Erdbeben in Österreich

  • Macht euch also keine Hoffnung, dass demokratische Wahlen was bewegen können in einem Land wie Österreich. Nicht nur die unverbesserlichen Stammwähler der FPÖ sind bildungsfern.

    Ich hoffe, dich misszuverstehen. Was meinst du mit deiner Aussage? Alle ÖsterreicherInnen sind bildungsfern, beherrschen die deutsche Sprache nicht und sind nicht fähig, demokratisch zu denken bzw zu handeln?

    Falls du das meinen solltest, solltest du deine Vorurteile überdenken.

    Kinder lieben zunächst ihre Eltern blind, später fangen sie an, diese zu beurteilen, manchmal verzeihen sie ihnen sogar. Oscar Wilde

  • Hier ein Ausschnitt aus dem aktuellen "Prantls Blick" (Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung). Er bringt´s auf den Punkt - und entlarvt auch den ebenfalls hier von einem Forumsteilnehmer vorgebrachten Vorwurf der möglichen Unrechtmäßigkeit des Videos als das, was er ist: ein durchsichtiger Versuch, von den kriminellen, staats- und demokratiegefährdenden Machenschaften der rechten Brut abzulenken. Meuthen, der deutsche Rechtsnationale und AfD-Grande, hat Ähnliches ja schon gestern versucht.

    Man kann nur hoffen,dass Prantls letzter Satz aus diesem Auszug hier wirklich zutrifft ...


    Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht. Der Satz gilt auch für die Politik. Heinz-Christian Strache, Vizekanzler von Österreich, hat das nicht geglaubt. Er hat geglaubt, er könne sich alles erlauben. Er hat geglaubt, er könne den österreichischen Trump geben; er hat geglaubt, wer, wie er, in der braunen Soße gebadet hat, sei unverwundbar. Strache hat sich getäuscht. Man kann nicht, auch nicht in Österreich, den Saubermann spielen und dann Drecksreden führen, wie es stundenlang auf dem Ibiza-Video zu hören und zu sehen ist. Die Grundmechanismen der Politik funktionieren in Österreich. Es geht in Österreich viel, aber es geht nicht alles. Der Rücktritt von Strache ist eine Chance für das schöne Land im Herzen der EU. Dieser Rücktritt eröffnet die Chance der Rückkehr des Landes zu einer anständigen Politik.

    Notwehr und Nothilfe
    Der Strache-Skandal ist ein FPÖ-Skandal, es ist der Skandal einer Partei des populistischen Extremismus. Strache und der FPÖ-Fraktionschef im Nationalrat, Johann Gudenus, sind die Hauptfiguranten dieses Skandals. Es wird der FPÖ nicht gelingen, die angebliche Unrechtmäßigkeit des Videos zum Skandal zu machen. Die Publikation dieses Videos war demokratische Pflicht. Es ging und geht um die Aufdeckung von galoppierender Skrupellosigkeit und von Kriminalität. Die Publikation des Videos war und ist Notwehr und Nothilfe. Sie ist Notwehr gegen die Vergiftung des Staates durch die FPÖ-Führer; und sie ist Nothilfe für die österreichische Demokratie.

    Der erste Stein aus der Mauer
    Das Strache-Video, der Strache-Rücktritt - das verändert den Europawahlkampf, nicht nur in Österreich. Mit diesem Skandal, mit diesem Rücktritt bricht der erste große Stein aus der Mauer des populistischen Extremismus in Europa. Das Rumpeln und Krachen des stürzenden Steins hören nicht nur die Wählerinnen und Wähler in Österreich, sondern auch die in Deutschland, Frankreich und Italien.
  • Wäre es nicht ein schönes Geschenk, wenn so nach und nach plötzlich ähnliche Videos auftauchen würden von den Rechten in Deutschland, Italien, Frankreich usw.? Weil ein paar Vorausschauende sich dachten, kann man ja vielleicht mal brauchen, damit dann die Augen bei denen aufgehen, die sonst nur große Ohren und Mäuler haben? :)

    Schon der weise Adifuzius sagte: Wer den Teufel zum Weinen bringt wird von Gott besonders geliebt.:chen

  • Ich denke, die Versuche, auf diese Leute irgendwie „zuzugehen“, könnten jetzt allmählich eingestellt werden und einer intensiven, unaufhörlichen, aufmerksamen Beobachtung weichen, ja. Und dabei entsteht dann ganz automatisch früher oder später solches Material. In größeren Mengen.

  • Natürlich werde ich die AfD nicht wählen.

    Ich wähle CDU oder FDP.


    Die AfD ist für mich genauso nicht wählbar wie LINKE oder die GRÜNEN.



    Die Publikation des Videos war und ist Notwehr und Nothilfe

    Das ist nicht richtig. Es gibt allenfalls ein grundgesetzlich geschütztes Widerstandsrecht. Prantl bringt hier mal wieder - aber das kennen wir ja von diesem Menschen -einiges durcheinander. Ob gewollt oder ungewollt lassen wir jetzt mal offen.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)