Wert von Kurzgeschichten

  • Hallo,


    was ist eigentlich der Wert von Kurzgeschichten für ein Autoren-Dasein?


    Ist die Kurzgeschichte die Grundbasis für alle Autoren? Für das Schreiben?


    Mit freundlichen Grüßen
    Perseus

    Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.


    Mahatma Gandhi, indischer Freiheitskämpfer

  • Hallo, Perseus


    Ich verstehe die Frage nicht.


    Schöne Grüße von blaustrumpf

    Wer einmal aus dem Schrank ist, passt nicht mehr in eine Schublade.
    Aber mein Krimi passt überall: Inge Lütt, Eine Bratsche geht flöten. ISBN: 978-3-89656-212-8. Erschienen im Querverlag

  • Zitat

    Original von blaustrumpf
    Hallo, Perseus


    Ich verstehe die Frage nicht.


    Schöne Grüße von blaustrumpf


    Ich muss zugeben, ich hab die Frage auch nicht so recht verstanden. :-( :wave

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Nun ja, es wird ja kaum jemanden geben, der beim ersten Versuch, sich schreibend zu betätigen, gleich einen kompletten Roman abliefert. Selbst ein solcher Versuch würde vermutlich als ungenießbares Fragment in der Ecke liegen bleiben, wo sich alsbald eine Menge bunt schillernder Fliegen .. ach was red ich schon wieder.


    Jedenfalls bietet die Kurzgeschichte eben die Chance, mal etwas zu Ende zu bringen, um ein Erfolgserlebnis zu haben.


    Später kann es der Ausführung einzelner Idee dienen, oder die Möglichkeit schaffen, einmal etwas ganz anderes zu versuchen.

  • Kurzgeschichten sind eine andere literarische Gattung, das darf man nicht vergessen. Sie sind mitnichten "der kleine Bruder des Romans", sondern stellen ganz andere Anforderungen. Natürlich ist es zeitlich weniger aufwendig, sie zu schreiben, aber das heißt nicht, daß es einfacher ist. :grin


    Kurzgeschichten bringen bezogen auf den Aufwand relativ viel Geld - wenn man sie irgendwo unterbekommt - für die Erstveröffentlichung. Auf dem Markt gibt es allerdings nur geringe Chancen. Anthologien werden fast überhaupt nicht verkauft - Erfolge in diesem Bereich sind krasse Ausnahmen -, und nur wenige Magazine drucken noch Kurzgeschichten ab.


    Ich schreibe wirklich gerne Kurzgeschichten, aber hauptsächlich als Fingerübung oder um auszuprobieren, ob eine Idee funktioniert. Es gibt sechs oder sieben (von wahrscheinlich über 300) Kurzgeschichten bzw. Short Storys, die ich von mir selbst sehr gerne mag, davon sind vier veröffentlicht (z.B. "Kondome" im Ferienreader "Strandparty", atv Mai 2005), aber das Gros ist wirklich lau. Weil es nämlich verdammt schwer ist, eine richtig gute Kurzgeschichte zu schreiben, weshalb aus auch so wenige davon gibt. Einer der Großmeister der Short Story ist der unten genannte, und der ist auch einer der wenigen, von denen ich wirklich gerne Storys lese.

  • Wenn ich das mal aus schülerisch-leserischer Sicht beleuchten soll:


    Ich hasse Kurzgeschichten. Zumindest die, die wir in der Schule lesen: Böll, Borchert und wie sie alle heißen. Da sind die monotonen, aussagelosen Sätze, der gewollt langweilige Leserythmus, und erst die Themen: Krieg, Hunger, Tod, Elend. Ich hab Angst, dass mein Bruder von Ratten gefressen wird. Er liegt unter dem Steinhaufen. Grässlich. Natürlich muss man den historischen Kontext mit ins Verständnis einbeziehen, aber die natürlich schlimmen Erlebnisse der Autoren machen diese Art Kurzgeschichten für mich auch nicht leserlicher.
    Und dann noch das Interpretieren: Letzten Freitag war Klausur dazu. :cry (ich sag euch, ob ich interpretieren mag, wenn wir die Klausur zurück haben.) Die Kurzgeschichten, mit denen wir dafür geübt haben, gingen noch einigermaßen vom Thema her, wie auch der Klausurtext, bis auf eine: "Wachsfiguren" von Gabriele Wohmann. Kennt die jemand? Ich jedenfalls konnte mit dieser Geschichte nicht arbeiten, weil sie so schrecklich war. Junge mit Hasenscharte. Seine Familie nimmt ihn mit in ein Wachsfigurenkabinett, damit er Spaß hat, aber er schaut nur auf den Boden und schämt sich dafür, dass er seiner Schwester den Tag verdirbt. Am Ende will er sich umbringen.
    Kurzgeschichten- Folterobjekt seit der....7.? 8.?

  • Ich mag sehr gerne die Kurzgeschichten von Edgar Ellan Poe, die Poenten waren gruselig-klasse. :-)



    Ich habe oft das Gefühl, es ist einfacher, ein paar Seiten aus einem Roman ( sprich, eine Szene zum Beispiel) zu nehmen, und sie als Kurzgeschichte stehen zu lassen, als tatsächlich eine zu schreiben. Belebung von Charakteren, die man so wenig kennt, finde ich sehr schwer. Sie wirken oft so stereotypisch und platt. :wow




    JAss :keks

  • Da ich gerade erst mit dem Schreiben begonnen habe, sind Kurzgeschichten eine gute Übung für mich.


    Ich kann die Handlungsstränge testen, und verliere mich nicht so schnell. Im Moment könnte ich kein Buch schreiben , das wäre mir noch zu groß.


    Jedenfalls bin stolz wenn ich eine Kurzgeschichte fertig geschrieben habe, denn sie ist auch ein Stück Arbeit.


    Zofie

  • Hallo,


    das Problem bei Kurzgeschichten ist, dass man sie nicht "mal eben" schreiben kann: Man braucht nicht nur eine gute Idee, sondern auch ein möglichst originelles Ende, das nicht zu viel verrät (--> open end).


    Lest mal Kurzgeschichten von Borchert und Co. --> total verblüffend. Darauf kann man wohl nicht so einfach kommen...!


    LG Angelcurse