Beiträge von Waldmeisterin

    Muss hier auch mal was loswerden:
    Ich habe bei meinem GG festgestellt, dass er nur auf gewisse grafische Reize anspringt: So hat er momentan seine schwarz/weiß/rot-Phase. Das heisst konkret, es werden nur Bücher gekauft, deren Cover, die entsprechenden Farben aufweisen und außerdem möglichst wenig anderes. Keine Bilder, möglichst nur Text.
    Das finde ich echt lustig, da ich selbst immer nach dem Klappentext gehe oder nach Empfehlungen und mich nur ganz selten mal vom Design leiten lasse...


    Hier ein Beispiel:

    Vorweg: Ich habe die ersten beiden Bände nicht gelesen. Macht aber nix, da Ellroy -wie immer- eigentlich mehr ein Gemälde der Zeit als der Personen zeichnet. Sympathische Protagonisten findet man hier nicht. Höchstens mal den ein oder anderen menschlichen Zug. Die haben alle Dreck am Stecken, jeder auf seine Art. Jeder verfolgt auch seine eigenen Ziele. Und das sehr beharrlich. Da wird zwar mal hier eine Allianz eingegangen, oder da vordergründig geklüngelt, aber schneller als man lesen kann, dreht sich das Kaleidoskop der Beziehungen weiter: Komplizen werden zu Verrätern, verdeckte Ermittler zu Ausgestossenen, Kriminelle zum Verfechter der Rechte Schwarzer, Rechte zu Roten, Polizisten zum Mörder.


    Handlungsstränge gibt es zwar mehr als genug, und Ellroy versteht es auch mal wieder, alle am Ende perfekt zusammenlaufen zu lassen. Aber keiner davon ist eine Tour de Force. Was es auch teilweise nicht einfach macht, alles auseinanderzuhalten. Aber besser als jedem anderen ist es Ellroy gelungen mir ein Gefühl für die Zeit damals zu vermitteln. Wie es war zwischen Polizei, FBI, Verbrechern, Staatsoberhäuptern, Schwarzen und Roten. Oder vielleicht auch heute noch ist. Wer weiß? Vielleicht handelt Ellroys nächster Roman ja vom Hier und Jetzt...


    Was mir mit am besten gefällt an Ellroys Romanen ist die Realitätsnähe. Klar, ein Buch mit einem Helden und Happy End ist toll. Aber ist das realistisch? Nein. Ellroy sagt/schreibt wie es ist. Da sterben halt auch mal Hauptpersonen mitten im Buch/Leben. Da findet nicht alles ein glückliches Ende. Man weiss eigentlich nie, was noch Realität und was schon Roman ist. Und ob er nicht sogar einen Teil davon selbst erlebt hat. Immerhin hat er "Blut will fließen" einer "Genossin" gewidmet. Und war vor seiner Schriftstellerkarriere drogenabhängig.


    Was die derbe, dreckige Sprache betrifft, denke ich nicht, dass Ellroy uns damit schockieren oder provozieren will. Zumindest nicht nur. "Nigger" war 1968 kein Schimpfwort. Ich denke, er will eher zeigen, wie schockierend und provokativ die weissen Amerikaner sich damals verhielten.

    Enrique, Sohn eines Schriftstellerehepaares, Schulabbrecher, veröffentlichter Romanautor, von Selbstzweifeln geplagt, seit einem Jahr Single, und Margaret, mittleres Kind reicher jüdischer Eltern, Cornell-Absolventin mit künstlerischen Ambitionen, lebensfroh und mit großem Freundeskreis lernen sich über ihren gemeinsamen Freund Bernard kennen, der sie widerstrebend miteinander bekannt macht.


    Obwohl die Zeiträume, die die beiden Handlungsstränge umfassen, zeitlich keine große Spanne umfassen (der eine die paar Wochen vom Kennenlernen bis zum ersten Sex und der andere von dem Zeitpunkt, an dem Margaret beschließt, keine weiteren Therapien und lebensverlängernden Maßnahmen mehr zu ertragen bis sie schließlich ins Koma fällt), hat man das Gefühl, alles über die beiden zu wissen, was man wissen muss. In Rückblenden erfährt man von so allerlei: Wie ihr erstes Date verlief, Enrique Margaret betrogen hat, wie sie ihr zweiten Flitterwochen in Venedig verbracht haben, wie Enriques Vater starb und schließlich wie Margarets letzte Wochen und ihre Verabschiedung von Enrique aussahen.


    Aber nicht die Handlung macht diesen Roman so einzigartig, nein, es ist die Chemie zwischen den beiden, die einfach 'rüberkommt'. Man fühlt sich, als hätte man ihr Leben mitgelebt. Da ich nach der Lektüre des Klappentextes vermute, dass die Geschichte stark autobiografische Züge aufweist, finde ich es umso mutiger von Rafael Yglesias ein so offenes, detailgetreues und nicht zuletzt sprachlich sehr komplexes Bild (s)einer (?) Ehe zu zeichnen.

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    Original von Klusi
    Oh, dann hatte ich anscheinend Tomaten auf den Augen :lache


    Nein, hattest Du nicht! Schau mal, auf der Seite, auf der die einzelnen Bücher-threads gelistet sind. Vorablesen schreibt sinngemäß: "Kam jetzt grad kurzfristig nich rein und wollen wir euch nicht vorenthalten." :zwinker

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    Original von Nala
    Also verlieben ist ein bissl zuviel gesagt, aber sehr sympathisch find ich Ranger und Joe Morelli aus der Stephanie Plum Reihe von Janet Evanovich. Ja, ja immer diese bösen Buben :lache


    LG Nala


    das unterschreib ich glatt :write


    Und dann natürlich Jamie! Muss mich dann mal an Band 7 machen, um noch etwas mehr zu erfahren... :kiss

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    Original von bibliocat
    Mir tat Libby Leid!! Sie hat ihre Ideale verloren und dafür ihr Leben gegeben. Eine tragische Figur!! Schön fand ich, daß Henri und Daisy trotz allem Stress zueinander gefunden haben. :wave


    Libby war die einzige Figur, die für mich "Gestalt annahm" (außer Harry und Daisy), alle anderen blieben irgendwie platt und farblos! Schade, dass sie so enden musste/wollte!


    Edit sagt: Picker war auch noch eine sympathische Figur!


    Termin ist wunderbar, dann lese ich jetzt erst mal eins von den anderen im Februar und dann können wir ja gegen Ende Februar uns wieder in Verbindung setzen und entscheiden, was wir lesen. Im Moment würde ich zwischen Salz auf unserer Haut und Tai Pan schwanken, aber bis Ende Februar ist ja noch lange hin...


    Und wirklich nochmal vielen Dank, alleine hätte ich vermutlich echt abgebrochen!


    Apropos, da fällt mir gerade noch ein: Hast Du das auch so verstanden, dass er jetzt doch der Vater war und das nur deshalb nciht bewiesen wurde, weil Charlie an seiner Stelle Blut gespendet hat?

    Zitat

    Original von bibliocat


    Ohne Deine Unterstützung Waldmeisterin hätte ich das Buch sicher nach den ersten 50 Seiten abgebrochen. Vielen Dank!!! :kiss


    :wave Hihi, musste grade laut lachen: Genau dasselbe wollte ich Dir auch gerade schreiben! :knuddel1


    Das Ende fand ich ja auch mehr als nur unbefriedigend. Entweder kapier ichs einfach nicht oder es ist tatsächlich so doof...


    Wann wollen wir denn das nächste lesen? Und welches? Hoffentlich wird das dann besser (diesem würde ich max. 2-3 Sterne von 10 geben...)!

    Der Wind der Zeit - Kate Saunders - ca. 1995
    Stein und Flöte - Hans Bemmann - ca. 1988
    Julys People - Nadine Gordimer - ca. 1994
    Tai Pan - James Clavell - 1998
    Der Campus - Dietrich Schwanitz - ca. 1997
    Mit aller Macht - Anonymus - ca. 1996
    Lemprière's Wörterbuch - Lawrence Norfolk - 1995
    Salz auf unserer Haut - Benoîte Groult - ca. 2001
    The Hitchhikers Guide To The Galaxy - Douglas Adams - ca. 1995
    The Restaurant At The End Of The Universe - D.A. - ca. 1995
    Life, The Universe And Everything - D.A. - ca. 1995
    So Long, And Thanks For All The Fish - D.A. - ca. 1995


    So, ich hab auch das erste geschafft (mit bibliocats Unterstützung - vielen Dank fürs mitlesen!) und ich muss -leider- sagen, dass es zu Recht so lange gesubbt hat! Hoffentlich wird das nächste besser!

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    Original von bibliocat
    Mich nervt nur unheimlich dieses Wort: Issdochso!!!! Ich nehme an, daß im Englischen dort isn't it steht. Aber das muss man doch nicht übersetzten... :rolleyes


    Bin grad beim Lesen über eine Steigerung gestolpert: "oddanich" (S. 364 mitte) :lache


    Aber so richtig schlimm fand ich auch "unausdenkbar"(S. 378 mitte): Was soll das denn bitte sein? Eine Mischung zwischen unaussprechlich und undenkbar? Auf solche Schnitzer reagiere ich -seit ich bewußter lese- echt allergisch! Bleibt nur die Frage offen, ob der Übersetzer hier ein "unthinkable" einfach falsch übersetzt hat oder ob sogar der Autor selbst da irgendwas hingemurkst hat (wobei mir jetzt grad keine adäquate Rückübersetzung einfallen würde...).


    Hab mir übrigens fest vorgenommen, es heute fertigzulesen! Mal schauen, ob das was wird...

    Zitat

    Original von bibliocat
    Picker als neuen Herausforderer finde ich schon interessant - mal sehen wie es weitergeht.


    Aber irgendwie sind das doch alles immer nur "Gegner" aus den eigenen Reihen, sind doch alle Demokraten, oder? Was mir da ein bisschen fehlt, ist die Gegen-Partei, sprich die Republikaner. Von deren Wahlkampf und dessen Strategien hat man ja noch nicht ein Wort gelesen! Oder hat das ein amtierender Präsident, der sich "nur" wiederwählen lassen will, nicht nötig?

    Zitat

    Original von bibliocat
    Interessant fand ich, daß Henry von Richard als "Kindermädchen" bezeichnet wird. Da seine Jobbeschreibung ja bisher nicht genannt wurde, finde ich diese ganz gut!


    Ja, und auch offiziell "eingestellt" ist er nie geworden, oder? Wird das wohl alles aus Spendengeldern finanziert, oder arbeiten die alle aus Überzeugung an der Sache mit?


    Zitat

    Ich bin gerade beim Time-Interview angekommen - mal sehen, was dort drinsteht! :gruebel


    Ich bin jetzt durch mit Kap. IV + V. Ich finde insgesamt hätte dem Buch etwas mehr Struktur gutgetan, z.B. Prolog, Teil 1: Vorwahlen, Teil 2: Wahl oder so ähnlich. Für Amerikaner, die das immer wieder erleben, ist das wahrscheinlich überflüssig, aber mein Wissen über das amerikanische Wahlsystem ist mehr als lückenhaft... (Das sollte ich wohl als gegebenen Anlass sehen, mich diesbezüglich weiterzubilden :learn)


    Und nach wie vor fehlts mir irgendwie an Spannung, deshalb lags ja wohl auch solange hier. Ich hatte es ja relativ zeitnah zum Kaufdatum damals auch angefangen, aber nicht mehr als die ersten 50 Seiten geschafft... Insofern ist es echt gut, dass ich das jetzt hier mal in Angriff genommen habe, sonst hätte das noch ewig gesubbt... (berechtigterweise?).


    So jetzt mach ich mich mal an Kap. VI und vielleicht noch WIKI über das Wahlsystem...