Veit Etzold - "Blutgott"

  • "Blutgott" war nicht mein erstes Buch von Veit Etzold, deswegen hatte ich mich schon darauf gefreut und wurde nicht enttäuscht.

    Vorneweg - dieser Thriller ist ziemlich hart und brutal und damit nichts für Zartbesaitete. Etzold hat auch in den Vorgängerbänden um Ermittlerin Clara Vidalis schon nicht mit Blut und detaillierten Schilderungen gegeizt und tut dies auch in diesem Band nicht.
    Die Kommissarin hat es dieses Mal mit einem besonders fiesen und brutalen Gegner zu tun, der sich in den Weiten des Internet und auch des Dark Web versteckt und nicht nur selbst gerne zur Klinge greift, sondern auch andere dazu anstiftet. In diesem Fall rekrutiert der Killer namens "Blutgott" Kinder, die noch keine 14 Jahre alt sind und damit strafunmündig sind. Die Morde selbst sind ziemlich brutal und werden vom Autor recht akribisch geschildert. Ebenso die Serientäter, die sich der "Blutgott" und seine Anhänger zum Vorbild nehmen - darunter sind die Namen der bekanntesten Serienkiller aus aller Welt, deren Taten aufgegriffen und beschrieben werden.
    Der Thriller hat mich regelrecht gepackt und ich habe ihn dann innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Die Spannung wird durchweg aufrechterhalten und man kann gar nicht anders als von Kapitel zu Kapitel zu blättern.
    Großes Kino und ein klarer Daumen hoch!


    ASIN/ISBN: 3426524082

  • Das war nichts


    Blutgott, Thriller von Veit Etzold, 464 Seiten, erschienen bei Droemer Knaur
    Der 7. Band der Clara-Vidalis-Reihe.
    Als in ganz Deutschland plötzlich außergewöhnlich grausame Morde, verübt durch Minderjährige geschehen, schrillen beim LKA in Berlin die Alarmglocken. Die Täter sind schnell gefasst, können aber für ihre Taten nach dem Gesetz nicht bestraft werden. Clara Vidalis und ihr Team stoßen im Dark Web auf einen Mann der sich selbst zum Blutgott erhoben hat. Er fordert Jugendliche zu Gruppenmorden, sogenannten „Slash-Mobs“ auf. Die Ermittlereinheit versucht mit allen Mitteln dem Geschehen ein Ende zu machen.
    Der Thriller teilt sich in 3. Bücher auf die jeweils in ca. 20 Kapitel, in idealer Leselänge, gegliedert sind. Zu Beginn eines jeden Buches Steht in kursiver Schrift ein Liedtext, passend zum nachfolgenden Inhalt. Am Ende einiger Kapitel ist das Symbol abgedruckt welches das Cover des Buches ziert und bei den einzelnen Tatorten relevant ist. Eigennamen, Gedanken, Liedtexte, fremdsprachliche Phrasen sind kursiv hervorgehoben. Die Nachrichten des „Blutgottes“ im Dark Web sind in besonderer Schrift deutlich gemacht.
    Zuerst einmal möchte ich betonen, dass es sich hier um das schlechteste Buch des Autors handelt welches ich gelesen habe. An mehreren Stellen habe ich mich sogar geärgert, das Werk ist zwar schnell gelesen und ist zweifellos spannend geschrieben, kommt aber an die Qualität der Vorgängerbände der Reihe und an die anderen Werke des Autors nicht heran. Ich bin enttäuscht. Die brutalen Szenen und die detailliert beschriebenen Grausamkeiten sind es nicht, denn wer Etzold liest muss hartgesotten sein. Doch manchmal handelt es sich hier um übertrieben geschilderte und ekelhafte Details, nur um alles bisher Dagewesene noch zu toppen. Ein wirklich spannender Thriller besteht nicht nur aus einer Aneinanderreihung und Schilderung der perversesten unappetitlichen Untaten. Eine Ermittlungsarbeit findet eigentlich überhaupt nicht statt. Wenn das Team sich unterhält, dann nur langwierige Diskussionen über IT-Themen und bekannte Serienmörder über Snuff- und Splatterfilme. Für mich zuviel Spezialausdrücke zur Internetkriminalität und anderes nicht hilfreiches Gefasel, z.B. unterhalten sich die Ermittler eine ganze Buchseite lang über die verschiedenen Modelle einer ganz bestimmten Motorkettensägenmarke und alle Serienmörder im In- und Ausland kenne ich nun auch. Dieser Band kann sehr gut als Einzelband gelesen werden, Vorkenntnisse sind nicht nötig und auf vorangegangene Fälle geht der Autor zur Genüge ein um vorhandene Lücken zu füllen. Mich hätte der Hintergrund die Gedanken und Gefühle der minderjährigen Täter mehr interessiert, eine psychologische Ausführung hätte ich mir gewünscht. Die Information, dass ein 13jähriger der auf grausamste Art einen Menschen tötet, einfach ungeschoren davonkommt, möchte ich einmal unkommentiert stehen lassen. Um nicht zu spoilern, will ich auch nicht näher darauf eingehen, welchen Film die Ermittler mit einer Jugendlichen drehen, um an den Blutgott heranzukommen, sowas ist zum Glück hier sicher nicht erlaubt. Noch dazu die Professionalität, wie der Film gemacht wurde, hier wurde dem Täter und auch dem Leser reichlich Naivität unterstellt. Die Protagonistin fiel nur dadurch auf, wie sie voller Bewunderung an ihren Mann „McDeath“ denkt. Das Symbol auf dem Cover welches für mich einen Eyecatcher darstellte, taucht noch einmal an zwei Stellen im Buch auf und verschwindet dann ohne erklärt zu werden, schade. Nachdem ich auf Seite 402 angekommen war und alles auf ein doch noch fulminantes Ende hindeutete, musste ich als Überschrift auf dem nächsten Abschnitt „Epilog“ lesen. AUS. Die restlichen Seiten bis Seite 464! Sind gefüllt mit einer Leseprobe für ein weiteres Buch des Autors. Das ist für mich eine Mogelpackung. Ich bin absolut enttäuscht, nein Herr Etzold – das war wohl nichts. Von mir keine Leseempfehlung und zwei enttäuschte Punkte.

  • Meine Meinung:



    Titel: Wenn der Blutgott dich auserkoren hat...



    Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den siebten Teil der Reihe. Ich kenne keinen der Vorgänger und hatte trotzdem keine Verständnisprobleme.



    Im Buch geht es um eine Reihe von mysteriösen Morden, die von minderjährigen Teenagern verübt werden. Entscheiden diese sich selbst dafür oder werden sie von jemanden dazu animiert? Kann Clara den oder die Täter überführen?



    Es ist mein erstes Buch von Etzold und mir gefiel sein Schreibstil enorm, denn er ist so mitreißend, dass die Seiten nur so durchgesuchtet werden. Kurze, knackige Kapitel und schnelle Szenenwechsel sorgten für den nötigen Spannungsbogen, der über die gesamte Geschichte konstant oben war.



    Man spürte auf jeder Seite, dass der Autor Kontakt zu Rechtsmedizinern hatte als er dieses Buch schrieb, denn die Darstellung der Verletzungen, die entstandenen Muster von Blutspritzern und Co waren so realistisch dargestellt, dass man jedes Wort ohne zu zögern glaubt.



    Mir hat der geschilderte Fall wirklich zahlreiche Gänsehautmomente beschert und ich konnte den Thriller nicht vor dem Schlafengehen lesen, denn sonst hätte ich kein Auge zu bekommen. Das Besondere für mich hier war, dass einige Szenen unweit meiner Heimat spielen, was für zusätzliches Gänsehautfeeling sorgte.



    Die dargestellten Ermittler fand ich eigentlich alle ganz cool, besonders jedoch MacDeath, weil er einen ähnlichen Humor hat wie ich und zudem hält was sein Spitzname verspricht.



    Man fiebert dem Schluss atemlos entgegen, um dann ein anderes Ende zu bekommen als erwartet, denn es ist offen gehalten und man muss den Folgeband lesen, um mehr zu erfahren. Ich habe damit kein Problem, weil die Vorfreude so noch größer ist.



    Das einzige Manko: vorherige Fälle wurden nach meinem Geschmack zu penetrant erwähnt. Ich weiß, dass bei Serien Autoren das oft machen, dass sie auf alte Fälle hinweisen, aber das geht auch schlichter und nicht so extrem wie hier mit der "Holz- Hammer- Methode".



    Fazit: Spannung pur, für alle die keine schwachen Nerven haben und sich gern mal gruseln. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus. Gelungen!



    Bewertung: 8/ 10 Eulenpunkten