Aussterben der Bücher

  • Hallo Delano.


    Ja, jetzt habe ich den Faden wiedergefunden ;-)
    Sorry, da stand ich wirklich auf der Leitung (liegt wohl an den Schmerztabletten)


    Das Disney, inzwischen ja ein Konzern, versucht seine bekanntesten Produkte zu schützen, ist normal, und meiner Meinung nach nicht verwerflich.
    Bei den Geschichtswerken verstehe ich die Einwände gegen die Dauer des Urheberrechts auch, ebenso bei Uralt-Serien, die mangels Erfolg eingestellt wurden.


    Aber sind es wirklich immer die Erben der Urheber, die da querschießen?
    Würden Sie es auch gerne sehen, wenn Opa Friedrichs Erinnerungen an die goldene Zeit des großen Führers wieder unters Volk gebracht würden?
    Die Medaille hat zwei Seiten, die alleine Mit Geldsucht nicht immer zu beantworten ist.


    Auch wenn die "Piraten" da edle Ziele vorschieben, wenn sie alte Werke die nicht mehr aufgelegt werden digitalisieren, es gibt auch genug aktuelle Werke die noch zu haben sind, und die ebenfalls einfach so, weil es geht, digitalisiert und kostenlos ins Netz gestellt werden.


    Was, wenn ein lebender Autor, der eine Serie begonnen hat, die der Verlag aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiterführen will, sie gerne als e-book herausbringen würde, ihm es aber durch Knebelverträge untersagt wird? Das "Piratenkopieren" trifft da nicht den Verlag, sondern den Autor, der ja gerne würde, aber nicht darf, und der im Endeffekt um die Früchte seiner Arbeit gebracht wird.
    Wenn man solche Beispiele bei einigen Hardlinern vorbringt bekommt man oft die lapidare Antwort, der Autor solle froh sein, wenn er überhaupt gelesen werde.
    Wenn seine Arbeit aber so mies ist, warum sie dann überhaupt erst kostenlos ins Netz stellen?
    Wer downloadet sich das dann wofür?


    Das ist der Punkt, um den es eigentlich geht.


    Ab wann ist das Allgemeinwohl an alter Literatur so dringend, dass die Wünsche von einzelnen so sehr mit Füßen getreten werden, und dass diese Einzelnen, ohne dass man deren wahren Gründe für die Sperrung kennt, derartig traktiert?


    Ab wann hat der Einzelne seine Wünsche derartig dem Willen (nicht dem Wohl!) von mehreren unterzuordnen?


    LG


    Dirk67
    (der sich für heute leider zurückziehen muss, da die verletzte Hand zu arge Probleme macht :-()

  • Zitat

    Original von Dirk67
    Was, wenn ein lebender Autor, der eine Serie begonnen hat, die der Verlag aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiterführen will, sie gerne als e-book herausbringen würde, ihm es aber durch Knebelverträge untersagt wird? Das "Piratenkopieren" trifft da nicht den Verlag, sondern den Autor, der ja gerne würde, aber nicht darf, und der im Endeffekt um die Früchte seiner Arbeit gebracht wird.


    Deswegen habe ich ja das Urheberrecht und GG Art. 14 ins Feld geführt. Der Autor ist nunmal der Urheber und wenn ein Buch wegen Verträgen mit einem Verlag nicht veröffentlicht wird, dann sollte hier auch das Werk erhalten werden können in dem es legal veröffentlicht werden kann. Die nach GG Art 14 zustehende Entschädigung dafür steht natürlich als Urheber dem Autor zu, nicht dem Verlag.


    Es geht nicht darum die Aktionen von E-Book-Kopierern zu rechtfertigen, sondern legale Alternativen zum illegalen Kopieren zu schaffen. Und ein Werk das nicht mehr veröffentlicht wird, hilft keinem, ist aber vielleicht ein Verlust für die potentiellen Leser.

  • Ich würde es sehr schade finden, wenn zum einen die Bücher aussterben, es stattdessen nur noch E-Books gibt und auch, wenn die Bücher ein höherer Mehrwertsteuersatz kommt! :-( ... Ich hoffe, das es nicht soweit kommen wird. In keinem Fall.


    Ich liebe Bücher! Ich plädiere im Moment noch nicht für einen E-Book-Reader, denn ich könnte mir vorstellen, das einem dann nach einiger Zeit die Augen weh tun oder brennen, wie, wenn man zulange vorm PC gesessen hat. Vielleicht ändere ich da irgendwann mal meine Meinung. Ich habe noch keinen Reader in der gehabt bzw. live gesehen. Deshalb kann ich darüber nicht wirklich urteilen.


    LG Sonne

    Zündet man eine Kerze an,erhält man Licht.Vertieft man sich in Bücher,wird einem Weisheit zuteil.Die Kerze erhellt die Stube, das Buch erleuchtet das Herz.


    (Sprichwort aus China)

  • Zitat

    Original von Sonne79
    Ich plädiere im Moment noch nicht für einen E-Book-Reader, denn ich könnte mir vorstellen, das einem dann nach einiger Zeit die Augen weh tun oder brennen, wie, wenn man zulange vorm PC gesessen hat. Vielleicht ändere ich da irgendwann mal meine Meinung. Ich habe noch keinen Reader in der gehabt bzw. live gesehen. Deshalb kann ich darüber nicht wirklich urteilen.


    LG Sonne


    Das hängt von der Technologie ab. E-Book-Reader mit LCD-Display sind eher wie TFTs bei PCs. Aber E-Book-Reader mit eInk-Displays stehen dem Papier in der Darstellung praktisch in nichts nach.

  • Von Delano


    Das hängt von der Technologie ab. E-Book-Reader mit LCD-Display sind eher wie TFTs bei PCs. Aber E-Book-Reader mit eInk-Displays stehen dem Papier in der Darstellung praktisch in nichts nach.


    Ich finde den Reader besser, als das Papier. In der Sonne kann ich kein Buch mehr lesen. Die Reflexionen sind mir inzwischen zu anstrengend. Beim Reader gibt es das nicht und ich kann die Schrift vergrößern, wenn meine Augen müde werden.


    euer hef

  • Nochmal was zur Umwälzung der Verlagswegen und des Buchhandels, u.a. wegen der E-Books:


    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,792364,00.html


    Man findet eben auch die Liste der Verlage die Amazon gehören:
    "Amazon Publishing ("Verlegt mit uns") umfasst mittlerweile fünf Einzelverlage: AmazonEncore (Bestseller, neue Autoren), AmazonCrossing (internationale Bücher), Montlake Romance (Liebesromane), Thomas & Mercer (Thriller) - sowie das erst vergangene Woche gelaunchte 47North (Science-Fiction, Horror, Kultromane)."


    Und wer nun schauen möchte, welche Autoren bei 47North zu finden sind:
    http://www.amazon.com/gp/feature.html?ie=UTF8&docId=1000715991


    Aber die Ironie ist natürlich, dass die Verbreitung des E-Books auch durch den Einstieg Amazons in den Printbereich voranschreitet.


    Edit:
    Und hier noch ein deutlicher Preisunterschied bei einem Buch von 47North:


    E-Book: 4,89
    Taschenbuch: 10,99

  • von DelanoAber die Ironie ist natürlich, dass die Verbreitung des E-Books auch durch den Einstieg Amazons in den Printbereich voranschreitet.


    Edit:
    Und hier noch ein deutlicher Preisunterschied bei einem Buch von 47North:


    E-Book: 4,89
    Taschenbuch: 10,99


    :gruebel ich habe es doch prophezeiht. Da wollten mir die Gutenberg-Jünger nicht glauben: nicht sein kann, was nicht sein darf. Und nun kommt alles noch schneller. Das teure print wird zum Anhängsel des Digit. Luxus war schon immer etwas teurer.


    Wenn ich schon hoch dotierte Autoren, von diesen Tantiemen können wir hier nur träumen, lese, die sich voll auf e-book verlegen, dann weiß man, was die Stunde geschlagen hat.


    Autoren und Leser reichen, lt. AMAZON
    Wobei ich da eine Marktmacht heranwachsen sehe, die einem nicht gefallen kann. Aber warten wir es ab. Es wird jedenfalls mal ein Sterben des Einzelhandels geben und der Vielleser ist gezwungen online das teure print zu ordern, bis ihm das zu bund wird und er doch auf den Reader umsteigt.
    So funktioniert ein Markt, der gemacht wird, ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten, denn die Befindlichkeiten sind in der Minderheit und keine Umsatzträger


    the show must go on


    euer hef

  • Zitat

    Original von hef
    Wobei ich da eine Marktmacht heranwachsen sehe, die einem nicht gefallen kann.


    :write Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Amazon bietet "Kampfpreise" und verkauft damit einen Reader, der nur für Amazon-Produkte funktioniert. Damit dürften sie in absehbarer Zeit Monopolist am Büchermarkt sein.


    Schöne neue Digital-Welt, und das nur, weil eben alles immer billiger sein soll.


    Edit: Da Amazon es für nötig hält, die Bücher auch noch in der gedruckten Version anzubieten (und das zudem für einen im Vergleich zum Ebook höheren Betrag, der die Differenz durch Herstellungs- und Vertriebskosten bei weitem übertrifft), läßt mich hoffen, daß selbst Amazon, die ja mit jedem Wort versuchen, einen Ebook-Hype herbeizureden, noch nicht davon überzeugt ist, daß die Ebooks sich in absehbarer Zeit als einziges Format in der U-Lit durchsetzen.

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)

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  • Das ist nicht ganz korrekt. Auf dem Amazon-Reader funktionieren auch E-Books die nicht von Amazon sind. Man kann zudem ja jedes DRM freie epub E-Book ins mobi Format umwandeln, welches der Kindle wiedergeben kann.
    Beim Kindle Fire wird es spannend, ob die Android epub-Reader-Apps darauf auch laufen und falls Amazon zudem auch in Zukunft wirklich auf WebOS statt Android setzt, gibt es auch dafür bereits eine epub-Reader-App.


    Inwiefern übersteigt denn der Amazon-Printpreis die Herstellungskosten? Also diese These müsste man mal beweisen. Das klingt doch eher nach einer sehr extremistischen Anti-E-Book-Haltung. Zudem sind die 11 Euro für eine Neuerscheinung durchaus ein günstiger Preis. Zumindest in Deutschland zahlt man ja eher noch mehr.

  • Zitat

    Original von Delano
    Das ist nicht ganz korrekt. Auf dem Amazon-Reader funktionieren auch E-Books die nicht von Amazon sind.


    Wurde das tatsächlich schon geändert? In irgendeinem Thread hier im Forum wurde vor einer Weile behauptet, Kindle-Reader könnten nur Kindle-Formate lesen und niemand hat widersprochen.


    Zitat

    Man kann zudem ja jedes DRM freie epub E-Book ins mobi Format umwandeln,


    Hast Du nicht selbst gesagt, daß man die User mit möglichst bequemen Angeboten ködern kann und sollte? Umwandeln von Formaten mag ja für den geübten Leser einfach und schnell gehen, aber noch einfacher und schneller gehts eben, direkt bei Amazon zu kaufen. Und was mache ich mit den DRM-geschützten Büchern? Zurückgeben? Gar nicht kaufen? Oder DRM-Schutz entfernen?


    Zitat

    Inwiefern übersteigt denn der Amazon-Printpreis die Herstellungskosten?


    Nein, die Differenz zwischen Ebook und Print (> 6 Euro) übersteigt die Herstellungskosten und Vertriebskosten. Wenn das nicht der Fall ist, erkläre mir doch bitte, wie Taschenbücher, die schon länger auf dem Markt sind, als neue Auflage für unter 6 Euro angeboten werden können, wenn das schon die Kosten für Herstellung und Vertrieb unterschreitet. Sind das Geschenke der Verlage für die Leser? (Ich meine nicht Remittenden, sonden echte neue Bücher von meist erfolgreichen, aber schon etwas älteren Romanen).


    Zitat

    Also diese These müsste man mal beweisen. Das klingt doch eher nach einer sehr extremistischen Anti-E-Book-Haltung.


    Wie schon weiter oben mehrfach geschrieben, habe ich nix gegen Ebooks an sich, sie haben diverse Vorteile, die für mich zwar momentan nicht überzeugend sind, die ich aber durchaus nachvollziehen kann. Zudem verstehe ich nicht, wieso mein Hinweis darauf, daß Amazon bei Print eine höhere Gewinnmarge erzielt, als "extremistische Anti-E-Book-Haltung" ausgelegt werden kann?!?


    Zitat

    Zudem sind die 11 Euro für eine Neuerscheinung durchaus ein günstiger Preis. Zumindest in Deutschland zahlt man ja eher noch mehr.


    Ich kenne mich in dem betreffenden Genre nicht so aus, aber die meisten Taschenbücher (und um ein solches handelt es sich hier) kosten imho immer noch knapp unter 10 Euro.

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)

  • Zitat

    Original von LeSeebär


    Wurde das tatsächlich schon geändert? In irgendeinem Thread hier im Forum wurde vor einer Weile behauptet, Kindle-Reader könnten nur Kindle-Formate lesen und niemand hat widersprochen.


    Das war nie anders. Und natürlich können Kindle nur Formate des Kindle wiedergeben. "Kindle"-Formate werden ja auch nicht nur von Amazon vertrieben.


    Zitat

    Original von LeSeebär


    Hast Du nicht selbst gesagt, daß man die User mit möglichst bequemen Angeboten ködern kann und sollte? Umwandeln von Formaten mag ja für den geübten Leser einfach und schnell gehen, aber noch einfacher und schneller gehts eben, direkt bei Amazon zu kaufen. Und was mache ich mit den DRM-geschützten Büchern? Zurückgeben? Gar nicht kaufen? Oder DRM-Schutz entfernen?


    Was ist am Kindle-Shop von Amazon denn auch unbequem? Da es um die Möglichkeit ging, Inhalte wiederzugeben, ist es allerdings nicht korrekt zu behaupten, dass sich nur Amazon-Produkte wiedergeben lassen.
    Und wie angedeutet, ist es auch im Bereich des Möglichen, dass man mit dem Kindle Fire epub-E-Books wiedergeben kann. Mir ist da noch keine konkrete Anwendung bekannt, aber Amazon hat ja geäußert, dass man gegen eine epub-Reader-App auf dem Kindle Fire nicht vorgehen werde. Es ist halt Sache der Konkurrenz von Amazon in den Markt mit einzusteigen.



    Das ist eine typische Milchmädchenrechnung. Weil es Angebote von Büchern unter 10 Euro gibt, ist also jedes Buch das 11 Euro kostet überteuert? Aha. Also wichtige Faktoren, wie Umfang und Auflage werden einfach so übergangen.
    Also über die Marge die Amazon dabei hat kann man wohl kaum eine Aussage treffen. Es ist sogar denkbar, dass Amazon hier bei dem 4,90 € E-Book noch mehr verdient, als an dem 11 € Printbuch. Allein die Lieferung eines 11 Euro Buches an einen Haushalt in Deutschland durfte schon 3 Euro von der 6,10 € Differenz auffressen.

  • Moin again,


    zur Monopolstellung von Amazon bitte hier weiterlesen:
    Amazon startet deutschen Kindle Markt!
    Ab dem ersten Beitrag von Oblomov gehts los.

    Zitat

    Original von Oblomov
    Wer nicht die Kopierschutzmaßnahmen brechen will, bindet sich durch den Kindle mit seiner Buchsammlung auf Gedeih und Verderb an Amazon. Während man bei anderen Readern weitgehend freie Auswahl zwischen den Verkäufern hat, ist man mit dem Kindle gebunden.


    Das ist bis dato mein Stand der Dinge.


    Zitat

    Original von Delano
    Das ist eine typische Milchmädchenrechnung. Weil es Angebote von Büchern unter 10 Euro gibt, ist also jedes Buch das 11 Euro kostet überteuert? Aha. Also wichtige Faktoren, wie Umfang und Auflage werden einfach so übergangen.


    Bitte lies noch einmal von vorn, was ich im vorigen Post geschrieben habe und behalte dabei Deine Aussage im Blick. Ich habe lediglich bestritten, daß 11 Euro für ein Taschenbuch ein "durchaus günstiger Preis" seien. Überteuert oder vergleichbare Wörter wirst Du bei mir nicht finden, da ich das weder gesagt noch gemeint habe.


    Zitat

    Also über die Marge die Amazon dabei hat kann man wohl kaum eine Aussage treffen. Es ist sogar denkbar, dass Amazon hier bei dem 4,90 € E-Book noch mehr verdient, als an dem 11 € Printbuch. Allein die Lieferung eines 11 Euro Buches an einen Haushalt in Deutschland durfte schon 3 Euro von der 6,10 € Differenz auffressen.


    Wie gesagt, ich denke schon, daß die Verlage und Druckereien mit den von mir erwähnten Büchern für unter 6 Euro keinen Verlust machen. Trotz Kosten für Transport zum Buchhandel, Gewinn für den Buchhandel etc pp. Wenn Amazon mit seinen großen Lagern in der Pampa ein Transportkostenproblem haben sollte, halte ich das für einen schlechten Scherz.


    Kurz: Möglich, daß der Hauptanteil der Kosten nicht der Druck, sondern der Transport ist, aber dass die Kosten jenseits der Differenz zwischen Ebook und Print liegen, halte ich persönlich für utopisch.

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)


  • Dann wäre es mal an der Zeit sich mit dem Thema selbst zu beschäftigen.
    Z.B. O'Reilly bietez auch selbst E-Books im mobi-Format an und die kann man auch direkt dort erwerben.


    Zitat

    Original von LeSeebär


    Bitte lies noch einmal von vorn, was ich im vorigen Post geschrieben habe und behalte dabei Deine Aussage im Blick. Ich habe lediglich bestritten, daß 11 Euro für ein Taschenbuch ein "durchaus günstiger Preis" seien. Überteuert oder vergleichbare Wörter wirst Du bei mir nicht finden, da ich das weder gesagt noch gemeint habe.


    Wie schon gesagt, man muss hier auch Auflage und Umfang beachten. Und eben auch, dass viele Taschenbücher in Deutschland eben doch mehr als nur 11 Euro kosten. Und eine Aussage zur Marge ist eben schon eine Beurteilung des Preises.


    Zitat

    Original von LeSeebär


    Wie gesagt, ich denke schon, daß die Verlage und Druckereien mit den von mir erwähnten Büchern für unter 6 Euro keinen Verlust machen. Trotz Kosten für Transport zum Buchhandel, Gewinn für den Buchhandel etc pp. Wenn Amazon mit seinen großen Lagern in der Pampa ein Transportkostenproblem haben sollte, halte ich das für einen schlechten Scherz.


    Welches Transportkostenproblem? Ich habe da jedenfalls keines erwähnt.


    Zitat

    Original von LeSeebär
    Kurz: Möglich, daß der Hauptanteil der Kosten nicht der Druck, sondern der Transport ist, aber dass die Kosten jenseits der Differenz zwischen Ebook und Print liegen, halte ich persönlich für utopisch.


    Tja, sowohl Druck- als auch Transportkosten fallen bei E-Books nicht an. Die Kosten um ein E-Book vorrätig zum Verkauf zu halten sind vergleichsweise minimal. Natürlich kostet das Serverzentrum in dem die E-Books gespeichert sind, aber die Kosten für den Unterhalt der Druckerpressen auf denen Bücher gedruckt werden, fallen ja zusätzlich zum Druck auch immer noch an.
    Also kurz gesagt, ich kann diese geäußerte extremistische Anti-E-Book-Haltung absolut nicht nachvollziehen.

  • Zitat

    Original von Delano
    Welches Transportkostenproblem? Ich habe da jedenfalls keines erwähnt.


    Dann habe ich Dich wohl mißverstanden mit den 3 Euro Transportkosten.


    Zitat


    Tja, sowohl Druck- als auch Transportkosten fallen bei E-Books nicht an.


    Richtig, und deshalb bin ich ja auch absolut der Ansicht, daß diese Kosten beim Ebook weggelassen werden können. Beim genannten Buch ist der Preis für das Ebook aber meines Erachtens deutlich geringer als der Preis für das gedruckte Buch abzüglich Druck- und Transportkosten.


    Zitat

    Also kurz gesagt, ich kann diese geäußerte extremistische Anti-E-Book-Haltung absolut nicht nachvollziehen.


    Und ich kann immer noch nicht nachvollziehen, was an meinen Äußerungen eine "extremistische Anti-Ebook-Haltung" sein soll. Durchs Wiederholen wird die Aussage nicht richtiger.

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  • Zitat

    Original von LeSeebär
    Richtig, und deshalb bin ich ja auch absolut der Ansicht, daß diese Kosten beim Ebook weggelassen werden können. Beim genannten Buch ist der Preis für das Ebook aber meines Erachtens deutlich geringer als der Preis für das gedruckte Buch abzüglich Druck- und Transportkosten.


    Weswegen? Warum sollte es nicht genau anders herum sein, dass eben Amazons Marge für das Printbuch niedriger ist, als für das E-Book?
    Der Preis für das E-Book ist jedenfalls auch höher als bei früheren E-Books des Autors und über Faktoren Umfang und Auflage des Buches ist bisher auch keine Aussage zu treffen.


    Zitat

    Original von LeSeebär
    Edit: Da Amazon es für nötig hält, die Bücher auch noch in der gedruckten Version anzubieten (und das zudem für einen im Vergleich zum Ebook höheren Betrag, der die Differenz durch Herstellungs- und Vertriebskosten bei weitem übertrifft), läßt mich hoffen, daß selbst Amazon, die ja mit jedem Wort versuchen, einen Ebook-Hype herbeizureden, noch nicht davon überzeugt ist, daß die Ebooks sich in absehbarer Zeit als einziges Format in der U-Lit durchsetzen.


    Zitat

    Original von LeSeebär
    Und ich kann immer noch nicht nachvollziehen, was an meinen Äußerungen eine "extremistische Anti-Ebook-Haltung" sein soll. Durchs Wiederholen wird die Aussage nicht richtiger.


    Warum wird dann der Erfolg der E-Books auf einen bloßen Hype, der sogar nur als Gerede existieren soll, reduziert? Abgesehen davon, dass die These von der angeblich höheren Marge für Printbücher ziemlich fragwürdig ist.

  • Zitat

    Original von Delano


    Weswegen? Warum sollte es nicht genau anders herum sein, dass eben Amazons Marge für das Printbuch niedriger ist, als für das E-Book?
    Der Preis für das E-Book ist jedenfalls auch höher als bei früheren E-Books des Autors und über Faktoren Umfang und Auflage des Buches ist bisher auch keine Aussage zu treffen.


    Das Warum versuche ich doch die ganze Zeit zu erklären: Weil die Kosten für Druck und Transport in aller Regel wohl deutlich unter 6 Euro liegen dürften.


    Zu Deinen Bedenken wegen der Auflage: Es geht hier um ein englischsprachiges Buch, die Auflage dürfte also höher sein als bei vergleichbaren deutschsprachigen Büchern.


    Das der Preis für das Ebook höher ist, hat doch mit dem Unterschied zwischen Ebook und gedrucktem Buch nix zu tun?!?


    Ich habe jetzt mal nachgesehen, auf US-Amazon beträgt der Unterschied zwischen Ebook und Print umgerechnet nicht mal 2 Euro. Noch Fragen?


    Zitat

    Original von LeSeebär
    Warum wird dann der Erfolg der E-Books auf einen bloßen Hype, der sogar nur als Gerede existieren soll, reduziert?



    Der Hype von Amazon wird in einem anderen Thread beschrieben. Es geht hier nicht um den ernsthaften Erfolg, sondern um reines Marketing. Sorry, wenn ich das verwirrenderweise in diesen Thread mitgebracht habe.


    Zitat

    Abgesehen davon, dass die These von der angeblich höheren Marge für Printbücher ziemlich fragwürdig ist.


    Ich halte diese "These" für durchaus gut belegt. Aber selbst, wenn sie falsch sein sollte, hat das doch nix mit "Anti-Ebook" zu tun. Wie gesagt, ich bin ja durchaus für Ebooks und auch dafür, daß sie günstiger sein sollen als gedruckte Bücher, aber nicht dafür, mit aller Gewalt die Printbücher vom Markt zu verdrängen, was Amazon imho seit einiger Zeit massiv versucht.

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)

  • Im "Spiegel" stand außerdem, dass e-books zur Zeit noch häufig nur 3- stellige Verkaufszahlen erreichen.


    Dann sind auch die günstigeren Herstellungskosten im Verhältnis teurer als für die Printversion.


    Außerdem halte ich es auch für nicht realistisch zu glauben, dass die Verlage kalkulieren Printpreis - Druck, Auslieferung etc. = e-book- Preis. Vielmehr kalkulieren die beide Versionen zusammen.


    Für mich sind die Preise zur Zeit so o.k., denn ist ein Luxus ein Buch als e-book statt in der Papierversion zu lesen und man muss dankbar sein, dass es überhaupt ein e-Version gibt.


    Manche Verlage und Autoren sind da ja noch völlig unmodern und machen gar keine e-books.


    Ich kann nur jedem empfehlen "probiert es aus" !


    Ich habe meine Papierbücher auch immer geliebt und geschleppt und gestapelt und ich dachte auch, dass ich sie vermissen würde, aber das ist nicht der Falle. Das Lesen ist schöner und ich liebe die Mobilität und den Speicher, der die Bücherberge zu Hause spart.

  • Zitat

    Original von LeSeebär
    Das Warum versuche ich doch die ganze Zeit zu erklären: Weil die Kosten für Druck und Transport in aller Regel wohl deutlich unter 6 Euro liegen dürften.


    Zu Deinen Bedenken wegen der Auflage: Es geht hier um ein englischsprachiges Buch, die Auflage dürfte also höher sein als bei vergleichbaren deutschsprachigen Büchern.


    Was wiederum nichts über die Auflage und Umfang aussagt und auch nichts darüber welches deutschsprachige Buch hier als Vergleich dienen soll.


    Zitat

    Original von LeSeebär
    Das der Preis für das Ebook höher ist, hat doch mit dem Unterschied zwischen Ebook und gedrucktem Buch nix zu tun?!?


    Es ist ein Hinweis dass die Marge höher sein könnte, als bei vorher veröffentlichten E-Books.


    Zitat

    Original von LeSeebär
    Ich habe jetzt mal nachgesehen, auf US-Amazon beträgt der Unterschied zwischen Ebook und Print umgerechnet nicht mal 2 Euro. Noch Fragen?


    Komisch, auf amazon.com ist noch überhaupt kein Preis für das E-Book angeben, aber das Printbuch ist dort derzeit in einer Aktion temporär von 14,95$ auf 8,97$ reduziert. Allein allerdings nicht versandkostenfrei. Noch fragen?


    [edit]
    Das Buch ist also 6$ günstiger, aber man muss für den Versand bezahlen oder weitere Waren erwerben um 25$ zu erreichen. Bei den deutschen Preisen von 10,99€ ist der Versand kostenlos, wenn man das Buch allein bestellt. Dass man bei Aktionspreisen den Preisnachlass über andere Wege wieder hereinholt, sollte doch keine Überraschung sein, oder? Da haben wir übrigens auch wieder die Versandkosten, die letztlich auch über den Buchpreis bezahlt werden im Printbereich und bei E-Books wegfallen.
    [/edit]


    Zitat

    Original von LeSeebär
    Der Hype von Amazon wird in einem anderen Thread beschrieben. Es geht hier nicht um den ernsthaften Erfolg, sondern um reines Marketing. Sorry, wenn ich das verwirrenderweise in diesen Thread mitgebracht habe.



    Ich halte diese "These" für durchaus gut belegt. Aber selbst, wenn sie falsch sein sollte, hat das doch nix mit "Anti-Ebook" zu tun. Wie gesagt, ich bin ja durchaus für Ebooks und auch dafür, daß sie günstiger sein sollen als gedruckte Bücher, aber nicht dafür, mit aller Gewalt die Printbücher vom Markt zu verdrängen, was Amazon imho seit einiger Zeit massiv versucht.


    Wo drängt Amazon E-Books mit Gewalt vom Markt?*1 Das ist doch wieder so eine ziemlich merkwürdige These.
    Fasst man die Thesen nämlich zusammen kommt man zu dem Bild, dass Amazon hier mit Gewalt seine eigenen Margen niedrig halten will. Was ich sehr stark bezweifel.


    *1 Wo drängt Amazon E-Books mit Gewalt vom Markt? sollte eigentlich heißen: "Wo drängt Amazon Printbücher mit Gewalt vom Markt?"

  • Zitat

    Original von Delano


    Es ist ein Hinweis dass die Marge höher sein könnte, als bei vorher veröffentlichen E-Books.


    Bei höherer Auflage werden aber die Druckkosten pro Buch meines Wissens eher gesenkt?


    Sorry, hatte Auflage statt Marge gelesen. Aber sollte die Marge nicht bei Ebook und Print gleich sein, somit also keinen Unterschied machen bei der Preisdifferenz zwischen Ebook und Print?


    Zitat

    Original von Delano


    Komisch, auf amazon.com ist noch überhaupt kein Preis für das E-Book angeben, aber das Printbuch ist dort derzeit in einer Aktion temporär von 14,95$ auf 8,97$ reduziert. Allein allerdings nicht versandkostenfrei. Noch fragen?


    Eine "temporäre" Senkung habe ich nicht gefunden, nur den Amazon-Preis von 8,97$ und den Listenpreis von 14,95$ - dass der Listenpreis in den USA ohne Buchpreisbindung nahezu keine Aussagekraft hat, dürfte bekannt sein. Der Amazon-Ebook-Preis für das 2012 erscheinende Ebook liegt bei 6,55$ (wiederum abweichend vom Listenpreis).


    Zitat

    Original von Delano
    Wo drängt Amazon E-Books mit Gewalt vom Markt? Das ist doch wieder so eine ziemlich merkwürdige These.


    Findest Du? Wenn man den Markt und die Aussagen der Amazon-Oberen, die gefühlt bei jedem verkauften Ebook ein Zeitungsinterview geben, daß die Ebooks auf dem Vormarsch sind und die gedruckten Bücher in absehbarer Zeit aussterben, beobachtet, kann man diese These durchaus als angemessen erachten.


    Zitat

    Fasst man die Thesen nämlich zusammen kommt man zu dem Bild, dass Amazon hier mit Gewalt seine eigenen Margen niedrig halten will. Was ich sehr stark bezweifel.


    ??? Keine Ahnung, woraus Du das gelesen hast, aber meine Meinung ist eher, daß Amazon seinen Marktanteil ausbauen will - imho durch eine Ausweitung des Ebook-Marktes, mit dem man die vielen stationären Konkurrenten nämlich am schnellsten in den Orkus der Geschichte eingehen lassen kann.

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)

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  • Zitat

    Original von LeSeebär
    Bei höherer Auflage werden aber die Druckkosten pro Buch meines Wissens eher gesenkt?


    Richtig. Genau das versuche ich die ganze Zeit zu erklären, dass die Aussage, dass der Druck und Transport generell höchstens 6€ kostet, ziemlicher Quatsch ist.


    Zitat

    Original von LeSeebär
    Eine "temporäre" Senkung habe ich nicht gefunden, nur den Amazon-Preis von 8,97$ und den Listenpreis von 14,95$ - dass der Listenpreis in den USA ohne Buchpreisbindung nahezu keine Aussagekraft hat, dürfte bekannt sein.


    Tja, dann muss man mir nun aber auch zustimmen, dass der Preis sich ändern kann. Und da die Preise sich von Zeit zu Zeit ändern, ist es eben temporär. Zumal ja auch noch Versandkosten hinzukommen. Bei den 10,99 € für Deutschlands ist der Versand schon enthalten. Aber eben auch die Mehrwertsteuer, die in Deutschland auch noch mit gut 77 Cent im Preis enthalten ist, während die 14,95$ so ziemlich genau den 10,99€ entsprechen.


    Zitat

    Original von LeSeebär
    Der Amazon-Ebook-Preis für das 2012 erscheinende Ebook liegt bei 6,55$ (wiederum abweichend vom Listenpreis).


    Da erscheint nur der Printpreis. Kann ich nun nicht wirklich nachvollziehen.


    Edit: Ok, ohne Amazon-Cookie geht es. Aber 6,55$ entspricht ja in etwa den 4,89€ ;-)
    In beiden Fällen diesmal auch inklusive Steuern.


    Zitat

    Original von LeSeebär


    Findest Du? Wenn man den Markt und die Aussagen der Amazon-Oberen, die gefühlt bei jedem verkauften Ebook ein Zeitungsinterview geben, daß die Ebooks auf dem Vormarsch sind und die gedruckten Bücher in absehbarer Zeit aussterben, beobachtet, kann man diese These durchaus als angemessen erachten.



    ??? Keine Ahnung, woraus Du das gelesen hast, aber meine Meinung ist eher, daß Amazon seinen Marktanteil ausbauen will - imho durch eine Ausweitung des Ebook-Marktes, mit dem man die vielen stationären Konkurrenten nämlich am schnellsten in den Orkus der Geschichte eingehen lassen kann.


    Also wenn Amazon mit Gewalt Print beseitigen will, was ich bezweifel, dann würde Amazon ja wohl kaum selbst in Printverlage investieren, und wenn E-Books so viel weniger Marge bieten, ist das nicht zusammen ein wenig sehr widersprüchlich?


    Ich würde ja eher sagen, E-Books kommen so oder so, egal was Amazon macht. Amazon tut aber sein Bestes um den eigenen Anteil am Markt so groß wie möglich zu machen, um den Gewinn zu maximieren. Letztlich also auch die Margen hoch zu halten, indem man so einiges komplett aus der eigenen Hand bietet.


    Edit: Gerade entdeckt. Ich meinte nicht, dass Amazon E-Books vom Markt drängt, sondern Printbücher vom Markt drängen will. Ich korrigiere das mal.