'Der Ruf des Kondors' - Kapitel 16 - 21

  • Josef geht für einige Monate nach Valdivia um kaufmännische Erfahrungen in einer Möbelfmanufaktur zu machen.


    Als er zurück kommt inst Ayen verschwunden. Josef ist verzweifelt.


    In diesem Abschnitt macht Josef eine schlimme Zeit durch, zu allem Unglück darf er den Stamm von Kayuantu nicht mehr besuchen, weil die machi eine Vision davon hatte, dass er Unheil in sich führe.

  • Kapitel 18:
    Hervorragend wie Astrid Fritz es schafft, die seelischen Zustände ihrer Protagonisten durch Naturbeschreibungen zu verdeutlichen.
    In Kapitel 18 z.B. ist Ayen verzweifelt, traurig, allein, verängstigt und verloren irrt sie durch den Wald. Ausgedrückt wird das passenderweise durch folgende Passage:
    Nieselregen überzog die Berge mit einem Schleier, der in seinem trostlosen Grau alle Farben des Waldes überdeckte und die verknoteten Äste der Krüppelbuchen noch gespenstischer wirken ließ.

  • Zu Beginn des dritten Teiles wissen wir endlich, was mit Armbruster los ist. Sowohl, was sein Verhältnis zu Luise als auch was seine eigene Geschichte betrifft.


    Seite 270. Josef fragte sich später oft, ob die Dinge nicht ganz anders verlaufen wären, hätte er die Wintermonate zu Hause in Maitén verbracht. Das klingt, um es einmal vorsichtig zu formulieren, nicht unbedingt nach wirklich guten Aussichten für die Zukunft.


    Jetzt also reist Paul Armbruster nach Feuerland. Ich hoffe doch sehr, daß wir ihm nochmals begegnen!


    Bin inzwischen bis zum zwanzigsten Kapitel vorgedrungen. Die Aussichten waren wirklich nicht sehr gut, und ich kann nur hoffen, daß der Tiefpunkt erreicht ist ...


    Das Vorgehen Ehrets mit dem Puma paßt zu ihm, genauso das Verhalten seines Sohnes Julius. Leider kommen solche Leute mit ihren Machenschaften meist relativ ungeschoren davon.


    Jetzt habe ich, glaube ich, die Teile etwas durcheinander gebracht. Ich schreibe es jetzt trotzdem komplett hierhin.



    Ohne jetzt komplett zu zitieren:

    Zitat

    Herr Palomar
    Hervorragend wie Astrid Fritz es schafft, die seelischen Zustände ihrer Protagonisten durch Naturbeschreibungen zu verdeutlichen. (...)


    :write

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Im dritten Teil ist wieder viel passiert. Josef geht für ein paar Monate in eine Möbelmanufaktur nach Valdivia um sich Fachwissen im kaufmännischen Bereich anzueignen.


    Paul Armbruster meint den Bruder von Josef gesehen zu haben. Er verabschiedet sich von Josef, weil er an einer Expedition auf einem Schiff nach Feuerland teilnimmt. Bin mal gespannt, was noch aus Raimund und Paul wird. :gruebel


    Joef reitet in ein Goldgräberlager auf der Suche nach seinem Bruder. Er findet jemanden der Raimund kennt und bereit ist, einen Brief von Josef an Raimund weiterzuleiten.


    Ayens Mutter ist gestorben und Ayen flüchtet in die Berge und landet bei den Mapuche-Indianern, später bei einer Einsiedlerin. Josef sucht Ayen, kann sie aber nicht finden. :-( Kayuantu kann und will Josef bei der Suche nicht helfen.


    Josef kauft sich eine alte "spukende" Getreidemühle in Puerto Varas, die er zu einer Sägerei umfunktioniert.


    Kayuantu erklärt Josef, dass er ihn nicht mehr sehen darf, da die machi im Trance-Zustand gesehen hat, dass Josef Unheil bringt.

  • Paul Armbruster geht nach Feuerland. Er kann seine Liebe zu Luise nicht vergessen .... :cry Ich bezweifele, dass ihm das in Feuerland gelingen wird: es ist doch egal ob zwischen einer unerfüllten Liebe 3km, 30km,300km oder mehr liegen .... Für Herz und Kopf ist das doch total egal!


    Julius Ehret vergewaltigt Ayen. sie bekommt ein Kind von ihm :yikes Sie wird von Kayuanus Stamm gerettet. Sie will das Kind nicht, eigentlich ... :help Sie will all das Schreckliche nur vergessen .... aber dann nimmt sie das Kind doch an. Sie hat Angst, dass Josè sie verachtet und nicht mehr liebt. Kayuantu möchte Julius umbringen (wer nicht????) erhält aber keine Erlaubnis vom Kaziken.

  • Das ist auch sehr geschickt geschrieben. Erst irrt Ayen schwanger durch den Wald, der Leser macht sich Gedanken und erst dann wird die schlimme Vergewaltigungsszene beschrieben.
    Julius hat offenbar einen Status, bei dem er glaubt, sich alles erlauben zu können. Schade, dass ihn nicht früher jemand vom hohen Roß geholt hat. :hau
    Und Ayen glaubt auch noch, sie muss im Ehrethaushalt ausharren! :-(

  • Ich finde auch, daß in diesem Teil wieder sehr viel passiert ist.


    Armbruster flüchtet quasi nach Feuerland, um Luise zu vergessen. Hier bin ich mal gespannt wie das noch weitergeht. Ob noch was mit Emil passiert? Ich glaube nicht, daß am Ende Luise noch mit Emil glücklich verheiratet ist :gruebel


    Josef geht in die Lehre bei einer Möbelmanufaktur und lernt hier sehr viel für sein späteres Leben.


    Ayen flüchtet von den Ehrets (und diesem Julius), bekommt das ungewollte Kind und geht am Ende in die Berge, um dort mit der Alten in der Einsamkeit zu leben. Hier geht es bestimmt noch mal interessant weiter.


    .. und dann kauft sich Josef die alte Mühle und hat große Pläne damit

  • Zitat

    Original von Richie
    Josef geht in die Lehre bei einer Möbelmanufaktur und lernt hier sehr viel für sein späteres Leben.
    .. und dann kauft sich Josef die alte Mühle und hat große Pläne damit


    Das ist der Traum eines Auswanderer, es in der Fremde zu etwas zu bringen. Und Josef hat es durch seine ehrliche und offene Art wirklich verdient, erfolgreich zu werden, besonders da er auch viel dafür tut.


    Beeindruckend, wieviele Aspekte der lebhafte Roman abdeckt. :-]
    Er ist wirklich keine Seite zu lang, sondern füllt die Seiten optimal aus!

  • Zitat

    Original von Herr Palomar


    Das ist der Traum eines Auswanderer, es in der Fremde zu etwas zu bringen. Und Josef hat es durch seine ehrliche und offene Art wirklich verdient, erfolgreich zu werden, besonders da er auch viel dafür tut.


    Beeindruckend, wieviele Aspekte der lebhafte Roman abdeckt. :-]
    Er ist wirklich keine Seite zu lang, sondern füllt die Seiten optimal aus!


    Da kann ich eigentlich nur zustimmen, trotz meiner Probleme im ersten Teil. Allerdings würden mir etliche Seiten mehr Umfang trotzdem nichts ausmachen ...

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Diesen Teil habe ich auch beendet. Was für eine Entwicklung! (An einer Stelle ist mir übrigens auch die von Herrn Palomar schon früher erwähnte Analogie zwischen Umwelt und innerer Stimmung aufgefallen; habe allerdings dummerweise vergessen, ein Lesezeichen an der entsprechenden Seite zu legen.)


    Seite 316 “Die Hex - die Hex hat mir eins verpasst.“
    Diese Hexe kenne ich auch, leider nur zu gut.


    Dann kommt Kayuantu endlich zu Besuch, und das läuft gewaltig schief. Aus Josefs Sicht vielleicht verständlich, aber trotzdem schade für die Freundschaft. Wenigstens erspart uns der erzählerische Schachzug, Kayuantu von Ayen erzählen zu lassen, den Tod des Kindes miterleben zu müssen. Traurig, sehr traurig. Nur warum wollte Ayen um alles in der Welt nicht, daß Josef erfährt, wo sie ist? Alles nur aus falschem Stolz?


    Und ob es Armbruster so viel besser getroffen hat, ist ja auch noch nicht klar. Denn ich vermute doch mal, daß wir es bei dem Schiffbrüchigen, der gefunden wird, mit ihm zu tun haben. Aber immerhin lebt er, und zeitweise scheint die Erinnerung wieder zu kommen. Das könnte ja gegebenenfalls unter Umständen vielleicht zur Hoffnung Anlaß geben.



    Und ich habe endlich mal aufgepaßt und kann ein Beispiel für einen Zeitsprung geben, und zwar auf Seite 343:
    Du bleibst ja in Sichtweite, hatte Emil beim Abschied versucht zu scherzen, nur auf der anderen Seite des Sees.
    Es war schon später Nachmittag, als hinter dem grauen Regenschleier die Häuser von Puerto Varas auftauchten.

    Zwischen der Abfahrt des Bootes und der Ankunft am anderen Ufer liegt eine „Enter“-Taste, ein Absatz. Wie ein harter Schnitt in einem Film: zwischen Abfahrt und Ankunft kein Bild, kein Schwenk. Bild 25 der einen Sekunde die Abfahrt, Bild 1 der nächsten Sekunde die Ankunft. Ich weiß, ich bin unmodern, aber an solchen Stellen fehlt mir ein „Füllsatz“, oder zumindest Halbsatz von der Überfahrt, der ein zeitliches Abstandsgefühl erzeugt.


    Ich hoffe, ich konnte verständlich machen, was ich meine.



    Und zum Ende des Teiles der vom Klappentext her bekannte „Fluch“ der Schamanin. Auch wenns bekannt war: aber was soll das jetzt? Ich hoffe doch, daß wir noch den Hintergrund dieser Sache erfahren, das, was die Schamanin gesehen hat bzw. fürchtet. Und ich kann nur noch hoffen, daß es nicht zu schlimm wird.


    Und ich muß jetzt ins Bett und schlafen, und kann nicht mehr weiterlesen. :cry

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • In diesem Abschnitt passieren wirklich sehr dramatische Dinge.
    Armbruster geht nach Feuerland....schön dass er sich mit Luise noch aussöhnen konnte :-) Vielleicht ist dies im Moment die beste Lösung, denn er liebt zwar Luise, will ihre Familie aber nicht ins Unglück stürzen und er möchte Emil nicht als Freund verlieren. Keine leichte Enscheidung, möchte nicht in seiner Haut stecken. Und Luise? Da ist mir nicht ganz klar, wie sie zu Paul steht?


    Die arme Ayen, vergewaltigt von Julius Ehret, wird sie auch noch schwanger von ihm und sieht keinen anderen Ausweg mehr, als in die Berge zu flüchten. Gott sei Dank wird sie von Kayuantus Brüdern gefunden, und erstmal vom Stamm aufgenommen. Schön, dass sie sich doch für das Kind entscheidet, obwohl dies bestimmt nicht leicht ist.


    Armer Josef, als er endlich nach Hause kommt, erfährt er das Schreckliche: Ayen ist weg!
    Hier verstehe ich nur nicht, warum er sich nicht gleich zu seinem Freund Kayuantu aufmacht, ihn um Rat und Hilfe bittet??? Für mich das Naheliegendste....aber dann wäre die Geschichte ja auch um einiges kürzer geworden. ;-)


    Übrigens kann ich auch nur hoffen, dass es den Bösewichten der Familie Ehret bald mal an den Kragen geht! :fetch


    Zitat

    Orginal von SiCollier
    Seite 316 “Die Hex - die Hex hat mir eins verpasst.“
    Diese Hexe kenne ich auch, leider nur zu gut.


    :write:-(
    Kann nur für Emil hoffen, dass Josef einen guten Helfer für ihn findet!


    Nun ist Josef an der Mühle.....

  • Zitat

    Sill
    Hier verstehe ich nur nicht, warum er sich nicht gleich zu seinem Freund Kayuantu aufmacht, ihn um Rat und Hilfe bittet???


    Ja, das hatte sich mir auch nicht so ganz erschlossen.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Zitat

    Original von Richie


    voll :write


    Ich bin sogar der Ansicht etliche Seiten mehr wären sehr wünschenswert, weil es die Geschichte noch runder machen würde. Gerade in den gerafften Passagen steckt so viel Potential für interessante Nebenstränge, die ich einfach noch gerne gelesen hätte!


    edit: Ich muß das noch konkretisieren. Ich habe festgestellt, wenn Längen entstehen, dann immer da, wo Handlung stark gerafft abgerissen wird und nie da, wo Astrid Handlung leben läßt.


    Noch ein kleiner Tip für die nächste Auflage:
    S. 274, das Kostenrechnung würde ich durch Buchhaltung ersetzen. Kostenrechnung gab es zu dieser Zeit noch gar nicht, Buchhaltung hingegen seit dem Mittelalter.

  • Zitat

    Original von Pelican


    Noch ein kleiner Tip für die nächste Auflage:
    S. 274, das Kostenrechnung würde ich durch Buchhaltung ersetzen. Kostenrechnung gab es zu dieser Zeit noch gar nicht, Buchhaltung hingegen seit dem Mittelalter.


    Hallo Pelican,
    herzlichen Dank für den Tipp, gebe es an den Verlag für die nächste Auflage weiter!!! :waveAstrid