John Marrs - Die Schatten über uns

  • ASIN/ISBN: ‎2496711719


    Der Roman erscheint am 8. November 2022

    An dieser Stelle eine Warnung an die Leser:

    Über den Autor:

    John Marrs arbeitet freiberuflich als Journalist und lebt in London und Northampton. Seit fünfundzwanzig Jahren interviewt er für verschiedene Magazine und Zeitschriften Prominente aus den Bereichen TV, Film und Musik.

    Er hat einige erfolgreiche Thriller geschrieben. Mit seinem Roman »The One« und dessen Serienadaption auf Netflix gelang ihm der internationale Durchbruch.


    Kurzbeschreibung: /Amazon.de

    Ein blutiges Geheimnis aus der Vergangenheit vergiftet die Gegenwart.

    »Ich werde sie vom Dachboden retten« – diese Nachricht entdeckt Mia bei Sanierungsarbeiten an ihrem neu erstandenen Haus, eingeritzt in eine Fußleiste. Mit einer bösen Vorahnung steigen sie und ihr Mann Finn auf den Dachboden, wo sie in einer verborgenen Ecke auf mehrere alte Lederkoffer stoßen. Der Inhalt ist so schockierend, dass er das Leben der Familie für immer verändert.

    Doch selbst als sie von diesem Ort des Grauens zu Finns Eltern fliehen, kann Mia den verstörenden Fund nicht hinter sich lassen. Entgegen Finns Wunsch versucht sie herauszufinden, was in dem Haus damals passiert ist. Zu spät erkennt sie, dass manche Dinge besser verborgen bleiben sollten.


    Meine Meinung:

    Die Geschichte von John Marrs beginnt überschaubar und unaufgeregt. Es geht um ein junges Paar, das sich ein Haus auf dem Land sucht, um das Familienleben vollkommen zu machen. Das Haus wird auch gefunden, allerdings ist es in einem miserablen Zustand, dafür stimmt der Preis. Da der Ehemann Finn gemeinsam mit seinem Vater Dave die meisten Arbeiten an der Reparatur selbst auszuführen plant, sind die Kosten überschaubar, und das junge Paar schlägt zu. Mia, die Ehefrau, ist in ihrem Job erfolgreich, und bringt das meiste Geld mit ins Haus... So ruhig und gelassen fängt die Geschichte von John Marrs an. Doch die Ruhe wärt nicht lange. Auf dem Dachboden bei der Renovierungsarbeiten wird ein grausamer Fund entdeckt. Es ist so schockierend, dass keiner weiß, wie er damit umgehen soll. Die meisten Hauptcharaktere versuchen ihr Leben weiterzuleben und das im Haus Geschehene zu verdrängen. Nur die Mia nicht. Sie versucht, die Wahrheit herauszufinden.


    Wenn man das ruhige Teil der Einführung in die Geschichte verlassen hat, wird der Roman spannend. Das Buch ist abwechselnd aus fünf Perspektiven erzählt: Eheleute, Schwiegereltern und kurze Einschnitte des Mörders, der sich früh in der Geschichte zu erkennen gibt. Außerdem enthält der Roman Ausschnitte von Polizeibefragung, Dokumentationen, Journalisten Beiträge, Interwies. Der Erzählstil des Autors ist eindrücklich und die ganze Handlung wirkt von Anfang an mysteriös und unheilvoll. Die Entwicklung der Geschichte ist wie ein Puzzle, das sich nach und nach zu einem Gesamtbild ausbreitet. Die Charaktere, der Geschichte sind an sich sehr gut ausgearbeitet, haben alle ihre verborgenen Seiten und leider keiner davon wirkt charismatisch, sodass ich keine emotionale Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Jeder kocht sein Süppchen und obwohl, die Verhaltensweisen der Charaktere gut nachvollziehbar sind, wirken die unsympathisch. Was allerdings nicht weiter stört, denn die Geschichte bleibt spannend.


    Ich würde den Roman nicht nur an die Fans von John Marrs, für die es ein Muss ist, empfehlen. Die Geschichte lässt sich gut lesen und ist fesselnd. Eine gute, spannende Unterhaltung für die kühlen Winterabende.

    Von mir gibt es 4 Sterne.

    Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen,

    der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig. :lesend
    Ernst R. Hauschka

    Liebe Grüße von Estha :blume

  • Darum geht‘s

    Mia und Finn sind dabei eine Familie zu gründen und haben sich dafür ein Haus gekauft, das sie renovieren möchten. Während der Sanierungsarbeiten entdeckt Mia eine Nachricht, die in eine Fußleiste eingeritzt worden war: „Ich werde sie vom Dachboden retten“. Trotz böser Vorahnungen untersuchen sie daraufhin den Dachboden gründlich und machen eine furchtbare Entdeckung, die es ihnen unmöglich macht, im Haus zu bleiben.


    Das junge Paar kommt bei Finns Eltern unter. Doch Mia lässt den grausigen Fund einfach nicht los und sie beginnt nachzuforschen, was in dem Haus damals passiert ist. Was sie herausfindet, bringt ihre ganze Welt ins Wanken. Doch das wahre Ausmaß des Grauens kann sie vorerst nur erahnen…


    So fand ich‘s

    Das Buch fängt recht gelassen an: ein junges Paar, das bald ein Kind bekommt, sucht sich ein Zuhause und da es nicht zu viel kosten darf, entscheiden sie sich für ein renovierungsbedürftiges Haus. Schon bald entdeckt man die starken Charaktere, mit denen der Autor seine Figuren ausgestattet hat und man spürt in der Familie eine gewisse Anspannung – vor allem zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter. Diese Anspannung steigert sich nach der grausigen Entdeckung, die sie auf dem Dachboden des neu erstandenen Hauses machen.


    Als ich anfange zu erahnen, in welche Richtung die grausamen Taten, die in dieser Geschichte den Grundstein bilden, gehen, haderte ich mit mir, ob ich das Buch weiterlesen sollte. Ich befürchtete, dass mir das alles persönlich zu nahe gehen könnte. Aber inzwischen hatte mich der Autor so sehr am Haken, dass ich dann doch nicht aufhören konnte mit lesen. Ich finde es faszinierend, wie er es schafft, mich mit der Entwicklung der Geschichte abzuschrecken, mich aber gleichzeitig so zu fesseln, dass ich es nicht schaffe, das Buch wegzulegen. Zwischenzeitlich fühlte ich mich förmlich wie das berühmte Kaninchen, das von der Schlange hypnotisiert wird.


    Und immer wenn ich meinte zu wissen, was „damals“ wirklich passiert war, wurde ich durch eine überraschende Wendung eines besseren gelehrt. Mir blieb mehr als einmal die Spucke weg.


    Dieses Buch ist alles andere als ein klassischer Psychothriller. Und der Autor versteht es ausgezeichnet, nicht nur mit der Psyche seiner Figuren sondern auch mit der seiner Leser zu spielen. Und das macht für mich gerade den Reiz dieses Buches aus.


    Als ich die letzte Seite umgeblättert hatte, musste ich erstmal tief durchatmen und eine Weile innehalten. Die Geschichte hat es wirklich in sich. Und wenn es ein Buch gibt zu dem der Ausdruck „unter die Haut gehen“ passt, dann ist es dieses hier.


    Es war mein erstes Buch von John Marrs und hat meiner zarten Seele einiges abverlangt. Aber die Faszination ist dann doch größer und ich werde mir seine anderen Bücher noch genauer anschauen. Aber jetzt brauche ich erstmal ein Wohlfühlbuch… ;-)