faszinierte mich, aber als ich durch die Haustür eintrat, war das ganze nur eine Filmrequisite wie im Western. Fenster, Saloon-Schild, Dach, und dahinter die Wüste.


    Wie kommt das? Ich kann so schwer sagen, was mir fehlt im Roman.


    Ist es jemandem von euch ähnlich gegangen? Könnt ihr diese Empfindung erklären?


    Lieber Gruß,


    Titus