Erfahrungen mit dem Novum-Verlag?

  • Hallo zusammen,


    auch wenn der Beitrag etwas älter ist, möglicherweise liest ihn ja noch jemand.


    Ich habe mich nach sehr langer Suche nach einem klassischen Verlag und den leider ernüchternden Ergebnissen (keine Antworten) schlussendlich an den Novum Verlag gewandt und werde dort noch dieses Jahr mein erstes Buch veröffentlichen.

    Klar werden mich jetzt wahrscheinlich viele Autoren/Leser als naiv schimpfen, doch ich denke, auch unter den sog. Druckkostenzuschussverlagen gibtes gravierende Unterschiede bezüglich Leistungen und Vertragsdetails. Ich konnte an meinem Vertrag relativ gut zwei bis drei Punkte abändern (z.B das Recht auf Verfilmung komplett bei mir behalten) und andere kleine Änderungen.

    Natürlich bleibt die Frage bestehen, weshalb man für die Veröffentlichung eines Buches bezahlen sollte, allerdings ist das für viele oftmals die Beste oder Einzige Option, sei es weil man bei klassischen Verlagen keine Antwort bekommt oder das SP zu viel Aufwand ist (so bei mir).


    Die lange verbreitete Behauptung, durch einen DKZV wäre man bei klassischen Verlagen "verbrannt" stimmt so übrigens nicht. Wenn ein klassischer Verlag sieht, wie gut ein Buch ist, wird er unabhängig des aktuellen Verlages beim Autor vorstellig, das weiß ich aus Erfahrung.


    Ich hoffe und gehe davon aus, dass die Veröffentlichung meines Werkes erfolgreich sein wird, egal bei welchem Verlag. Denn in erster Linie geht es um die Qualität des Buches und nicht um die des Verlages.


    In diesem Sinne Beste Grüße

    Seb2000

  • Seb2000 Es wäre interessant, zu erfahren, wie viele Novumbücher schon verfilmt oder wenigstens optioniert worden sind. 🤔 Das Ausklammern von Filmrechten ist bei Verträgen mit richtigen Verlagen übrigens inzwischen fast der Normalfall.

    Und, mit Verlaub, ich lese da einen gaaaanz leichten Widerspruch. Du erzählst, dass Du Dein erstes Buch jetzt über Novum publizieren würdest, und am Ende behauptest Du, aus (eigener?) "Erfahrung" zu wissen, dass, wenn ein "klassischer" (also: richtiger) Verlag "sieht, wie gut ein Buch ist", er unabhängig davon "vorstellig werden" würde, wo dieses Buch erschienen ist.


    Ja, die DKZ-Buden schmücken sich gerne damit, wenn eine/einer ihrer Autoren oder -innen ausnahmsweise irgendeinen Coup gelandet hat, aber es ist nichts weiter als reine Augenwischerei, wenn man irgendwas davon als exemplarisch annehmen würde. Das ist one in a million.


    Tatsächlich steht das Geschäftsmodell der DKZVe in den letzten Jahren ganz erheblich unter Druck, was natürlich auch daran liegt, dass die Nachfrage nach gedruckten Büchern allgemein sinkt, in diesem Fall aber noch beschleunigt wird, weil Selfpublishing so stark geworden ist und eine deutlich bessere Reputation mit sich bringen kann als DKZV (weil es SP-Autoren und -innen gibt, wie wirklich sehr erfolgreich sind und echt gute Texte publiziert haben). Deshalb wird wohl auch wieder zu solchen Maßnahmen gegriffen wie ausgedachte Kunden durch Bücher- und Autorenforen wandern und schräge Behauptungen verbreiten zu lassen. ;)

  • Ich denke, DKZV - die denkbar schlechteste Wahl. Ich glaube auch, dass es nicht mal one in a million ist. Nenne mir einen Autoren, der es aus einem DKZV in einen seriösen Verlag geschafft hat?

    Wie Tom schon sagte, bei Selbstverlegern passiert so etwas zuweilen, wenn auch sehr selten.

    Es gibt auch den umgekehrten Fall: Mein Erstling erschien damals in einer Krimireihe eines seriösen mittelständischen Verlages, der aber leider wenig Marketing-Erfahrung hatte. Es war ein GRAUES (!) SOFTCOVER (!) . Unverkäuflich, nannte ein Buchhändler darum die Reihe ... :lache

    Jedenfalls brachte auch ein anderer Newcomer sein Werk in dieser Reihe unter. Um Gotteswillen! dachte ich: Der Kerl wirft die deutsche Sprache mit jedem Satz weit hinter die Mersebuger Zaubersprüche

    zurück. :lache

    Gleichwohl war er clever. Er holte sich die Rechte später an dem Teil zurück, warf es auf den damals ganz neuen Ebookmarkt. Der Markt war frisch, neu, jungfräulich. Tja, das Ding wurde dort ein Erfolg! Er ist ein manischer Schreiber und produziert seitdem Teile dieser Gewichtsklasse quasi wie am Fließband. Er hat bis jetzt 3 (!!!) (five exclamation marks, the sure sign of an insane mind (Terry Pratchett) - daher nur drei) - Repetitio DREI MILLIONEN Bücher verkauft. :lache

    Nureine Story am Rande.

    Wieviel musst du selbst bezahlen? Nur den Druckkostenzuschuss? Oder gibt es auch ein Lektorat? Falls ja: Musst für dafür zahlen usw. Wäre doch mal interessant zu erfahren.


    Ansonsten wünsche ich dir auf jeden Fall viel Glück! Schreiben ist eine Sache, du musst es vermarkten können.

  • Hallo Tom und Medea, danke für eure Antworten 😊.


    Das mit der Erfahrung im Bezug auf das "verbrannt" sein bei anderen Verlagen, wenn man bei einem DKZV veröffentlicht, ist nicht auf mich bezogen, sondern auf eine Bekannte. Diese hatte zuerst bei einem DKZV veröffentlicht und danach ein Angebot von einem klassischen Verlag für ihre weiteren Bücher bekommen.


    Zu den Vertragsdetails möchte ich mich wegen der Vertraulichkeit eigentlich nicht äußern. Ich muss auf jeden Fall nicht für jedes gedruckte Buch bezahlen, nur einmalig für das Cover/Layout/Marketing/Zusatzleistungen wie eine eigene Website, etc.

    Die Provision die ich pro verkauftem Buch erhalte, ist übrigens nicht unerheblich. Zudem würden sich die Kosten für weitere Veröffentlichungen (abhängig von den Verkaufszahlen dieses Buches) verringern bzw. komplett wegfallen.

    Ein Lektorat brauche ich nicht, da ich mein Buch schonvor einigen Jahren von einer Lektorin habe überarbeiten lassen.


    Ein kleiner Hinweis: das Buch würde/wird übrigens nicht nur deutschlandweit sonder auch darüber hinaus aktiv beworben, wusste ich so vorher auch nicht 😅.


    Fragt gerne weiter, so lange es sich um keine vertraulichen Vertragsdetails handelt, die ich logischerweise nicht nenne 😅.


    LG

    Seb2000

  • Bist Du im Vertrieb von Novum tätig oder in der Autorenbetreuung, Seb2000 ? Ich verwette ein mittelhalbwichtiges Körperteil darauf, dass Du kein Autor bist, der dort ein Buch machen lässt. Ja, ja, die "internationale Werbung", das ist übrigens so ein superklasse-USP, der völlig bedeutungslos ist und keinerlei Wirkung hat.


    Bei Novum sind Pauschalen üblich, Seitenpreise nicht. Als wir ihnen vor einigen Jahren Rico Beutlichs 'Über-All' angeboten haben, zu 99 Prozent bestehend aus rechtefreien Texten aus dem Projekt Gutenberg, wollten sie um die 20.000 € dafür haben.

  • Hallo Tom,


    ich muss dich leider enttäuschen, ich bin wirklich Autor und in keinem Verlag angestellt. :)

    Beweisen kann ich das natürlich erst, wenn mein Buch veröffentlicht wurde.


    Natürlich kann ich nicht sagen, ob sich der Preis bei mir an der Seitenzahl bemisst oder ob es ein Pauschalpreis ist, ich gehe einfach mal von ersterem aus.

    20.000€ ?? Das ist heftig, bei mir ist es je nach Leistungspaket viel bis sehr viel weniger. Mein Buch hat aber auch "nur" um die 350 Seiten, ich weiß nicht wie umfangreich dein probehalber eingereichtes war.


    Beste Grüße

    Seb2000

  • Ich habe kein Buch "probehalber eingereicht". Lies ruhig mal den Artikel bei "Spiegel online", den ich in Beitrag 225 verlinkt habe.


    So oder so, es ist nach meinem ganz persönlichen Dafürhalten schlimmschlecht rausgeworfenes Geld. Kein Mensch in diesen "Verlagen" hat Interesse an guter Literatur, wenigstens an guten Texten, und das Geschäftsmodell basiert auf einer sehr simplen menschlichen Eigenschaft.


    Eitelkeit.


    Beweisen kann ich das natürlich erst, wenn mein Buch veröffentlicht wurde.

    Da Dein erstes Buch noch in diesem Jahr dort erscheinen wird, kannst Du sicher jetzt schon verraten, unter welchem Namen und mit welchem Titel das geschehen wird. Es müsste dann ja auch sehr bald gelistet sein.

  • Hallo Tom,


    also wenn ich in einem Verlag arbeiten würde, täte ich das persönlich nur aus dem Grund, weil ich mich für Literatur und Sprachen sehr interessiere. Spreche jetzt aber nur für mich.

    Den Artikel lese ich gerne die nächsten Tage ;)


    Ja laut Produktionsplan soll mein Buch voraussichtlich bis Ende Oktober dieses Jahr erscheinen, unter dem Titel "Die Legenden von Alcahon". Es ist ein Fantasy-Roman; ja ich weiß, von denen gibt es viele auf dem Buchmarkt und nicht alle taugen etwas ;). Zum Glück habe ich auch außerhalb meiner Familie bzw. des Freundeskreises, also von "unabhängigen" Lesern durchweg positive Rückmeldungen bei Probelesungen erhalten. Daher gehe ich nicht davon aus, dass es irgendwo verstaubt und unverkäuflich rumstehen wird.

    Die Zukunft wird es zeigen.


    Beste Grüße

    Seb2000