Liebe und Verderben - Kristin Hannah

  • Liebe und Verderben

    Kristin Hannah

    ISBN: 978-3352009136

    Gebunden: 591 Seiten, 22 Euro

    Kindle-Version: 3107 KB, 14,99


    Über die Autorin (Amazon-Beschreibung):

    Kristin Hannah, geboren 1960 in Südkalifornien, arbeitete als Anwältin, bevor sie zu schreiben begann. Heute ist sie eine der erfolgreichsten Autorinnen der USA und lebt mit ihrem Mann im Pazifischen Nordwesten der USA. Nach zahlreichen Bestsellern war es ihr Roman „Die Nachtigall“, der Millionen von Lesern in über vierzig Ländern begeisterte und zum Welterfolg wurde.



    „The Great Alone“ lautet der englische Titel dieses Romans, der ebenso gut passt, wie der deutsche Titel „Liebe und Verderben“ – beide sagen viel über das Buch und dessen Figuren aus. Es geht der Autorin Kristin Hannah in ihrem Roman um eine Liebe, die nicht ohne Zerstörung auskommt und um die Einsamkeit Alaskas, aber auch um die Einsamkeit als Kind in einer Familie, in der jeden Tag Gewalt droht.


    Lenora Allbright wird nicht gefragt, als ihre Eltern 1974 beschließen nach Alaska zu ziehen. Ihr Vater, ein Vietnam-Veteran hat dort von einem verstorbenen Kriegskameraden ein kleines Häuschen geerbt. Fortan müssen sie ohne fließendes Wasser zurechtkommen und lernen, wie man die langen und dunklen Winter überlebt. Schnell freunden sie sich mit den Nachbarn an, die in dieser Gegend besonders zusammenstehen. Für Lenis Mutter ist das ganze Leben ein Abenteuer und sie lässt sich auf das Land ein. Auch Leni hat kaum Mühe, mit den Umständen zurecht zu kommen. In der Schule lernt sie Matthew kennen, der bald ihr bester Freund wird. Was Nachbarn und Freunde anfangs nur erahnen können, Leni und ihre Mutter müssen jeden Tag aufs Neue einen schwierigen Balanceakt aufführen um den Vater bei Laune zu halten. Jeder noch so kleine Fehler, jede Unaufmerksamkeit kann zu einem Gewaltausbruch des Vaters führen. Lenis Mutter ist abhängig von der Liebe ihres Mannes und hofft, dass er sein Kriegstrauma, die Ursache dieser Stimmungsschwankungen, eines Tages überwunden hat und wieder so wird, wie sie ihn kennengelernt hat.


    Man erlebt als Leser mit, wie sehr das Leben von Mutter und Tochter von den Launen des Familienoberhauptes abhängig ist. Ganz langsam und allmählich steigert Kristin Hannah die stets vorhandene Spannung, so dass man beinahe minütlich auf eine Eskalation wartet. Ständig schwebt die Drohung eines Ausbruchs im Raum, egal, wie gering der Anlass ist. Leni und ihre Eltern wirken sehr authentisch und das macht das Ganze so bedrückend. Die Schilderungen der Landschaft und der Menschen, die sich aus verschiedenen Gründen in dieser lebensfeindlichen Umgebung niedergelassen haben, machen die Handlung zusätzlich interessant.


    Wie schon im Buch „Die Nachtigall“ geht es leider nicht ganz ohne Klischees ab; manche Figuren wirken eindimensional, überzeichnet und wie aus einem Hollywood-Film entlaufen, einige wichtige Abschnitte werden nur angerissen und auch der Showdown hat Hollywood-Potential. Trotzdem habe ich das Buch sehr gern gelesen. Wer sich auf „Liebe und Verderben“ einlässt, den erwartet keine große Literatur aber ein spannendes, beklemmendes und kurzweiliges Leseabenteuer – genau richtig für gemütliche Stunden mit Tee und Buch auf der Couch.