Simon Beckett - Knochenkälte

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Das Skelett hängt in den Wurzeln einer mächtigen Fichte, die das Unwetter zu Fall gebracht hat. Das Wurzelwerk scheint über die Jahre in den verwesenden Körper hineingewachsen zu sein und hält ihn fest umklammert wie in einer Umarmung.

    Dr. David Hunter ist während eines Wintersturms in einer kleinen Ortschaft in den Cumbrian Mountains gestrandet. Er ist hier unerwünscht, daran lassen die Bewohner von Edendale keinen Zweifel. Beim Versuch, den grausigen Fund bei der Polizei zu melden, stellt der forensische Anthropologe fest, dass der Sturm das Dorf von der Außenwelt abgeschnitten hat …


    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    SIMON BECKETT ist einer der erfolgreichsten englischen Thrillerautoren. Seine Serie um den forensischen Anthropologen David Hunter wird rund um den Globus gelesen und wurde für Paramount+ als sechsteilige Serie verfilmt: «Die Chemie des Todes», «Kalte Asche», «Leichenblässe», «Verwesung», «Totenfang» und «Die ewigen Toten» waren allesamt Bestseller, ebenso sein atmosphärischer Psychothriller «Der Hof». «Die Verlorenen», der Auftakt einer neuen Thrillerserie um den ehemaligen Polizisten Jonah Colley, stand mehrere Wochen auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Simon Beckett ist verheiratet und lebt in Sheffield.


    Allgemeines

    7.Band der Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter

    Titel der Originalausgabe: „The Bone Garden“, ins Deutsche übersetzt von Sabine Längsfeld und Karen Witthuhn

    Erschienen am 5. November 2025 bei Rowohlt Wunderlich als HC mit 464 Seiten

    Gliederung: Prolog – Roman in 35 Kapiteln – Epilog – Danksagung

    Ich-Erzählung des Protagonisten David Hunter

    Handlungsort und -zeit: Edendale (Cumbria), ein Winter in der Gegenwart


    Inhalt

    Während einer Dienstreise nach Carlisle strandet David Hunter, der sich im Schneesturm verirrt hat, in einem kleinen Gebirgsort namens Edendale. Schon die Suche nach einer Unterkunft gestaltet sich sehr schwierig, denn der Dorfpatriarch und seine Familie geben deutlich zu erkennen, dass Fremde nicht willkommen sind. Aufgrund des Schneesturms und des Stromausfalls ist Edendale komplett von der Außenwelt abgeschnitten; glücklicherweise findet David Unterschlupf bei einem Ehepaar, das ein heruntergekommenes, leerstehendes Hotel geerbt hat und selbst eine Außenseiterrolle im Dorf einnimmt.

    Während einer Wanderung entdeckt David im Wurzelwerk einer vom Sturm entwurzelten Fichte ein Skelett, er macht Fotos, kann seinen Fund aber wegen des Stromausfalls nicht den Behörden melden.

    Es wäre besser gewesen, wenn er im Dorf nichts von seinem Fund erzählt hätte, denn es gibt offenbar jemanden, der eine Meldung des Fundes unbedingt verhindern will und zu diesem Zweck buchstäblich über Leichen geht…

    Beurteilung

    Im siebten Band der Reihe um David Hunter geht es zunächst nicht um einen aktuellen Mordfall, sondern um einen 26 Jahre alten Cold Case, in den durch Davids Aktivitäten Bewegung kommt. Seine hartnäckigen Nachforschungen führen allerdings zur Aufdeckung weiterer Straftaten und bringen auch jetzt Menschen in Lebensgefahr.

    Im Gegensatz zu den vorherigen Bänden der Reihe stehen die forensischen Details hier nicht so sehr im Vordergrund, der Fokus liegt eher auf der äußerst bedrohlichen Atmosphäre in einer Dorfgemeinschaft, in der eine alteingesessene Familie das Sagen hat und nicht nur durch das persönliche Auftreten des Patriarchen, sondern auch unter Einsatz eines brutalen, gewissenlosen Schlägers extrem einschüchternd wirkt. Die Beschreibung der Gruppendynamik unter diesen Verbündeten ist sehr gelungen, neben den Dominanten gibt es auch Mitläufer, die sich nicht aufzulehnen trauen. In diesem Zusammenhang ließe es sich gut diskutieren, wer von den Beteiligten wie viel Schuld auf sich geladen hat.

    Die beklemmende Situation des Protagonisten unter ihm feindlich gesonnenen Menschen in einem Dorf, aus dem er nicht abreisen kann, wird sehr eindringlich geschildert. Die Beschreibung der unwirtlichen Witterungsbedingungen ist äußerst atmosphärisch und lässt den Leser frösteln.

    Der Roman bietet wiederholt Spannungshöhepunkte, hier erscheinen Belastbarkeit und unerschöpfliche Energie des Protagonisten manchmal doch etwas übertrieben dargestellt, um noch glaubwürdig zu sein.


    Fazit

    Düster, atmosphärisch und durchgehend spannend, man kann dieses Buch nur schwer aus der Hand legen, bevor es ausgelesen ist!

    9 Punkte

    ASIN/ISBN: 3805200544

  • Dr. David Hunter ist zu einem neuen Auftrag in den Cumbrian Mountains unterwegs, als er im Schneesturm und durch widrige Umstände zum Umkehren gezwungen wird. Dann ist durch einen Lkw-Unfall die Stromleitung gekappt und er hat keinen Handyempfang oder GPS-Signal, das ganze nächst gelegene Dorf ist von der Außenwelt abgeschnitten. Hier wird er im Pub nicht gerade freundlich empfangen, denn die Bewohner geben ihm die Schuld an dieser Situation. Als Übernachtungsmöglichkeit schicken sie ihn zu einem heruntergekommenen Hotel im Niemandsland. Das Besitzerehepaar vom Hillside House gewährt ihm Unterschlupf erst mal für eine Nacht. Am nächsten Tag findet er bei einem Spaziergang zwischen den Wurzeln eines umgestürzten Baumes ein menschliches Skelett. Aber durch den Ausfall des Stromnetzes kann er an die Polizei keine Meldung durchgeben und ermittelt nun alleine.



    Ich bin seit Band 1 ein Fan von Dr. Hunter und habe mit großen Erwartungen auf den neuen Fall gewartet. Der Anfang wurde trotz der aufregenden Situation ruhig geschildert und kam nur langsam in Schwung. Das Setting „von der Außenwelt abgeschnitten“ ist bei Krimis nicht neu. Dr. Hunter hat zu Beginn für mich teils sehr naiv und unbeholfen gehandelt. Wenn man ihn kennt, dann weiß man aber, irgendwann nimmt er seine Leser mit bei den Ermittlungen und dann wird es spannend. Genau so war es hier. Die bedrohliche Atmosphäre dieses Wintersturms, u.a. durch die geringe Sichtweite etc. wurde sehr anschaulich geschildert. Auch die Bewohner, ihre Vorbehalte, Verflechtungen untereinander und die feindliche Haltung gegenüber Dr. Hunter wurden realistisch dargestellt. Und aus dem Cold Case entwickelt sich ein weitaus größerer Fall als anfangs gedacht.


    Ich hatte unterhaltsame Lesestunden, es war trotz aller Kritik ein guter Fall, allerdings wird es nicht mein Lieblingsbuch des Autors. Thriller finde ich etwas hoch gegriffen, Kriminalroman hätte ich besser gefunden. Das Cover gefällt mir sehr gut, es setzt die Reihe perfekt fort.


    Für alle Fans von Dr. David Hunter gibt es eine klare Leseempfehlung!

  • Eigentlich ist der Forensische Anthropologe Dr. David Hunter unterwegs zu einem neuen Fall. Aber ein Schneesturm zwingt ihn zu einem Aufenthalt in Edendale, einem kleinen Ort in den Cumbrian Mountains. Die Bewohner lassen keinen Zweifel daran, dass er unerwünscht ist. Er würde auch nichts lieber tun, als den Ort sofort wieder zu verlassen, aber die einzige Zufahrtstraße wurde beim Sturm zerstört. Strom- und Telefonnetz sind ebenfalls tot. Als Hunter auf der Suche nach einem Handysignal in die Berge klettert, macht er eine grausige Entdeckung. In den Wurzeln einer durch das Unwetter zu Fall gebrachten mächtigen Fichte hängt ein Skelett. Das Wurzelwerk scheint in den verwesenden Körper über Jahre hineingewachsen zu sein und hält ihn umklammert wie in einer Umarmung. Unter diesen Bedingungen kann der Forensiker allerdings nicht viel machen, um zur Identifizierung beizutragen. Als die Dorfbewohner von dem Skelett hören, sind sie allerdings schnell sicher, dass es sich um einen vor zwanzig Jahren verschwundener Mann handelt. Aber ist es wirklich der Sohn von Wynn Beddoes, dem Mann, der seit Jahren den Ort regiert und bei allem das Sagen hat? Und dann gibt es eine weitere Leiche.


    "Knochenkälte" ist der siebte Fall für den britischen forensischen Anthropologen David Hunter. Ich durfte mein Rezensionsexemplar in einer Leserunde bei Lovelybooks lesen.

    Der Fall entwickelt sich langsam und der Spannungsbogen steigt ebenfalls langsam an, fällt zwischendurch auch mal ab, steigert sich dann aber zum Ende wieder. Durch die Erzählperspektive in der ersten Person aus Hunters Sicht, ist man immer ganz nah am Geschehen, erlebt auch seine Gedanken und Gefühle. Hunter ist kein Superheld, er hat auch Angst und kommt mehr als einmal in gefährliche Situationen, aus denen er auch nicht immer unverletzt wieder raus kommt. Ich finde, das macht die Bücher realistischer und die Figur authentisch.

    Die Beschreibung des Dorfes und die beklemmende Atmosphäre während des Schneesturms sind sehr anschaulich und bildhaft. Auch das alte Hotel und dessen Beschreibung sind fast schon gruselig. Die ganze düstere Grundstimmung passt perfekt, um das Buch im November zu lesen.


    Mir hat "Knochenkälte" gut gefallen. Es gibt immer wieder Überraschungen und Wendungen und das Ende ist in meinen Augen ebenfalls realistisch, denn auch im wahren Leben kann nicht jeder Fall restlos aufgeklärt und zur Zufriedenheit Aller abgeschlossen werden.