Liste von Verlagen, die Geld für Veröffentlichung genommen haben

  • Hallo!


    Es war ja richtig viel los hier gestern. Vielen Dank für Eure vielen Beiträge.


    Die Sache ist so weiter gegangen, dass der Anwalt meiner Bekannten bestätigt hat, der Vertrag mit diesem "Verlag" ist wasserdicht, aber trotzdem hat der Anwalt den "Verlag" angeschrieben und freundlich gebeten, doch Kulanz zu zeigen und die 112 Bücher zum Selbstkostenpreis abzugeben. Weil meine Bekannte über das geringe Interesse an ihren Büchern sowieso schon enttäuscht ist.
    Was zurückkam, war ein bitterböser Brief von dem Verlagsanwalt: der Vertrag sei absolut korrekt und darum einzuhalten. Und wenn meine Bekannte auch den den Hauch von einer Andeutung macht, der Verlag sei unseriös, dann gäbe es sofort eine Klage.


    Jetzt hat meine Bekannte noch zwanzig Bücher zum vereinbarten Preis gekauft, den Rest lässt sie dann eben makulieren (das ist das schöne Wort für einstampfen).


    Es grüßt Euch herzlich


    Märchentante

  • Nun verstehe ich immer noch nicht und noch viel weniger, was eine Firma XY, die sich völlig korrekt verhält dagegen tun will oder kann, dass man ihren Namen im Zusammenhang mit ihrem vertraglich korrektem Verhalten nennt. :gruebel

  • Zitat

    Original von licht
    Nun verstehe ich immer noch nicht und noch viel weniger, was eine Firma XY, die sich völlig korrekt verhält dagegen tun will oder kann, dass man ihren Namen im Zusammenhang mit ihrem vertraglich korrektem Verhalten nennt. :gruebel


    Hier im Forum möchte ich diesen Namen nicht lesen, Licht. Ich kenne weder die eine noch die andere Seite und möchte meinen Kopf nicht für ein evtl. gerichtliches Nachspiel hinhalten!

  • Zitat

    Original von licht
    Nun verstehe ich immer noch nicht und noch viel weniger, was eine Firma XY, die sich völlig korrekt verhält dagegen tun will oder kann, dass man ihren Namen im Zusammenhang mit ihrem vertraglich korrektem Verhalten nennt. :gruebel


    Es ist ganz einfach, man nennt das schlechte Werbung und dies wirkt sich dann auf den Umsatz des Unternehmens aus.

  • Lieber Licht,


    das Problem liegt in der Bewertung. Formaljuristisch hat der "Verlag" Recht, aber in der Bewertung ist es so, dass er die Liebe des Autors zu seinem eigenen Werk ausnutzt - indem er dem Autor erst ein kostenloses Angebot macht und dann darauf spekuliert, dass der Autor die gesamte Auflage selbst aufkauft. :schlaeger


    Darum geht es ja auch nicht darum, generell vor selchen Druckereien mit angeschlossem Miniminimini-Verlag zu warnen, sondern zu sagen:
    Leute, wenn Ihr Euch drauf einlasst, müsst Ihr damit rechnen, das Eure Bücher eingestampft werden, wenn Ihr sie nicht selbst aufkauft.


    Wenn sich ein Autor darauf einlassen kann, ist das ja kein Problem.


    Euch allen ein wunderbares Wochenende :kiss
    Märchentante

  • Zitat

    Original von Märchentante
    Leute, wenn Ihr Euch drauf einlasst, müsst Ihr damit rechnen, das Eure Bücher eingestampft werden, wenn Ihr sie nicht selbst aufkauft.


    Wenn sich ein Autor darauf einlassen kann, ist das ja kein Problem.


    Ich verstehe auch nicht, was für ein Problem man damit haben sollte. ?( Man kauft 2, 3 Exemplare für sich, damit man evt. noch mal eins abgeben kann und dann ist gut. Warum sollte ich 100 Exemplare meines eigenen Buches kaufen, dessen Manuskript ich auf der Festplatte habe und von dem ich ein Exemplar im Regal zu stehen habe? Ich könnte mir vorstellen, dass selbst erfolgreiche Autoren damit leben müssen, dass mal eine Auflage eingestampft wird. Oder haben alle Verlage Lagerkapazitäten für sämtliche Flops (die ja auch von bisher erfolgreichen Autoren mal verzapft werden können)?

  • @ Wolke, ich hatte mit einer öffentliche Frage nach besserem Verstehen auf die versammelte Kompetenz der Eulen gehofft - ich wüßte nicht mal wem ich per PN eine solche Fragen stellen könnte zumal ich sicher annehmen darf, dass es da verschiedene Sichtweisen gibt. Und ich dachte bisher, dass Themata rund ums Buch hier auch offen diskutiert werden dürfen ...


    @ carina und märchentante:
    wenn ich als Pfarrer irgendetwas mache, was anderen nicht passt, was aber trotzdem völlig korrekt ist, muss und werde ich damit rechnen, dass darüber öffentlich geredet wird, sei es am Stammtisch oder sonstwo. So ist das Leben, und wenn ich meine Gründe für ein entsprechendes Handeln habe, werde ich mein Vorgehen öffentlich begründen... Dass dies anderen dennoch nicht passt, ist mein Risiko.
    Und es will einfach nicht in meinen Kopf rein, warum man den Namen einer Firma nicht nennen soll, auch wenn bzw. sogar WEIL sie alles vertraglich korrekt macht.
    Und eben weil es nicht darum geht, vor Kleinstverlagen generell zu warnen, sondern bestimmte rechtlich völlig korrekte Praktiken offen zu benennen, verstehe ich nicht, warum das nicht mit konkreter Namensnennung erfolgen sollte.
    Entweder, die Fa. handelt völlig korrekt: dann muss sie sich auch nicht verstecken und dafür schämen, dass sie nur eine bestimmte Zielgruppe, die sich auf das vertraglich angebotenen Verfahren einlassen kann, anspricht, oder die Firma will bewußt täuschen und scheut darum das Licht der Öffentlichkeit. Dann aber frage ich mich, warum das noch unterstützt werden soll.

  • @licht: Ich meine auch gar nicht, dass sie ihre "Kunden" als solche verklagen, sondern auch Leute, die sich kritisch zu ihrem Geschäftsgebaren äußern. Das habe ich schön öfter gehört. Und selbst wenn die Klage scheitert, hat man viel Ärger am Hals.


    Liebe Grüße,


    Susanne (die zum Glück nicht aus eigener Erfahrung schreibt)

  • @licht: Es spräche nichts dagegen, den Sachverhalt einfach so zu schildern, wie er tatsächlich ist. Dazu würde gehören, den Vertrag wenigstens auszugsweise zu präsentieren, und belegbare Zitate aus der entsprechenden Korrespondenz. Alle Behauptungen, vor allem aber solche wie der "Verlag" sei unseriös oder sogar betrügerisch, müsste man begründen können (oder unterlassen). Vermutlich ist beides tatsächlich nicht der Fall; hier ist jemand einfach blauäugig ein Vertragsverhältnis eingegangen, das derjenige nicht hätte eingehen sollen. Die vermeintliche Täuschung bestand darin, dass sich als Verlag ausgegeben hat, was eigentlich eine Druckerei ist, aber auch damit wäre - selbst wenn es von A bis Z belegbar wäre - kein Umstand gegeben, der Anlass zu Qualifizierungen der Art "Betrug" gäbe. Denn Verlag ist kein geschützter Begriff, der Unternehmen, die unter diesem Etikett tätig sind, bestimmte Eigenschaften abverlangt (wie Werbung, Lektorat, Buchhandelsvertreter, Pressestelle o.ä.).


    Vulkan : Natürlich werden auch die Bücher erfolgreicher Autoren makuliert oder verramscht (Verramschung ist üblicherweise sogar vertraglich vorgesehen - wenn ein Titel innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht mehr abgeht, darf der Verlag verramschen). Das kann als Ursache haben, dass ein Buch völlig gefloppt ist, kann aber auch mit älteren Titeln geschehen, die dann irgendwann aus der Backlist genommen werden - und es gibt noch Reste.
    Da man sowieso in Belegexemplaren erstickt, kauft kaum ein Autor diese Restauflage auf. Wozu auch? Diejenigen, die es wirklich lesen wollten, dürften das Buch längst besitzen.


  • Wie dieses Beispiel zeigt, macht es eben Sinn, sich vor Vertragsabschluss über die gegenseitigen aus dem Vertrag resultierenden Rechte und Pflichten zu unterrichten. Im Nachhinein ist kaum noch etwas zu machen. Und da der Vertrag rechtlich einwandfrei ist, ist man dann halt auf die Kulanz des Vertragspartners angewiesen, und wenn der nicht will.....dann nicht.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)

  • Zitat

    Original von Tom
    @licht: Es spräche nichts dagegen, den Sachverhalt einfach so zu schildern, wie er tatsächlich ist.


    Genau das meinte ich doch ... Mir ging es nie darum, jemanden als (potentiell) betrügerisch darzustellen, sondern nur um die Wahrheit, wie sie nun mal ist. Darum ist mein Erstaunen so groß, dass das juristisch anfechtbar sein sollte, selbst wenn diese Wahrheit dieser Firma nicht gefällt. Nur sollte es doch möglich sein, sich durch diese öffentliche Benennung der Wahrheit ein Bild davon zu machen, ob diese völlig korrekt arbeitende Firma als ein potentieller Geschäftspartner für meine Ziele in Frage kommt ...

  • Hallo Licht,


    offenbar überlegst Du selbst, ein solches Druckerei-Angebot anzunehmen.
    Ganz einfach: Frag vorher nach, was mit den Exemplaren passiert, die übrig bleiben.


    Solche Druckereien leben vom Drucken. Die Bücher sind bei gleicher Seitenzahl teurer als im üblichen Buchhandel, damit sich für die Druckerein das Geschäft auch dann noch lohnt, wenn der Autorenrabatt rausgerechnet wird. Blöderweise ist aber genau das ein Grund, warum sich diese Bücher so schlecht verkaufen lassen.


    Ganz herzliche Grüße zum Vierten Advent,


    Märchentante

  • Zitat

    Original von Märchentante
    Die Bücher sind bei gleicher Seitenzahl teurer als im üblichen Buchhandel, damit sich für die Druckerein das Geschäft auch dann noch lohnt, wenn der Autorenrabatt rausgerechnet wird.


    Das halte ich für eine Spekulation. Wahrscheinlicher erklärt sich die Preisdifferenz aus dem Fixkostenblock, der bei Kleinauflagen durchschlägt.
    Beispiel:
    Das "Anschmeißen der Druckmaschinen" (Druckmaster erstellen, Farben einstellen etc.) kostet 1.000 Euro (= Fixkostenblock).
    Der eigentliche Druck des Buches (Papierkosten mit Verschnitt, Druckerschwärze, etc.) kostet 10 Euro pro Buch.
    Variante A: Auflage 100 Stück - Kosten pro Exemplar = 20 Euro (1.000/100 + 10)
    Variante B: Auflage 1.000 Stück - Kosten pro Exemplar = 11 Euro (1.000/1.000 + 10)
    Deswegen sind BoD-Bücher bei gleicher Seitenzahl auch immer teurer als solche, die "herkömmlich" gedruckt werden. Wobei beim herkömmlichen Druck die Fixkosten höher sind, aber eben nicht proportional.


    Ich würde da keine böse Absicht vermuten.
    Übrigens auch nicht in dem von Märchentante geschilderten Fall. Da schließe ich mich Voltaire, Tom und Vulkan an: Die Autorin hat einen Vertrag geschlossen, aber anscheinend bei Unterschrift nicht wirklich verstanden, was drin stand. Soweit erkenntlich, hat der Verlag aber nichts anderes versprochen oder vorgegaukelt, als er dann wirklich gemacht hat. Die Autorin ist nun mit dem Ergebnis anscheinend unzufrieden - andere wären vielleicht zufrieden. Man muss eben prüfen, was man macht.


  • Nein, ich überlege so etwas nicht. Aber ich versuche zu verstehen ;) ... und es nervt mich ungemein, wenn die Wahrheit aus irgendwelchen Gründen unter den Tisch gekehrt oder verschwiegen werden soll... Vielleicht bin ich da biographisch vorgeprägt. Jedenfalls hat mich diese Haltung vor 20 Jahren auf die Straßen getrieben und mir sowohl vorher als auch Nachher machen Streit beschert...


    edit: für eventuell anstehende Publikationen habe ich einen kleinen aber wirklich seriösen Verlag an der Hand. (und den würde ich auch gern nennen)

  • Zitat

    Original von Märchentante
    Formaljuristisch hat der "Verlag" Recht, aber in der Bewertung ist es so, dass er die Liebe des Autors zu seinem eigenen Werk ausnutzt


    Zum Ausnutzen braucht es mehr als so einen "Verlag". Wenn der Autor sich auf solche Weise ausnutzen lässt, ist er selbst schuld. Klingt vielleicht fies, aber wer schreiben kann, sollte andererseits auch fähig sein, Geschriebenes (in diesem Fall die Vertragsunterlagen) richtig zu lesen. Vielleicht sollte man auch nicht blind darauf vertrauen, dass alles, was nicht ausdrücklich im Vertrag steht, wie zum Beispiel die Vermarktung des Werkes, sich von allein regelt, sondern einfach mal nachfragen.

  • Etwas fehlt hier meiner Erfahrung nach noch, das ebenfalls sehr wichtig in diesen Zusammenhängen ist. Das sind die Literaturagenturen, die darauf spezialisiert sind, Autoren als "wundervolle Literaten" hochzujubeln, im persönlichen Gespräch, dann sagen, sie hätten tatsächlich einen Verlag gefunden, der das Manuskript sofort verlegen würde, aber. tja und dann kommt das langsame und professionelle Hinführen zum "Werbekostenzuschuss" und so weiter.
    Diese Agenturen, ich kenne eine nur zu gut, haben wirklich, und das habe ich selber gesehen, stapelweise hunderte von Manuskripten dort liegen und sie finden täglich jemanden, den sie prof. anwerben.
    Die spezielle Agentur, die ich meine, würde ich ebenfalls nie beim Namen nennen, weil ich weiß, dass dort regelmäßig alle in Frage kommenden Foren durchsucht werden und bei entsprechenden Beiträgen folgt prompt die teure Klage. Also wieder so eine Pattsituation, man kennt sie, sie sind in Autorenkreisen meist bestens bekannt, aber erwähnen darf man sie auf keinen Fall.
    Die Neu- bzw. Jungautoren sollten nur wissen, dass es diese klebrigen Fliegenfänger ebenfalls gibt. Ansonsten alles andere wie gehabt und schon gesagt unter dem Stichwort Verlag.

    Schon der weise Adifuzius sagte: Wer den Teufel zum Weinen bringt wird von Gott besonders geliebt.:chen

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  • Zitat

    Original von Tom
    Und nochmal. Wer dafür bezahlt, veröffentlicht zu werden - in welcher Form die Zahlung auch immer erfolgen soll, sei es für Pflichtexemplare, Lagerhaltung, Herstellungsbeteiligung oder (was fairer wäre) für die Leasinggebühr des Chef-Maseratis -, ist kein Autor, sondern ein Idiot. Wenigstens in dieser Angelegenheit. ...


    Ich habe (ein paar) deine(r) anderen Beiträge zum Thema gelesen und fand sie amüsant, aber zutreffend. Hier finde ich aber, dass du zu weit gegangen bist. Zumindest ein Zusatz wie "meiner Meinung nach" vor "Idiot" wäre angebracht gewesen.


    Es gibt in der Tat Gründe, Dienstleister für eine Buchveröffentlichung zu beauftragen. Ich schreibe absichtlich "Dienstleister", um sie von den unter DKZV-Abzocker fallenden Unternehmen abzugrenzen. Faire Leistungen zu fairem Preis unter klaren (Vertrags-)Bedingungen anzubieten, finde ich legitim.


    Literarisch wertlose Werke lobzupreisen, in der Absicht eine Gesetzeslücke auszunutzen, um mit an Kriminalität grenzenden Mitteln Menschen um möglichst viel Geld zu bringen, (DKZV-Abzocker) ist natürlich verwerflich und du hast gut daran getan, das offen (und anscheinend oft) anzuprangern.


    Nur alle, die für eine Veröffentlichung bezahlen, als Idioten zu beleidigen, ist über's Ziel hinauszuschiessen. Das ist zumindest meine ganz persönliche Meinung, die ich versuche ganz sachlich darzustellen. Ich bin weder beleidigt, noch angegriffen und ich finde weiterhin deine anderen Beiträge zum Thema korrekt und unterhaltend.

    Es kommt nicht darauf an, woher jemand kommt, sondern wo er hin will.

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