​Die wilden Jahre, von Susanne Goga

  • ASIN/ISBN: 3453429656




    Die wilden Jahre, von Susanne Goga


    Cover + Titel:

    Das Cover gefällt mir und passt.

    Der Titel passt meiner Meinung nach irgendwie nicht.


    Inhalt und meine Meinung:

    Im Klappentext wird ja schon ziemlich viel beschrieben, doch die Spannung die ich mir erhofft habe ist nicht eingetreten.

    Zum einen hat mich die Schreibweise sehr schlecht in die Geschichte reinkommen lassen. Das Ganze war für mich sehr verwirrend. Es gibt laufend Zeitsprünge, und zwar nicht nur in zwei Zeitebenen die vielleicht weit auseinander liegen, sondern es sind kunterbunte Zeitsprünge. Mal nur wenige Monate oder Wochen oder nur ein oder zwei Jahre. So dass ich mir kaum merken konnte: ist das jetzt schon geschehen oder weiß sie das schon?


    Dann dreht sich alles immer wieder im Kreis oder wird wiederholt.


    Thoras Recherchen sind auch recht naiv und irgendwie unglaubwürdig.


    Hannes Geheimnis ist für mich auch fast von Anfang an klar zu sehen.


    Die Lösung des Falls ist dann für mich auch unbefriedigend. Wie soll denn der Täter von der 1. Tat erfahren haben?


    Und es hat mich beim Lesen kolossal irritiert das immer von München Gladbach (anstatt Mönchengladbach) die Rede war, hier hätte eine Notiz in den Anhang gehört, dass dies bis 1960 so war (habe ich dann durch google herausgefunden).


    Autorin:

    Susanne Goga wurde 1967 in Mönchengladbach geboren und lebt dort bis heute.


    Mein Fazit:

    Für mich eher eine dürftige Handlung und keine Spannung.

    Deshalb vergebe ich knappe 3 Sterne.

  • Das Rheinland im Jahr 1919, der Krieg ist gerade vorbei und Teile des Rheinlands sind noch von den Belgiern besetzt. Daher ist es für Thora, die in Düsseldorf am Theater studiert schwierig, die Familie in Mönchen-Gladbach zu besuchen, da dieses in der Besatzungszone liegt. Doch eines Tages wird Thoras Bruder Hannes in Düsseldorf verhaftet und da sie sich nicht vorstellen kann, dass er das ihm Vorgeworfene getan hat, beginnt sie zu ermitteln.


    Mir hat dieses Buch recht gut gefallen. Anfangs hatte ich ein wenig Probleme in die Geschichte zu kommen, aber dann bin ich doch gut in den Lesefluss gekommen. Die Sache mit der Besetzung von Teilen des Rheinlands durch die Belgier war mir gar nicht so bewusst, da habe ich wieder was dazu gelernt.


    Thora und ihr Bruder sind sehr eng miteinander verbundene Geschwister, daher ist Thora ziemlich verstört, als sie herausfindet, was ihr Bruder alles vor ihr verbirgt. Auch als Leser rätselt man lange, was denn nun der wahre Grund sein könnte, warum Hannes im Gefängnis gelandet sein könnte.


    Die Geschichte wird auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, wir wechseln immer zwischen den aktuellen Geschehnissen und vielen Rückblenden in die Vergangenheit, in der auch von der Kindheit der Geschwister erzählt wird. So bekommt man nach und nach ein rundes Bild der Familie und versteht auch das Band zwischen den Geschwistern. Dazu kommen diverse Themen, die zur damaligen Zeit interessant waren und hier die Handlung im wesentlichen vorantreiben.


    Alles in allem habe ich das Buch wirklich gerne gelesen und kann es auf jeden Fall empfehlen.


    9 von 10 Punkte

  • Über die Autorin (Amazon)

    Susanne Goga wurde 1967 in Mönchengladbach geboren und lebt dort bis heute. Die renommierte Literaturübersetzerin und Autorin reist gern – mit Vorliebe auch in die Vergangenheit. Das spiegelt sich in ihren überaus erfolgreichen historischen Romanen wider. Für die Kriminalreihe um Leo Wechsler taucht sie ein ins Berlin der 1920er-Jahre, für viele ihrer Romane begab sie sich schon ins geschichtsträchtige 19. Jahrhundert. Das Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg war die Inspiration für ihren neuesten Roman bei Heyne.


    Produktinformation (Amazon)

    Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag

    Erscheinungstermin ‏ : ‎ 12. November 2025

    Auflage ‏ : ‎ Originalausgabe

    Sprache ‏ : ‎ Deutsch

    Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 448 Seiten

    ISBN-10 ‏ : ‎ 3453429656

    ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453429659


    Warum schweigt Hannes?

    Das Rheinland 1919. Thora und Hannes, Geschwister, entstammen einer Fabrikantenfamilie und stehen seich sehr nahe. Es ist die Zeit von Krieg Revolution und Besatzung. Thora beginnt ein Schauspielstudium in Düsseldorf. Hannes will eigentlich Architektur studieren ist aber nach seiner Frontrückkehr orientierungslos. Und dann wird Hannes verhaftet, wegen Mordverdachts, schweigt aber. Thora findet im Zimmer ihres Bruders einen Band von Eichendorff wo die Worte Adeler und Vulkan markiert sind Und bei ihrer Suche erfährt sie von seinem geheimen Leben. Sie weiß, dass sie mit allem was möglich ist darum kämpfen muss, ihn aus dem Gefängnis zu holen.



    Meine Meinung

    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Es gab keine Unklarheiten im Text, die meinen Lesefluss gestört hätten. Auch bin ich gut in die Geschichte hineingekommen, konnte mich gut in die Protagonisten hineinversetzen. Hier in Thora, die von ihren Eltern durch die belgische Besatzung getrennt, in Düsseldorf die Schauspielschule besucht. Die Freude, dass der Bruder den Krieg überlebt hat, ist groß, doch dann wird er verhaftet, weil es in dem Haus, aus dem er kommt, einen Mord gegeben hat. Und er kannte das Opfer. Doch warum verteidigt sich Hannes nicht? Warun schweigt er beharrlich? Und Thora erfährt etwas über ihren Bruder, was ich schon vermutet hate. Es darf nicht an die Öffentlichkeit kommen und so tut Thora alles, um den wahren Mörder zu finden. Denn nur so kann sie ihren Bruder retten. Wird es ihr gelingen? Der geneigte Leser wird das erfahren. Das Buch ist spannend geschrieben. Es ist das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe, hat mir gut gefallen, mich gefesselt und auch gut unterhalten. Eine Leseempfehlung von mir und vier Sterne.

    ASIN/ISBN: 3453429656

  • Keine einfachen Zeiten im besetzten Rheinland ...


    Ich begebe mich mit Susanne Gogas Roman „Die wilden Jahre“ ins besetzte Rheinland des Jahres 1919. Sie hat das Geschwisterpaar Thora und Hannes Bernrath, die aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie stammen, in den Mittelpunkt des Romans gestellt. Während Thora sich ihren Traum, eine Ausbildung zur Schauspielerin, erfüllen darf, sieht die Welt für Hannes alles andere als rosig aus. Er hat den Ersten Weltkrieg zwar körperlich mehr oder weniger schadlos überstanden, doch in seinem Inneren tobt der Krieg weiter. Als er schließlich für eine Tat verhaftet wird, die er zwar vehement abstreitet, begangen zu haben, zu den Umständen jedoch schweigt, scheint er endgültig gebrochen zu sein. Doch seine geliebte Schwester, mit der ihn immer schon ein besonderes Band verbunden hat, kämpft mit allen Mitteln, ihn aus dieser Misere zu befreien. Sie glaubt an seine Unschuld und will ihn um alles in der Welt retten. Werden ihre Mühen mit Erfolg gekrönt sein?


    Susanne Goga zeichnet ein wunderbar realistisches Bild der damaligen Zeit und schafft es, bei mir mal wieder Wissenslücken zu schließen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie existierten. Düsseldorf eine geteilte Stadt und von den Belgiern unter Kontrolle gebracht? Davon hatte ich nun wirklich noch nie gehört. Geschickt gewährt sie mir Einblicke in eine Zeit vor über hundert Jahren, die fast vergessen scheint. Sie verwebt reale Ereignisse mit einem spannenden Kriminalfall, der mich beim Lesen in Atem hielt. Die auftretenden Charaktere sind lebendig und vielschichtig gezeichnet und so hatte ich stets ein greifbares Bild vor Augen. Der Roman überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus Historie und Fiktion und bekommt von mir auf jeden Fall mit fünf Sternen die volle Punktzahl. Lediglich mit der Wahl des Titels bin ich nicht ganz einverstanden. Hinter „Die wilden Jahre“ hätte Charleston tanzende Flapper vermutet. Aber ich glaube, auf die Titelvergabe haben Autoren wenig bis keinen Einfluss und es hat ja auch dem wundervollen Roman absolut keinen Abbruch getan. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung!