'Das zweite Geheimnis' - Seiten 341 - Ende

  • Ach so! :blume Meine Unkenntnis!

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Ingeborg Bachmann: Das dreißigste Jahr

    Erzählungen

  • Das Ende hat mich sehr überrascht. Zunächst schon einmal Rias Entscheidung, Henning ins Gefängnis zurückzubringen. Das fand ich zunächst so schockierend (auch wenn es hinreichend begründet wurde), dass ich das Buch zwei Tage lang liegen lassen musste, bevor ich weiterlesen konnte. Es wird aber zum Glück bis zum Ende mehrmals thematisiert, so dass ich letztlich ihre Handung nicht nur nachvollziehen, sondern auch akzeptieren konnte. Nur ob Henning und vor allem Jolanthe das irgendwann auch können?


    Dann hatte ich erwartet, dass Ria (wieder) "freiwillig" im Osten bleibt und die Gelegenheit zur Flucht nicht nutzt. Annie und auch Jolanthe bräuchten sie jetzt viel mehr als zum Ende des 1. Bandes. Trotzdem freut es mich für Ria, dass ihr Freiheitsdrang überwiegt und vor allem die Flucht glückt. Vielleicht hat Ria auch erkannt, dass das Leben in der DDR mit dem ständigen Misstrauen ihr überhaupt nicht guttun. Sie kommt mir sehr getrieben vor, zum Teil natürlich zu Recht. Ich hoffe sehr für sie, dass sie ein offener Mensch werden kann und es vor allem schafft, anderen Menschen zu vertrauen. Ihre Nicht-Kommunikation gerade mit Jens war ja wirklich haarsträubend und es ehrt ihn sehr, dass er trotz allem an ihr festhält! Überhaupt fand ich es toll, dass so ganz unterschwellig (ohne es groß zu thematisieren) erzählt wird, wie das Leben in der DDR einen Menschen prägt.


    Gut gefallen haben mir auch Hähners Gedanken. "Die Menschheit versumpft im Alltäglichen." Wie wahr! Philosophie an einer ganz unerwarteten Stelle.


    Das waren jetzt mal meine wichtigsten Eindrücke, die ich jetzt gleich noch loswerden wollte. Die nächsten Tage werde ich in Ruhe mal eure (vielen) Beiträge durchlesen, da fällt mir bestimmt noch was ein. :wave

    "Alles vergeht. Wer klug ist, weiß das von Anfang an, und er bereut nichts." Olga Tokarczuk (übersetzt von Doreen Daume), Gesang der Fledermäuse, Kampa 2021