'Tausend strahlende Sonnen' - Seiten 183 - 252

  • Auch diesen Abschnitt habe ich in der Nacht beendet. Ich hätte am liebsten die Nacht durchgemacht. Aber ich muss ja gleich zur Arbeit. Das wollte ich mir dann doch nicht antun.


    Jedenfalls ist Laila von Tarik schwanger und willigt ein, Rashid zu heiraten um ihr Kind versorgen zu können und nicht in Schande verstoßen zu werden.


    Als Laila in Rashids Haus kommt, reagiert Mariam erstmal sehr abweisend. Was ich, ehrlich gesagt, nicht so recht verstehen kann. Sie merkt doch, daß Laila das sicher nicht gerne tut. Und eifersüchtig ist Mariam auch nicht, schließlich liebt sie Rashid ja nicht.
    Einzig daß sie Laila nicht bedienen will, kann ich verstehen. Aber das will Laila ja auch nicht.


    Jedenfalls freunden sie sich nach einer Weile dann doch noch an und sind letztendlich durch ihr gemeinsames Schicksal miteinander verbunden.
    Ich finde es schön, wie sich diese Freundschaft entwickelt. Ich denke, das ist nur möglich, weil keine von beiden wirklich Interesse für Rashid hat.


    Tja. Dann wollen die beiden endlich fliehen und laufen natürlich direkt einem Mann in die Arme der sie an die Polizei verrät.
    Das ist typisch und bestätigt das Klischee (welches ja keines ist) der Muslime, daß Frauen nichts wert sind.
    Sie werden zurückgeschickt und Rashid rächt sich sehr brutal und läßt Laila und Ihre Tochter fast verhungern und verdursten.


    Dieser Abschnitt war schon sehr emotional. Ich musste mich immer daran erinnern, daß es um die heutige Zeit geht. Und nicht um vor 100 Jahren oder so. In einer modernen Welt wie unserer erscheint mir das alles so unrealistisch und grausam. Ich kann mir kaum vorstellen wie sich die Frauen in Afghanistan fühlen.
    Ich glaube, nach so einem Buch sieht man die Menschen in den Nachrichten usw. anders als vorher.


    Ein wirklich beeindruckendes Buch. Ich denke, wenn ich Zeit finde, werde ich es heute noch fertig lesen.

  • Zitat

    Original von ximox04
    Ich musste mich immer daran erinnern, daß es um die heutige Zeit geht. Und nicht um vor 100 Jahren oder so. In einer modernen Welt wie unserer erscheint mir das alles so unrealistisch und grausam. Ich kann mir kaum vorstellen wie sich die Frauen in Afghanistan fühlen.


    Ebenso schwer vorstellbar, was passiert, wenn junge Frauen, die mit ihren Familien aus ihrer Heimat zu uns gekommen sind, dann den Mut finden und unmenschliche familiiäre Zustände nicht mehr akzeptieren und diese in irgendeiner Form anzeigen.

  • Mir ging es genauso wie Ximox. Ich wollte dieses Buch nicht aus der Hand legen.
    Und schon wieder kamen mir beim Lesen die Tränen. Dass nun auch noch Tarik gestorben ist, fand ich schlimm.


    Das Verhalten von Laila finde ich nachvollziehbar und auch auf einer Art mutig und klug durchdacht.


    Mich ärgerte das Raschid mal wieder seinen Willen bekommen hat.
    Am Anfang des Abschnittes, wo er gemeinsam mit Mariam, Laila pflegt, hatte ich die leise Hoffnung, dass Raschid ein wenig umgänglicher geworden ist. Leider war dies nicht so. Dieser Mistkerl ist nur abscheulich und ekelerregend. Das Allerschlimmste finde ich allerdings, dass es solche Raschid´s wirklich gibt. Und das zig Frauen dieses Martyrium tagtäglich durchleben müssen.
    Wie muss Laila sich gefühlt haben, wo dieser Mann die Ehe vollzogen hat. Mir ist wirklich schlecht geworden. Auch wenn der Autor nicht ins Detail geht, so reichen die wenigen Worten aus, um die Szene bildlich zu machen.


    Die anfängliche Abneigung Mariam gegenüber Laila konnte ich gut verstehen. Was muss in ihr vorgegangen sein. Richtig schön fand ich die Annäherung der beiden Frauen. So hatte Mariam endlich einen Menschen der sie mag und respektiert. Sie so nimmt wie sie ist.


    Das Ende des Abschnittes war grausam. Ich habe schon geahnt, dass die Flucht nicht gut gehen wird. Ich konnte vor lauter Anspannung nicht schnell genug lesen. Mir taten Mariam und Laila so unendlich leid. Sie verdienen ein Leben in Freiheit und was bekommen sie? Ein elendes Leben mit einem Tyrannen. Schlimm. Ich hatte zum Schluss richtig Angst um das Baby. Zum Glück hat es überlebt.

  • Zitat

    Original von hestia2312


    Mich ärgerte das Raschid mal wieder seinen Willen bekommen hat.
    Am Anfang des Abschnittes, wo er gemeinsam mit Mariam, Laila pflegt, hatte ich die leise Hoffnung, dass Raschid ein wenig umgänglicher geworden ist. Leider war dies nicht so. Dieser Mistkerl ist nur abscheulich und ekelerregend. Das Allerschlimmste finde ich allerdings, dass es solche Raschid´s wirklich gibt. Und das zig Frauen dieses Martyrium tagtäglich durchleben müssen.
    Wie muss Laila sich gefühlt haben, wo dieser Mann die Ehe vollzogen hat. Mir ist wirklich schlecht geworden. Auch wenn der Autor nicht ins Detail geht, so reichen die wenigen Worten aus, um die Szene bildlich zu machen.


    Ging mir auch so. Und mit wenigen Worten bringt Khaled Hosseini rüber, wie schrecklich es für Laila gewesen sein muss. Oder die andere Stelle, wo Laila total fertig ist und heult und Raschid etwas sagt wie: Wäre doch gelacht, wenn es mir nicht gelingt, dich in eine bessere Stimmung zu bringen. Boarh, so daneben! Da denkt doch dieser eklige Typ wirklich, Laila würde Sex mit ihm toll finden... :pille


    Zitat

    Original von hestia2312
    Die anfängliche Abneigung Mariam gegenüber Laila konnte ich gut verstehen. Was muss in ihr vorgegangen sein. Richtig schön fand ich die Annäherung der beiden Frauen. So hatte Mariam endlich einen Menschen der sie mag und respektiert. Sie so nimmt wie sie ist.


    Ja, die Annäherung der beiden fand ich auch total schön, wie Laila Raschid davon abhält, Mariam zu verschlagen oder Mariam dafür die Babykleidung vor die Tür liegt und natürlich dieser wunderbare Moment, wo sie sich gegenseitig ihre Lebensgeschichten anvertrauen. So schön. Ohne solche schönen Momente könnte ich das andere Schreckliche gar nicht ertragen. Geht euch das auch so?

  • Auch dieser Abschnitt hatte es in sich, wie erwartet ist dies keine leichte Lektüre, das Schicksal Lailas und Mariams nimmt mich richtig mit.


    Laila hatte bei ihrer Familie alle Chancen, und nun endet sie als Rasheeds zweite Frau. Aber dass Laila einwilligt, konnte ich gut nachvollziehen, sieht sie doch darin die einzige Chance, ihre Schwangerschaft zu erklären.


    Als Laila von Tariqs Tod erfährt, hatte auch ich Tränen in den Augen stehen.


    Die Annäherung zwischen Laila und Mariam empfand ich als sehr bewegend.


    Bei der Flucht hatte ich von Anfang an ein schlechtes Gefühl, und dann noch einen fremden Mann in den Plan einzubeziehen, das konnte nur schiefgehen, aber es war ihre einzige Chance...als der Mann ihnen die Tickets nicht aushändigen wollte, war mir schon klar, dass er sie verraten wird.


    Wie grausam Rasheed reagieren würde, konnte ich mir jedoch nicht ausmalen. Mir ist es eiskalt den Rücken runtergelaufen, als er die Frauen verprügelte und dann einsperrte. Und dann noch Lailas Angst um die kleine Aziza, viel hätte wohl nicht gefehlt und die Kleine wäre gestorben.


    Was wird die Frauen nun für eine Hölle erwarten?

  • Zitat

    Original von hestia2312
    Dieser Mistkerl ist nur abscheulich und ekelerregend.


    Sehe ich genauso. Beim Lesen habe ich immer wieder "So ein A****!" ausgerufen, obwohl das sonst eher nicht meine Art ist. :pille


    So ziemlich am Schluss dachte ich wirklich, dass alle drei entweder so leben müssen oder ganz umkommen in den dunklen heißen Räumen.


    Wenn nicht ich für mich eintrete, wer dann?
    Wenn ich nur für mich selbst eintrete, was bin ich?
    Wenn nicht jetzt, wann dann?



  • Zitat

    Original von ximox04Als Laila in Rashids Haus kommt, reagiert Mariam erstmal sehr abweisend. Was ich, ehrlich gesagt, nicht so recht verstehen kann. Sie merkt doch, daß Laila das sicher nicht gerne tut. Und eifersüchtig ist Mariam auch nicht, schließlich liebt sie Rashid ja nicht.
    Einzig daß sie Laila nicht bedienen will, kann ich verstehen. Aber das will Laila ja auch nicht.


    Das konnte ich mir nur so erklären, dass Mariam Angst davor hat, verstossen zu werden. Sollte Leila einen Sohn von Raschid zu Welt bringen... Raschid, der so verbittert und willkürlich ist, ihm hätte ich das zugetraut. Mariam wohnt seit ewiger Zeit in fast völliger Isolation, hat nie gelernt, Freundschaften zu schließen.


    Tariq ist tot. :-( Genau wie Mariam steht Laila jetzt ganz alleine da, ohne Freunde und Verwandte. Mariam hat sich entschieden, keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater zu wollen. Leila hat niemanden mehr und sie ist schwanger. Da bleibt ihr im damaligen Kabul nur noch die Heirat mit Raschid. *grusel* Zum Glück schaffen die beiden es doch, sich anzunähern. Trotz der Zwietracht, die Raschid zu säen versucht. Er wird immer arroganter und gemeiner.


    Irgendwie ging ich auch nicht davon aus, dass die Flucht gelingen würde, so sehr ich es den dreien gewünscht habe. Warum der Mann am Busbahnhof so gehandelt hat? Ob er selbst Angst hatte? Oder ob er denkt, dass Frauen wirklich keine Rechte haben? Er hat immerhin das gesamte Geld für die Fahrkarten eingesteckt.


    Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie schrecklich ein solches Leben sein muss. Wie trostlos und eintönig. Obwohl der Autor sehr bildhaft beschreibt, wie die beiden Frauen leben. Frauen dürfen nur zu Hause sein, dürfen nichts lernen außer Haushaltsführung und sind ihren Männern (und Brüdern und allen anderen Männern) wehrlos ausgesetzt. :yikes

    "It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities." Albus Dumbledore
    ("Vielmehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.")