Das Spiel. Das Tal (Season 1.1) - Krystyna Kuhn [ab 14 Jahren]

  • Taschenbuch mit 304 Seiten
    Verlag: Arena Verlag (Mai 2010)
    Sprache: Deutsch



    Kurzbeschreibung
    Eine hippe Einweihungsparty im Bootshaus: So feiern die neuen Studenten ihre Ankunft im Grace-College. Doch dann beobachtet der stille Robert das Unfassbare: Ein Mädchen springt in der Dunkelheit in den See. Sie wird von einem merkwürdigen Strudel erfasst und ertrinkt. Robert versucht zu helfen - doch er hat keine Chance. Am nächsten Morgen glaubt ihm niemand seine Geschichte, obwohl Angela Finder tatsächlich spurlos verschwunden ist. Aber sie kann nicht in den See gesprungen sein. Denn Angela sitzt seit einem Unfall im Rollstuhl...


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    Zur Autorin
    Krystyna Kuhn, 1960 als siebtes von acht Kindern in Würzburg geboren, studierte Slawistik, Germanistik und Kunstgeschichte, zeitweise in Moskau und Krakau. Sie arbeitete als Redakteurin und Herausgeberin und schrieb EDV-Fachbücher, Gedichte und Kurzgeschichten.



    Meine Meinung
    Von der ersten Seite dieses Romans an, spürt man, dass ein Geheimnis zwischen den anwesenden Personen liegt. Julia und Robert, die Neuen im Tal, verbergen etwas und geben vor, jemand anderes zu sein. Aber warum? Diese Frage hat mich neugierig durch die Seiten getrieben und das Tal als solches hat sein Übriges getan, um mich zu verzaubern. Ein College in den kanadischen Rockies, quasi abgeschnitten von der Zivilisation. Auf dem Campus gibt es alles, was das Herz begehrt: Kino, Supermarkt, Wohnungen, Freizeitmöglichkeiten. Die Kids vom Grace College leben in ihrer eigenen Welt. Es hat mir viel Spaß gemacht, zuzusehen, wie in den ersten Wochen des neuen Studienjahres Freundschaften entstanden sind, sich Cliquen verschworen haben und bereits Außenseiter ihre Rollen zugeteilt bekamen. Mittendrin die 18-jährige Julia und ihr nur wenig jüngerer Bruder Robert, der von mysteriösen Albträumen geplagt wird und nachts immer wieder laut schreien muss. Mit dem vermissten Mädchen war für mich das Gesamtkonzept perfekt und endlich ein fesselnder Jugendroman geschaffen.


    Der Schreibstil ist jugendlich angehaucht und immer wieder durchwoben mit englischen Worten, die das Ganze glaubhafter machen und zum Setting passen: eine nordamerikanische Schule, an der unterschiedlichste junge Menschen zusammenkommen und sich miteinander auseinandersetzen. Genau das hat Krystyna Kuhn für mich authentisch in Szene gesetzt und zusätzlich durch die Atmosphäre des Tals bereichert, das immer wieder für diesen Schuss Mystik sorgt, der sich nicht greifen lässt. So hat der angrenzende See beispielsweise mit dem Green Eye seine tiefste Stelle, die aber auf viele Schüler nahezu eine Sogwirkung ausübt. Immer wieder zieht es sie an den See und auch Julia kann sich der geheimnisvollen Kraft des Sees und des Tals allgemein nicht entziehen.


    Für junge Leser und Leserinnen ab 14 Jahren bietet „Das Spiel“, der Auftaktband der mehrteiligen Thriller-Serie, tolle Unterhaltung mit leichtem Nervenkitzel und einer gelungenen Atmosphäre.
    In regelmäßigen Abständen wird in den nächsten Monaten für Nachschub aus dem Tal gesorgt, bereits im August 2010 wird für Nachschub gesorgt.




    Über das Lesen des Buches hinaus ist es übrigens möglich, auf unterschiedlichste Weise interaktiv am Geschehen Anteil zu haben. Sowohl das Grace College als auch Das Tal allgemein haben Internetseiten, auf denen man sich als Student der Schule einschreiben lassen kann und zahlreiche Zusatzinformationen findet. Aber auch ohne diesen „Schnickschnack“ lässt sich der Roman problemlos genießen!



    Fazit
    Die Spannung steigt stetig, das Buch ist für Überraschungen gut und die Atmosphäre des Ortes, des Tals, unbeschreiblich toll.



    Bewertung
    9/10 Punkten

  • Vielen Dank für deine Rezi!
    Ich warte schon lange auf das Búch und bin nun noch mehr gespannt darauf.
    Die Internetseiten werde ich mir auch mal anschauen, bin gerne "mehr drin" in den Büchern durch soetwas. :-)

  • Die dem Buch zugrunde liegende Idee hat mich direkt angesprochen und neugierig gemacht: Ein fernab der Zivilisation gelegenes College in den kanadischen Rocky Mountains. Ein Tal, in dem mysteriöse Dinge vor sich gehen – ein Ort, der als „böse“ beschrieben wird. Dazu 8 Jugendliche im Zentrum des Geschehens, die jeweils von jeder Menge Geheimnisse umgeben sind. Das Setting erinnert auf den ersten Blick entfernt an das von mir sehr geschätzte Isola von Isabel Abedi, ist aber letztlich überhaupt nicht damit zu vergleichen, da im Tal der mystische Aspekt stark überwiegt.


    Ich sage es ganz ehrlich: Am Anfang hat mich das Buch leider nicht vom Hocker gerissen. Mir fehlte ein wenig der rote Faden, und ich fand die Andeutungen über mysteriöse Geschehnisse und ein wie auch immer geartetes Geheimnis in der Vergangenheit der beiden Protagonisten Julia und Robert Frost ein bisschen anstrengend und unergiebig. Auch die Vorstellung der einzelnen Charaktere, und es handelt sich hier immerhin um 8 Personen, die mehr oder weniger im Zentrum der Geschehnisse stehen, fand ich zu langatmig und gleichzeitig wenig aussagekräftig. Das spielt sich im Verlauf des Buches allerdings noch gut ein, so dass mir ab dem letzten Drittel die Personen doch noch greifbarer erschienen und lebendig wurden. Ich persönlich finde 8 Hauptpersonen auch etwas viel, aber da es sich um eine offenbar groß angelegte Serie handelt, könnte sich das später noch als durchaus sinnvoll erweisen!
    Spannung wollte sich anfangs nicht so recht einstellen bei mir. Ich hatte den Eindruck, Kuhn musste sich in der ersten Hälfte des Buches erst noch warm schreiben und hat viel Zeit vertrödelt mit Beschreibungen von Collegeparties und wenig zielführender „Geheimniskrämerei“. Das ist schade, denn diese ersten etwas unbeholfen wirkenden zwei Buchdrittel passen nicht recht zu dem Rest des Buches.


    Denn ab dem Zeitpunkt, wo nicht nur immer Geheimnis und Mysterium nur angedeutet werden, sondern tatsächlich mal greifbar aufgedeckt wird, wo etwas „faul“ ist und man als Leser mitdenken, ja mit“arbeiten“ kann, entwickelt die Geschichte eine gewisse Dynamik. Beim Lesen bin ich regelrecht aufgeschreckt – oha! Jetzt gehts los!! Das war etwa ab dem letzten Buchdrittel der Fall. Und ab diesem Punkt war die Spannung wirklich zum Zerreißen und konnte konstant bis zum Ende aufrecht erhalten werden.
    Die ständig präsenten Fragen, die dieses Buch dem Leser stellt: Was hat es mit dem Tal und dem darin gelegenen renommierten Grace College auf sich? Warum hat man gerade hier eine Eliteschule gebaut? Welches Geheimnis birgt das Tal, und was ist hier in der Vergangenheit passiert? Denn irgendetwas Grauenhaftes muss passiert sein, wie mehrfach angedeutet wird. Und wer sind eigentlich seine Bewohner bzw Studenten? Woher kommen sie, welche dunklen Flecke gibt es in ihrer Vergangenheit? Warum hat man stets das Gefühl, dass man hier beobachtet wird, wem kann man überhaupt trauen? Und warum wird man den Verdacht nicht los, dass das Tal selbst Dreh- und Angelpunkt für all diese Fragen ist und niemand nur zufällig hier ist?


    Da es sich um eine mehrbändige Serie handelt (3 weitere sind bereits angekündigt, ich vermute aber dass es noch mehr geben wird, da das Band 1-4 als „Season 1″ betitelt sind), ist das Ende des vorliegenden ersten Bandes natürlich eher offen gehalten. Es bleiben viele Fragen, insbesondere das Geheimnis von Julia und Robert betreffend: Wer sind sie wirklich? Was ist geschehen? Und warum?
    „Das Spiel“ ist eine gelungene Mischung aus Mystery und Thriller, wobei die Mystery-Elemente deutlich überwiegen. Kuhn hat sich in einem Interview dazu bekannt, dass sie von der beliebten TV-Serie Lost inspiriert wurde (daher eventuell auch die durchaus Originelle Anspielung des eher aus dem Fernsehbereich bekannten „Season 1″ ?). Auch hier macht die Kombination aus unheimlichen Vorgängen und einer isolierten Gruppe von Menschen fernab der Zivilisation einen großen Teil des Reizes aus. Ich bin sehr gespannt, wie Kuhn dies im weiteren Verlauf der Serie umgesetzt hat und kann das Erscheinen des zweiten Bandes (Die Katastrophe, August 2010) kaum erwarten! Ich bin überzeugt, dass ohne das etwas langatmige Vorgeplänkel dieses ersten Bandes die Geschichte als Gesamtheit über mehrere Bände hinweg einen unglaublichen Sog und eine enormes Suchtpotenzial entwickeln kann.


    Von mir für diesen Band „nur“ 4 Sterne, da ich den Einstieg einfach zu langweilig fand. Im Hinblick darauf, dass es sich um eine längere Serie handelt, ist dies aber zu verschmerzen.

  • Spätestens seit Hanni und Nanni und Dolly, den Perlen meiner Kindheit und Jugend, bin ich absoluter Fan von Internatsgeschichten und entsprechend begeistert war ich, als ich das Buch bei Arena entdeckt hatte.


    Ich bin schon lange nicht mehr so von einem Buch gefesselt gewesen, ich war selbst schon ganz verwundert. Das Buch ist ein richtiger Pageturner und ehe ich mich versah, hatte ich 50 Seiten gelesen und die Zeit verging wie im Flug. Ich konnte richtig in die Handlung eintauchen und mein Kopfkino hat auf Hochtouren gearbeitet.


    Krystyna Kuhn stellt dem Leser nach und nach die einzelnen Mitglieder der späteren Internats-Clique um Julia und Robert, ihres Zeichens Geschwister mit geheimer Vorgeschichte, vor. Die Charaktere sind gut gezeichnet und man entwickelt schon zu Anfang Sympathie, Antipathie und Misstrauen. Jeder hat wohl seine eigene Leiche im Kelle, keiner scheint der zu sein, der er/sie vorgibt zu sein und jeder für sich hat seine eigene „Bestimmung“, warum er das Grace besucht.


    Unter Antipathie fiel bei mir gleich Julias Mitbewohnerin Debbie. Ein typischer Charakter, bei dem wahrscheinlich sogar der Dalai Lama aggressiv werden würde, eine Klatschbase, Dramaqueen und hinterhältiges Miststück in einer Person - meine lieber Herr Gesangsverein, was ging das Mädel mir auf den Zeiger! Aber nun gut, so einen Charakter muss es wohl auch geben und sei es nur um meinen Blutdruck in ungeahnte Höhen zu treiben .


    Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob es in meiner Jugend eigentlich auch solche Thriller gab und kann mich irgendwie an keinen erinnern, was ich eigentlich ziemlich schade finde, denn Hanni und Nanni mit Mord und Totschlag wäre sicher auch ganz interessant gewesen .


    Die Handlung ist in sich schlüssig und die ansteigende Spannung (closed room-Situationen sind ja – wie schon mal erwähnt - mein absolutes Steckenpferd) bleibt auch bis zur letzten Seite bestehen und ich warte nun gespannt auf den Folgeband, der glücklicherweise bereits am 10. August erscheint. Es ist noch eniges offen und ich bin sehr gespannt, wie die Autorin diese Fragen auflöst.


    Einzig das Ende kam mir dann etwas zu schnell und ein bisschen holprig daher. Mir hat da irgendwie noch ein bisschen der Kick und etwas mehr Handlung drumherum gefehlt, aber nun gut, das ist ja Ansichtssache.


    Für mich alles in allem ein super gemachter Thriller, der Lust auf mehr macht und mich – wie bereits gesagt – gespannt auf den Folgeband warten lässt. Für alle, die gerne Jugendbücher mit Spannung mögen, ist das sicher genau das Richtige!

  • Das Tal erzählt die Geschichte des Grace College und seiner Bewohner, zu denen sich seit neuestem auch Julia und Robert zählen dürfen. Bereits auf ihrem Weg ins abgelegene College merken die beiden Geschwister, dass das Tal in dem das College liegt, eine gewisse geheimnisvolle Atmosphäre ausstrahlt. Diese ist aber keinesfalls positiv. Das fällt besonders dem hochsensiblen Robert auf.


    Nicht nur, dass es sich fernab der Zivilisation befindet und man nicht einfach so in die Stadt kann, etwas düsteres lastet dem Tal an, sogar die Bäume scheinen einen zu beobachten.


    Doch die gruselige Stimmung ist es nicht allein, dass Julia und Robert Unbehagen bereitet.


    Noch verwirrender wird es als bei der Einweihungsparty ein Mädchen spurlos verschwindet. Julia, selbst kein offenes Buch, sind die anderen Stundenten nicht ganz geheuer. Manche verhalten sich merkwürdig und jeder scheint ein Geheimnis zu haben, genau wie sie und Robert.


    Und während Julia und Robert auf einen Neuanfang in dem Tal gehofft haben, werden sie immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt. Eine Vergangenheit, die mehr als geheimnisvoll ist.


    Die Autorin schafft es mit ihrer Sprache eine derart mystische, gruselige und geheimnisumschuwungene Stimmung zu schaffen, wie ich sie bis jetzt bei keinem anderen Thriller erlebt habe. Und auch die Spannung wird man hier nicht vermissen. Der Nervenkitzel kennt hier kein Ende. Legt man das Buch zur Seite, hat man das Gefühl aus einer anderen Welt herauszugleiten und guckt sich erstmal um ob man sich denn wirklich nicht mehr im Tal befindet. Ich bin während des Lesens so in die Welt des Tals abgetaucht, dass ich das Buch nur schwer zur Seite legen konnte. Die düstere Geschichte zieht einen einfach in seinen Bann. Wehren hat keinen Sinn!


    Und während sich andere Geschichten mit dem Fortschreiten der Seitenzahlen aufklären, ist hier genau das Gegenteil der Fall. Je mehr der Leser erfährt, desto weniger weiß er.


    Da es sich hierbei um eine Serie handelt, hat das Buch natürlich ein offenes Ende. Was keineswegs negativ ist. Es macht im Gegenteil nur noch viel neugieriger auf den weiteren Verlauf der Geschichte und die Auflösung.


    Das Buch ist eine Mischung aus einem Jugendbuch, einem Thriller und der düsteren Magie aus Harry Potter. Und deswegen keinesfalls nur was für Jugendliche. Von mir bekommt dieses Schätzchen die volle Punktzahl.

  • Die Geschwister Robert und Julia werden von Alex, ihrem Betreuer und Collegestudenten am Flughafen abgeholt. Ihre Reise führt sie in das Tal, einem abgelegen Ort in den Wäldern Kanadas. Beide kommen extra aus London, um ihre Vergangenheit zu verarbeiten.


    Doch das Tal kommt ihnen schnell merkwürdig vor, denn in dem Tal gibt es nichts weiter als das College, den Campus, den Lehrern und anderen Studenten.
    Das Tal scheint wie ausgestorben zu sein. Man hört weder Vögelzwitschern, noch andere Tiere.
    Recht schnell hat Robert eine schreckliche Vorahnung: „Dieser Ort ist böse!“


    In der zweiten Collegewoche bekommen die neuen Studenten, auch Freshmen genannt, eine Einladung zu einer Bootsparty. Was jedoch merkwürdig ist: Während alle ihre Einladung per Email erhalten, erhält Julia diese per SMS. Aber wie kann das sein, wenn niemand ihre Nummer kennt? Wer ist der mysteriöse Absender?


    Trotz aller Zweifel gehen Julia und Robert mit ihren neuen Freunden auf die Party, doch schon der Weg zum Bootshaus ist sehr mysteriös, denn sie müssen dafür u.a. extra über Zäune klettern. Julia glaubt, dass es eine Mutprobe sein könnte.


    Doch dann geschieht das Unglück.
    Robert glaubt, dass ein Mädchen in den See gesprungen ist und springt direkt hinterher, um sie zu retten. Doch niemand sonst hat dieses Mädchen gesehen. Als Robert auch noch erklärt, dass das Mädchen blaue Haare und einen grünen Badeanzug trägt, werden die Zweifel an seinen Aussagen immer größer. Selbst Julia kann ihren Bruder nicht mehr glauben.


    Noch mysteriöser wird es, als Angela Finder, die Chefredakteurin der Grace Zeitung verschwindet. Denn eines ist sicher: Angela kann nicht in den See gesprungen sein, denn sie sitzt im Rollstuhl…


    Wer ist das mysteriöse Mädchen und wo ist Angela Finder?


    Krystyna Kuhn hat mit „Das Tal“ einen tollen Start einer Buchreihe geschaffen, die den Leser sofort in seinen Bann zieht.
    Obwohl ich nicht gerade ein Fan von Thrillern bin, konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen.


    Die Charaktere und die Schauplätze sind sehr interessant und gefallen mir gut.
    Vor allem der scheue Robert ist besonders interessant. Seine Gedanken sind durch sein mathematisches Denken nachvollziehbar, aber auch gleichzeitig verwirrend.


    Der Schreibstil gefällt mir ebenfalls sehr gut.
    Zwar war der Anfang etwas langatmig und zu detailliert beschrieben, jedoch stört das zum Ende hin nicht mehr, denn genau diese Details sollte der Leser immer im Hinterkopf behalten.


    Auch das Cover ist wunderschön und sehr passend. Das Grace College wirkt auch auf dem Cover sehr mystisch. Die pinken Verschnörkelungen sind ein weiteres Highlight.


    Der Klappentext ist ebenfalls gelungen und die Geschichte hält, was sie verspricht.


    Zum Glück erscheint bald der zweite Band „Die Katastrophe“.

  • Ich habe heute "Das Tal. Das Spiel" zu Ende gelesen.
    Der Leser merkt von Anfang an, das zwischen den Geschwistern Robert und Julia ein Geheimnis liegt, das zwar am Ende ein bruchstückhaft geklärt wird, es aber noch "Lücken" gibt. Denke aber, das dies im Folgeband dem Leser begreiflich wird. Das Tal, in dem das Grace College liegt ist auch sehr geheimnisvoll, in den siebziger Jahren verschwanden 8 Studenten, die nie mehr auftauchten. Und wieso gibt es keine Karte von Tal? Der Ort ist ebenfalls nicht auf Google Earth zu finden.


    Der Schreibstil ist auch sehr jugendlich und sehr flüssig zu lesen.


    5 von 5 Punkte von mir, für unterhaltsame und spannende Stunden :-)


    Gott sei Dank gibt es schon den Folgeband zu kaufen. Und bis November, wenn der 3. Teil erscheint, ist ja auch nicht mehr lange hin. :chen

  • Meine Meinung:


    Ich muss zugeben, dass ich mir von „Das Tal: Das Spiel“ deutlich mehr erhofft habe. Durch die unzähligen positiven Rezensionen im Internet waren meine Erwartungen sehr hoch, die Enttäuschung dadurch umso größer.


    Ich habe auf eine spannende, mysteriöse Geschichte zum Miträtseln, Mitfiebern und mit Gänsehaut erzeugender Atmosphäre gehofft. Ich habe eine lieblose, eindimensionale, klischeehafte, vorhersehbare und konstruierte Geschichte erhalten.


    Die Hauptfiguren Julia und Robert haben es das ganze Buch über nicht geschafft, bei mir ein Sympathiegefühl hervorzurufen. Im Gegenteil, sie und ihre Mitbewohner sind schrecklich eindimensional, Charaktertiefe ist noch nicht einmal ansatzweise zu erahnen. Bis zum letzten Satz blieben sie farb- und gesichtslose Spielfiguren, so tiefsinnig wie Pfützen. Auch die fortwährenden, enervierenden Anspielungen auf die ach so schreckliche Vergangenheit der beiden Geschwister konnten meine Neugierde nicht wecken, da dieses Stilmittel zu erzwungen wirkte. Die Figuren des Buches sind weiterhin so klischeehaft dargestellt, dass die Geschichte einiges an Unvorhersehbarkeit verlor – Stereotype, wie sie im Buche stehen.


    Die der Authentizität wegen benutzte Jugendsprache wurde so unpassend und realitätsfern verwendet, dass ich über einige Formulierungen stolpernd laut auflachen musste. Die erzwungene „Coolness“ verfehlte meiner Meinung nach vollkommen ihr Ziel.


    Das Ende schließlich stellt sich als so konstruiert heraus, dass auch dies schon fast wieder lachhaft ist. Die verschiedenen Aspekte, die zu dem Ende führten, scheinen mit Biegen und Brechen – wortwörtlich – zurechtgebogen worden zu sein, ohne Rücksicht auf Qualitäts- und Glaubwürdigkeitsverluste.


    Mein größter Kritikpunkt stellt allerdings die Lieblosigkeit dar, mit der die Geschichte „hinuntergeschrieben“ wurde. Ich hatte das Gefühl, „Das Tal: Das Spiel“ sei unter enormem Zeitdruck geschrieben worden. Unzählige, vermeidbare Logikfehler, eine geringe Ausarbeitung der Figuren, Schauplätze und Hintergründe und hölzerne Passagen sind die Folge.


    Einige wenige Pünktchen bekommt das Buch nur deshalb, weil die Atmosphäre und die Idee des unberechenbaren Tals mit Eigenleben mit Sicherheit gute Ansätze sind, die nur leider nicht gut umgesetzt werden konnten.


    Fazit:


    Eine an Lieblosigkeit und Eindimensionalität kaum zu überbietende Geschichte mit sehr wenigen netten Ansätzen, die magere 4 von 10 Eulenpunkten erhält.

  • Zitat

    Original von serpent
    Paulchen : Deine Kritikpunkte kann ich nachvollziehen... ging mir fast genauso am Anfang des Buches. Hinterher hat mich die Geschichte dann doch noch gepackt und überzeugt, aber gerade am Anfang war ich auch alles Andere als begeistert.


    Es ist schön, dass du anfangs ähnliche Erfahrungen mit dem Buch gemacht hast :-). Gegen Ende stieg die Spannung zwar leicht, meinen negativen Gesamteindruck konnte dies aber leider nicht mehr revidieren :-).

  • Schon als Kind war ich begeistert von Internatsgeschichten und als ich vor Monaten die Ankündigung für diese Reihe sah war klar: Muss ich haben! Eine Internatsgeschichte für Erwachsene - sozusagen! Rechtzeitig zum Erscheinen bestellte ich mir also dieses Buch und las es auch direkt.


    Ich war unheimlich gespannt und auch schnell mit dem Buch durch, aber sooooo begeistert war ich dann doch nicht. Nicht, dass das Buch schlecht war, vielleicht hatte ich nur zu hohe Erwartungen, aber eins nach dem anderen ...


    Die Geschwister Julia und Robert verschlägt es auf ein Elite-Collage im "Tal". Schnell wird klar, dass die beiden ein großes Geheimnis hüten. Aber damit nicht genug, auch das Tal ist sehr geheimnisvoll und die Vorgänge dort rational scheinbar nicht zu erklären. Dann verschwindet eine Schülerin und ein Mord wird aufgedeckt. Zum Ende des Buches erfahren wir auch das Geheimnis von Julia und Robert, aber nicht nur die beiden haben Geheimnisse ...


    Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich wollte unbedingt mehr erfahren. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mit dem Buch nicht so ganz warm geworden bin, vor allem nicht mit dem Ende. Denn so wirklich augeklärt wird eigentlich nichts. Im Gegenteil. Das Ende wirft nur noch mehr Fragen auf. Okay, es handelt sich hierbei um eine Reihe, das muss wohl so sein und eigentlich hätte ich damit auch rechnen können. Auf jeden Fall bin ich gespannt auf den nächsten Teil.
    Allerdings fand ich so manches Verhalten auch nicht so wirklich überzeugend und nachvollziehbar. Da hätte ich mir doch schon einige schlüssigere Erklärungen gewünscht, das hat mich auch ein wenig weniger enthusiastisch werden lassen. Aber nun ja ... insgesamt hat die Lektüre viel Spaß gemacht und das ist doch eigentlich das wichtigste am Buch. Jetzt heißt es warten auf den nächsten Teil.

  • Dieses Buch ist wirklich cool. Es ist die ganze Zeit über spannend und hat viel abwechslung. Ich finde es zwar ein bisschen übertrieben, dass schon im ersten Buch eine Person Stirbt, aber das macht es ja gerade spannend. Ich kann es nur an alle die Empfehlen, die auf dauerhafte Spannung und (nicht allzuharte) Thriller stehen.Ich bin inzwischen beim Zweiten Buch auf den ersten paar seiten und es ist schon wieder spannend.


    Fazit wer ein cooles und spannendes Buch lesen möchte hat sich mit der rehe "Das Tal" echt was gutes ausgesucht.

  • Der erste Band hat mir extem gut gefallen und ich freue mich schon jetzt auf den zweiten (der leider noch auf der Wunschliste steht).
    Die Geschichte bleibt durchweg spannend und manchmal sogar unheimlich.
    Die Charaktere sind mir sehr sympathisch und ich konnte gut mitfiebern. Julia wird in diesem Band sehr hervorgehoben, Robert blieb mir ein bisschen zu blass. Allerdings vermute ich das sich dies in den nächsten Bänden ändern wird. :grin

  • Ich muss mich Paulchen anschließen. Du hast es echt auf den Punkt gebracht.
    Ich war auch eher enttäuscht.
    Nichts desto Trotz möchte ich der Geschichte eine zweite Chance geben und den nächsten Teil lesen. Überzeugt dieser auch nicht,w erde ich es sein lassen.


    Schade, denn ich liebe auch Internatsgeschichten.

  • Das Grace-College inmitten der Rocky Mountains, weit abgelegen von der nächsten Ortschaft und inmitten eines Waldgebietes an einem See gelegen, ist das Ziel von Robert und Julia. Die zwei jungen Menschen kommen dort eine Woche nach dem offiziellen Semesterbeginn an. Ein Geheimnis umgibt sie, das mit ihrer Familie zusammenhängt und das niemand erfahren darf. So hofft Julia am Grace College endlich Ruhe zu finden, aber es soll anders kommen.
    Ihr Bruder Robert scheint sich an diesem Ort keineswegs wohl zu fühlen. Schlimme Träume plagen ihn und das gesamte Gebäude flößt ihm Angst ein. Mit dem Grundriss und den Wänden und allen Zahlen, die mit dem Gebäude in Zusammenhang stehen, scheint etwas nicht zu stimmen. Außerdem ist das Grace College über Google Earth nicht zu finden. Wie kann das sein? Im Gegensatz zu Robert gewöhnt Julia sich etwas leichter an das Leben im College und findet schnell Anschluss. So besuchen die Geschwister auch die geplante Einweihungsparty für die Freshman, die am Bootshaus stattfinden soll. Bei dieser Party jedoch beobachtet Robert ein Mädchen, das von den Klippen ins Wasser stürzt. Er versucht sie zu retten und gerät selbst in Gefahr. Das Mädchen ist fortan verschwunden. Wie kann das sein? Hat der See, der Julia bereits gleich zu Beginn sonderbar erschien, etwas damit zu tun? Warum ist das Wasser manchmal so ruhig und dann wieder unberechenbar?


    Das Buch „Das Tal – Das Spiel“ ist der Beginn einer Reihe und das wird hier auch sehr deutlich. Sehr viele Fragen bleiben unbeantwortet, sehr viele Möglichkeiten werden eröffnet und nicht weiter gesponnen. Die Handlung des ersten Bandes kommt zwar an sich zu einem Abschluss, lässt den Leser aber nicht vollkommen befriedigt zurück. Es gibt hier noch so viel mehr, was an die Oberfläche drängt und nicht aufgeklärt wird. Viele Charaktere werden nur angerissen und auch am Ende des Buches ist unklar wer sie wirklich sind und wie sie sind. Mit dieser Taktik baut die Autorin zwar eine enorme Spannung auf, muss diese aber nun in die Folgebände hinüber retten um dort vielleicht mehr Licht ins Dunkel zu bringen.


    Dieser Auftaktband lässt mich zwiegespalten zurück. Die grundlegende Idee ist gut, Spannung wird erzeugt, es gibt Geheimnisse, eine Tote und ungewöhnliche Ereignisse, aber zu wenig Fragen werden beantwortet. Zeitweilig habe ich das Gefühl gehabt überhaupt nicht voranzukommen, weil sich der Berg der Fragen immer mehr erweitert hat.


    Diese Geschichte liebt man, weil sie so geheimnisvoll ist oder man hasst sie, weil sie so offen ist. Dazwischen gibt es nichts. Wer nun mehr erfahren will, der sollte die nächsten Bände der Reihe lesen.

  • Über die Autorin


    Krystyna Kuhn wurde 1960 als siebtes von acht Kindern in Würzburg geboren. Sie studierte Slawistik, Germanistik und Kunstgeschichte und arbeitete als Redakteurin. Seit 1998 ist sie freischaffende Autorin und schreibt mit großem Erfolg Thriller. Ihre Romane beim Arena-Verlag wie „Schneewittchenfalle“ oder „Dornröschengift“ wurden allesamt zu Bestsellern. Krystyna Kuhn lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt.


    Klappentext


    Es ist dunkel. Es liegt mitten im Nirgendwo. Und es birgt ein schreckliches Geheimnis…
    Eine coole Einweihungsparty im Bootshaus, so feiern die neuen Studenten ihre Ankunft im Grace College. Doch schon bald merken Julia und ihre Freunde, dass in dem abgelegenen Tal mitten in den kanadischen Bergen etwas nicht stimmt. Wozu die vielen Verbotsschilder rund um das College? Und warum ist der Ort nicht auf Google Earth zu finden?
    Die Lage spitzt sich zu, als Julias Bruder Robert beobachtet, wie ein Mädchen in den Lake Mirror springt und von einem Strudel nach unten gezogen wird. Aber niemand schenkt seinen Worten Glauben – nicht einmal Julia. Noch ahnt sie nicht, dass die dunklen Schatten der Vergangenheit, die sie für immer überwunden glaubte, hier im Tal wieder an die Oberfläche drängen.


    Meine Meinung


    Die Versprechungen des Klappentextes werden keinesfalls erfüllt, die Fragen nicht beantwortet. In diesem Jugendbuch geht es nicht darum, die Geheimnisse des Tals zu lüften oder zu erklären, was „die vielen Verbotsschilder“ sollen. Bis auf einige Wanderungen in der Landschaft des Tals, von denen erzählt wird, könnte das Buch auch an beliebigen anderen abgelegenen Orten spielen. Es geht in diesem Buch nämlich hauptsächlich um die zwischenmenschlichen Probleme der Studenten, und darum, wer nun vor wem ein Geheimnis hat und wer eine „dunkle Vergangenheit“ (ich hasse diese hohle Phrase) hat.
    Die Protagonistin des Romans heißt Julia. Aufgrund eines dem Leser bis zu den letzten 10 Seiten völlig unbekannten schrecklichen Ereignisses in ihrer Vergangenheit muss dieses abgelegene College besuchen und dabei, so wird es erzählt, „everybody’s darling“ darstellen. Aber das klappt so nicht, denn das Mädchen ist ganz schön kratzbürstig. Sobald ihr jemand zu nahe kommt, erinnert sie sich wieder daran, dass sie ja aufgrund ihres schrecklichen Geheimnisses (das irgendwie das ganze Buch hindurch über allem schwebt, aber nie gelüftet wird) ja niemandem vertrauen und somit anscheinend auch keine Nähe zulassen darf. Ihr Bruder ist ein kleiner Nerd, der ziemlich intelligent ist und alles analysieren muss. Nebenbei hat er Albträume und schreit nachts. Aber da er ja, wie Julia auch, ein schreckliches Geheimnis hat (ich hoffe, man kann meinen Zynismus erkennen), darf natürlich niemand erfahren, warum er nachts schreit und seine Schwester muss auf ihn aufpassen.
    Im Allgemeinen sind alle Charaktere dieses Buches ziemlich stereotyp dargestellt. Ein weiteres Mädchen ist einfach dicklich und schwatzhaft, hat einen Hang zu Gerüchten und ist ziemlich verletzlich. Ein Junge trägt immer seine Videokamera mit sich herum und seinem Namen hängt immer die Apposition „, der schonwieder filmte“ an. Dozenten sind im Allgemeinen clever, charismatisch und ein klein wenig anziehend, und die Chefredakteurin der Collegezeitung ist ebenfalls ein Nerd, ein wenig grumpig, sitzt im Rollstuhl und ist, was Technik anbelangt, sehr gebildet.
    Die Verwendung von Sprache in diesem Roman ist ebenfalls sehr interessant. Wenn die Perspektive bei Julia liegt, wird überall, wo es möglich ist, ein Schimpfwort eingefügt, so fährt Julia zum Beispiel den „fuck-Laptop“ hoch. Allgemein finden sich sowas relativ oft. An einer anderen Stelle werden die Mädchen von jemandem als „Schlampen“ und „Nutten“ bezeichnet. In einem Jugendbuch ist das ein wenig fragwürdig und wirkt sehr bemüht und übertrieben.
    Wenn ihr Bruder erzählt, fühle ich mich hingegen ein wenig wie in der Serie „The Big Bang Theory“, was das Aufkommen von wissenschaftlichen Begriffen und der Verwendung von Logik betrifft.


    Fazit


    Der Plot an sich ist gut aufgebaut, wenn man die stereotypen Verhaltensweisen der Charaktere einmal ausklammert. Auch das Setting ist gut gewählt und gibt viel her. Allerdings weiß ich nicht, ob ich die Folgebände wirklich lesen möchte.
    Ich vergebe für „Das Tal Season 1.1 Das Spiel“ (die Verwendung der Zahlen im Titel verwundert mich auch ein wenig) nur 3 von 10 Punkten, da ich es immerhin nicht abgebrochen habe und mir das Setting gefällt.

  • Julia Frost und ihr jüngerer Bruder sind auf dem Weg in das Elite-Internat Grace-College, das in den Rocky Mountains liegt. Sie sind spät dran, denn eigentlich begann das neue Semester bereits vor einer Woche. Die Beiden haben wenig Zeit sich einzuleben, da sie die meisten Einführungskurse verpasst haben, gilt für sie, der Sprung ins kalte Wasser. Die Geschwister haben Glück, beide werden im gleichen Flügel untergebracht, nur in verschiedenen Etagen, da die Wohnräume nach Geschlechtern etagenweise getrennt werden. Julia wohnt in Apartment 213, zusammen mit Deborah Wilder, genannt Debbie und überaus neugierig, Katie West, Koreanerin und überaus verschwiegen und Rose Gardner, eines der schönsten Mädchen, das Julia jemals gesehen hat und dennoch unnahbar. Robert wohnt genau eine Etage unter Julia in Apartment 113. Seine Mitbewohner sind David Freemann, der niemals ohne Videokamera zu sehen ist, Benjamin Fox, ein überaus liebenswerter Sunny-Boy und Christopher Bishop, ein Bad-Boy mit einer sanften Seele. Schnell schließen sich die beiden Geschwister den jeweiligen Gruppen ihrer Wohngemeinschaft an und dennoch, irgendwie scheint es, als hätte sie den Anschluss verpasst.


    Neben ihren neuen Freunden haben die Beiden noch Alex Cooper, einen überaus attraktiven, smarten, intelligenten Studenten aus einem höhern Semester (sprich, der Traum aller Mädchen) und Isabel Hill, Dozententochter, deren Eltern ebenfalls am Grace-College unterrichten, als Ansprechpartner. Bereits am ersten Abend geschieht etwas Merkwürdiges. Julia erhält auf ihrem Handy eine Einladung zu einer Party - doch woher hatte jemand ihre Nummer? Das Handy hatte sie sich gerade erst gekauft und noch niemandem die Nummer gegeben. Wird sie beobachtet? Auch Robert fühlt sich nicht wohl. Er ist ein sehr sensibler Junge, der mehr auf seine Gefühle und Wahrnehmungen hört, als andere Menschen und er weiß: Hier geschieht etwas Böses. Nach einigen Tagen hat sich zumindest Julia bereits etwas eingelebt, Robert fällt dies nach wie vor schwer.


    Beide beschließen, unabhängig voneinander, die Party zusammen mit ihren Freunden zu besuchen. Es handelt sich um eine Art Willkommensparty für die neuen Schüler, die von den älteren Semestern organisiert wurde. Die Party findet in einer Hütte am See statt und alle amüsieren sich, bis auf Robert, der lieber mit dem College-Hund Ike am Steg versucht zu angeln. Besonders erfolgreich ist er nicht, es scheint keinerlei Leben im Wasser zu geben. Dann geschieht jedoch etwas Sonderbares: Robert, der Wasser nicht sonderlich mag, springt auf einmal in den eiskalten See und schwimmt. Die übrigen Partygäste werden darauf aufmerksam und auch Julia kann es nicht glauben, doch sie weiß, Robert ist nicht stark genug, um aus dem Wasser wieder herauszukommen. Ehe sie ihm folgen kann, eilt Benjamin zu seiner Rettung. Erst ist unklar, warum Robert gesprungen ist, doch dann erzählt er von einem Mädchen, das von einem Felsen in den See gesprungen ist und nicht wieder aufgetaucht ist. Trotz intensiver Suche kann sie nicht gefunden werden und die beiden Jungs müssen die Suche abbrechen, da ein Unwetter aufkommt. Zurück am College will niemand Robert glauben, was er gesehen hat, er wird wie ein Freak behandelt. Doch dann wird bekannt, dass eine Studentin vermisst wird. Angela Finder wurde seit dem Tag der Party nicht mehr gesehen, doch sie kann nicht das Mädchen sein, das in den See gesprungen ist, denn Angela ist seit einem Unfall querschnittsgelähmt. Wenig später wird ihre Leiche gefunden. Alle Indizien deuten auf Mord hin, der wer in diesem weit abgelegenen Tal hätte einen Grund gehabt, sie zu töten?


    Welch interessanter Auftakt! Bei diesem Buch handelt es sich um den Auftakt der Tal-Reihe, wodurch hier meines Erachtens der Plot mit der Einführung etwas in die Länge gezogen wurde. Die Autorin führte mir die Umgebung sowie das College und die Figuren wunderbar vor Augen, doch bis wirklich etwas passiert war, dauerte es etwas. Die Figuren wurden allesamt sehr tiefgründig und facettenreich erarbeitet, es hat mir Spaß gemacht, jeden einzelnen kennen zu lernen und gerade mit der Figur der Julia konnte ich mich unheimlich gut anfreunden. Den Schreibstil empfand ich als angenehm und sehr bildhaft zu lesen. Auf die weiteren Bücher der Reihe bin ich sehr gespannt, zumal sich der nächste Band "Die Katastrophe" bereits in meinem Besitz befindet.

  • Julia und Robert Frost sind auf der Flucht. Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit. Welcher Ort wäre dafür besser geeignet, als ein äußerst abgeschiedenes Internat in einem Tal in den kanadischen Bergen, das nicht einmal auf Google Earth zu finden ist?


    Genau wegen dieser Abgeschiedenheit hat Julia das Grace-College ausgewählt, welches sie nun mit ihrem Bruder Robert besucht. Die Studenten ihres Jahrgangs wohnen dort jeweils zu viert in Apartments. Die Mädchen wohnen alle auf der 2. Etage, die Jungen ein Stockwerk darunter. Auch die Lehrkräfte wohnen direkt im Tal. Da die nächste Stadt zu weit entfernt ist um mal eben dorthin zu fahren, gibt es auf dem College-Campus alles, was man braucht: einen Supermarkt, zwei Cafés, ein Kino sowie mehrere Sporthallen und ein Schwimmbad. Im Grunde muss man das Tal also nie verlassen. Eigentlich kann man es auch nicht so einfach verlassen, selbst wenn man möchte. Wer kein eigenes Auto hat, was auf die meisten Studenten zutrifft, ist man auf den Bus angewiesen, der nur einmal am Wochenende in die nächste Stadt fährt.
    Julia fühlt sich wie in einem Gefängnis und auch Robert gerät schon in der ersten Nacht in Panik und schreit im Schlaf. Es gelingt seiner Schwester zwar ihn zu beruhigen, trotzdem haben beide dadurch viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, was ihnen überhaupt nicht recht ist. Sie wollen um keinen Preis auffallen.


    Julia fühlt sich nicht wohl im Tal und macht sich große Sorgen um ihren Bruder. Sie beschließt daher das College wieder zu verlassen und macht einen Spaziergang zum See. Sie will so weit wie möglich vom College entfernt sein um unbeobachtet einen Anruf zu tätigen. Zu ihrer Enttäuschung geht jedoch niemand ran.
    Nur wenige Sekunden später erhält sie eine SMS mit einer Einladung zu einer Party. Sie hat sich das Handy jedoch erst gekauft, es noch nie benutzt und auch niemandem die Nummer verraten. Auch den Absender kennt sie nicht und ohne darüber nachzudenken schleudert sie das Handy ins Wasser. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wird sie auch noch von einem Mitschüler dabei beobachtet.


    Die merkwürdige SMS ist jedoch nicht das einzige Mysterium. Keiner der Studenten scheint zufällig an diesem College zu sein, jeder von ihnen verbirgt irgendetwas. Es gibt viele seltsame Gerüchte um diesen Ort, an dem in den 70er Jahren acht Studenten spurlos verschwunden sind.


    Am Abend der Party sieht Robert dann ein Mädchen in den See springen, das nicht wieder auftaucht. Zunächst glaub ihm niemand, am nächsten Tag wird aber tatsächlich ein Mädchen vermisst: Angela Finder. Sie kann jedoch unmöglich in den See gesprungen sein, denn sie sitzt im Rollstuhl. Was ist also an jenem Abend geschehen? Wer ist in den See gesprungen und wo ist Angela?



    Das Tal #1: Das Spiel ist ein Buch voller Geheimnisse und Mysterien, was nahezu auf jeder Seite und in jedem Kapitel deutlich wird, und zwar von Anfang an. Immer wieder werden Fragen aufgeworfen, es werden geheimnisvolle Andeutungen gemacht und die Spannung wird stetig gesteigert. Einige Geheimnisse bleiben solange ungelöst, dass der Leser durch die immer wieder kehrenden Anspielungen fast wahnsinnig wird.


    Eines dieser Geheimnisse ist die Vergangenheit von Julia und Robert. Sie kommen erst eine Woche nach Semesterbeginn an das College, also später als alle anderen und sind auch nicht auf dem direkten Weg dort hingeflogen, sondern über Umwege. Man weiß, dass sie vor etwas fliehen, was erst vor kurzem geschehen ist. Julia sagt, dass sie und ihr Bruder nicht wirklich freiwillig an dem College sind und dass ihr Leben und das ihres Bruders eine Lüge sei. Sie muss jemanden anrufen um das Tal verlassen zu können, man weiß aber nicht wen. Das Mysterium um die Vergangenheit der beiden Geschwister und warum sie an dieses College gekommen sind, zieht sich durch das gesamte Buch und wird erst ganz zum Schluss aufgeklärt.


    Aber nicht nur die Vergangenheit von Julia und Robert birgt Geheimnisse. Alle Studenten scheinen etwas zu verbergen und niemand scheint zufällig am Grace zu sein. Auch das Tal selbst ist kein gewöhnlicher Ort. Man kann ihn nicht auf Google Earth finden und es gibt auch keine richtigen Karten davon. Selbst der See scheint nicht normal zu sein. Was hat es nur mit diesem Ort auf sich?


    Einige Geheimnisse, wie z.B. was mit Angela passiert ist und wer in den See gesprungen ist, werden im Lauf der Geschichte nach und nach aufgedeckt. Andere bleiben ungelöst.


    Der erste Teil der Serie wird abwechselnd aus der Sicht von Robert und Julia erzählt. Über diese beiden Charaktere erfährt man daher recht viel, vor allem was ihre Gedanken und Gefühle betrifft. Obwohl man bis zum Ende nicht weiß, was genau den Beiden widerfahren ist, kann man ihr Verhalten trotzdem nachvollziehen.
    Julia fühlt sich für ihren Bruder verantwortlich und will ihn beschützen. Sie vertraut niemandem und spielt das fröhliche Mädchen um nicht aufzufallen.
    Chris, einer der Mitbewohner ihres Bruders, durchschaut sie jedoch. Er gesteht ihr, dass er etwas für sie empfindet und versucht ihr näher zu kommen. Anfangs stößt sie ihn von sich und bleibt auf Abstand, weil sie ihn nicht richtig einschätzen kann. Allerdings merkt sie mit der Zeit, dass sie jemanden zum Reden braucht und öffnet sich ein wenig. Sie erzählt ihm zwar nichts von ihrer Vergangenheit, aber zumindest von der SMS und beginnt ihm zu vertrauen.


    Über die anderen fünf Mitschüler, die auch zu den Hauptfiguren gehören, erfährt man leider nur wenig. Niemand gibt viel über sich Preis und der Leser weiß daher nur das über sie, was sie Julia oder Robert erzählen oder was die beiden Geschwister über sie denken. Debbie ist die Klatschbase, Benjamin muss ständig alles mit einer Kamera aufzeichnen, Katie bleibt lieber im Hintergrund, David ist der nette Junge von nebenan und Rose die geheimnisvolle Schöne. So scheint es zumindest.
    Was sie für ein Geheimnis verbergen und warum sie am Grace sind erfährt man dann hoffentlich in den nächsten Bänden.


    Die Sprache des Romans ist sehr jugendlich und leicht zu lesen. Ab und zu werden Kraftausdrücke verwendet, aber nicht übermäßig viel, sodass es den Lesefluss nicht allzu sehr beeinflusst. Etwas störend ist lediglich die Tatsache, dass die verwendeten englischen Namen und Begriffe stets sofort übersetzt werden. Da es nur einige wenige, dafür aber leicht verständliche Wörter sind, kann man dem Leser durchaus zutrauen, die Bedeutung aus dem Kontext zu erschließen, falls sie nicht ohnehin schon bekannt sind.
    An einigen wenigen Stellen ist der Satzbau ein wenig merkwürdig und bei genauem Lesen bemerkt man auch den ein oder anderen kleinen Logikfehler. Das Buch bietet dafür jedoch vor allem zum Ende hin so viel Spannung, dass man darüber leicht hinweg sehen kann.


    Das Ende des Romans ist zwar nicht mehr ganz so spannungsgeladen, weckt aber dennoch die Neugier des Lesers. Neben den schon vorhandenen Ungewissheiten, wird noch eine neue und besonders interessante Frage aufgeworfen, deren Antwort man am liebsten sofort herausfinden will. Schon allein deshalb wird man den folgenden Band mit Sicherheit lesen.



    FAZIT
    Mit Das Tal #1: Das Spiel ist Krystyna Kuhn ein spannender Auftakt zu einer noch spannenderen Jugend-Serie gelungen. Die immer wieder neuen Fragen sorgen dafür, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte. Am Ende lüftet sie zwar ein paar Geheimnisse, lässt aber auch einige offen und wirft sogar noch eine neue Frage auf.


    All diese ungelösten Mysterien sorgen garantiert dafür, dass man den zweiten Teil, und bestimmten auch die folgenden Bände, unbedingt lesen will. Am Besten sofort!

  • Von dieser Reihe hatte ich schon so viel Gutes gehört und gelesen, sodass ich nun die Gelegenheit der Leserunde hier im Forum beim Schopf packte und mir endlich den ersten Band zulegte.


    Der Anfang schien mir etwas holprig und ließ mich ziemlich ratlos und meine Erwartungen relativ unbefriedigt zurück. Sollte das hier etwa zu einem miesen Teenie-Horror-Film-Verschnitt werden?


    Die stellenweise sehr aufgesetzt wirkende Jugendsprache mit eingestreuten Anglizismen und Schimpfworten war mir ebenfalls zu gewollt cool und machte die Sache nicht besser.


    Noch hat mich die Story nicht so richtig abgeholt, die Charaktere bleiben leider auch recht flach. Aber da es sich um einen Serienstart handelte, ist ja noch genug Luft nach oben, vor allem da sich das letzte Drittel des Buches dann als ziemlich spannend herausstellte und einen ziemlich neugierig macht, auf das, was da vielleicht so kommen mag. Die Autorin versteht sich sehr gut darin, mehr Fragen zu stellen als zu beantworten und lässt dadurch ein klasse Mystery-Feeling aufkommen.


    Das Setting mit dem abgelegenen Internat und dem unheimlichen Tal gefällt mir zudem ausgesprochen gut und deswegen werde ich recht bald den nächsten Teil lesen.


    (Ich habe die unten angefügte Sonderausgabe gelesen.)

  • Habe das Buch gerade ebend zu Ende gelesen.


    Mir hat das Buch eigentlich gut gefallen, dennoch laesst einen der erste Teil mit vielen Fragen zurueck. Ich selbst, hab einiges noch nicht verstanden.



    Und:



    Dennoch muss ich sagen, dass es mir gefallen hat. War lange skeptisch & habe auch lange ueberlegt es zu kaufen, aaaaber: Ich habe es nicht bereut und werde ueberlegen den zweiten Teil zu holen!


    :lesend

    Manche Bücher müssen gekostet werden,
    manche verschlingt man,
    und nur einige wenige kaut man
    und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz)