Beiträge von Nyx

    "Madame Curie und die Kraft zu träumen" ist eine gefühlsbetonte und oft ein wenig romantisierte Annährung an das Leben der berühmten Physikerin. Es ist keine Biographie, aber eine durchaus schön geschriebene Erzählung um und über diese Frau. Dabei hat mir die Art und Weise, wie Susanna Leonard diese Geschichte erzählt, besonders gut gefallen. Marie Curie erzählt ihre Lebensgeschichte in getrennten Abschnitten unterschiedlichen Frauen, die zum Teil selbst gerade an einem Scheideweg in ihrem Leben stehen. Dabei wird deutlich, welch großen Einfluss sie bereits zu Lebenzeiten hatte und von vielen Frauen als persönliches Vorbild gesehen wurde.

    In Rückblenden erzählt sie aus ihrer Kindheit im von Russland besetzten Polen, ihren Anfangsjahren in Paris und dem steinigen Weg in die höchsten Wissenschaftskreise.

    Besonders dieser letzte Teil hat mich besonders mitgerissen. Hier hat die Autorin für mein Empfinden ein ganz anderes Tempo angelegt und es entsteht eine Art Entdecker-Stimmung. Dieser Abschnitt hat eine ganz eigene Energie, ich konnte hier das Buch kaum aus der Hand legen. Auch die Dialoge zwischen den einzelnen Personen sind gut geschrieben, man kann sich problemlos das Ehepaar Curie im gemeinsamen Labor vorstellen. Ihre Gefühle, Ängste, Sorgen und Sehnsüchte sowie ihre Eigenarten sind humorvoll und sehr liebevoll beschrieben und lassen ihre Figur lebendig wirken.


    Wer mehr auf den wissenschaftlichen Aspekt Wert legt und sich eher für die Fakten aus dem Leben der Marie Curie interessiert, für den wird dieses Buch vermutlich eher nichts sein. Wer aber einen schönen historischen Roman mit real existierenden Figuren zur Unterhaltung für den regnerischen Sonntag sucht, der wird mit diesem Buch sicherlich sehr viel Freude haben. Ich kann mich den positiven Stimmen jedenfalls nur anschließen - auch mir das Buch sehr gut gefallen.

    7.11 … in dem jemand etwas aus dem Fenster wirft.
    Horst Evers hat einen neuen Nachbarn. Dessen Ex-Frau wirft beim "Auszug" des Mannes dessen Klamotten aus dem Fenster.



    7.39 … in dem ein (hand- oder maschinell geschriebener) Brief abgedruckt ist.

    Es werden mehrere Briefe zwischen verschiedenen Personen erwähnt und auch gedruckt.


    ASIN/ISBN: B087D2DYWM

    Ich bin mal wieder schwach geworden und starte die Runde neu...


    Runde 6.1

    1/5 Susanna Leonard - Madame Curie und die Kraft zu träumen

    2/5 Horst Evers - Für Eile fehlt mir die Zeit

    Ist wirklich eine ganz tolle Reihe! Ich mochte auch den zweiten Band Falken sehr. Seit einiger Zeit ist auch der dritte Band Spiegel und Licht draußen, aber halt im Hardcover .:/...

    Den zweiten Teil habe ich mir gestern Abend noch gleich runtergeladen. Ich freue mich schon, wenn ich damit heute Abend starten kann.

    6.40 … auf welches du durch das Forum aufmerksam geworden bist.
    Ich habe das Hörbuch per Audible-App gehört. Es war eine Empfehlung hier aus dem Forum - und ich liebe es!

    ASIN/ISBN: 3832161937


    7.28 … dessen Titel in einer anderen Farbe als schwarz oder weiß geschrieben ist.

    Der Titel ist in rot geschrieben.

    ASIN/ISBN: 3423248947

    Klappentext

    England, Greenacres Farm 1961: Während einer Familienfeier am Flussufer beobachtet die junge Laurel, wie ein Fremder das Grundstück betritt und ihre Mutter aufsucht. Kurz darauf ist der idyllische Frieden des Ortes jäh zerstört. Erst fünfzig Jahre später gesteht sich Laurel beim Anblick eines alten Fotos ein, dass sie damals Zeugin eines Verbrechens wurde. Doch was genau geschah an jenem lang zurückliegenden Sommertag?


    Mein Fazit
    Ich lese die Bücher von Kate Morton unheimlich gerne, weil sie eine Geschichte toll erzählen kann und den Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart gut spannt. "Die verlorenen Spuren" wird leider nicht zu meinen Favoriten gehören.

    Die ganze (Familien-)Geschichte ist mir zu weitschweifig erzählt und hat wirklich einige unnötige Längen.

    Laurels Mutter Dorothy ist mir in der Schilderung der Vergangenheit einfach nur furchtbar unsympathisch. Sehr Ich-bezogen und auf ihren Vorteil bedacht, ihr Umgang mit anderen Menschen ist zum Teil wirklich grenzwertig. Das sie sich für etwas Besseres hält, brauchte die Autorin gar nicht extra zu erwähnen - das erklärte sich von selbst.

    Warum Dorothy im Laufe ihres Lebens dann aber eine derartige Kehrtwende an den Tag legt, wird am Ende des Buches aufgeklärt. Für meinen Geschmack war das jedoch etwas zu viel des Guten. Eine weniger dramatische Erklärung hätte für mich besser ins Gesamtbild der Geschichte gepasst.

    Runde 5.1


    1/5 Adrian McKinty - Alter Hund, neue Tricks

    2/5 Paula Seifert - Stürme über dem Weinschloss

    3/5 P.D. James - Der Tod kommt nach Pemberly

    4/5 Camilla Läckberg - Wings of Silver

    5/5 Kate Morton - Die verlorenen Spuren

    7.15 … in dem dich mindestens eine Handlung oder Redewendung an ein eigenes (früheres) Erlebnis erinnert.


    In dem Buch wird ein Albtraum von Laurel folgendes geschrieben: ".... jetzt träumte sie stattdessen, dass eine Flutwelle kam, dass die Welt vor dem Untergang stand,....."


    Einen ganz ähnlichen Traum hatte ich, als ich seinerzeit Frank Schätzings Schwarm las. In dem Traum konnte ich durch das Wohnzimmerfenster meiner Eltern eine riesengroße Flutwelle auf unser Haus zukommen sehen. Ich habe mich gemeinsam mit meiner Schwester hinter dem Sessel versteckt. An dem Punkt, als die Welle uns erreichte, bin ich immer schweißgebadet aufgewacht. Und es wirkte alles sehr real. Ich kann mich bis heute sogar an das hässliche Muster des Sesselns erinnern, hinter dem wir uns versteckten. Dabei existierte die Sitzgarnitur zum Zeitpunkt des Traumes schon viele Jahre gar nicht mehr.


    Als ich diesen Satz las, musste ich sofort an meinen eigenen schrägen Traum damals denken. (Hoffentlich sucht er mich nicht nochmal heim...)


    ASIN/ISBN: 3453357310

    ISBN: 978-3809027188

    Originaltitel: Lilac Girls

    Deutsche Erstausgabe März 2020


    Inhaltsangabe/Klappentext

    1939: Die New Yorkerin Caroline Ferriday liebt ihr Leben. Ihre Stelle im Konsulat erfüllt sie, und ihr Herz schlägt seit Kurzem für den französischen Schauspieler Paul. Doch ihr Glück nimmt ein jähes Ende, als sie die Nachricht erreicht, dass Hitlers Armee über Europa hinwegfegt und Paul aus Angst um seine Familie nach Europa reist – mitten in die Gefahr. Auch das Leben der jungen Polin Kasia ändert sich mit einem Schlag, als deutsche Truppen in ihr Dorf einmarschieren und sie in den Widerstandskampf hineingerät. Doch in der angespannten politischen Lage kann ein falscher Schritt für sie und ihre Familie schreckliche Folgen haben. Währenddessen würde die Düsseldorferin Herta alles tun für ihren sehnlichsten Wunsch, als Ärztin zu praktizieren. Als sie ein Angebot für eine Anstellung erhält, zögert sie deshalb keinen Augenblick. Noch ahnen die drei Frauen nicht, dass sich ihre Wege an einem der dunkelsten Orte der Welt kreuzen werden und sie bald für alles kämpfen müssen, was ihnen lieb und teuer ist.


    Über die Autorin

    Nach ihrem Journalismus-Studium war Martha Hall Kelly lange Jahre als Werbetexterin tätig. Ihren Spürsinn für faszinierende Geschichten hat sie in dieser Zeit aber nie verloren, und so stieß sie schließlich auf die Spuren Caroline Ferridays, einer Amerikanerin, die sich während des Zweiten Weltkriegs für eine Gruppe polnischer Frauen einsetzte. Aus den daraus folgenden Recherchearbeiten entstand schließlich Martha Hall Kellys Debüt »Und am Ende werden wir frei sein«. Der bewegende Roman eroberte die internationalen Bestsellerlisten und wurde allein in den USA über eine Million Mal verkauft. Die Autorin lebt in Connecticut und auf Martha’s Vineyard.


    Mein persönliches Fazit

    Ich habe das Buch geliehen bekommen mit den Worten "Musst du lesen!" Der Klappentext klang interessant - warum also nicht?

    Nun - der Klappentext hat mich nicht einmal ansatzweise darauf vorbereitet, was mich in diesem Buch erwartet hat. Ich habe es bereits gestern Abend beendet und die Geschichte hallt noch immer in mir nach.

    Erzählt wird die Lebensgeschichte dreier unterschiedlicher Frauen, in drei Ländern ab 1939.

    Carolines Geschichte spielt in den USA. Sie ist dort Mitglied der "besseren Gesellschaft". Sie engagiert sich ehrenamtlich für bedürftige französische Kriegskinder, stellt Hilfspakete für Waisenhäuser zusammen und sammelt Spenden. Sie ist kein gesellschaftliches Püppchen, das nur schöne Kleider im Sinn hat. Ihre etwas burschikose und zupackende Art verschreckt jedoch auch viele. Als sie sich in den Schauspieler Paul verliebt, wird auch sie mit den Auswirkungen des Krieges konfrontiert.

    Kasia lebt in Polen, in Lublin. Beim Einmarsch der Nazis in ihre Heimatstadt ist sie erst 16 Jahre alt. Statt sich über Jungs, Tanzen und schöne Kleider Gedanken zu machen, muss sie erleben, wie ihre Heimat zerstört wird. Sie erlebt Angst, Schrecken und Willkür. Und wird als junges Mädchen deportiert.

    Herta lebt in Deutschland und ihr größtes Ziel ist es, Ärztin zu sein. Leider passt ihr Berufswunsch so gar nicht recht in das Frauenbild der Nazi-Zeit. Um ihre Familie zu ernähren, nimmt sie Arbeiten unterhalb ihres Bildungsstandes an. Bis sie eines Tages auf ein Stellenangebot für ein Frauenumerziehungslager stößt.


    Das Buch hat mich sehr mitgenommen. Die Sichten der drei Frauen sind so unterschiedlich wie sie selbst. Während Caroline auch während des Krieges ein doch eher begütertes Leben führt, trifft die junge Kasia die volle Härte der Nazi-Ideologie. Die Beschreibungen, was der jungen Frau gemeinsam mit ihrer Schwester und Mutter im Konzentrationslager angetan wird, sind furchtbar. Ganz egal, wie oft ich Romane mit ähnlicher Handlung schon gelesen habe - es schockiert mich jedes Mal aufs Neue und hinterlässt mich fassungslos. Die Erlebnisse dieser Zeit prägen Kasias gesamtes Leben und machen ein "normales" Leben (falls es so etwas nach solchen Erlebnissen jemals geben kann) fast unmöglich. Das Schicksal Kasias, ihrer Schwester und den anderen genannten Gefangenen hat mich sehr berührt und ich musste das Buch manchmal auch einfach zur Seite legen.

    Die Kapitel aus Hertas Geschichte waren.... zum Teil ganz harter Stoff für mich. Ich kann es gar nicht anders beschreiben als mit den Worten abstoßend, menschenverachtend und widerlich. Ich habe für ihre Figur ein gewisses Verständnis aufbringen können, denn seine gesamte Kindheit und Jugendzeit mit NS-Ideologie aufzuwachsen, hinterlässt seine Spuren. Das habe ich in meiner eigenen Familie selbst erlebt. Aber alle ihre Handlungen und Verhalten im Konzentrationslager und auch in der Nachkriegszeit - ich habe diese Kapital zum Teil unterbrechen müssen. Selten habe ich ein Buch in der Hand, das bei mir körperliche Reaktionen auslöst.


    Die Autorin hat für jede einzelne ihrer Figuren einen ganz eigenen und sehr passenden Ton getroffen. Dadurch wirkte alles noch intensiver auf mich und ich hatte nicht das Gefühl "nur" Romanfiguren vor mir zu haben. Es ist lebendig geschrieben und zieht einen sofort in seinen Bann.

    Es gibt ein sehr ausführliches Nachwort, in dem die Autorin auf die real existierenden Vorbilder ihrer Figuren eingeht und auch darauf, wo sie sich ein paar künstlerische Freiheiten herausgenommen hat.
    "Und am Ende werden wir frei sein" ist ein unheimlich aufwühlendes Buch, das ich wohl auch mit den Worten "Musst du lesen!" weiterempfehlen werde.


    ASIN/ISBN: 3809027189

    Nachdem Faye es geschafft hat, ihren Mann Jack ins Gefängnis zu bringen, baut sie sich ihr Leben wieder neu auf. Zusammen mit ihrer Freundin Kerstin, ihrer Mutter und ihrer Tochter ist sie nach Italien geflohen und leitet von dort aus ihre Geschäfte. Und es läuft gut für sie. Auch eine neue Liebe scheint sich anzubahnen. Doch dann trifft sie die Nachricht, dass ihr Ex-Mann aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, mit voller Wucht. Gleichzeitig muss sie feststellen, dass eine unbekannte Person versucht, ihre Firma zu übernehmen. Gemeinsam mit Kerstin und zwei weiteren vertrauenswürdigen Frauen versucht Faye die Vorgänge aufzuklären.


    Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Parallel zum aktuellen Geschehen wird auch Fayes Vergangenheit erzählt. Wie sie zu der Frau wurde, die der Leser am Ende vor sich hat. Das ist durchaus gelungen, denn die junge Faye wurde in ein Leben hineingeboren, das man nur als Hölle auf Erden bezeichnen kann. Gleichzeitig verschafft es die notwendigen Einblicke in die Handlungen der erwachsenen Frau viele Jahre später.

    Konnte ich für die junge Faye noch Mitgefühl aufbringen, war mir die erwachsene Faye in vielen Situationen überaus unsympathisch. Sie wirkte auf mich kalt und distanziert. Sie ist nicht weniger manipulativ als die Männer, die sie zu vernichten versucht. Mit dem Unterschied, dass Faye diese Handlungen als geschickt und diskret zugeschrieben werden, während die Männer in dem Roman dafür als Egoisten und Machos abgekanzelt werden. Insgesamt war mir das Thema Feminismus allzu präsent. Immer wieder wurde auf die Loyalität unter Frauen hingewiesen oder wie sehr sich Frauen in der Gesellschaft vorschreiben lassen was sie zu tun, zu denken oder mit dem sie zu schlafen haben. Das ist ein durchaus diskussionswürdiges Thema in all seinen Facetten - aber ich möchte es in einem Thriller nicht auf jeder dritten Seite unter die Nase gerieben bekommen.


    Großer Pluspunkt von "Wings of Silver" ist für mich, dass es sich so flüssig lesen lässt. So richtige Spannung kommt für mein Empfinden jedoch erst wirklich zum Schluss auf. Bis dahin plätschert die Geschichte mit mehr oder weniger kleinen Ausreißern vor sich hin. Dank des Schreibstils aber nie wirklich zäh, sondern so, dass man das Buch auch mal einen Tag aus der Hand legen kann und dann wieder direkt einen Einstieg findet.

    Das Ende und die Auflösung waren für mich zwar spannend, aber auch ein wenig zu durchsichtig und "einfach". Darüber bin ich wirklich ein wenig enttäuscht, denn ich bin von der Autorin in dieser Hinsicht ganz anderes gewöhnt.


    "Wings of Silver" kann mich leider durch seine zum Teil sehr überzogene Art nicht vollständig überzeugen.

    1/5 Adrian McKinty - Alter Hund, neue Tricks

    2/5 Paula Seifert - Stürme über dem Weinschloss

    3/5 P.D. James - Der Tod kommt nach Pemberly

    4/5 Camilla Läckberg - Wings of Silver