Mini-HR "Lovecroft Country" von Matt Ruff - ACHTUNG: SPOILER!

  • ottifanta und ich hören gemeinsam das neue Hörbuch von Matt Ruff gelesen von Simon Jäger. Weitere Mithörer/-leser sind natürlich herzlich willkommen.


    Kurzbeschreibung:
    In einer unwiderstehlichen Mischung aus überbordender Phantasie, teuflischem Witz und dunkler Magie verstrickt Matt Ruff die wahnwitzigen Abenteuer einer schwarzen Familie mit der Geschichte des amerikanischen Rassismus. Atticus Turners Verhältnis zu seinem Vater Montrose war schon immer schwierig. Doch als der verschwindet, macht Atticus sich wohl oder übel auf die Suche. Auch wenn die Spur nach "Lovecraft Country" in Neuengland führt, Mitte der 50er Jahre ein Ort der schärfsten Rassengesetze.

    Mit Hilfe seines Onkels George, Herausgeber des "Safe Negro Travel Guide", und seiner hitzigen Jugendfreundin Letitia gelangt Atticus bis zum Anwesen der Braithwhites. Hier tagt der "Orden der Alten Morgenröte", eine rassistische Geheimloge, mit deren Hilfe Sohn Braithwhite nichts weniger als die höchste Macht anstrebt. Doch dafür braucht er Atticus - und nicht nur ihn...

    "Lovecraft Country" ist ein Wunderwerk der Literatur und dabei gespenstisch real.


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    :lesend

    "Read. Read anything. Read the things they say are good for you, and the things they claim are junk. You'll find what you need to find. Just read.”
    - Neil Gaiman


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  • Ich habe die ersten 24 Kapitel gehört und wollte kurz einen ersten Eindruck loswerden.

    (Kapitel 24 endet damit, dass Atticus und George Letitia bei Marvin abgesetzt haben und sich auf die Suche nach Montrose begeben. Das Gefühl beobachtet zu werden, begleitet sie auch hier.)


    Simon Jäger passt für mich als Sprecher perfekt zu diesem Buch. Er kann gut mit den unterschiedlichen Stimmungen spielen und hat auch genug Ironie oder auch Zynismus in der Stimme, was ich hier passend und wichtig finde.


    Nachdem ich gerade - quasi parallel - "Ich und die anderen" von Matt Ruff lese (und es großartig finde) und auch schon in "Fool on the hill" hineingelesen habe (damit bin damals ich nicht zurecht gekommen), wage ich die Behauptung, dass die Figuren hier typisch für Matt Ruff sind. Ich mochte Atticus, George, Letitia und auch Marvin auf Anhieb.

    Atticus Vater Montrose scheint ein seltsamer Mensch zu sein. Seine Besessenheit unbedingt die Familie seiner Frau zu finden, kann ich im Moment nicht verstehen. Ich hoffe, dass die Geschichte hierüber noch Aufschluss gibt.


    Sehr schön finde ich die Einstellung der unterschiedlichen Familienmitglieder zu Büchern. Da erkennt sich wohl jede Eule ein bisschen wieder. Auch wenn ich von Lovecraft noch nichts gelesen habe, sind mir die anderen genannten Sci-Fi-Autoren wie Bradbury oder Asimov ein Begriff.


    Die Idee Atticus mit einem "Safe Negro Travel Guide" auszustatten, finde ich von Matt Ruff so zynisch wie logisch. Warum ich das so empfinde, beweist er gleich in den nächsten Schilderungen selbst.
    Es ist ja nicht so, als wäre diese Art Rassismus fort oder als würde er hier über etwas schreiben, was weit in der Vergangenheit liegt und auf das heutige Leben aller Betroffenen keinen Einfluss mehr haben. Wie furchtbar es ist, diesem Rassismus ständig ausgesetzt zu sein, sich ständig beobachtet zu fühlen, jeden Schritt gut zu überlegen, nie befreit atmen zu können (ohne einen imaginären Strick um den Hals), es sei denn man ist unter sich und trotzdem diese Willkür zu erfahren. Das zu beschreiben gelingt Matt Ruff hervorragend. Ich finde das sehr, sehr bedrückend beim Anhören der Geschichte. So positiv die oben beschriebenen Figuren sind, diese unterschwellige Bedrohung, der sie ausgesetzt sind, ist bei mir immer da. Ich kann mich da auch sehr schwer von der Geschichte lösen. Das beschäftigt mich sehr. Es ist ja auch nicht so, als wäre das nicht aktuell.


    Ich bin bis jetzt sehr begeistert von dem Roman, bin gespannt, wie es weitergeht und ob Letitia diejenige ist, die die beiden beobachtet oder doch schon jemand anderes.

    :lesend

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Saiya ()

  • Ich denke, dass jeder weltoffene Mensch das beim Lesen dieses Buches so empfindet (zumindest hoffe ich das).

    Ich bin mir jetzt am Anfang noch nicht sicher, ob Ruff uns Lesern gezielt auch einen Spiegel vorhalten will oder dies nur ein Nebeneffekt ist. Ich zumindest habe das Gefühl, dass es ihm auch um die Aktualität und den Irrsinn dieses Rassismus geht, der aktueller ist denn je.


    Ich fühle mich jedenfalls angesprochen, die Absurdität dieses "Bessermenschentums", das Verbrechen zu erkennen und zu benennen.

    Das finde ich großartig und dabei habe ich noch nicht mal ein Viertel des Buches gehört.


    Ich muss bei "Atticus" übrigens automatisch an "Atticus Finch" denken.

    :lesend

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  • Bis zum 24. Kapitel erging es mir sehr ähnlich.


    Simon Jägers unaufgeregter, mal ironischer, mal zynischer, mal lakonischer Vortrag passt perfekt.


    Mir kamen die Figuren sehr schnell wie alte Bekannte vor und ich habe mich auch gefragt, warum Montrose so besessen von der Suche nach den Vorfahren seiner Frau sucht. Bücher sind scheinbar für alle ein selbstverständlicher Teil des Lebens, genau wie die Gespräche darüber. Wobei auch da der Vater von Atticus wieder etwas anders zu sein schein.


    So etwas wie der "Safe Negro Travel Guide" ist mir in ähnlicher Form schon mal in einem anderen Buch begegnet, komme nur gerade nicht darauf wo. Der alltägliche, teilweise lebensbedrohende Rassismus wird so neutral wie möglich beschrieben und ich kann Atticus nur für seine (äußere) Ruhe bewundern. Und ja, es hat sich leider zwar einiges geändert, aber nicht überall und derzeit werden ohnehin eher die Uhren zurückgedreht. Hattest Du die Berichte über rassistische Logarithmen gelesen? Newsweek und Guardian dazu.


    Zum Glück kann ich mir trotz dieses Buchs und zahlreicher anderer nicht vorstellen wie es ist, so leben zu müssen. Noch dazu ohne moderne Technik, ohne Handys, Computer usw. wehrlos ausgeliefert.


    Letitia sollte man nicht unterschätzen, könnte gut sein, dass sie es ist oder vielleicht Letitia und noch jemand anderes? Schon sehr mysteriös, dass Montrose mit einem jungen weißen Mann verschwunden ist. Ob er auf ein dickes Erbe hofft, weil seine Frau weiße Vorfahren hat?

    "It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities." Albus Dumbledore
    ("Vielmehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.")

  • v9BF5CWobei ich inzwischen schon bis Ende 51. Abschnitt gehört habe, dem missglückten Fluchtversuch. Der 52. Abschnitt beginnt mit "Ein neuer Morgen".


    Es wird immer mysteriöser. Beeindruckend, dass sie überhaupt lebend bei der Familie Braithwhite angekommen sind. Diese Willkür... :fetchund die Sheriffs und Hilfssheriffs, sowie alle anderen in den Restaurants, Autowerkstätten usw. wissen genau, dass sie ungeschoren davonkommen - sind aber garantiert alle sonntags in der Kirche angewesend.


    Unter Braithwhite habe ich bei Wikipedia einen nicht-weißten Jazzmusiker gefunden, der sich in Braith umbenannte. :lache


    Letitia hat ihnen wohl das Leben gerettet und mit dem Apfel an der Tankstelle auch sehr geschickt eine Eskalation verhindert.


    Matt Ruff beschreibt das alles so anschaulich, als wäre er selbst dabei gewesen und doch mit einem genau passenden Maß an Distanz, finde ich.


    Am liebsten würde ich es an einem Stück hören, auf der anderen Seite sind manchmal kurze Pausen gut, um den Blutdruck wegen der Sheriffs & Konsorten wieder sinken zu lassen.


    Die Übersetzung finde ich bisher hervorragend, auch die negro/nigger Thematik.


    PS Ob sie der Polizei zufällig begegnet sind oder es ein fast tödliches Spielchen war?


    PPS Das Titelbild der Originalausgabe wurde fast 1:1 übernommen. Schwarz und feurig rot, bedrohlich irgendwie, aber der deutliche Hinweis auf den Ku Klux Klan wurde nicht so deutlich übernommen. Was wohl der Grund dafür ist?


    https://www.amazon.de/gp/aw/d/…TF8&qid=1531163921&sr=8-1

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    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von ottifanta () aus folgendem Grund: PS zu doof zum Link einfügen. https://www.amazon.de/gp/aw/d/1504682920/ref=tmm_abk_title_0?ie=UTF8&qid=1531163921&sr=8-1

  • Mir kamen die Figuren sehr schnell wie alte Bekannte vor und ich habe mich auch gefragt, warum Montrose so besessen von der Suche nach den Vorfahren seiner Frau sucht. Bücher sind scheinbar für alle ein selbstverständlicher Teil des Lebens, genau wie die Gespräche darüber. Wobei auch da der Vater von Atticus wieder etwas anders zu sein schein.

    Das Gefühl über "etwas über alte Bekannte zu hören" passt perfekt. Mir geht es auch so.
    Bei Atticus Vater habe ich das Gefühl, dass auch ihm Bücher wichtig sind. Ihm ist aber wichtig, dass sein Sohn reflektiert liest bzw. das Gelesene hinterfragt. Er scheint nur leider etwas cholerischer zu sein als sein Bruder. Deshalb wundert es mich nicht, dass Atticus zu seinem Onkel ein innigeres Verhältnis hat.


    Und ja, es hat sich leider zwar einiges geändert, aber nicht überall und derzeit werden ohnehin eher die Uhren zurückgedreht. Hattest Du die Berichte über rassistische Logarithmen gelesen? Newsweek und Guardian dazu.

    Diese beiden Artikel kannte ich noch nicht. Aber wenn man über den Tellerrand schaut bzw. nicht nur deutsche Medien liest, stellt man schnell fest, dass in den USA Dinge passieren und vorbereitet werden, die mir Angst machen. Da passen diese rassistischen Logarithmen perfekt ins Bild.


    Ich habe umständehalber noch nicht weiterhören können, deshalb habe ich deinen nächsten Beitrag noch nicht gelesen. Ich hoffe, heute klappt es besser. Ich möchte nämlich unbedingt wissen, wie es weitergeht.

    :lesend

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  • Bin gespannt wie Dir der nächste Abschnitt gefällt. :lache


    Atticus und sein Vater haben leider kein gutes Verhältnis, wobei ich sein Interesse an der Lektüre seines Sohnes gut finde, auf der anderen Seite hat seine Suche nach dem Gedicht oder auch den Vorfahren seiner Frau schon fast etwas manisches.

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  • Ich bin schon weiter und mir gefällt es ziemlich gut. Ich schreibe morgen ausführlicher dazu. Vom Handy aus ist das doof.

    :lesend

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  • Ich habe jetzt bis einschließlich Kapitel 97 gehört.

    Jetzt beginnt Hippolytas Geschichte.


    Eigentlich wollte ich nach jeder Episode etwas schreiben, hatte keine Zeit den Rechner hochzufahren und musste trotzdem weiterhören. Sehr kontraproduktiv für eine Hörrunde, ich weiß.

    Deshalb schreibe ich jetzt doch per Handy.


    Ich finde diesen Fantasy-Einschlag und die Gruseleffekte einfach klasse. Schon das Ritual war irre, bei dem Atticus als einziger überlebt. Letitias Geistergeschichte fand ich großartig konstruiert. Und dann gehören die Jungs alle einer Freimaurerloge an.

    Das sind die Momente, in denen ich das Buch gerne richtig amüsant finden und einfach locker flockig weiterhören möchte. Das lässt Matt Ruff aber nicht zu. Denn die Bedrohung durch den Rassismus, der den Alltag und das ganze Leben prägt, die er in der ersten Geschichte so realistisch aufgebaut hat, schwebt weiter über allem. Fantastischer Grusel gepaart mit realem Horror. Das ist grandios.


    Ich war zuerst skeptisch als ich feststellte, dass es scheinbar ein "Episodenroman" ist. Mittlerweile freue ich mich aber darüber. Ich bin gespannt, wer noch seine eigene Geschichte bekommt, wie Braithwhite alle weiterhin benutzt und wozu das alles am Ende führen wird.

    :lesend

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  • Danke für den Link.

    Betreibt Ruff dann hier auch quasi eine Art Entzauberung?

    Horror-Literarur ist nicht mein Genre (ich bin ein Angsthase) und Lovecraft ist mir deshalb nur dem Namen nach ein Begriff.

    :lesend

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  • Ich habe jetzt bis einschließlich Kapitel 97 gehört.

    Jetzt beginnt Hippolytas Geschichte.

    Ganz so weit bin ich noch nicht. Daher lese & kommentiere ich noch nicht alles.


    Irgendwie habe ich von Anfang an vermutet, dass Braithwhite hinter dem allzu günstigen Haus steckt.


    Der Erzählstil gefällt mir nach wie vor gut, gute Mischung aus humorvollen, ernsten und gruseligen Teilen.


    Tom

    Wusste ich bisher nicht, danke für den Link.

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  • Ich bin jetzt bei Horace Geschichte angekommen (ab Kapitel 168).

    Zu den vorherigen schreibe ich später noch etwas.


    Für mich ist das Hörbuch jedenfalls bis jetzt ein echtes Highlight. Ich bin wirklich gespannt, auf das Ende.

    :lesend

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  • Für mich ist das Hörbuch jedenfalls bis jetzt ein echtes Highlight. Ich bin wirklich gespannt, auf das Ende.

    Für mich auch. :-)


    Die Idee mit den Freimaurerlogen und geheimen Büchern... damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Habe bisher nicht die geringste Vermutung, wie diese literarische Fahrt auf einer Geisterachterbahn ausgehen könnte.

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  • Ich bin jetzt bei Horace Geschichte angekommen (ab Kapitel 168).

    Zu den vorherigen schreibe ich später noch etwas.


    Für mich ist das Hörbuch jedenfalls bis jetzt ein echtes Highlight. Ich bin wirklich gespannt, auf das Ende.

    Für mich auch. Nach drei stressigen Tagen auf der Arbeit habe ich gestern und heute rund 1/3 gehört, völlig gebannt. Episoden, ja, aber so geschickt geplant und verknüpft.


    Bin noch nicht sicher, ob ich die Verfilmung sehen möchte.

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Lovecraft_Country_(TV_series)

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  • So, bin durch.


    Habe die letzten 20 Tracks heute früh nochmal gehört, die sich überschlagenden Ereignisse.


    Jede Hauptfigur hatte ihren eigenen Abschnitt, über jede von ihnen könnte ich mir dank ihrer besonderen Lebensgeschichten ein eigenes Buch vorstellen.


    Sehr amüsant waren die Szenen mit der verwandelten Ruby, die ihre Identität nicht preisgab und sich bestimmt mehrmals das Lachen verkneifen musste, trotz aller Gefahr.


    Am Ende alles wurde sehr geschickt verknüpft. Das habe ich mir zwar so gewünscht, aber nicht damit gerechnet. Ihn mit seinen eigenen Waffen zu entmachten, nicht zu töten, aber zu verbannen UND ihm seine Kräfte zu rauben. Sein Vermögen behält er wohl, abgesehen von dem einen Haus. Alleine für das was Horace passiert ist, hat er das schon verdient. Heute würde Horace vermutlich zu Therapeuten gehen, damals für einen Jungen seiner Herkunft völlig undenkbar. Obwohl, war würde er einem Therapeuten erzählen... :lache (und welche Folgen hätte die Wahrheit?)


    Wobei der Schluss ja irgendwie ominös ist - da verlassen mehrere Familienmitglieder auf einen Hinweis hin gemeinsam die sichere Zone, aufgrund eines einzigen Hinweises für den Reiseführer? Ich traue Braithwhite ja viel zu....


    Mal schauen, welches Buch von Matt Ruff als nächstes dran kommt. :-)


    Vielleicht würde ich in die Verfilmung reinschauen, wenn sie gute Bewertungen bekommt - schon alleine um die Zeichnungen von Horace zu sehen.

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  • Nachdem die Serie u. a. auch als "Horror-Series" angekündigt ist, werde ich sie mir ganz sicher nicht anschauen. Das ist einfach nix für mich. :yikes


    Meine Lieblingsstelle im Buch ist tatsächlich die letzte Szene mit Braithwhite. Ich fand es herrlich, wie die Truppe dort stand und ihn ausgelacht hat. Ihnen Verhältnisse anzudrohen, die sie sowieso täglich erleben. Das Gelächter und die Strafe hat er sich allein deshalb schon verdient. :lache
    Da kann man mal sehen, wie oberflächlich der Typ ist, der sich für so schlau gehalten hat. Vielleicht hätte er sich über die Gruppe, die er für sich benutzen wollte, besser informieren sollen. Aber das passte wahrscheinlich nicht zu seiner weißen Sklavenhaltermentalität. ;-)

    Wobei der Schluss ja irgendwie ominös ist - da verlassen mehrere Familienmitglieder auf einen Hinweis hin gemeinsam die sichere Zone, aufgrund eines einzigen Hinweises für den Reiseführer? Ich traue Braithwhite ja viel zu....

    Daran habe ich gar nicht gedacht. Für mich war das einfach ein Zeichen dafür, dass sich manche Dinge oder Lebensverhältnisse langsam ändern (Hippolytas Studium z. B.). Als Anhaltspunkt wurde hier Linda Brown und die Aufhebung der Rassentrennung an Schulen genannt. Anderes ändert sich nicht und deshalb leben sie weiter wie bisher, was bedeutet, dass sie eben auch ohne Angst die "sichere Zone" verlassen, um für das ihnen so wichtige Projekt "Save Negro Travel Guide".


    Ich habe ja, kurz bevor ich mit diesem Hörbuch begonnen habe, angefangen "Ich und die anderen" von Ruff zu lesen. Ich habe das Buch nach dem 1. Viertel zur Seite gelegt und das war, glaube ich, auch ganz gut so. Ich bin mir sicher, dass "Lovecraft Country" es erheblich schwerer bei mir gehabt hätte, wenn ich Andrews Geschichte parallel dazu gelesen oder kurz vorher beendet hätte. Was für ein großartiges, großartiges Buch (ich trauere diesen wunderbaren Figuren ein wenig nach)! "Lovecraft Country" kann da nicht mithalten, obwohl es auch eine sehr gute Geschichte ist.


    :lesend

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