Beiträge von wampy

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    Original von Wolke
    Ihr Lieben,
    ich habe gerade mit dem Verlag bezüglich der Leserunde Kontakt gehabt. Deshalb kann ich euch jetzt sagen, dass in der regulären Buchausgabe ein Stammbaum vorhanden ist. Ich schreibe das auch noch einmal im Thread der ersten Seiten als Info. :wave


    In unserer Ausgabe ist auch ein Stammbaum. Was fehlt, ist das Personenverzeichnis und die Erläuterung, welche Personen historisch und welche fiktiv sind.

    Mir gefiel der vierte Abschnitt besser als die bisherigen, weil einige der Figuren Leben entwickelten. Aber es geht weiter mit dieser unseligen Lobhudelei auf die Medici. Die Thematik des Konzils zur Wiedervereinigung der beiden Kirchen habe ich zur Kenntnis genommen, aber nicht verstanden. Aus meinem historischen Verständnis glaube ich eher an machtpolitische Gründe als an Glaubensfragen. Dann offenbart sich der Söldner Laura als ihr Vergewaltiger. Auch so etwas, was ich nicht nachvollziehen kann, aber nun sind die Medici wohl raus aus der Verfolgung durch Laura.
    Ebenso gehen mir die ausufernden Beschreibungen der Tötungsdelikte Reinhardts so langsam auf den Keks. Dafür wird fast nirgendwo erwähnt, wie die Bevölkerung unter den dauernden Kriegen zwischen den einzelnen Stadtstaaten zu leiden hatte. Auch baut Cosimo seinem Dom zu Ende, feiert das im großen Stil und hat nur ein paar bedauernde Blicke für den Plebs. Desweiteren reiht sich der Mailänder Patriarch in die Reihe der Fieslinge gebührend ein, zumal sein Aussehen auch noch zu wünschen übrig lässt. Diese sehr einseitige Darstellung verdirbt mir die Lesefreude gewaltig.

    In diesem Abschnitt wurde es etwas besser, erstaunlicherweise immer dann, wenn es um Laura und ihren Söldner ging. Wenn es um die Medici ging, wurde es staubtrocken und öde.
    Wieder wurden einige Seiten Sexszenen geopfert, dafür fehlten wesentliche Informationen, wenn es um den Adligen Unsympathen Rinaldo ging. Wenn ich das richtig gegoogelt habe, dann war der Sturm auf den Palazzo nicht so unverständlich. Er und seine Verbündeten sollten sich im Palazzo für ihre Taten verantworten. Das dies fehlt finde ich schlimm, wie überhaupt die Glorifizierung der Medici sehr störend ist. Dann die Frage, ob Laura und der Söldner historische Figuren sind. Wie dem auch sei, Cosimos Frau hat wohl die Stellung in Florenz gehalten und die Geschäfte weiterführen können, was mich bei dem Hass Rinaldos doch sehr verwundert hat. Aber wie stellte schon Rinaldos Verbündeter Palla fest. Sie waren alle unfähig. Dabei wächst man doch mit der Qualität der Gegenspieler. Dies ist aber auch ein Abbild der überaus simplen Charakterisierung der Medici und ihrer Gegenspieler. Die Medici sind gut, liebevoll, gerecht und was es sonst noch an guten Attributen gegen mag, und ihre Gegenspieler sind heimtückisch, selbstsüchtig, dumm, voller Hass und mit weiteren Negativattributen versehen. Der Autor hat sicher großen Rechercheaufwand betrieben, aber er nutzt ihn nicht. Ich habe das Gefühl, dass er die Geschichte korrigiert, also bewusst Informationen offenbart oder wegfallen läßt, je nach dem, ob sie für die positive Zeichnung der Medici nützlich sind.

    Nun habe ich auch den zweiten Abschnitt beendet und das Buch wird nicht besser. Die Erzählstruktur ist genau die, die auch Rebecca Gable anwendet. Es werden bestimmte Szenen ausgewählt, die für die Entwicklung der Figuren wichtig sind und die einen Eindruck von der Zeit und dem historischen Umfeld geben sollen. Leider bleiben aber bei dem Buch über die Medici die Figuren blass, wenn nicht gar leblos. Die Sexszenen sind völlig überflüssig und die total einseitige Charakterisierung nimmt den letzten Lesespass. Die Lobhudelei über die Medici ist ja kaum auszuhalten und ihre ach so fiesen Gegenspieler übertrumpfen sich in Unfähigkeit. Und dann noch diese unsinnigen Details, um diese besonders böse ausschauen zu lassen. Besonders irritierend finde ich den Umfang, der dieser Frau gewidmet ist. Ich denke schon, das der Autor umfangreich und diszipliniert recherchiert hat. Sogar die Auswahl der meisten Szenen kann ich nachvollziehen, aber trotzdem kommt keine Spannung auf. Es wirkt eher wie ein Märchen als wie erlebte Geschichte.

    Nun habe ich den ersten Abschnitt vollständig beendet und bin immer noch nicht glücklich mit dem Buch. Die Figuren bleiben weiterhin ziemlich leblos und auch die Auswahl der im Buch beschriebenen Episoden kann ich nicht so recht nachvollziehen. Einerseits werden Details ausgebreitet (z. B. beim Besuch seines alten Verbündeten oder der Kampf mit dem jungen Florentiner), die einfach belanglos sind, während mir auf der anderen Seite Informationen zur Entwicklung der Geschichte zu fehlen scheinen. Warum ist der Soldat bereit zu den Florentinern zu wechseln und warum sollte ihn dann noch überhaupt jemand vertrauen. Halten es alle Seiten für normal, dass die Kämpfer beliebig die Seiten wechseln. Kann ein politischer Führer einfach so in das Lager seiner Feinde reiten und dabei jede Menge Bestechungsgeld mit sich führen. Warum wird er nicht einfach umgebracht. Wie kommt so ein Kontakt zustande. Welche Vorteile bietet eine kriegerische Auseinandersetzung für die einzelnen Fraktionen oder warum nützt das Fehlen der kriegerischen Auseinandersetzungen nur bestimmten Gruppen. All diese Fragen bleiben weitgehend unbeantwortet, aber der Leser erfährt, dass es dem Söldner nicht wirklich Spaß macht, unbedarfte Gegner umzubringen.

    Bis jetzt habe ich die erste Hälfte des ersten Teils gelesen und weiß noch nicht so genau, wie ich das Buch einordnen soll. Das Cover und der Stammbaum gefallen mir, das Nachwort fand ich merkwürdig, die Danksagung gefiel mir ganz und gar nicht und dann gab es ein Glossar von einer knappen Seite. Ein Personenregister fehlt definitiv und der bisherige Verlauf im ersten Abschnitt ist fast so wie die Anmerkungen des Autors, sehr viele Worte, aber irgendwie ohne Bindung. Die Figuren wirken so leblos und bleiben blass. Dann noch diese unnötige Sexszene zwischen dem Soldaten und der Parfümeriebesitzerin und die Erläuterungen an den Medici, das man mit ihnen spielt und im Zweifelsfall ernst machen könnte, sie also bei Bedarf problemlos umbringen könnte. Dazu kommt die Darstellung der Medici als aufrechte Menschen, die dem Volk verbunden sind und nur Gutes tun wollen, während ihre Gegenspieler für den Adel und die Verderbheit der Mächtigen stehen. Das ist doch arg simpel.

    Buchmeinung zu Ivo Pala – Ein Fall für Fuchs & Haas: Die Tote im Räucherofen


    „Ein Fall für Fuchs & Haas: Die Tote im Räucherofen“ ist ein Kriminalroman von Ivo Pala, der 2017 bei Likedeeler als eBook erschienen ist.


    Zum Autor:
    Ivo Pala, in Oestrich-Winkel im Rheingau geboren, lebt heute an der Küste, wo er als Schriftsteller und Drehbuchautor für Film und Fernsehen arbeitet.


    Klappentext:


    DU KANNST DIR NICHT VORSTELLEN,
    WIE GERÄUCHERTER MENSCH RIECHT!


    Die verträumte Ostseeküste Vorpommerns: Weil ihm beim Dienst in Berlin einmal zu oft der Kragen geplatzt ist, wird Kommissar Bodo Fuchs in seine alte Heimat strafversetzt. Wenn er jedoch hofft, hier oben im Schoß seiner schrägen Familie das letzte Dienstjahrzehnt in Ruhe und Frieden auf der linken Backe absitzen zu können, hat er sich gewaltig geschnitten!
    Schon der erste grausige Mordfall konfrontiert ihn mit seiner weit zurückliegenden Kindheit: Die Tote im Räucherofen war Bodos erste heimliche aber vor allem unerfüllte große Liebe!
    Die Untersuchungen führen ihn und seine – in Bodos Augen viel zu logisch denkende – Partnerin Gisa Haas in einen reißenden Mahlstrom aus Intrigen, uralten Familiengeheimnissen und Schauermärchen.

    Meine Meinung:
    Mein erster Eindruck war durchaus positiv. Eine skurrile Tötungsart und ein Ermittlerpaar mit Ecken und Kanten. Er ein Einheimischer trotz längerer Abwesenheit und sie eine Zugereiste, der man viel erklären kann, ohne das es groß auffällt. Dazu eine Region mit Darß und Zingst, die auch landschaftlich einiges zu bieten hat. Die weiteren Personen passten in die Region und hatten so ihre Eigenarten. Die Saat für ein schönes Leseerlebnis war gelegt. Aber dann kam Klara, die Tochter der Verstorbenen, und fand sich vor allem im Kopf des Ermittlers wieder. Das trübte mein Leseerlebnis schon deutlich, weil Bodo Fuchs jede Orientierung verloren ging. Aber mit gütiger Mithilfe seiner Partnerin Gisa Haas ging es doch spannend voran. Aber dann gab es eine Auflösung mit einer Pointe, die nach meinem Empfinden völlig daneben war und auch noch unnötig.


    Fazit:
    Mit dem Ende der Geschichte kann ich mich gar nicht anfreunden. Es ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel und führt zu einer deutlichen Abwertung. So kann ich nur zwei von fünf Sternen (40 / 100 Punkten) vergeben und keine Leseempfehlung aussprechen.

    Buchmeinung zu Rex Stout – Es klingelte an der Tür


    „Es klingelte an der Tür“ ist ein Kriminalroman von Rex Stout, der 2017 in einer Neuübersetzung von Conny Lösch bei Klett-Cotta als Hardcover erschienen ist. Die amerikanische Originalausgabe „The Doorbell Rang“ erschien 1965 bei Viking Press, New York. Die deutsche Erstausgabe erschien 1968 bei Ullstein unter „Per Adresse Mörder X“.


    Zum Autor:
    Rex Stout (1886-1975) wurde bekannt durch seine Kriminalromane mit dem übergewichtigen Privatdetektiv Nero Wolfe. Zwischen 1933 und 1975 verfaste er 33 Romane und zahlreiche Erzählungen dieser Serie. Bevor er mit 46 Jahren seinen ersten Nero-Wolfe-Roman schrieb, war er ein erfolgreicher Geschäftsmann. Zeitlebens trat er für die Wahrung individueller Freiheitsrechte ein und war lange Vorsitzender des amerikansichen Schriftstellerverbands.


    Klappentext:
    Die reiche Exzentrikerin Rachel Bruner hat die Nase voll vom amerikanischen Geheimdienst. Sie kauft zehntausend Exemplare eines Enthüllungsbuchs und verschickt es landesweit. Klar, dass das Ärger gibt: Das FBI lässt sie auf Schritt und Tritt überwachen. In ihrer Not wendet sich die vornehme Dame an Nero Wolfe, den berühmtesten Privatermittler von New York. Doch wie soll der ihr helfen? Sein Gegenspieler ist immerhin kein Geringerer als J. Edgar Hoover. Ein Scheck über 100 000 Dollar überzeugt ihn, es zumindest zu versuchen. Da kommt ihm ein Mordfall an einem Journalisten sehr gelegen ...

    Meine Meinung:
    Dieser klassische Kriminalroman von 1965 hat ein überaus aktuelles Thema: Freiheitsrechte des Einzelnen werden durch staatliche Organisationen bedroht. Hier ist es das FBI, das Frau Bruner beschattet, weil sie ein unliebsames Buch an viele einflußreiche Personen verteilt hat. Nero Wolfe erhält den Auftrag, diese Belästigungen abzustellen. Wie der Leser hat Nero Wolfe anfänglich keine Idee, wie dies passieren soll. Also wird sein Assistent Archie Goodwin losgeschickt, um Informationen zu sammeln. Die Geschichte wird in einem gemächlichen Tempo erzählt, Gewalt- und Aktionsszenen bleiben aussen vor. Trotzdem gibt es eine latente, sich langsam steigernde Spannung, wenn man das Vorgehen der Detektive verfolgt. Die Figuren sind alle nicht besonders tief dargestellt und auch die Sympathiewerte bleiben im überschaubaren Bereich. Der große Meister denkt und spinnt die Fäden, aber werden sich seine Widersacher im Spinnennetz verfangen?
    Das Buch ist sehr ansprechend als Hardcover aufgemacht, mit einem gelungenen Coverbild versehen und es enthält zwei Schmankerl, zum einen ein Nachwort von Jürgen Kaube und zum anderen ein paar englischsprachliche Auszüge aus dem Rex-Stout-Archiv.


    Fazit:
    Nero Wolfe, der Exzentriker und Orchideenliebhaber, löst seine Fälle durch Geisteskraft. Ganz konsequent wird fast vollständig auf jede Form von Action verzichtet. Die Spannung entwickelt sich einzig und allein aus der Frage „wie kann Nero Wolfe das FBI bändigen?“. Auch wenn es Abstriche in der Figurenzeichnung gibt, so hat mich diese Miniatur doch überzeugt und ich vergebe vier von fünf Sternen (80 / 100 Punkten). Diesen Roman kann ich allen empfehlen, die einen ruhigen Krimi zu schätzen wissen.

    Buchmeinung zu Yann Sola – Gefährliche Ernte


    „Gefährliche Ernte“ ist ein Kriminalroman von Yann Sola, der 2017 bei KiWi-Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der zweite Fall für den Hobbyermittler Perez.


    Zum Autor:
    Yann Sola lebt und arbeitet in Deutschland und an der Côte Vermeille in Frankreich.


    Klappentext:
    Eine Hochzeit, ein Geheimnis und ein Todesfall – Hobbyermittler Perez steckt in Schwierigkeiten
    An den Berghängen der malerischen Côte Vermeille, am südwestlichsten Zipfel Frankreichs, reifen die Weintrauben unter der glühend heißen Augustsonne heran. Es sind Sommerferien, die schlimmste Zeit des Jahres, wenn es nach Delikatessenschmuggler und Lebemann Perez geht. Die Touristen haben sich in Banyuls-sur-Mer breitgemacht, er hängt mit seinen Lieferungen hinterher und dann will seine heißgeliebte Tochter auch noch einen Mann heiraten, den man gemeinhin nur »die Bohnenstange« nennt. Als ein Toter in den Weinbergen seines Vaters gefunden wird, ist es endgültig vorbei mit der Ruhe. Die Ermittler schnüffeln auf dem Weingut und in Perez’ Angelegenheiten herum. Ausgerechnet der sagenumwobene Creus, ein Wein, der das Rückgrat seines bescheidenen Wohlstands bildet, soll etwas mit dem Tod des Mannes zu tun haben. Hobbyermittler Perez sieht sich gezwungen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, und muss bald erkennen, dass das beschauliche Küstenörtchen die Kulisse finsterer Machenschaften und familiärer Tragödien ist, die weit in die große Politik hineinreichen.

    Meine Meinung:
    Dieser Roman lebt von seiner Hauptfigur Perez, die wunderbar mit Ecken und Kanten gezeichnet ist. Er lebt in Banyuls-sur-Mer, besitzt ein Lokal und betreibt einen Delikatessenhandel, den er mit Schmuggelware einträglicher gestaltet. Er mag seine Heimatregion und die dort lebenden Menschen. Aus seiner Sicht braucht es keinen Wandel. So wie es ist, ist es gut. Er ist in der Region angesehen, hat überschaubare private Probleme und ist eigentlich mit seinem Leben zufrieden. Dann bricht es aber über ihn herein. Auf dem Weinberg seines Vaters wird eine Leiche gefunden, seine Tochter will die Bohnenstange heiraten und dann taucht auch noch Rauschgift auf. Da muss Perez handeln und bindet seine Bekannten voll ein. Haziem, der Perez Lokal führt, und Marianne, Perez Lebensgefährtin, haben die nötigen Kontakte und sind auch um einiges sympathischer als Perez. Aber Perez hält die Fäden in der Hand und auf wundersame Weise gelingt es ihm, auch offizielle Stellen für seine Zwecke einzubinden. Seine Ziele sind mit denen der Behörden nicht identisch und Perez ist voll gefordert, es aber nicht offensichtlich werden zu lassen. Bis hierhin war ich total begeistert, aber dann kam der große Bruch. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Perez erzählt und der Leser teilt sein Wissen und seine Emotionen. Und dann beginnt Perez, Geheimnisse vor dem Leser zu haben. In einem Film mag das angehen, aber für einen Roman, der aus der Perspektive der Hauptfigur geschrieben ist, ist es ein Unding.


    Fazit:
    Der Roman hat mich anfänglich überzeugt mit seiner atmosphärisch dichten Erzählweise, der gelungenen Figurenzeichnung und einer interessanten Krimihandlung. Auch die private Seite des Ermittlers wird gelungen eingebunden, ebenso werden gesellschaftliche Entwicklungen gekonnt aufgezeigt. Ich war ein echter Perez-Fan. Aber dann verschweigt die Hauptfigur dem Leser wesentliche Punkte seiner Absichten. Das ist für mich ein Unding und führt zu einer deutlichen Abwertung. So gebe ich nur noch drei Sterne (60 von 100 Punkte).

    Buchmeinung zu Thomas Schweres – Die Abdreher



    „Die Abdreher“ ist ein Kriminalroman von Thomas Schweres, der 2016 im GRAFIT Verlag als Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der dritte Fall für Schüppe und Balzack, die im Ruhrgebiet ermitteln.



    Zum Autor:
    Thomas Schweres ist gebürtig aus Essen und wohnt in Dortmund. Im Hauptberuf ist er selbst Journalist und produziert Nachrichten für einen großen privaten Fernsehsender. Seine Erfahrungen und Erlebnisse im beruflichen Alltag bieten die Grundlage für seine Romane - in seinen Geschichten ist wenig erfunden.



    Klappentext:
    Vier geköpfte Männer und eine Geschichte von Liebe und Verrat.
    Ob Mafia, Neonazis oder IS-Terroristen - im Ruhrgebiet ist ein Kampf um lukrative Geldquellen entbrannt. Dumm nur, wenn die Interessen kollidieren, dann gibt es schnell Tote.
    Kommissar Georg Schüppe will dem Treiben Einhalt gebieten und benutzt den Reporter Tom Balzack als Köder. Der ahnt davon nichts, steht aber plötzlich auf der Abschussliste aller ...

    Meine Meinung:
    Im Ruhrgebiet ist ein Kampf um die Vorherrschaft im kriminellen Sektor entbrannt. IS, Mafia und auch die Neonazis versuchen die lukrativen Pfründe zu beherrschen. Es beginnt mit vier Köpfen, die in den Fenstern einer Wohnung in der Dortmunder Nordstadt zur Schau gestellt wurden. Tom Balzack und Georg Schüppe nehmen die Ermittlungen auf. Schüppe, der Kriminalkommissar, arbeitet auf seine ruhige Weise und nutzt seinen Bekannten Tom Balzack, einen Journalisten, um an die Täter heranzukommen. Beide arbeiten zu gewissen Teilen zusammen, haben aber auch ihre Geheimnisse voreinander. So recht trauen sie einander auch in ihrem dritten Fall noch nicht. Beide Protagonisten haben ihre Ecken und Kanten, auch sind sie alles andere als perfekt. Sie sind aber hartnäckig und neugierig bis zum Abwinken. Dem Autor gelingt es diese Eigenschaften auch in den Dialogen zu verdeutlichen. Das harte Thema wird durch launige und humorvolle Episoden aufgelockert und bringt einen großen Lesespass. Ein besonderes Highlight ist das Nachwort des Autors, das man auf jeden Fall nicht verpassen sollte. Der Spannungsbogen bleibt die ganze Zeit auf hohem Niveau, wird aber auch durch private Passagen aufgelockert. Es gibt eine Reihe von Nebenhandlungen, die für viele Verwirrung auf allen Seiten sorgen. Der Autor sprüht vor Ideen, hält sich dabei aber auch an die Möglichkeiten der Protagonisten. So bleibt die Geschichte in weiten Teilen sehr realistisch. Besonders gefallen haben mir eine Reihe von kleinen Besonderheiten, wenn z. B. die Killerin bei einem Gespräch mit dem lokalen Mafiaboss bemerkt, wie respektvoll der Inhaber des Eiscafes den Mafiaboss behandelt. Auch der Wechsel in den Reportagen, die Tom Balzack betreut, hatten etwas. Neben knallharten Kriminaldelikten kümmert er sich auch um die Probleme bei Brustimplementaten einer Dame aus dem Milieu. Leichte Abzüge gibt es für die Schilderung der Vollpfosten, die den Personenschutz übernommen haben, aber von allen anderen Beteiligten nicht zu übersehen waren.



    Fazit:
    Dieser Kriminalroman hat mich in weiten Teilen überzeugt durch seinen Plot und seine interessant gezeichneten Charaktere. Manchmal wurde auch die Grenze zum Slapstick überschritten. Insgesamt ist es aber ein lesenswerter und phantasievoller Krimi, der mit gelungenem Plot und gekonnt gezeichneten Charakteren punktet. Von mir gibt es vier Sterne (80 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung.

    Buchmeinung zu Richard Dübell – Der Jahrhunderttraum


    „Der Jahrhunderttraum“ ist ein Roman von Richard Dübell, der 2017 bei Ullstein Taschenbuch als broschierte Ausgabe erschienen ist. Dies ist der zweite Band der Deutschland-Saga des Autors.


    Zum Autor:
    Richard Dübell, geboren 1962, lebt in Landshut. Als Autor von historischen Romanen stürmt er seit Jahren die Bestsellerlisten.


    Klappentext:
    Deutschland 1891: Die Geschwister Otto, Amalie und Levin von Briest sehen der Wende zum neuen Jahrhundert entgegen und all ihren Verheißungen. Erste Flugzeuge und Zeppeline begeistern die Massen, und Levin von Briest findet darin seine große Bestimmung. Otto hadert mit seiner adeligen Herkunft, er möchte Detektiv werden. Amalie von Briest ist dagegen noch auf der Suche nach ihrem Schicksal – sie träumt von der großen Liebe und merkt nicht, dass sie sie vielleicht schon längst gefunden hat …

    Meine Meinung:
    Obwohl ich den ersten Teil “Der Jahrhundertsturm” nicht gelesen habe, fiel mir der Einstieg leicht. Von Anfang an hat mich die Geschichte gefangen genommen. Die fiktive Geschichte der Familie Briest begleitet die Protagonisten über einen Zeitraum von fast zwanzig Jahren. Während im ersten Band die Entwicklung der Eisenbahn im Mittelpunkt stand ist es diesmal die Entwicklung der Fliegerei. Der Leser spürt die Begeisterung, die Levin von Briest ergreift, als er einem frühen Flugversuch Otto von Lilienthals beiwohnt. Seine Schwester Amalie hat den Traum, einmal mit dem Fallschirm zur Erde zu schweben. Auch die Liebe tritt in das Leben der jungen Leute und bringt dort einiges durcheinander. Aber auch politische undv gesellschaftliche Entwicklungen spielen eine Rolle. Ein weiterer Bestandteil des Romans ist eine Verschwörung gegen die Regierung, die auch die Familienmitglieder in Gefahr bringt. Die Charaktere der Figuren sind glaubhaft und mit Ecken und Kanten versehen. Dies gilt auch für die Nebenfiguren, egal ob gut oder böse. Hoffnungen, Enttäuschungen, Fortschritte, Rückschläge und Freundschaften begleiten die Figuren. Besonders kompliziert gestalten sich die Herzensangelegenheiten und dies nicht nur bei den jungen Menschen. Der Leser lernt, dass Fake-News und Fremdenfeindlichkeit keine moderne Erfindung sind. Auch der beginnende Antisemitismus wird thematisiert. Trotzdem bleibt die Spannung jederzeit hoch. Man fiebert mit und hofft, dass sich alles zum Guten wenden wird.
    Der Leser ist mit seinem Wissen den Figuren voraus, weil die Erzählperspektive häufig wechselt. So sieht man Bedrohungen und Gefahren lange bevor sie für die Mitglieder der Familie von Briest Gestalt annehmen. Auch der Familienverbund leidet unter der Abnabelung der Kinder. Die Auswahl der erzählten Episoden ist gelungen und treibt die Geschichte unermüdlich voran.
    Zum Ende hin steigt die Spannung noch einmal deutlich und entlädt sich in einem furiosen Showdown.


    Fazit:
    Mich hat der Roman von Beginn an gefesselt. Ich habe mit den Figuren gefiebert, gehofft und auch gelitten. Dazu habe ich einiges Neue erfahren. Die Verpackung war gelungen und auch der Humor kam nicht zu kurz. Von mir gibt es fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung.

    Buchmeinung zu Thomas Kowa – Der Puma mit den drei Streifen


    „Der Puma mit den drei Streifen“ ist eine Kriminal-Kurzgeschichte von Thomas Kowa, die 2016 bei booksnacks.de erschienen ist.


    Zum Autor:
    Thomas Kowa ist Autor, Poetry-Slammer, Musikproduzent, manchmal Weltreisender und Mitglied der Schweizer Fußballnationalmannschaft der Autoren. Sein bei Lübbe erschienener Debütroman 'Das letzte Sakrament' konnte gleichermaßen Leser, Kritiker und das Finanzamt begeistern. Während in seinen Thrillern fleißig gestorben werden darf, schafft er es in seinen Kurzkrimis, die Leser gleichzeitig zum Lachen und Fürchten zu bringen.


    Klappentext:
    Herzogenaurach, ein beschauliches Städtchen in Franken, Heimat von Adidas, Puma und Lothar Matthäus. Doch plötzlich geschieht eine Entführung und ein fränkischer Kommissar liefert sich einen Wettstreit mit der Tochter des LKA-Präsidenten aus München, wer den Fall als erstes klärt


    Meine Meinung:
    Kommissar Lothar, ein Franke durch und durch, erhält ein Sonderaufgabe. Er soll die Ermittlerin Sandy, Tochter des bayerischen LKA-Präsidenten betreuen. Dann wird auch noch eine junge Angestellte aus der örtlichen Apotheke entführt. Lothar startet die Ermittlungen in der Apotheke und dann schlägt Sandy auf. Blond, topp gestylt und mit vielen pinken Accessoires. Der Autor hält sich nicht zurück beim Spiel mit Vorurteilen. Natürlich trug der Entführer Nike-Sportschuhe und hatte noch drei verschiedene Haarfärbemittel eingekauft. Die Spur führt in eine Vorstellung eines kleinen Zirkus. Lothar und Sandy ermitteln nun getrennt voneinander, jeder mit seinen Stärken.


    Fazit:
    Ein gelungenes Spiel mit Vorurteilen und mit Sein und Schein. Die Geschichte hat mich bis zum letzten Satz gefesselt und die Auflösung hat mich dann auch noch überrascht. Was will man mehr von einem Kurzkrimi. Fünf von fünf Sterne oder 90 von 100 Punkte. Diese Story sollten sie nicht verpassen!

    Buchmeinung zu Thomas Kowa – Tod auf dem Betze


    „Tod auf dem Betze“ ist eine Kriminal-Kurzgeschichte von Thomas Kowa, die 2016 bei booksnacks.de erschienen ist.


    Zum Autor:
    Thomas Kowa ist Autor, Poetry-Slammer, Musikproduzent, manchmal Weltreisender und Mitglied der Schweizer Fußballnationalmannschaft der Autoren. Sein bei Lübbe erschienener Debütroman 'Das letzte Sakrament' konnte gleichermaßen Leser, Kritiker und das Finanzamt begeistern. Während in seinen Thrillern fleißig gestorben werden darf, schafft er es in seinen Kurzkrimis, die Leser gleichzeitig zum Lachen und Fürchten zu bringen.


    Klappentext:
    Am Vorabend eines großen Pokalspiels stirbt ein Mann beim Sturz von der Tribüne des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern. Zwei Kommissare ermitteln: Der eine hasst Fußball, der andere Akten. Und doch lösen sie den Fall auf unerwartete Art und Weise.


    Meine Meinung:
    Die Geschichte spielt im Fußballmilieu und auch illegale Wetten werden thematisiert. Mir als Fußballfan hat die Geschichte gefallen. Vieles bleibt im Dunkeln, aber das Fachwissen des Kommissars und seines Assistenten entlastet den Platzwart. Hinweise auf Spieler aus der Region in besseren Zeiten der Vereine passen sehr gut dazu. Und dazu ist die Geschichte auch noch glaubwürdig und enthält auch noch was fürs Herz, wenn man es denn mit den Underdogs hält.


    Fazit:
    Etwas für Fußballfans mit Hintergrundwissen über den Fußball im Südwesten vor etlichen Jahren. Dabei sehr glaubwürdig und mit Empathie für den kleinen Mann erzählt. Vier von fünf Sternen (80 / 100 Punkte) und eine Empfehlung für Fußballfans.

    Buchmeinung zu Saskia Louis – Rost auf dem Fahrrad


    „Rost auf dem Fahrrad“ ist eine Kurzgeschichte von Saskia Louis, die 2016 bei booksnacks.de als E-book erschienen ist.


    Zum Autor:
    Saskia Louis wurde 1993 in Herdecke geboren. Sie wuchs zusammen mit ihren beiden älteren Brüdern in der Kleinstadt Hattingen auf und schrieb bereits in der vierten Klasse ihr erstes Buch. Seitdem hat sie nicht mehr aufgehört zu schreiben: Ob Kurzgeschichten, Songtexte oder Romane - ob auf Servietten, Flyern oder Toilettenpapier.
    Heute studiert sie Medienmanagement in Köln, gestaltet Beiträge für den Bürgerfunk, schreibt Songs und wünscht sich, dass Menschen mehr singen als schimpfen würden. Ihr größter Traum ist es, den Soundtrack zur Verfilmung eines ihrer Bücher zu schreiben.


    Klappentext:
    Was haben ein alter Mann und ein rostiges Fahrrad gemeinsam? Sie haben beide eine Geschichte zu erzählen.

    Meine Meinung:
    Diese sehr kurze Geschichte regt zum Nachdenken an. Ein älterer Mann hat mit einem alten Fahrrad einen Berg erklommen und setzt sich in eine Telefonzelle. Sein Fahrrad und er haben beide braune Flecken und beide viel zu erzählen. Aber wer will ihnen schon zuhören.


    Fazit:
    Kurz, knapp und markant. Vier von fünf Sternen (80 / 100 Punkte) und eine Leseempfehlung.

    Buchmeinung zu Linda Cuir – Langsam, ganz langsam


    „Langsam, ganz langsam“ ist eine Kriminalkurzgeschichte von Linda Cuir, die 2016 bei booksnacks.de als eBook erschienen ist.


    Zum Autor:
    Linda Cuir wurde 1944 geboren. Nach Aufgabe ihrer Berufstätigkeit im Jahr 2000 verlegte sie ihren Wohnsitz teilweise nach Andalusien. In der neuen Heimat begann sie mit Leidenschaft, Kurzgeschichten über Erlebtes und Visionäres zu schreiben. Mehrere Kurzgeschichten der Autorin wurden in Anthologien veröffentlicht. Ihr erster Roman Der Himmel über Ceylon erschien im August 2016 im Weltbild-Verlag.


    Klappentext:
    Bauer Wilhelm verspricht seiner Frau Elsa den Tod ihrer Tochter zu rächen. Sie erklärt ihm genau, wie die Rache zu erfolgen hat. Langsam, ganz langsam. Obwohl Wilhelm Gewalt hasst, möchte er Elsas letzten Wunsch erfüllen.


    Meine Meinung:
    Bauer Wilhelm ist gewillt, seiner Frau ein letzten Wunsch zu erfüllen. Man spürt von Anfang an, dass es ihm nicht leicht fällt. Aber er will sein Versprechen einlösen. Ich habe mit ihm gefiebert und bei all den kleinen Pannen mit ihm gelitten. Auch wenn ich seine Motivation nicht kannte, so war er mir doch sympathisch, selbst als klar wurde, dass er jemanden umbringen will. Er beginnt zu zweifeln, als es Komplikationen gibt. Aber eine kleine Untat des Opfers bestärkt ihn weiter zu machen.
    Die Geschichte hat mich betroffen gemacht. Es muss schon viel passiert sein, wenn ein Mensch wie Wilhelm zu einem Mord bereit ist. Aber ich konnte seinen Überlegungen folgen.


    Fazit:
    Diese Geschichte hat mich überzeugt. Von mir gibt es vier von fünf Sternen (75 / 100 Punkte).

    Buchmeinung zu Linda Cuir – Die letzten Sekunden


    „Die letzten Sekunden“ ist eine Kriminalkurzgeschichte von Linda Cuir, die 2016 bei booksnacks.de als eBook erschienen ist.


    Zum Autor:
    Linda Cuir wurde 1944 geboren. Nach Aufgabe ihrer Berufstätigkeit im Jahr 2000 verlegte sie ihren Wohnsitz teilweise nach Andalusien. In der neuen Heimat begann sie mit Leidenschaft, Kurzgeschichten über Erlebtes und Visionäres zu schreiben. Mehrere Kurzgeschichten der Autorin wurden in Anthologien veröffentlicht. Ihr erster Roman Der Himmel über Ceylon erschien im August 2016 im Weltbild-Verlag.


    Klappentext:
    In einer Kleinstadt gibt es seit einigen Monaten eine Mordserie an Frauen. Sarah ist zu einem Abendessen bei ihrer Freundin eingeladen und begibt sich trotz Warnung ihres Ehemannes allein auf den Weg. Sie weiß, um diese Zeit hat das Phantom noch nie zugeschlagen. Doch auch Mörder ändern Pläne.



    Meine Meinung:
    Auf dem Weg zu einer Freundin stirbt sie fast vor Angst. Diese Situation beschreibt die Autorin atmosphärisch dicht und sehr eindrucksvoll. Aber dennoch macht sich Sarah zu Fuß auf den Heimweg. Das konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Auch die Auflösung war für mich enttäuschend. Erst reihen sich mehrere Zufälle aneinander und dann dieses Geräusch, das vielleicht selten ist, aber bestimmt nicht einzigartig.


    Fazit:
    Diese Kurzgeschichte konnte mich nicht so recht überzeugen. Zwei von fünf Sternen (50 / 100 Punkte).

    Buchmeinung zu Daniela Noitz – Adele feiert Begräbnis


    „Adele feiert Begräbnis“ ist eine Kriminalkurzgeschichte von Daniela Noitz, die 2016 bei booksnacks.de als eBook erschienen ist.


    Zum Autor:
    Daniela Noitz wurde 1972 in Mödling bei Wien geboren. Heute lebt sie mit ihrer Familie im burgenländischen Bad Sauerbrunn. Sie studierte Theologie und Germanistik, später auch Wirtschaftspädagogik. Seit 2011 geht sie ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, hauptberuflich nach und arbeitet als freischaffende Texterin und Autorin.


    Klappentext:
    Das Wichtigste für Adele ist, dass ihr Auftritt immer und überall tadellos ist. Eines Tages entdeckt sie, dass es einen einzigen gibt, den sie nicht beeinflussen kann – ihr Begräbnis! Entsetzt und verzweifelt sucht sie nach einem Ausweg. Was läge da näher, als zum 50. Geburtstag ihren eigenen Tod zu zelebrieren ...

    Meine Meinung:
    Diese Kurzgeschichte ist schon fast makaber. Adele möchte bei ihrem Begräbnis einen sehr guten Eindruck machen, weil dieser Eindruck derjenige ist, der in Erinnerung bleibt. Mit Akribie und Hartnäckigkeit widmet sie sich dieser Aufgabe. An ihrem 50. Geburtstag ist dann der große Tag. Aber Adele muss feststellen, dass sich nicht alles planen lässt und dass es wichtigere Dinge als Aussehen gibt.


    Fazit:
    Adeles Besessenheit wird sehr gut dargestellt und die Pointe ist auch nicht ohne. Für mich etwas zu makaber, aber trotzdem amüsant. Drei von fünf Sternen (60 / 100 Punkte).

    Buchmeinung zu Detlev Bernd Blettenberg – Victoria Falls


    „Victoria Falls“ ist eine Erzählung von Detlev Bernd Blettenberg, die 2016 bei dp Digital Publishers als E-Book erschienen ist. Die Originalausgabe erschien 1995 im Schweizer Verlagshaus.


    Zum Autor:
    D.B. Blettenberg, geboren 1949, lebte mehr als 20 Jahre in Übersee - u.a. in Ecuador, Thailand, Nicaragua, Ghana - und bereiste weitere Länder in Lateinamerika, der Karibik, Südost-Asien, Arabien und Afrika.
    Er schrieb bislang 11 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten. Für seine Thriller erhielt er bereits vier Mal den Deutschen Krimipreis: 1989 für „Farang“, 1995 für „Blauer Rum“, 2004 für „Berlin Fidschitown“ und 2011 für "Murnaus Vermächtnis".


    Klappentext:
    Robert Stein, mit seiner Frau Lisa auf den Spuren von Richard Burton und Elizabeth Taylor zwischen Sambesi und Okawango unterwegs, kämpft eine ganze Reise lang um diese Unabhängigkeit. Gehorsam treibt er inmitten einer Schar von Luxustouristen durch die Tropen und beobachtet wilde Tiere. Man nächtigt in noblen Safariherbergen, genießt Haute Cuisine mitten im Busch und nachts lauscht man dem Husten der Hippos vor der klimatisierten Camphütte. Noch nie hat Robert sich so gefangen gefühlt, gekettet an eine gnadenlos perfekte Frau. Vielleicht ist es die Weite und Großartigkeit Afrikas, die seine Sehnsucht nach Freiheit schürt. Vielleicht liegt es aber auch an Rachel, der vermeintlichen Seelenverwandten. Leider ist sie mit einem bornierten britischen Investor verheiratet, der wie ein verspäteter Kolonialherr durch dieses grade von der Herrschaft des weißen Mannes genesende Land trampelt. An den Viktoriafällen greift Robert schließlich nach der Unabhängigkeit ...

    Meine Meinung:
    Es gibt Bücher, die nehmen einen beim Lesen gefangen. So ist es mir mit diesem Buch gegangen. Mir einer wunderbaren Leichtigkeit erzählt der Autor seine Geschichte, die Hauptfigur ist nicht besonders sympathisch und doch konnte ich nicht mehr von ihr lassen. Der Autor erzählt von Beziehungen, vor allem von solchen, die gescheitert sind. Robert lebt in einer solchen und lernt auf einer Reise die nette Rachel kennen. Da beschließt er sein Leben neu zu ordnen. Bei der konsequenten Umsetzung begleiten wir Robert. Mit der Lösung von seiner Frau sieht er auch die Welt mit anderen Augen. Bei der nächsten Tour in die Wildnis empfindet er ganz anders als zuvor. Als Leser empfand ich die Gefühle Roberts ganz direkt, seinen Wunsch nach Freiheit und das Glück, das er dann in der Wildnis fand.


    Fazit:
    Ein wunderbar erzähltes Buch über Freiheit und Glück, vielleicht etwas kurz. Meine Wertung:
    fünf von fünf Sternen (90 / 100) und eine klare Leseempfehlung.