Charlotte Roche - Feuchtgebiete

  • Ich schlage vor, daß sich in diesem Thread nur noch diejenigen äußern, die das Buch tatsächlich gelesen haben und sich auch damit auseinandergesetzt.
    Die Äußerungen von in ihrem Schamgefühl tief getroffener zarter Gemüter haben zwischenzeitlich einen Grad an Peinlichkeit angenommen, der über allem liegt, was sich Frau Roche in diesem Buch hat ausdenken können.


    Vor allem stört mich die inzwischen wachsende Aggressivität gegen das Buch selbst. Wir sind hier in einem Bücherforum, das ein sehr breites Spektrum hat. Zur Zerstörung eines Buchs aufzurufen, und diese dann auch noch jubelnd zu beklatschen, ist nicht lustig.


    Wenn so etwas von Mitgliedern geäußert wird, die Studierende das Fach 'Literatur' sind, finde ich das besonders bedenklich.
    Wieviele Bücher/Theaterstücke/Gedichte sind im Lauf der Jahrhunderte von der Bildfläche verschwunden, weil angeblich'Wohlmeinende sie für moralisch verwerflich, verderblich, obszön, pornographisch hielten?


    Es ist so einfach, sich zu erheben. Es ist so einfach, mit dem Finger auf etwas zu deuten, nur weil es einer/einem selbst nicht gefällt.
    Mitzujaulen, weil die Meute jault.


    Lehnt das Buch ab, aber begründet die Ablehnung und zwar sachgerecht. Sachlich. Gerecht.


    Daß diejenigen, die das Buch lesenswert fanden, genug Raum bekommen, ihre Meinung zu äußern, sollte hier schon gar nicht gefordert werden müssen, aber auch in diesem Punkt ist die Stimmung in diesem Thread an der äußersten Grenze angekommen.


    Es geht hier um ein Buch. Ich bitte darum, daß sich die, die sich dazu äußern, so verhalten, wie in diesem Forum immer behauptet wird, daß lesende Menschen sich verhalten.
    Zeit für den Beweis, höchste Zeit.




    :wave


    magali

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Danke, magali :anbet


    Ich fand das Buch übrigens, wie schon auf einer der zig Seiten vorher erwähnt, überhaupt gar nicht schlimm. Wenn man das alles nicht so bierernst nimmt, was Frau Roche schreibt, dann kann man damit auch leben. Mein Gott - es ist nur ein BUCH. Wenn einem der Inhalt nicht passt, braucht man es nicht zu lesen.


    Wo stand denn überhaupt, dass es ein erotischer Roman sein soll? Irgendwer schrieb das hier - mein Mann war auch der Meinung. Keine Ahnung, ich habe das vorher noch nie darüber gehört.

  • Da das Buch so heftig diskutiert wurde und wird und sich auch in meinem Freundeskreis die Meinungen zu diesem Buch spalten, habe ich es nun auch gelesen. Und ich muss sagen, dass es nicht das beste, aber auch nicht das schlechteste Buch ist, das ich gelesen habe - es ist einfach ein Buch, welches Themen anspricht, die nunmal nicht ausgesprochen werden und einfach nur deshalb so viel Aufmerksamkeit bekommt.


    Es gibt einige eklige Stellen im Buch, und es ist auch keines der Bücher, wo man nebenbei etwas essen sollte, weil es unappetitlich ist. Aber soooo schlimm ist es dann auch wieder nicht, man sollte sich die Stellen, wie hier auch irgendwo schonmal gepostet wurde, im Zusammenhang anschauen :-)


    Das Buch hat nicht besonders viel Tiefgang, da Helen eigentlich fast nur ihre Gedanken und Ideen erzählt. Sie ist ein Scheidungskind und leidet sehr darunter, was Helen's Verhalten und Gedanken vielleicht bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar machen, aber die Hintergründe kommen im Buch leider nicht so raus, weswegen die Tiefe fehlt.


    Charlotte Roche's Kritik an den ganzen Schönheitswahn merkt man am Buch, da es sehr übertrieben dargestellt ist. Und das sollte man auch nicht vergessen, wenn man das Buch liest, das vieles einfach nur übertrieben ist, bestimmt auch, damit das Buch so viel Aufmerksamkeit bekommt :-] (Kann und will mir auch nicht vorstellen, dass jemand wirklich so extrem wie Helen ist) Aber wachgerüttelt hat mich das Buch und seine Kritik nicht, da ich danach eher das Gefühl hatte, mich jetzt erstmal duschen und pflegen zu gehen :-]


    Man kann schon verstehen, dass das Buch so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht und so viel darüber geredet wird. Aber am Ende ist es doch nur ein Buch.
    Wenn jemand lieber Bücher mit viel Tiefe liest, dann ist er bei dem Buch an der falschen Adresse :-) Und es ist auch kein Buch, das man ein zweitesmal lesen würde bzw. unbedingt gelesen haben sollte/muss.

    Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. (Heinrich Heine)


    :lesend Jeffery Deaver: Allwissend

  • Huhu,


    also ich hab das Buch auch gelesen und muss sagen - es ist zwar mal was anderes, aber ist absolut nicht mein Genre.


    Einerseits finde ich es gut das im Detail alles beschrieben wurde, aber manche Stellen, hätte ich mir gewünscht das sie etwas Magenfreundlicher ;-) geschrieben worden wären.


    Die Sprache des Buches find ich klasse, es ist einfach und auf den Punkt gebracht. Man weiß mit der ersten Zeile des Buches um was es geht und es ist verständlich und nicht in einem Fachschagon geschrieben.


    Ich selbst hab das Buch mitlerweilen getauscht, weil es einfach nicht mein Genre ist und ich es nicht mehr in meinem Bücherregal haben wollte.


    Aber ich kann nur sagen: Lesenwert ist es, aber man sollte sich auf bestimmte körperliche Reaktionen vorbereiten.

    Mit freundlichen Grüßen NovySkorp


    Rechtschreib- und Grammatikfehler gibt es kostenlos zu meinen Beiträgen dazu ;)


    Studienfahrt vom 17.- 24.

  • Viel wurde über dieses Buch geschrieben, geredet und in den Medien verbreitet. Eines vorneweg, ich war froh kein Geld für dieses Buch ausgegeben zu haben!
    Was soll man über dieses Buch schreiben? Die Handlung ist einfach, die Wortwahl drastisch und das Buch streckenweiße etwas eklig. Als ein Meisterwerk würde ich es nicht gerade beschreiben. Selten musste ich zwar schmunzeln, aber alles in allem handelt es nur über Helen, die sich im Krankenhaus langweilt und versucht ihre Eltern wieder zusammen zu bringen. Wirklich interesant fand ich es nicht, da die sog. “Heldin” keine ist, sondern nur ein Mädchen, das überwiegend in ihrer verdrehten und unhygienischen Welt gefangen ist.
    Empfehlen kann ich das Buch nicht unbedingt, da es meiner Meinung nach eigentlich nur den geistigen Abgrund eines verkorksten Mädchens zeigt.

  • Zitat

    Original von shorty
    das Buch streckenweiße etwas eklig.


    Etwas? Ich fand das Buch sehr sehr eklig! Ich finde, dass muss nicht sein, es war zu übertrieben.


    Ich bin allerdings auch froh dass ich das Buch nur geliehen hatte. Ich hätte mich nur geärgert wenn ich es gekauft hätte!

  • Zitat

    Original von Jessy!
    Etwas? Ich fand das Buch sehr sehr eklig! Ich finde, dass muss nicht sein, es war zu übertrieben.


    Ich muss ehrlich sein, ich hatte es schlimmer erwartet, nachdem was meine Ma für einen Bericht über das Buch geliefert hatte. Aber wenn man sich manches bildlich vorstellt, könnt einem schon schlecht werden... aber das hab ich bei dem Buch erst gar nicht versucht ;)


    Meine Ma hatte dann auch noch ein kleines Gespräch mit der Buchverkäuferin und die meinte, das es wohl eines der meist zurückgebrachten Bücher überhaupt sei. Eigentlich würde sie Bücher wegen nichtgefallens nicht zurücknehmen, aber bei dem hätten sie eine Ausnahme gemacht, weil von 100 verkauften Büchern ca. 25 wieder zurückkämen... die meisten wären wohl sehr angeekelt. Sagt ja eigentlich schon vieles aus. Mich würde mal interessieren wieviele Bücher dann erst auf dem Müll landen :lache

  • Ich habe mir das Buch aus der Bücherei ausgeliehen, habe dann ein paar Seiten gelesen und habe es dann weg gelegt, war einfach nichts für mich.


    Nun muss ich aber sagen, dass ich denke, dass die Frau Roche das ganz clever gemacht hat, wann hat man in der letzten Zeit so viel über ein Buch diskutiert?
    Wieviele haben das Buch nur deshalb gelesen, weil andere sich darüber unterhielten oder "schrecklich" fanden?


    Jeder "kennt" das Buch, bzw. seinen ungefähren Inhalt, das ist doch erstmal was, was man schaffen muss......

  • Habe mir das buch kürzlich gekauft und auch gelesen.
    Ich bekomme meist Herpes wenn ich mich vor etwas ekle und nun hab ich es :cry ...
    Also ich wusste worum es ging und hab mich auch auf alles gefasst gemacht, aber das hatte ich nicht erwartet. Das einem so etwas einfallen kann, hart!
    Das Ende fand ich sehr dünn, als hätte sie eine bestimmte Seitenanzahl gahbet und diese war dann verbraucht...
    Trotz allem fand ich es gut, da es kein vergleichbares Buch gibt (glaub)!


    Grüßle

  • Zitat

    Original von LilaBlassBlau
    Habe mir das buch kürzlich gekauft und auch gelesen.
    Ich bekomme meist Herpes wenn ich mich vor etwas ekle und nun hab ich es :cry ...


    :rofl


    Schulligung. Aber das finde ich ganz genial, sich einen Herpes "anzulesen".


    :rofl

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Ich hole den Thread mal wieder hoch :-). Ich bin mittlerweile der Meinung, dass "Feuchtgebiete" nur so scharf kritisiert wird, weil die Autorin in der Klatschpresse recht präsent ist. Wäre sie nicht so prominent, würde sich niemand für ihre Ausführungen zum Pickelausdrücken interessieren.


    Ich lese gerade das unten stehende Buch von Paul Auster und bin dort heute über eine Passage gestolpert, in der der Toilettengang des Protagonisten sehr detailliert beschrieben wurde. Ist nicht weniger eklig als die Ausführungen von Charlotte Roche, aber Auster ist dafür nicht kritisiert worden. Möglich wäre allerdings, dass sich niemand so aufregt, weil im Gegensatz zu dem Werk von Charlotte Roche Fäkalien und Körperflüssigkeiten nicht das zentrale Thema von Austers Roman sind :gruebel. Oder die Leute, die sich immer wieder gern über Schilderungen wie die von Roche aufregen, lesen Paul Auster gar nicht erst, weil er ihre Sensationsgeilheit nicht befriedigen kann. Nur so ein paar Gedanken, die mir heute während des Wartens auf den Beginn der nächsten Vorlesung kamen :-).

    Mir fällt leider kein guter Spruch für eine Signatur ein, aber wenn ich keine habe, stehen die Verlinkungen zu Amazon immer zu dicht unter der letzten Zeile meines Beitrages :rofl.

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  • Ich hatte meinem Freund gen Weihnachten eine Liste mit Büchern gegeben, die ich lesen möchte und war ganz verwundert, dass er unter Anderem dieses ausgewählt hatte. Auf der Liste stand es, wie bei vielen Anderen wohl auch, weil ich mir eine eigene Meinung darüber bilden wollte.


    Mittlerweile ist es fast eine Woche her, dass ich es beendet habe. Es war nicht ganz leicht für mich zu lesen, ich habe es immer wieder weggelegt. Ich kann an dem Buch nicht wirklich etwas finden, was es lesenswert macht. Mich überkam ein Ekel nach dem anderem und immer wieder musste ich mich fragen, wer dieses Buch nun "genial" findet, wie es auf der Rückseite steht.


    Bisher konnte ich nur einen Menschen finden, der dieses Buch als sein Liebstes deklariert - ein ehemaliger, männlicher Fehlgriff. Wohl nur eine weitere Bestätigung dafür, dass der definitiv nicht der Richtige war.

  • Habe das Buch gerade zu Ende gelesen. Gekauft habe ich es mir nicht, dafür war mir das Geld zu schade.. Ohne mich wäre es auf dem Flohmarkt gelandet, und da war ich doch zuuu neugierig, was genau denn so ekelhaft ist :grin
    Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen. Der Schreibstil gefiel mir nicht besonders. War ein wenig kindlich und primitiv ("guck mal, ich esse einen Popel"), ja aber irgendwie passt das ja auch zur Protagonistin. War nicht mein Ding, aber war stimmig. Provokant ist das Buch, das ist wohl unbestritten. An manchen Stellen hat es mich schon schaudern lassen. Ich finde es aber übertrieben, zu sagen, iiiiiih, wie ekelhaft. Körperflüssigkeiten sind ja nun mal menschlich.
    Was ich schade fand, ist, dass aus der Geschichte aber nicht mehr als dieses "Ekelhafte" zu holen ist. Da wird zwar immer über die Eltern gesprochen, und die Vernachlässigung Helens, wirklich was daraus gemacht hat die Autorin jedoch nicht. Außer immer wieder den Leser mit der Nase darauf zu stoßen, wie kaputt Helen doch ist. Das alles bleibt irgendwie platt und flach. Auch das Ende fand ich völlig übertrieben, es passte nicht zum Rest der Geschichte.
    Ich bereue nicht, es gelesen zu haben. Aber ich würde es auch nicht wieder tun.

  • Es gibt so tolle Bücher, die nicht annähernd so einen Hype erzeugen und das finde ich richtig schade. Natürlich jetzt nicht das Genre betreffend und meins ist es auch nicht, aber ich denke Charlotte Roche hat gut kalkuliert. Nehme mal an, dass es genau das ist was sie erreichen wollte: Aufsehen erregen.
    Wurde hier ja auch schon oft erwähnt :-)

    Es ist sonderbar, wie gern die Menschen böser erscheinen möchten, als sie sind. -Daniel Defoe-

  • Zu diesem Buch kann ich eigentlich nicht viel sagen, nur, dass ich das Lesen bereits nach wenigen Seiten abgebrochen habe. Bei der Beschreibung des Auswuchses(Blumenkohl) am Allerwertesten wurde mir ganz anders.


    Soll doch derjenige, der so etwas braucht diesen Müll lesen.
    :hau :hau :hau