Beiträge von katziane

    Ein Klassentreffen führt nach vielen Jahren alte Feinde und alte Freunde wieder zusammen. Die Stimmung ist ungewöhnlich, irgendwie angespannt. Dazu trägt auch bei, dass das Klassentreffen an dem Ort stattfindet, an dem man bereits zu Schulzeiten einmal groß gefeiert hat: eine Hütte im Wald, die einem ehemaligen Lehrer gehört. Schnell sind alle leicht angetrunken und dann kommt das böse Erwachen: Ein Toter. Und dabei soll es nicht bleiben.


    „Nichts ist verziehen“ ist der dritte Band einer Reihe rund um die Journalistin Magdalena. Diese ist, wie soll es anders sein, ehemaliges Mitglied der Klasse, um die es in dieser Geschichte geht.


    Zu Beginn des Buches werden viele Personen eingeführt, was zunächst etwas verwirrend ist. Doch nach und nach weiß man als Leser um wen es hier gerade geht und wie die Zusammenhänge sind. Durch Rückblicke und alte Tagebucheinträge erfährt man Details über die Schulzeit der Klasse und kann dabei munter darauf los rätseln wie die Vergangenheit wohl mit den Ereignissen in der Gegenwart zusammenhängt. Hier gibt es viele mögliche Ansatzpunkte, die auf einen Täter oder eine Täterin hindeuten.


    Zwischendurch werden auch viele private Details einzelner Personen genauer betrachtet, so z.B. Magdalena und ihre Ängste. Die Journalistin leidet darunter, dass sie unterhalb der Woche stets von ihrem Partner getrennt ist. Hinzu kommt, dass sie aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit und ihrer Haltung und Berichterstattung über Flüchtlinge derzeit eine Menge an Hassmails bekommt und Anfeindungen ausgesetzt ist. Auch die Ermittler werden näher beleuchtet. Viele von ihnen haben ebenfalls Beziehungsprobleme.


    Dieser Schwedenkrimi ist eine gelungene Mischung. Er kommt nicht super spannend daher, aber es lohnt sich ihn zu lesen. Die Auflösung ist dann etwas überraschend. In jedem Fall ist dieser Krimi sowohl etwas für diejenigen, die die Vorgänger der Reihe schon kennen, als auch für jene, die sie nicht kennen.


    Copyright © 2018 by Iris Gasper

    In einem kleinen Ort in Südschweden verschwindet der kleine Billy. Das ganze Dorf sucht nach ihm, doch die Suche bleibt erfolglos. Die Familie des kleinen Jungen versinkt im Kummer. Die Mutter nimmt sich nach einer schweren depressiven Phase das Leben. 20 Jahre später lernt die Therapeutin Vera in einer ihrer Therapiegruppen den Patienten Isak kennen. Er erzählt von dem Verschwinden eines kleinen Jungen und Vera erkennt in seinen Erzählungen Parallelen zu dem Verschwinden ihres Bruders Billy vor vielen Jahren. Vera kehrt in ihre Heimat zurück und greift die alte Suche nach dem Bruder wieder auf. Sie stellt Fragen, doch nicht alle Dorfbewohner empfangen Vera mit offenen Armen. Auch in ihrer eigenen Familie ist man nicht bereit alle Fragen zu beantworten. Die Situation verschlimmert sich noch, als Vera Isak mit nach Hause nimmt.


    „Sommernachtstod“ ist ein spannender Roman, in dem der Leser die Protagonistin Vera auf der Suche nach der Wahrheit begleitet. Eine bedrückende Grundstimmung liegt sowohl über dem Leben im Heimatdorf von Vera als auch über ihrer aktuellen Lebenssituation. Das einstige Verschwinden des Bruders hat sie nachhaltig beeinflusst und ihr Leben geprägt.


    Der Autor versteht es den Leser zu fesseln und ihn auf zwei Zeitebenen stets mitfiebern zu lassen. Die damalige Suche nach dem kleinen Billy ist dabei genauso spannend wie die Personen, die an der Suche beteiligt waren und das, was heute aus ihnen geworden ist. Neben der eigentlichen Tat spielen auch die Besonderheiten einer kleinen, eingeschworenen Dorfgemeinschaft eine große Rolle in diesem Buch.


    Besonders überraschend kommt dann die Auflösung der Geschichte daher und dennoch ist sie einfach schlüssig und rundet das Buch perfekt ab. So ist „Sommernachtstod“ ein Spannungsroman, den man gelesen haben sollte.


    Copyright © 2018 by Iris Gasper

    Viola ist vom Leben enttäuscht. Ihr Freund hat sie betrogen, ihren Job hat sie verloren und nun erreicht sie auch noch der Anruf, dass ihre geliebte Großmutter Adele verstoben ist. Gemeinsam mit ihren Eltern macht sich Viola auf den Weg nach Apulien, zum alten Gutshof der Großmutter. Dort hat Viola in ihrer Kindheit unbeschwerte Zeiten verbracht an die sie sich gerne erinnert. Auch jetzt fühlt sie sich sofort wieder wohl und angekommen, doch leider überschatten die anstehende Beerdigung und der gesamte Zustand des alten Gutshofes dieses Gefühl. Als Viola dann erfährt, dass ihre Großmutter ihr das Gut vermacht hat, steht zunächst die Frage im Raum, ob die junge Frau dieses Erbe überhaupt antreten wird. Doch sie ist überzeugt dem Gut wieder zu neuem Glanz verhelfen zu können. Dafür muss sie allerdings einige Hürden überwinden und diese sind nicht nur bürokratischer Natur.


    Schon bald lernt Viola Aris kennen, einen geheimnisvollen und verschwiegenen Süditaliener, der ihr Herz berührt. Allerdings verschweigt Aris ihr etwas und nur nach und nach erfährt Viola die ganze Wahrheit und damit das Geheimnis, das diesen Mann umgibt.


    „Eine Liebe in Apulien“ ist ein wahrhaft romantischer Roman, der zum Träumen einlädt. Sabrina Grementieri fängt die Landschaft Apuliens mit ihren Beschreibungen wunderbar ein und versteht es die Gefühle der handelnden Charaktere sehr detailliert zu beschreiben. Hier entsteht für den Leser das perfekte Urlaubsgefühl. Zwischendurch geht es aber auch spannend zu. Ein Hauch von Kriminalroman rundet die Geschichte nämlich ab und lässt den Leser auch einen Blick werfen auf die Welt des Tourismus und die Raffgier und den Egoismus von Menschen. So wird dieser Roman zu einer perfekten Mischung, egal ob als Urlaubslektüre oder daheim.


    Copyright © 2018 by Iris Gasper

    Detective Frankie Sheehan ermittelt wieder, obwohl sie noch von schlimmen Erinnerungen an ihren letzten Fall verfolgt wird. Fast wäre sie selbst gestorben. Der Ermittlerjob bedeutet ihr jedoch alles und so ist sie froh, dass sie den Dienst beim Dubliner Police Department wieder aufnehmen darf.


    Beim neuen Fall deutet zunächst alles auf einen Selbstmord hin. Die bekannte Wissenschaftlerin Eleanor Costello wird erhängt in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. Doch was zunächst wie ein Selbstmord aussieht, stellt sich als etwas ganz anderes heraus. Auch die scheinbar weiße Weste der Eleanor Costello verändert sich im Laufe der Ermittlungen. Ihre Ehe war nicht perfekt. Es werden Verbindungen ins Darknet und Anhaltspunkte für sadomasochistische Vorlieben aufgedeckt und Sheehan ist sich bald nicht mehr sicher was sie von der ganzen Sache halten soll.


    Auch eine weitere Frauenleiche sorgt für Rätsel. Und dann scheint es plötzlich noch eine weitere Verbindung zu geben. Mit ihr wird es für Detective Frankie Sheehan selbst gefährlich, aber die Ermittlerin gibt alles um den Fall zu lösen und das auch noch, als gar nicht mehr mit einer Aufklärung zu rechnen ist.


    „Zu nah“ ist in der Ich-Form geschrieben. Der Einstieg in die Geschichte ist etwas gewöhnungsbedürftig. Erst nach einiger Zeit fühlt man sich als Leser angekommen und findet sich unter den handelnden Personen und in Frankie Sheehans Gedankenwelt zurecht. Doch dann steigt die Spannung stetig und lässt den Leser bis zum Ende nicht mehr los. Die Auflösung ist überraschend aber nicht abwegig und rundet den Thriller insgesamt ab.


    Die Autorin Olivia Kiernan hat hier einen bodenständigen Thriller vorgelegt, der einen Blick auf die dunkle Seite der Menschheit freigibt. Starker Tobak, der erst einmal verdaut werden muss und eine Ermittlerin, die mit ihren menschlichen Schwächen leben muss und an ihnen zu wachsen versteht.


    Copyright © 2018 by Iris Gasper

    Karoline ist unglücklich verheiratet. Ihr Mann Moritz ist fast nur unterwegs und die wenigen Tage, die er zu Hause ist, ignoriert er seine Frau fast nur. Die Ehe ist kinderlos und diesen Makel hält Gräfin Alwina, Karolines Schwiegermutter, der jungen Frau regelmäßig vor. Als Moritz schwer erkrankt und Karoline erfährt, dass er offensichtlich mit einer anderen Frau ein Kind gezeugt hat, sieht sie darin ihre Rettung und begibt sich auf eine Reise.


    Liv ist in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und froh im Haushalt der Eheleute Treske eine Arbeit gefunden zu haben, mit der sie ihre Familie unterstützen kann und auch selbst ihr eigenes Leben besser erleben kann als zuvor. Auch wenn die Treskes ihr wohl gesonnen sind, so ist Liv dort nicht ganz glücklich. Insbesondere bedauert sie den Sohn Elias Treske, der von seinem Vater nur mit harter Hand geführt wird. Doch schon bald entdeckt Liv den Grund dafür und wagt es, die Retterin für den Jungen zu spielen.

    Die Autorin Christine Kabus schildert in zwei Handlungssträngen die Geschichten der beiden jungen Fauen Karoline und Liv. Beide Erzählungen sind für sich betrachtet spannend, interessant und bergen eine Menge an Informationen über die politische und gesellschaftliche Lage in Norwegen, Dänemark und Deutschland um 1900 herum. Hier werden die Unterschiede zwischen arm und reich, Frau und Mann und vieles mehr dargelegt und vertieft.


    Beide Frauen durchleben eine große Entwicklung und gehen auch durch Unterstützung anderer Personen gestärkt und sehr selbstständig durchs Leben. Ihre Wege kreuzen sich nur indirekt und doch sehr intensiv.


    Wer die Vorgängerbücher der Autorin kennt, wird feststellen, dass in dieser Geschichte Personen vorkommen, die man von vorher kennt. Wer die Vorgängerbücher nicht kennt, wird aber nichts vermissen.


    „Das Lied des Nordwinds“ ist intensiv und spannend und romantisch zugleich. Der Roman geht ans Herz und macht Geschichte lebendig, über die man sich sonst wohl kaum Gedanken gemacht hätte.


    Copyright © 2018 by Iris Gasper

    Axel Steen ermittelt wieder. Nachdem er selbst in einem Sumpf aus Alkohol und Drogen versackt war, ist der Ermittler Axel Steen nun wieder so weit hergestellt, dass er in einem neuen Fall ermitteln kann.


    Im Kopenhagener Stadtteil Amager wird die Leiche eines ehemaligen PET (dänischer Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst) Mitarbeiters aufgefunden. Der Tote, Sten Høeck, wurde auf brutale Weise ermordet. Es drängt sich schnell der Verdacht auf, dass der Mord mit einem alten Fall des PET, einer Geheimoperation, in Zusammenhang steht. Allerdings darf man sich dann fragen warum dieser Mord erst jetzt, vier Jahre nach der damaligen Operation, erfolgt. Für Axel ist das ein Rätsel. Durch den PET selbst hat Axel wenig Unterstützung zu erwarten. Der PET will selbst die Ermittlungen in der Hand halten und setzt auf Axel auch einen eigenen Mitarbeiter an.


    Axel ist ein Eigenbrötler und sein oberstes Ziel ist die Gerechtigkeit. Er will die Hintergründe des Mordes in jedem Fall aufklären und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Allerdings muss er die schwierigen Ermittlungen auch mit seiner familiären Situation in Einklang bringen. Zwar ist er geschieden, aber er kümmert sich regelmäßig um seine kleine Tochter Emma. Diese hat aufgrund der Ereignisse in der Vergangenheit große Angst um ihren Vater und befürchtet regelmäßig, dass ihm etwas geschehen könnte. So ist es extrem wichtig, dass Axel die Treffen mit seiner Tochter ernst nimmt und sich Zeit für sie nimmt. Ein weiteres Problem im aktuellen Fall ist die Tatsache, dass Axel seit kurzer Zeit eine Affäre mit einer Frau hat, die selbst beim PET tätig ist und auch an der Geheimoperation vor vier Jahren beteiligt war. Da wird es für alle Beteiligten schwer Privates und Dienstliches zu trennen.


    Der Autor Jesper Stein präsentiert mit „Aisha“ hier den vierten Fall seines Ermittlers Axel Steen. Dieser Fall lässt dem Leser kaum Zeit zur Ruhe zu kommen. Die Spannung ist permanent präsent und man darf gespannt sein, ob Axels Ermittlungen sich tatsächlich in die richtige Richtung bewegen. In jedem Fall wird irgendwann klar, warum der Titel dieses Thrillers Aisha lautet.


    Am Ende der Geschichte ist vieles geklärt, aber manches auch noch offen. Man darf sich dann sicher fragen wo die Grenzen staatlichen Handelns liegen dürfen. Ist es richtig einzelne Menschen zu opfern um einer großen Sache zu dienen und viele andere zu retten oder nicht? Was darf ein Staat seinen Bürgern zumuten? Was darf er ihnen sagen und was verschweigen?

    „Aisha“ ist ein politischer Thriller, einer der den Leser beschäftigt. Man kann in dieses Buch ohne Reihenvorwissen einsteigen und wird danach sicher Lust auf die Vorgängerbände haben. Aber auch eine Fortsetzung ist bereits in Vorbereitung.


    Copyright © 2018 by Iris Gasper

    Bereits einige Wochen ist Anja Derling verschwunden, als sie eines Morgens vor ihrem Elternhaus tot aufgefunden wird. Als Eisstatue steht sie vor dem Haus, die Hand zur Klingel ausgestreckt. Hauptkommissar John Benthien und seine Kollegen stehen vor einem Rätsel. Warum wurde das Opfer so zur Schau gestellt? Schon bald gibt es eine weitere Leiche und auch, wenn eine Verbindung zwischen den Opfern nicht auf Anhieb ersichtlich ist, so scheint es sich doch um eine Mordserie zu handeln, denn bei den Toten wird jeweils im Bauchnabel eine Beigabe gefunden. Den Ermittlern fällt es schwer einen Zusammenhang herzustellen.


    In „Eisige Flut“ ermittelt John Benthien bereits zum fünften Mal. Das aber fällt gar nicht auf und so kommen hier auch Neueinsteiger voll auf ihre Kosten. Der Autorin ist es gut gelungen die privaten Details der handelnden Charaktere so in die Handlung einzuflechten, dass jeder damit gut klarkommen kann. Im Vordergrund steht zwar die Ermittlung, aber auch die privaten Befindlichkeiten der Ermittler bekommen hier genügend Raum. Dies ist interessant, weil viele von ihnen sich schon lange kennen und auch eine enge Beziehung zueinander pflegen.


    Als schön herausgearbeitet habe ich persönlich auch die Gegend in der der Roman angesiedelt ist, empfunden. Hier wird deutlich wie man im hohen Norden lebt und wie die Menschen miteinander umgehen.


    Es wird nie langweilig in diesem Kriminalroman, der auch einige falsche Fährten aufzuweisen hat und den Leser damit mehr als einmal in die Irre führt. Der Täter ist jedenfalls nicht auf Anhieb zu durchschauen.


    „Eisige Flut“ ist ein spannender Roman mit wechselnden Handlungssträngen und überraschender Auflösung. Wer die Vorgänger der Reihe noch nicht kennt, bekommt hier bestimmt Lust darauf auch diese zu lesen.


    Copyright © 2018 by Iris Gasper

    „Elsa ungeheuer“ wird aus der Perspektive von Karl erzählt, der zu Beginn der Handlung ein Junge von acht Jahren ist. Er lebt gemeinsam mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Lorenz, dem Vater Randolph Brauer, der Haushälterin Frau Kratzler und einem langjährigen Gast, Herrn Murmelstein, auf einem Bauernhof mit Pension in einem kleinen Dorf. Die Mutter hat sich das Leben durch einen Sprung vom Balkon genommen und seit dieser Zeit spricht der Vater der Jungen regelmäßig dem Alkohol zu. Karl und Lorenz haben es also nicht ganz leicht im Leben und sind um jede Abwechslung froh. Zu ihrem Alltag gehören die abendlichen, etwas gewöhnungsbedürftigen Erzählungen des Herrn Murmelstein, der von den Kindern liebevoll Murmeltier genannt wird. Aufregend wird es, als Elsa im Dorf auftaucht. Elsa wird von ihrer Mutter einfach bei einem Onkel abgeliefert, damit die Mutter eine geplante Weltreise unternehmen kann. Elsa ist elf, wortgewandt, frech und trägt ausgefallene Kleidung. Karl ist von ihr fasziniert und diese Faszination wird ihn sein Leben lang begleiten.


    Elsa ist auch nicht vergessen als Karl und Lorenz längst erwachsen sind und Karl seinem Bruder nach Düsseldorf folgt, wo Lorenz sein Glück an der Kunstakademie sucht. Ein prägendes Kindheitserlebnis hat Lorenz dorthin geführt, aber die Kunstszene ist etwas ganz Besonderes und dieses außergewöhnliche Ambiente fängt die Autorin Astrid Rosenfeld in der zweiten Hälfte ihres Romans auch wirklich perfekt ein.


    Die zwei unterschiedlichen Buchhälften, einmal Kindheit und einmal Erwachsenenwelt von Karl und Lorenz, sind beide auf ihre Art irgendwie schräg und total verrückt und passen doch perfekt zueinander. Hier sind zwei junge Menschen, deren weiterer Weg in der Kindheit geprägt wird. Eigentlich sind es sogar drei junge Menschen, denn Elsa beeinflusst zwar das Leben von Karl und Lorenz, aber ihre Jugend im Dorf ist auch sehr deutlich mit ihrem eigenen Lebensweg verknüpft.


    Astrid Rosenfelds Sprache ist manchmal sehr direkt, manchmal aber auch versteckt die Autorin Andeutungen auf bestimmte Dinge einfach irgendwo und der Leser entdeckt den Zusammenhang erst später. Die Geschichte hat in mir sehr unterschiedliche Empfindungen geweckt. Stellenweise oder besser gesagt relativ oft habe ich die Szenerie als abstoßend betrachtet und dennoch hat sie eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt. Die Künstlerwelt ist mir dabei allerdings genauso fremd geblieben wie das Dorf und seine Bewohner.


    Dieses Buch und auch Elsa selbst sind einfach ungeheuerlich. Aber in diesem Roman gibt es ganz sicher noch mehr Ungeheuer und auch noch viel mehr ungeheuerliche Dinge zu entdecken.

    Campbell Cooper, kurz genannt Cam, ist noch jung an Jahren als man ihr mitteilt, dass sie an Krebs erkrankt ist. Nun, einige Jahre später, ist sie austherapiert und die Ärzte sehen keine Möglichkeit mehr ihr zu helfen. Cam hat damit zu kämpfen. Die Jahre mit dem Krebs haben ihr zugesetzt. Sie ist zynisch und ungerecht ihren Mitmenschen gegenüber. Sie hat keine Lust auf das Mitleid der anderen und auch kein Interesse sich weiter an die Hoffnungen zu klammern, die ihre Mutter immer noch hegt. Dennoch bleibt Cam nichts anderes übrig als gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester Perry und ihrer Mutter Alicia nach Promise im Bundesstaat Maine zu reisen. Promise ist der Ort, in dem es noch Wunder gibt, so zumindest wird es erzählt. Seltsamerweise ist diese Reise von Cam dann tatsächlich eine Reise wie ein kleines Wunder, mit Schnee im Sommer, einem Regenbogen ohne Regen und Flamingos dort, wo es sie normalerweise gar nicht gibt.


    Die Autorin hat in ihrem Roman „Flamingos im Schnee“ ein schwieriges Thema aufgegriffen. Wenn eine unheilbare Krankheit einen Menschen trifft, dann ist es als würde dessen eigenes Leben und auch das seiner Mitmenschen aus den Angeln gerissen. Nichts ist mehr wie es war und jeder geht mit seinen Empfindungen anders um. Dabei ist es besonders schwer Rücksicht auf den Nächsten zu nehmen, denn jeder muss für sich selbst und den anderen stark sein, aber nicht jeder ist das auf die gleiche Art und Weise.


    In diesem Roman wird sehr deutlich wie schwer es für den Kranken und seine Angehörigen ist mit der Situation umzugehen. Hier können kleine Wunder helfen den richtigen Weg zu finden, einander loszulassen und sich wieder ein Stück Freiheit zu gönnen bzw. zurückzuerobern. Diese Geschichte ist sehr emotional. Wendy Wunder hat ihr kleines Wunder verstärkt durch einige fantastische Elemente in diesem Buch, die Hoffnung signalisieren, aber auch zeigen, dass man den Blick nach vorne richten muss, egal was auch immer einen erwartet.


    Cam ist ein starker Charakter, eine sympathische junge Frau, die ihren Weg geht, manchmal aber auch wie wild um sich tritt. Ihre Züge sind liebenswert menschlich, aber manchmal auch abstoßend. Sie liebt und möchte geliebt werden. Sie leidet, aber möchte kein Mitleid.


    Diese Geschichte berührt, sie treibt dem Leser die Tränen in die Augen. Wer dieses Buch zur Hand nimmt, sollte wissen, dass er zwar eine Geschichte voller Hoffnung und kleiner Wunder, aber auch eine Geschichte über eine todbringende Krankheit zur Hand nimmt.

    Was für ein Ende. Das war wirklich sehr berührend. Ich konnte die Tränen einfach nicht mehr halten und hatte auf den letzten Buchseiten richtig Mühe weiterzulesen. Die Szenen im Krankenhaus waren wirklich sehr emotional.
    Ich finde Cam hat noch einmal wirklich gelebt, aber eigentlich stimmt ja auch das, was der Arzt zur Mutter sagt. Ich selbst habe in meiner Familie schon zweinal miterlebt wie ein naher Verwandter an Krebs gestorben ist und jedesmal war es so, dass kurz vor dem Tod noch einmal so eine Hochphase da war wo man das Geühl hatte es wäre alles möglich. Das Wunder war dann eigentlich vermutlich nur real, aber für Cam war diese Zeit kurz vor ihrem Tod dennoch ein Wunder.


    "Flamingos im Schnee" hat mich sehr berührt, auch wenn ich mit der Welt rund um Disney und das Leben dort nicht so viel anfangen kann. Es hat mir auch gefallen wie Cam daran gedacht hat, dass durch die Hochzeit ihrer Mutter nun wieder eine kleine Familie entsteht und ihre Schwester dann etwas hat, wo sie Halt findet. Wie lieb!

    Hallo zusammen,


    da bin ich wieder, nachdem ich aus privaten Gründen einfach nicht zum lesen und posten gekommen bin, möchte ich die Leserunde hier noch zum Abschluss bringen. Ich habe auch ein ganz schlechtes Gewissen, aber es ging nicht anders.


    Dieser Abschnitt war wunderbar. Eigentlich hatte ich zwar gehofft, dass Lilly und Cam sich noch einmal aussprechen, doch nun ist das leider nicht mehr möglich. Es ist total verständlich wie schockiert Cam sein muss und ich kann ihre Kurzschlusshandlung absolut verstehen. Umso schöner ist es dann als sie von Lilly noch Post erhält.


    Ganz besonders gut hat mir die Esel / Einhornszene gefallen. Das hat Cam einfach super hinbekommen und man muss ihr doch zugute halten, dass sie ihre Schwester nur überraschen wollte. Auch dem Tier wollte sie ja nichts böses und ich glaube auch, dass die Tierärztin das tief in ihrem Inneren genau so sieht. Aber sie zeigt es natürlich nicht und das ist eigentlich auch richtig so.


    Nun bin ich neugierig wie viel Wunder die Geschichte noch enthalten mag. Derzeit halten sich Wunder und grausame Realität doch irgendwie die Waage, oder?


    Das ist wirklich sehr interessant zu wissen, weil ich persönlich diese Hund-Wolf Thematik auch mehr überlesen habe, weil ich mir keinen richtigen Reim darauf machen konnte.

    Zitat

    Original von Nabi


    Eine Stelle die mir in diesem Abschnitt besonders gefallen hat war:


    "Ich konnte ihm verzeihen, dass er sich genommen hatte, was mir das Liebste war.
    Ich konnte ihm nicht verzeihen, wie unachtsam er es behandelt hatte."


    Dieses Zitat finde ich auch besonders schön. Es macht die Handlung zu etwas besonderem. Es zeigt wie sehr Karls Handeln eigentlich auf seinen Bruder fixiert war und wie wenig er für sich selbst getan hat. Nun hat er wieder zu sich gefunden, seine Ruhe gefunden. Das hat mir gut gefallen. Eigentlich war wirklich Karl die Hauptfigur, aber er war von Elsa besessen. Nun ist er mehr oder weniger kuriert.


    Ich muss zugeben, dass mir dieser letzte Abschnitt am allerbesten gefallen hat. Die Künstlerwelt war mir wohl etwas zu verrückt.

    Endlich bin ich dazu gekommen weiterzulesen. Es tut mir leid, aber private Probleme haben mich davon abgehalten und ich möchte einfach nun weitermachen.


    Für mich ist der Wechsel von der Kindheit zur Welt der Erwachsenen ziemlich heftig. Zunächst habe ich noch gedacht Karl wird es im Leben richtig gut machen. Das Abi in der Tasche und die Aussicht auf einen guten Studienplatz, doch dann stürzt er so ab. Eigentlich ist ja nur der Bruder, den er unterstützen möchte der Auslöser, aber musste es soweit kommen? Er lebt nur für seine Medizin und ist nicht mehr er selbst. Allerdings durchschaut er schneller als Lorenz das Spiel, dass die beiden Damen mit dem Bruder spielen. Mal sehen zu welchem Ende das führen wird.


    Irgendwie reißt mich die Handlung nicht wirklich mit. Ich finde das alles zu verworren, die Künstlerszene ist mir ohnehin fremd.


    Und wird Elsa noch einmal auftauchen oder bleibt sie nur das Ungeheuer in Karls Kopf, welches ungeheuerliches erfahren und erleiden musste?

    Dieser Abschnitt hat mir zu Beginn nicht so gut gefallen. Jetzt taucht erstmalig die Künstlerszene auf, von der wir ja sicherlich noch mehr erfahren dürfen, aber die Charaktere werden hier noch ein wenig verrückter. Ich konnte mit ihnen nicht richtig warm werden, auch wenn so manche Bemerkungen, z. B. Die Frankensteins" wirklich einfach herrlich sind.


    Ich glaube dieses Buch ist tatsächlich eines das man liebt oder total schrecklich findet. Das haben hier ja schon einige so vermutet. Ich persönlich kann mich noch nicht so ganz entscheiden, weil ich den Erzählstil einfach gut finde, aber die Personen und Situationen einfach nur verrückt.


    Karl tut mir immer mehr leid. Nun muss er sich von Elsa trennen und das nachdem er erleben musste, dass man sie missbraucht und ihr auch gebeichtet hat woher er das Geld für die Stiefel hat. Und ich bin mir sicher, dass Elsa und Lorenz auch schon etwas mitienander hatten. Ihre Beweggründe für den Fortgang nach Texas sind mir daher nicht so ganz klar geworden, aber warten wir es ab.

    Endlich komme ich auch dazu hier etwas zu posten.
    Die Geschichte gefällt mir und sie liest sich so herrlich leicht weg, obwohl sie natürlich einfach nur ein wenig verrückt ist.Die Figuren sind ein bunt zusammen gewürfelter Haufen und irgendwie auch gar nicht wirklich von dieser Welt. Jeder hat so seine eigenen Problemchen und einen wahrlich außergewöhnlichen Stil mit diesen umzugehen.


    Klappentexte lese ich übrigens für gewöhnlich nicht, da sie mich schon zu oft in die Irre geführt haben und wenn ich es einmal tue, dann verlasse ich mich nicht auf sie.


    Hier dreht sich alles um Elsa, dieses außergewöhnliche Geschöpf bei dem sich alle im Dorf fragen, wer wohl wirklich der Vater ist. Mal sehen, ob sich das noch klärt. Sie fühlt sich einsam und sucht nach Nähe. Karl würde ihr diese Nähe geben und noch viel mehr, aber da ist eben auch noch Lorenz. Ob die Brüder ein Team bleiben oder sich entzweien?


    Ich mag den Erzählstil der Autorin,ihre Andeutungen und ihren Humor. Es stört mich gar nicht, dass hier eigentlich alles anders ist.

    Zitat

    Original von Mulle


    Sehr witzig fand ich Cam in der Seilbahn - und unter ihr ist Ebbe :lache
    Das sind so Situationen, die man in dem entsprechenden Moment zum Sterben schrecklich findet - aber später lacht man sich doch drüber schlapp, oder?


    Das stimmt. Diese Szene war wirklich genial. Die bildliche Vorstellung hat was!

    Zitat

    Original von chiara


    :write
    Aus Sicht der nicht verwendeten Verhütungsmittel passte das schon zum Sex bei einer Fassbier-Party. ;-)
    Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich am Anfang gar nicht richtig kapiert habe, dass sie schon beim Sex sind. Ich bin es irgendwie nicht mehr gewohnt, dass Sexszenen auch jugendgerecht beschrieben werden können. :lache


    Genauso ist es mir auch ergangen. Ich habe erst an einer Stelle kurz darauf gemerkt, dass es wohl Sex war, den die beiden hatten. Zunächst war ich davon ausgegangen, dass es dazu gar nicht gekommen ist.


    Für Cam hat mir das wirklich nicht gefallen. Ich weiß auch nicht, was ich von dieser Liste halten soll. Gut, sie glaubt nicht an Wunder und möchte bestimmte Dinge noch tun, aber das wie behagt mir nicht.
    Grundsätzlich war es aber für mich okay, dass sie an der Party teilgenommen hat.


    Hinsichtlich der Frage wie das Ganze hier enden wird, also in einem Wunder oder in keinem, bin ich noch zwiegespalten. Ich finde diese wundersamen Dinge und Cams absolute Gegenhaltung zu extrem. Ich mag einfach keine Extreme. Ich weiß ja, dass das hier beabsichtigt ist, aber mir gefallen beide Ergebnisse auch nicht. Dennoch ist das Aufeinandertreffen so unterschiedlicher Vorstellungen interessant.


    Ich hoffe für Cam, dass ihr Schritt auf Lilly zu eine positive Antwort von der Freundin nach sich zieht.


    Die schönste Szene im Abschnitt war für mich das Welpenbaby und sein Überleben. Zum :kiss

    Cams Reise ist wirklich sonderbar. Irgendwie ist es schon jetzt ein kleines Wunder, denn es geschehen ja sonderbare Dinge.
    Nana war mir auf Anhieb sympahtisch und ich hätte mir gewünscht, sie würde an der Reise auch teilhaben können. Leider war es nur ein kurzer Zwischenstopp bei ihr, aber wirklich amüsant. Die Sache mit dem Baum und dem Blatt, einfach herrlich! Leider ist dort Tweety entwischt, aber er taucht ja wieder auf.


    Mulle schreibt:

    Zitat

    Ich hab irgendwie nie das Gefühl gehabt, dass es Tweety sein muss ... Grübeln Ich dachte die ganze Zeit: Ach wie nett, haben sie einen Vogel gefunden (passiert ja schon mal), der wie der weggeflogene aussieht! Ja sowas auch! Kann daran liegen, dass ich mir für solche Vorkommnisse immer eine Erklärung suche Grinsen Und dass gelbe Kanarien für mich alle gleich aussehen.


    Ja, ich muss sagen auch ich habe einen Moment darüber nachgedacht, dass es wohl ein anderer, ähnlicher Vogel sein muss. Schließlich ist es zwar erklärbar, dass ein Vogel den Weg in sein altes zu Hause findet, aber eben nicht, dass er seinen Besitzern zu einem anderen, ihm unbekannten, Ort hinterherfliegt. Aber vermutlich ist das das erste Wunder und es folgen noch viele mehr. Mal sehen.


    Der Streit zwischen Cam und Lilly war zwar nicht schön, aber irgendwie einfach normal. Solch ein Streit gehört zum Erwachsenwerden dazu. Viele Freundinnen erleben das ähnlich. Ob krank oder gesund, das war jedenfalls völlig normal, wenn auch ein wenig traurig.