Jörg Maurer - Felsenfest

  • Informationen zum Buch:


    • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
    • Verlag: FISCHER Scherz; Auflage: 1 (6. März 2014)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 365100063X
    • ISBN-13: 978-3651000636
    • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 13,6 x 3,6 cm
    • Preis: 16,99 EUR


    Zum Autor:


    1953 in Bayern, ganz in der Nähe Österreichs geboren, hielt es Jörg Maurer in Garmisch-Partenkirchen nicht lange aus und ging bald nach der Schulzeit nach München, wo er Germanistik, Anglistik, Theaterwissenschaften und Philosophie studierte. Es folgten einige Jahre als Englisch- und Deutschlehrer. Nebenbei verfasste Maurer seinen ersten Roman "Föhnlage", der 2009 erschien und mit dem er viele Leser begeisterte. Neben dem Schreiben gehört Maurers Leidenschaft dem Musikkabarett. Beide zusammen präsentiert er in seinen "musik-kabarettistischen Lesungen". Wiewohl er den Lehrerberuf mochte, so hat Jörg Maurer ihn doch zugunsten der Literatur und Musik aufgegeben.



    Kurzbeschreibung des Buches:


    Geiselnahme auf einem Gipfel über dem idyllischen alpenländischen Kurort! Ein maskierter Mann bringt brutal eine Wandergruppe in seine Gewalt. Er stößt Drohungen aus, verlangt nach Informationen. Kurz danach stürzt eine Geisel den Abgrund hinunter. Als Kommissar Jennerwein alarmiert wird, merkt er schockiert, dass er alle Opfer persönlich kennt – aus der Schulzeit. Kennt er womöglich auch den Mörder? Hat der Fall etwas mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun? Während sein Team grantige Geocacher jagt, macht das Bestatterehepaar a.D. Grasegger in Grabgruften und Grundbüchern eine brisante Entdeckung. Jetzt muss Jennerwein alles anzweifeln, woran er felsenfest geglaubt hat …



    Meinung zu dem Buch:


    Hubertus Jennerwein ist Kriminalhauptkommissar in dem kleinen idyllischen Alpenvorort. Das alljährliche Klassentreffen steht bevor und auch dieses Jahr will Hubertus Jennerwein nicht mit dabei sein. Doch da hat er sich geirrt. Denn ein Geiselnehmer hat die Teilnehmer des Klassentreffens in seiner Hand und scheut auch nicht vor Mord zurück. Hubertus Jennerwein muss sich beeilen, will er seine ehemaligen Mitschüler noch rechtzeitig finden.


    Obwohl das Buch bereits der sechste Alpenkrimi von Jörg Maurer mit Hubertus Jennerwein ist, war es doch mein erster. Angelockt von dem Cover und dem Klappentext war ich neugierig geworden, wie die Geschichte weitergehen und vor allem enden würde. Das Vorwort oder auch Vorwurf, wie es der Autor selbst betitelte, stellte eine witzige und unterhaltsame Einleitung dar, die mich auch gleich weiter lesen lies. Es folgte eine schattenhafte Übersicht über die Abiturklasse 1982/1983, bei dem alle Mitwirkende am Klassentreffen benamt werden. Der erste Beitrag eines ehemaligen Abiturienten für die alljährliche Zeitung läutet dann die Geschichte ein. Die Beträge ziehen sich durch das ganze Buch, so dass man immer wieder eine kurze Pause hat, in der man selbst überlegen kann, wer denn nun der Geiselnehmer sein kann und was sein Ziel ist.


    Der Autor baut fünf Handlungsstränge auf. Neben der Geschichte aus der Sicht von Jennerwein, erlebt der Leser auch die Handlungen bei den Geiseln und deren Nachwuchs. Aber auch das Bestatterehepaar aus dem fünften Band findet der Leser hier wieder. Der letzte Strang entführt den Leser ins Jahr 1294 und gibt dem Leser Hintergrundwissen an die Hand, das er nach und nach brauchen kann.
    Zwar sind die verschiedenen Handlungsstränge zunächst verwirrend, doch erkennt man immer deutlicher den Zusammenhang zwischen den Strängen und gegen Ende lässt der Autor diese zusammenlaufen.


    Was zunächst wie eine chaotische Erzählweise wirkt, klärt sich schließlich auf und behält dabei aber nicht nur ihren Witz, sondern auch die Spannung konstant bei. Viel zu schnell ist das Buch gelesen und man möchte die Alpen gar nicht wieder verlassen. Insofern habe ich es gut, da ich mir jetzt noch die vorangegangenen fünf Bücher von Jörg Maurer vornehmen kann. Zwar gibt es hinsichtlich des Bestatterehepaares einen Bezug zum fünften Band, jedoch bedarf es nicht der unmittelbaren Kenntnis der Geschichte. Das Buch lässt sich auch ohne diese gut und verständlich lesen.


    Die Handlungen der einzelnen Personen sind nachvollziehbar und durch die Möglichkeit, die Kenntnis der Gedankengänge der einzelnen Geiseln, kann man auch deren Reaktionen nachvollziehen.


    Fazit:


    Der Wortwitz des Autors hat mich gleich an das Buch gebunden und mich neben der Handlung durch die Geschichte geführt. Es ist kein klassischer Krimi, aber ein sehr lesenswerter, bei dem man auch mal ein Grinsen während des Lesens im Gesicht hat.



    Reihe:


    1. Föhnlage
    2. Hochsaison
    3. Niedertracht
    4. Oberwasser
    5. Unterholz
    6. Felsenfest

  • Wie bei allen Büchern die ich bisher von Jörg Maurer gelesen habe, hatte ich auch hier beim Einstieg wieder meine Probleme.


    Bis zur Mitte des Buches habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich immer wieder Bücher von ihm lese und bin kurz davor das Buch abzubrechen. Mich nervt es einfach, wenn es viele verschiedene Handlungsstränge gibt und ich die nicht zusammen verbinden kann, vor allen Dingen weil es immer so kurze Abschnitte sind. Ich kann mich dann auf keinen Abschnitt richtig einlassen.


    Wenn die Handlungsstränge dann aber einen Sinn ergeben, fesselt mich das Buch und ich finde es wirklich lesenswert. So bleibt am Ende doch wieder ein guter Gesamteindruck, so dass ich mir immer wieder das nächste Buch aus der Bücherei hole.


    7 von 10 Punkte

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • Es ist wirklich ein Krimi der anderen Art. Auch mich haben am Anfang die raschen Schauplatzwechsel und die Zeitsprünge ins 13. Jahrhundert sehr verwirrt. Aber bald entwirrte sich der Knoten, und es wurde ein sehr spannender Whodunit-Roman. Es machte mir Vergnügen, über den Täter zu spekulieren und die Zusammenhänge zu ergründen. Besonders hilfreich und gelungen fand ich die Beiträge der TeilnehmerInnen am Klassentreffen. Herrlich, wie Maurer die Charaktere schildert und zum Leben erweckt.
    Wie schon bei Föhnlage hatte ich manchmal das Gefühl, mich in einem Film zu befinden - in einem recht schrägen Film.


    Einzig das Nachwort - oder wie der Autor es nennt - den "Nachwurf" fand ich dann doch ein wenig zu überdreht.
    Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen. Bisher kannte ich nur Föhnlage, aber nun werde ich mir auch die anderen Krimis von Maurer zulegen :-)

  • Kommissar Jennerwein ist kein Freund von Klassentreffen. Als allerdings seine ehemaligen Klassenkameraden bei einer Bergwanderung als Geiseln genommen werden, wird der Mittfünfziger schnell aktiv. Zusammen mit einem Sondereinsatzkommando versucht er, die Situation unter Kontrolle zu bekommen, doch selbst nachdem das geschehen ist, ist nicht alles im grünen Bereich. Viele Fragen bleiben offen. Also forscht der wackere Kommissar nach und deckt Verwicklungen auf, die sogar die bayrische Staatsregierung in Bedrängnis bringen könnten.

    Die Handlungszusammenfassung klingt fast nach einem Politthriller, ist aber trotzdem bloß die Kulisse für einen gemütlichen bayrischen Regionalkrimi mit den üblichen humorig-seichten Krimizutaten. Im ARD-Vorabendprogamm wäre diese Ü50-Unterhaltung ebenfalls gut aufgehoben gewesen. Da die polizeilichen Ermittlungen recht dünn ausfallen, müssen auch gleich zwei Nebenplots her: Zum einen das schrullige Ehepaar Ignaz und Ursel, das sich in den Kopf gesetzt hat, gemeinsam Bürgermeister zu werden. Zum anderen ein Ausflug ins Mittelalter von Graf Volkhard und seinem treuen Diener Odilo. Ich weiß nicht, wen davon ich nerviger fand, vermutlich lag das Ehepaar knapp vorne.