Neuer Titel auf Wunsch der Mehrheit: Ulrike Meinhof Archiv (urspr. Titel Ulrike Meinhof wird 75)

  • Zitat

    Original von Siorac
    Was soll das bringen? Für eine tote Verbrecherin und deren Hinterlassenschaft spenden? Absurd!


    War der Tod der "Verbrecherin" nicht noch absurder?


    ?(

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  • In diesem Zusammenhang sei die Biographie über Ulrike Meinhof von Jutta Ditfurth empfohlen. Egal wie man zu Jutta Ditfurth politisch stehen mag - an ihrer Integrität gibt es wohl keine Zweifel. Und eben darum ist diese Biographie auch so lesenswert.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Hallo, Foer,


    Was ich glaube, steht hier nicht wirklich zur Debatte. Mit meiner Reaktion auf das Wort `absurd´ meinte ich vor allem die Absurdität des damaligen Prozesses gegen Ulrike Meinhof und ihre Gruppe. Wie so etwas in einem sog. Rechtsstaat passieren konnte.
    Näheres kannst Du u.a. in der Biographie von Jutta Ditfurth lesen, die ich übrigens allen, die so schnell das Wort `Verbrecherin`in den Mund nehmen, empfehlen kann.



    :wave

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  • Zitat

    Original von Foer
    Und warum schreibst du als Titel nur Ulrike?? Warum kannst du nicht gleich schreiben um wen es geht?


    Sorry, Foer, das war ein Flüchtigkeitsfehler, den ich inzwischen behoben habe.
    :wave

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  • Wieso wird Ulrike Meinhoff 75??
    Sie ist seit 33 Jahren tot.


    Meinetwegen würde sie übermorgen 75 werden, aber sie wird es nicht.


    Sorry für die Erbsenzählerei, aber das geht mir dann doch ein bisschen weit.
    (Wohlgememerkt, mir..... das kann selbstverständlich jeder anders sehen)

  • Zitat

    Original von Ann O'Nym


    Näheres kannst Du u.a. in der Biographie von Jutta Ditfurth lesen, die ich übrigens allen, die so schnell das Wort `Verbrecherin`in den Mund nehmen, empfehlen kann.


    Ich zitiere hierzu nur kurz Wikipedia:

    Zitat

    Meinhof kommentierte die Kritik am Schusswaffengebrauch bei der Baader-Befreiung in einem Tonbandinterview mit der französischen Journalistin Michèle Ray, das später im Spiegel abgedruckt wurde, mit den Worten:
    „Wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine. Wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, kein Mensch. Und so haben wir uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden. Und natürlich kann geschossen werden.“


    Im Untergrund war Ulrike Meinhof an mehreren Banküberfällen und 1972 an insgesamt fünf Bombenanschlägen beteiligt, bei denen vier Menschen starben und über 50 verletzt wurden. Meinhof formulierte 1971 und 1972 insgesamt drei sogenannte Kampfschriften der RAF, die den sogenannten „bewaffneten Kampf“ ideologisch untermauerten.


    Meinhofs menschenverachtende Ideologie - die sie m.E. zu einer direkten Erbin der Nazi-Diktatur machte, bedarf, denke ich - ebenso wie ihre Taten - keiner weiteren Aufarbeitung. Das Mysterium um ihren Tod taugt wenig dazu aus ihr eine Märtyrerin zu machen. Ihr Denken und ihre Taten sprechen für sich.


    Das einzige was die Dame wirklich hervorgebracht hat, ist ihre Tochter Bettina Röhl, eine der wenigen deutschen Ausnahmejournalistinnen, wie sie auch heute wieder in einen Kommentar in der WELT beweist.


    :wave

    Im Verhältnis zur Musik ist alle Mitteilung durch Worte von schamloser Art.
    Friedrich Nietzsche

  • Zitat

    Original von Siorac


    Im Untergrund war Ulrike Meinhof an mehreren Banküberfällen und 1972 an insgesamt fünf Bombenanschlägen beteiligt, bei denen vier Menschen starben und über 50 verletzt wurden. Meinhof formulierte 1971 und 1972 insgesamt drei sogenannte Kampfschriften der RAF, die den sogenannten „bewaffneten Kampf“ ideologisch untermauerten.


    Was nie bewiesen wurde, da es keinen fairen Prozess gab.


    Zitat

    Original von Siorac
    Meinhofs menschenverachtende Ideologie - die sie m.E. zu einer direkten Erbin der Nazi-Diktatur machte, bedarf, denke ich - ebenso wie ihre Taten - keiner weiteren Aufarbeitung. Das Mysterium um ihren Tod taugt wenig dazu aus ihr eine Märtyrerin zu machen. Ihr Denken und ihre Taten sprechen für sich.


    Menschenverachtend? Vielleicht? Aber bei weitem nicht so menschenverachtend als die Behandlung, die ihr im Gefängnis, vor allem im toten Trakt, zuteil wurde.
    Ich sehe sie übrigens nicht als Märtyerin, aber ganz gewiß auch nicht als Verbrecherin.


    Zitat

    Original von Siorac
    Das einzige was die Dame wirklich hervorgebracht hat, ist ihre Tochter Bettina Röhl, eine der wenigen deutschen Ausnahmejournalistinnen, ......... :


    Upps, jetzt bist Du aber wirklich auf dem verkehrten Gleis. Wenn schon, dann war ja wohl die Mutter, Ulrike Marie Meinhof, die Ausnahmejournalistin.

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  • Sicher wies der Prozeß gegen Ulrike Meinhof verfahrensrechtliche Fehler auf. Nichtsdestotrotz wurde sie aufgrund von ihr nachgewiesenen Straftaten verurteilt. Hier quasi einer Unschuldsvermutung das Wort zu reden ist in höchstem Maße lächerlich.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Zitat

    Original von Ingrid
    Wieso wird Ulrike Meinhoff 75??
    Sie ist seit 33 Jahren tot.


    Meinetwegen würde sie übermorgen 75 werden, aber sie wird es nicht.


    Sorry für die Erbsenzählerei, aber das geht mir dann doch ein bisschen weit.
    (Wohlgememerkt, mir..... das kann selbstverständlich jeder anders sehen)


    Zähl Du ruhig weiter Deine Erbsen, das geht mir wieder zu weit. :-)
    Okay, im nachhinein gefällt mir der Titel auch nicht so gut, aber noch einmal editieren tu ich jetzt nicht.
    Eine Erbse bekommst Du übrigens zurück: Meinhof schreibt sich mit einfachem "f". :wave

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  • Zitat

    Original von Voltaire
    Sicher wies der Prozeß gegen Ulrike Meinhof verfahrensrechtliche Fehler auf. Nichtsdestotrotz wurde sie aufgrund von ihr nachgewiesenen Straftaten verurteilt. Hier quasi einer Unschuldsvermutung das Wort zu reden ist in höchstem Maße lächerlich.


    Wo habe ich behauptet, daß sie unschuldig war? :gruebel

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  • Ich habe vor einiger Zeit dieses Buch gelesen. Es gibt - soweit in einem Buch möglich - auch Einblicke in die Prozesse der RAF.


    Das Buch hat mir sehr gut gefallen, da es sehr sachlich und auch fundiert informiert. Zur Rezi geht's hier lang: klick


    Aus der Historie heraus kann man mMn allenfalls Erklärungsansätze für das Entstehen des deutschen Terrors der 70er Jahre ziehen, niemals jedoch Rechtfertigungen für die daraus entstandene Ideologie.

  • Zitat

    Mit meiner Reaktion auf das Wort `absurd´ meinte ich vor allem die Absurdität des damaligen Prozesses gegen Ulrike Meinhof und ihre Gruppe. Wie so etwas in einem sog. Rechtsstaat passieren konnte. Näheres kannst Du u.a. in der Biographie von Jutta Ditfurth lesen, die ich übrigens allen, die so schnell das Wort `Verbrecherin`in den Mund nehmen, empfehlen kann.


    Zitat

    Menschenverachtend? Vielleicht? Aber bei weitem nicht so menschenverachtend als die Behandlung, die ihr im Gefängnis, vor allem im toten Trakt, zuteil wurde. Ich sehe sie übrigens nicht als Märtyerin, aber ganz gewiß auch nicht als Verbrecherin.


    Zitat

    Wo habe ich behauptet, daß sie unschuldig war?


    Was jetzt, war sie unschuldig oder nicht? Ich neige gerade dazu, die Definition aus Wiki zum Thema "Verbrechen" zu verlinken, aber ich denke, das Kinderspiel können wir uns schenken. :rolleyes

  • Hallo, Vulkan,


    ja, das können wir uns schenken.
    In diesem Sinne war die Meinhof tatsächlich eine Verbrecherin.
    Was mich allerdings aufregt ist, daß dabei übersehen wird, daß Ulrike Meinhof nicht nur eine "Verbrecherin" war, sondern auch eine hervorragende Journalistin, deren Hinterlassenschaft es wert ist, bewahrt zu werden.
    Das war der Hintergedanke der Mitteilung obigen Links, und sonst gar nichts.


    Scheinbar habe ich aus Versehen die Brocken verkehrt in den Hühnerstall (pardon das Eulennest) geworfen - my apologies.


    Jetzt hört mal wieder auf zu gackern, was mich betrifft, kann der Thread geschlossen werden.

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  • Zitat

    Original von Ann O'Nym
    Was mich allerdings aufregt ist, daß dabei übersehen wird, daß Ulrike Meinhof nicht nur eine "Verbrecherin" war, sondern auch eine hervorragende Journalistin, deren Hinterlassenschaft es wert ist, bewahrt zu werden.
    Das war der Hintergedanke der Mitteilung obigen Links, und sonst gar nichts.


    Der Meinung, dass Meinhoff eine außergewöhnliche Journalistin war, ist ja auch Reich-Ranicki. Ich kenne ihre journalistische Arbeit nicht und kann dementsprechend nichts dazu sagen. Ich wollte nur ausdrücken, dass die Meinung nun nicht so außergewöhnlich ist. Aber ihre Arbeit als Journalistin war Meinhof anscheinend nicht so wichtig wie ihre Arbeit für die RAF. Daher finde ich es legitim, wenn sich die Nachwelt nicht primär für ihre Arbeit als Journalistin interessiert.
    Und Menschen, die offensichtlich Menschenleben auf dem Gewissen haben und dies auch noch ideologisch (was für mich auch heißt: moralisch) zu rechtfertigen versuchen, müssen damit leben, dass sie in erster Linie damit verbunden werden und nicht für irgendwelche andere Taten.

  • Ich verstehe die Reaktion auf den Link von Ann O'Nym nicht.
    Es geht dabei weder um eine Rechtfertigung der Taten von Meinhof noch darum, aus ihr eine Unschuldige oder gar eine Märtyrerin zu machen. Es geht um die Erhaltung ihres Nachlasses.
    Eben diese Unterlagen bieten die Möglichkeit, sich dem anzunähern, was damals passiert ist. Keine der Biographien über Meinhof hätte geschrieben werden können, ohne derartige Dokumente. Wenn es diese Dokumente nicht mehr gibt, wäre wohl die Gefahr sehr groß, daß die Darstellungen der Ereignisse in Zukunft einseitig ausfallen.
    Oder überhaupt ganz ausfallen?


    Die Frage, die hier gestellt werden müßte, ist doch wohl die, wie es kommt, daß ein Nachlaß einer Persönlichkeit, die so essentiell mit der Geschichte der BRD der sechziger und siebziger Jahre verbunden ist, irgendwo im Obskuren vor sich hin dämmert, anstatt daß er ordnungsgemäß in einem stattlichen Archiv verwahrt wird. Es geht hier um den Umgang mit unserer unmittelbaren Vergangenheit.
    Ich erlaube mir, zu fragen, was für ein Verständnis von Geschichte und dem Umgang mit Vergangenheit dahinter steckt. :gruebel



    @Ann O'Nym


    es ist in der bundesdeutschen Öffentlichkeit viel zu wenig Wissen über Meinhof und die RAF vorhanden, um von vorneherein davon ausgehen zu können, daß die jeweiligen Gegenüber mit Interesse und Offenheit reagieren würden.
    Das Thema muß stets mit Bedacht angegangn werden, sonst passiert exakt das, was hier passiert ist.
    Easy does it.


    Danke, Voltaire, für den erneuten Hinweis auf die beispielhafte Biographie von Ditfurth.



    :wave



    magali

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Zitat

    Original von magali
    Die Frage, die hier gestellt werden müßte, ist doch wohl die, wie es kommt, daß ein Nachlaß einer Persönlichkeit, die so essentiell mit der Geschichte der BRD der sechziger und siebziger Jahre verbunden ist, irgendwo im Obskuren vor sich hin dämmert, anstatt daß er ordnungsgemäß in einem stattlichen Archiv verwahrt wird. Es geht hier um den Umgang mit unserer unmittelbaren Vergangenheit.
    Ich erlaube mir, zu fragen, was für ein Verständnis von Geschichte und dem Umgang mit Vergangenheit dahinter steckt. :gruebel


    Da gebe ich Dir uneingeschränkt recht.
    Ein Threadtitel "Ulrike-Meinhof-Archiv" o. ä. wäre da aber m. E. wesentlich sinnvoller und neutraler gewesen. Bezüge zu Geburtstagen von Menschen werden häufig als Ausdruck von Sympathie verstanden - das mag ein Fehler sein, ist aber ein häufig zu beobachtender.


    Edit:
    Nur für die, die später hier hereingucken: Der ursprüngliche Thread-Titel lautete "Ulrike wird 75". Ich würde behaupten, diese Titelwahl hat etwas vom Meinhof-Archiv abgelenkt.