Titel: Der verborgene Dämon
Autor: Detlef Amende
ISBN 9783961454266
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Fester Einband
Umfang: 253 Seiten
Verlag: Engelsdorfer Verlag
Erscheinungsdatum: 27.11.2018
Leon ist die zentrale Figur in diesem Buch. Im „hohen“ Alter
blickt er im Jahre 2100 zurück auf eine Welt am Rande des Abgrunds.
Seine Betrachtungen werden erweitert / ergänzt durch seinen
Sohn und Schwiegertochter sowie Enkelin, so dass man praktisch die Sichtwesen
von drei Generationen erhält.
Zentrales Element ist die Welt nach dem Klimawandel, gegen
den sich die Länder dieser Welt nicht wehren konnten oder wollten.
Hinsichtlich der Verknüpfung von Ursachen und Wirkungen
politischen (Nicht)Handelns und nationaler Egoismen, sollte es durchaus mal der
ein oder andere Politiker lesen!
Intention des Autors ist aus meiner Sicht klar uns zum
Nachdenken anzuregen, über das, was wir Menschen mit unserem Planeten tun. Und
was daraus werden kann, wenn wir so weiter machen wie bisher und nicht
GEMEINSAM nach einer Lösung suchen…
Zum Inhalt:
Leon ist seit seiner Jugend von zunehmend negativen
ökologischen und gesellschaftlichen Veränderungen betroffen. Später als
Naturwissenschaftler erkennt er, dass es zwischen diesen völlig
unterschiedlichen Ereignissen und Abläufen einen rätselhaften Zusammenhang
gibt. Offenbar wurde durch bestimmte Faktoren eine geheimnisvolle Kraft in Gang
gesetzt, die wie ein lernfähiges kybernetisches System agiert und sich dabei
selbst weiterentwickelt. Immer wieder geschehen völlig unerwartete Ereignisse.
Leon nimmt den Kampf gegen diesen mysteriösen Dämon auf, der im Mittelmeer
Blasen aufsteigen lässt, Hungersnöte auslöst und Waldbrände in Sibirien
erzeugt. Wird es gelingen, die immer dramatischer werdenden, globalen
Ereignisse einzudämmen und den Dämon zu besiegen?
Der Autor nimmt uns hier, beginnend mit dem 86. Geburtstag
von Leon auf eine Reise in seine und die Vergangenheit der Welt / Menschen.
Die Protagonisten, die uns im ersten Teil vorgestellt werden
kommen für mich leider recht hölzern dahin. Also eine „erste Beziehung“ konnte
ich so nicht aufbauen. Sehr störend war für mich das häufige „Methusalem“
teilweise 3 mal auf einer Seite. Fand ich ziemlich unpassend.
Ansonsten ist der Start in der Zukunft im Jahr 2100 und der
Rückblick aus Leons Sicht auf das „Wie alles begann“ eine gute Idee. Die
Schilderungen aus Leons Kindheit und Jugend, die im ersten Abschnitt aufgezeigt
werden, sind beklemmend und setzen auf bekannte Phänomene auf, die man so in
der Art tatsächlich in den Nachrichten verfolgen konnte.
In einer Mischung aus Informationen und Unterhaltung nimmt
uns der Autor bzw. Leon weiter mit auf seine Retrospektive. Wir erfahren von
Leons Forschungsarbeiten, dem unermütlichen Einsatz von ihm und seiner Frau
Yvonne im Kampf gegen die Folgen der Klimakatastrophen. Wie man sich über
kleine Erfolge freut nur um später umso stärker enttäuscht zu werden.
Wir erleben, wie sein Sohn zur Welt, er seine Frau trifft
und auch diese mit dem gleichen Enthusiasmus für eine bessere Welt kämpfen obwohl
die Veränderungen in der Welt so erschreckend sind.
Zum Ende des Buches hin, tritt noch der Blickwinkel der
Enkelingeneration in den Fokus und der Autor wartet mit einem, aus meiner
Sicht, unerwarteten Ende auf.
Meine Meinung:
Zum den Hauptcharakteren habe ich ja oben bereits etwas
gesagt. Ihnen Tiefe zu geben ist aus meiner Sicht nicht gelungen, war aber
vielleicht auch nicht wirklich Absicht des Autors.
Inhaltlich widmet sich das Buch sicherlich einem sehr
wichtigen Thema, dem Klimawandel und seine Auswirkungen auf Umwelt, Politik und
Gesellschaft. Es greift jüngere Entwicklungen auf und verknüpft die Handlungen
mit potenziellen Ereignissen in der Zukunft. So entstehen unterschiedliche
Ursachen-Wirkungs-Ketten die von mal zu mal, von Generation zu Generation die
Welt verschlimmern.
Präsentiert werden uns drei Generationen voller Aufopferung
für andere gegen einen übermächtigen Gegner. Etwas zu viel heroisches Handeln
für meinen Geschmack, soviel Selbstlosigkeit über 100 Jahre ist kaum
vorstellbar. Und trotz allem Einsatzes, ein Kampf gegen Windmühlen! Für meinen
Geschmack ist das schon ein bissel „too much“, gleichwohl passt es hier in die
Geschichte als Abschluss.
Sprachlich ist das Buch insgesamt leicht zu lesen, da
wissenschaftlichen Themen doch recht einfach erklärt werden oder sich aus dem
Zusammenhang erschließen
Vor einer nächsten Auflage sollte man den Text vielleicht
noch mal Korrektur lesen, da, gerade zum Ende hin sich einige Schreibfehler
drin sind.
Wer Spannungsbögen, ungelöste Rätsel u.ä. erwartet, wird
diese hier nicht finden.
Wer sich aber die Frage stellt, wie die Welt in 80 Jahren so
aussehen könnte, wenn wir so weiter machen wie es sich heute andeutet, der
findet hier viel Stoff der zum Nachdenken anregt.
Nach der Lektüre des Buches blieb ich zurück mit Gedanken an
den Klimawandel und den notwendigen geopolitischen Erfordernissen, weg von
nationalen Egoismen, wie wir sie heute leider bei einige Staaten verstärkt
finden, hin zu globalen Lösungen.
Und stelle mir die Frage… wie sollen wir das nur hinbekommen??
Wertung: 6/10