Beiträge von Nyx

    Runde 6.2

    1/5 - Kazuo Ishiguro - Was vom Tage übrig blieb

    2/5 - David Pirie - Die Zeichen der Furcht

    3/5 - Sara Gruen - Alles Glück dieser Erde

    4/5 - Jasper Fforde - Es ist was faul

    Ich benötige mal wieder das Schwarmwissen der Eulen. :)


    Mein Herzenspatenkind hat bald Geburtstag (er wird 9) und ist quasi ein "Bücherwurm in Ausbildung". In der Familie wird grundsätzlich sehr viel gelesen und auch vorgelesen und Bücher als Geschenk sind immer sehr willkommen.

    Momentan hoch im Kurs stehen bei ihm der Weltraum, Astronauten, Raketen, Planeten usw. Diverse altersgerechte Sachbücher habe ich schon erstöbert, aber gibt es auch schöne Geschichten zu diesem Thema? Oder gar Hörbücher? (Er sagt, dabei kann man so schön Lego-Sachen bauen ^^).


    Die hiesigen Buchläden haben leider nur Sachbücher dazu vorrätig und mangels eigener Kinder bin ich bei Kinderbüchern leider so gar nicht bewandert.

    7.14 … in dem eine Schildkröte vorkommt (gesamtes Buch, nicht Titel oder Cover).


    Frank Kodiak - "Amissa: Die Verlorenen"

    Eines der entführten Mädchen sieht sich auf einem Monitor eine Endlosschleife von Meeresbildern an, unter anderem taucht dort immer wieder eine Meeresschildkröte vor, die ihr sehr im Gedächtnis bleibt.


    ASIN/ISBN: B086SL7M5K

    Klappentext

    In einer regnerischen Herbstnacht werden die Privatdetektive Rica und Jan Kantzius Zeugen eines grauenhaften Zwischenfalls an einer Autobahnraststätte: Ein panischen Mädchen rennt direkt auf die Fahrbahn und wird von einem Auto erfasst. "Die Grube"... flüstert die Schwerverletzte und stirbt. Ihre Hand krampft sich um einen Zettel. Zeitgleich explodiert ein Wohnmobil. Darin die Leiche eines Mannes, der das Mädchen offenbar kurz nach dem Umzug der Familie entführt hat. Abgründe tun sich auf, als das Ermittlerpaar bei "Amissa" nachhakt, einer Hilfsorganisation für vermisste Personen. Es gibt weitere Teenager, die auf ähnliche Weise nach einem Umzug verschwunden sind.


    Über den Autor

    Frank Kodiak ist das Pseudonym für Andreas Winkelmann, geboren 1968. Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für spannende, unheimliche Geschichten. Bevor er sein erstes Buch veröffentlichte, arbeitete er nach dem Studium der Sportwissenschaften zunächst jedoch als Soldat, Sportlehrer, Taxifahrer, Versicherungsfachmann und freier Redakteur. Mit seiner Familie lebt er in der Nähe von Bremen – in einem einsamen Haus am Waldrand.


    Mein Fazit

    Dies ist mein erstes Buch von Frank Kodiak und auch von Andreas Winkelmann habe ich bisher noch nichts gelesen. Aber ich bin von „Amissa“ restlos begeistert.

    Mir hat schon gleich gefallen, dass die Ermittlungen in diesem Buch von einem Ehepaar geführt werden und nicht von einem einsamen, verschrobenen und der Gesellschaft den Rücken kehrenden Mann. Rica und Jan Kantzius stechen schon optisch heraus. Rica, klein und zierlich mit ihrem exotischen Aussehen, zieht oft die Blicke der Menschen auf sich. Doch auch Jan als Kontrast dazu ist auffällig: groß, meist dunkel gekleidet und mit tiefgründigem Blick. Beide eint eine gemeinsame Vergangenheit. Diese dadurch entstandene Verbundenheit ist im ganzen Buch zu spüren. Sie funktionieren sehr gut als Team, befeuern sich gegenseitig mit Ideen und Vermutungen. Das hat mich immer wieder dazu animiert, selbst Vermutungen anzustellen.


    Das Grundkonzept, Menschenhandel und explizit hier entführten und zur Prostitution gezwungenen jungen Mädchen, ist an sich für mich nicht neu. Aber Frank Kodiak hat dieses Thema sehr geschickt „modernisiert“. Die Verflechtungen und Möglichkeiten von Missbrauch der sozialen Medien und technischen Möglichkeiten war dabei für mich ein sehr interessanter Aspekt. Aber er schildert auch sehr zur Story passend Situationen von Alltagsrassismus und Sexismus. Hin und wieder spielt Rica auch bewusst damit um an ihr Ziel zu kommen. Das führt mitunter zu vertrackt-humorvollen Szenen, die zumindest auf sprachlicher Ebene haben nachdenklich werden lassen. Ich persönlich könnte auf die „alten weißen Männer“-Hinweise verzichten. Die Geschichte hat reale Vorbilder und das Böse begegnet einem in jeder Form und Hautfarbe. (Vielleicht lese ich aber auch einfach nur zu viel online und fühle mich daher von diesem Begriff schon fast erschlagen.)


    Aber durch die tolle Art zu erzählen, die stimmigen Figuren, die Alltagsnähe – ich habe die Seiten regelrecht „gefressen“. Es ist super spannend und mitreißend erzählt. Nach einem wirklich spannenden Showdown entlässt das Buch mich als Leser in den allerletzten Sätzen dann auch noch mit einem Cliffhanger.

    Es wird schon angedeutet, dass es sich bei „Amissa“ um eine Trilogie handelt. Und ich setze die nächsten beiden Bände schon mal auf meine Wunschliste – ich muss einfach wissen, wie es weitergeht!


    ASIN/ISBN: B086SL7M5K

    Eigentlich lebt Lola Vasquez zwei Leben zur gleichen Zeit. Auf der einen Seite ist sie Drogenboss in Los Angeles. Heroin und Geldwäsche sind ihr Geschäft. In diesem Leben kann sich Lola keine Schwäche erlauben, zu schnell würde diese ausgenutzt und ihr zum Verhängnis werden. Ein Drogenkartell zu führen verlangt Härte und Durchsetzungsvermögen. Auf der anderen Seite ist Lola eine Mutter, die sich Sorgen macht. Lucy, von Lola adoptiert, hat bereits in jungen Jahren schreckliche Erfahrungen machen müssen. Wie wird sich dieses Trauma auf das junge Mädchen auswirken? Und dann ist da noch die Nachbarschaft. Lola hat alles im Blick und kümmert sich. Spendet anonym Lebensmittel, verschafft Geld für die Miete oder eine ärztliche Behandlung.


    Mir hat gut gefallen, wie die Autorin Lolas Welt dargestellt hat. Ihre Zerrissenheit, teilweise in zwei Welten leben zu müssen. Als Latina genießt Lola nie die gleiche Anerkennung wie ihre weißen Mitbürger. So gut wie jeden Satz stellt Lola in Frage, dreht und wendet ihn, überlegt, was die Aussage bedeuten könnte. Dieser Konflikt verstärkt sich noch dadurch, dass sie ihre Tochter Lucy auf eine Privatschule schickt, in der sich überwiegend Kinder bessergestellter Familien befinden. Lola lebt in einem wenig glamorösen Teil von Los Angeles. Hier gibt keine Touristen und feine Hotels, es herrschen andere Regeln.


    Ich selbst hadere ein wenig mit der Figur der Lola. Sie wirkt auf mich als Drogenboss nicht wirklich authentisch. Und leider passiert in der Handlung auch nicht wirklich etwas, womit sich diese Figur hätte beweisen können. Lola wird oft zweifelnd beschrieben, manchmal sogar fast schon ahnungslos. Als Lola zum Beispiel beschließt ein Haus zu kaufen, weiß sie nicht welche Unterlagen sie benötigt und wann das Haus wirklich ihr gehört. Außerdem befindet sich Lola permanent in einer Art Identitätskrise und vergleicht immer wieder ihr Leben mit dem der weißen. Sie eignet sich Ausdrücke aus deren Sprechweise an und ganz allgemein habe ich den Eindruck erhalten, sie würde ihre Herkunft ganz gerne ablegen.

    Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig, die Sprache dazu schon recht hart; was ich als sehr passend zur Geschichte finde. Das Tempo ist hoch, die Geschehnisse spielen sich schnell hintereinander ab. Leider passiert mir insgesamt zu wenig Action für einen Thriller. Der Showdown am Ende ist mir persönlich zu kurz und zu wenig ausgefeilt. Das Ende ist nicht überraschend, man sich bereits vorab ausrechnen, dass es auf diese Variante herausläuft.

    dann lass die ISBN 10 einfach drin stehen. Ich hab manchmal den Eindruck, dass die Schnittstelle manchmal stört ist und sich das wieder behebt. Im alten Forum war das noch viel Häufiger der Fall....

    Das würde erklären, warum es bei einem Eintrag einen Tag später einwandfrei funktioniert hat.

    Runde 6.1

    1/5 Susanna Leonard - Madame Curie und die Kraft zu träumen

    2/5 Horst Evers - Für Eile fehlt mir die Zeit

    3/5 Toby Barlow - Baba Jaga

    4/5 Genevieve Cogman - Die unsichtbare Bibliothek


    Und ich werde diese Runde nicht beenden... Ich habe gestern bei Rebuy bestellt und plane am Samstag einen Besuch in meinem Lieblingsbuchladen, um hemmungslos noch vorhandene Gutscheine einzulösen!

    Nyx nimm doch bitte die ISBN10 oder die ASIN des eBooks, dann klappt das auch mit der Verlinkung

    Das hätte ich gerne getan, aber eine direkte ASIN habe ich zu dem Buch nicht gefunden und mit der ISBN10 hat die Verlinkung nicht funktioniert. Ich finde eine Verlinkung, aus der man das betreffende Buch nicht erkennt, ist nur bedingt sinnvoll. Alternativ dazu kann ich den Titel natürlich auch per Hand dazu schreiben und die Verlinkung setzen, dass stimmt natürlich.

    Ich habe riesig gefreut, einen neuen Roman von Carmen Korn lesen zu können. Schon ihre letzte Trilogie hat mich vollends begeistert und zum Fan gemacht. Und auch dieses Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen.

    Wie in einer Art Tagebuch wird die Geschichte erzählt. Die Kapitel sind oft kurz gehalten, so dass man sich abends auch mal „eben schnell“ noch ein paar Seiten genehmigen kann. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und so hatte ich nie Probleme wieder reinzukommen.


    In „Und die Welt war jung“ erzählt Korn über die ersten zehn Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Sie erzählt die Geschichte dreier Familien, die durch Freundschaft und Verwandtschaft miteinander verbunden sind. Und sie tut dies gewohnt mit sehr viel Feingefühl und Liebe zum Detail, ohne sich in Kleinigkeiten zu verlieren. Ich finde, man merkt hier einfach, dass der Autorin die beschriebenen Städte vertraut sind. Es war einfach sehr schön den Wiederaufbau von Hamburg und Köln durch die Augen ihrer Figuren mitzuerleben. Jedes kleine Detail, jedes Gebäude und Straße birgt Erinnerungen an eine glückliche und friedliche Zeit vor dem Krieg.


    Es geht langsam wieder aufwärts nach dem Krieg. Nach dem reinen Überleben der Hungerjahre rückt jetzt das Leben selbst wieder mehr in den Vordergrund. Natürlich sind die Spuren des Krieges nicht zu übersehen – weder die an den zerstörten Gebäuden noch die seelischen, die viele Menschen täglich im Vorgenen mit sich tragen. Es ist ein bescheidener Wohlstand, der dort langsam erwächst. Wieder eine gute Flasche Wein zu trinken, genug zu Essen auf dem Tisch zu haben, Einkäufe in einem Feinkostladen – ein wenig mehr Leichtigkeit im Leben. Wieder Träume zulassen.


    Auch bei ihren Figuren hat Carmen Korn für mich wieder beweisen, wie wunderbar sie diese zum Leben erwecken kann. Die Sorgen und Nöte erscheinen manchmal alltäglich und nichtig auf den ersten Blick. Aber sie schafft es mühelos mich als Leser einzufangen und mitzunehmen, zu diesen Familien und deren Leben. Es fühlte sich an, als würde ich diese schon seit vielen Jahren persönlich kennen. Ich habe Anteil genommen am Schicksal jeder einzelnen Figur, habe mich mit ihnen gefreut und mit ihnen gelitten.

    Und dann hört das Buch mit einem fiesen Cliffhanger auf – ich muss wohl nicht erwähnen, wer da den Buchladen stürmen wird wenn der nächste Band erscheint, oder?

    "Madame Curie und die Kraft zu träumen" ist eine gefühlsbetonte und oft ein wenig romantisierte Annährung an das Leben der berühmten Physikerin. Es ist keine Biographie, aber eine durchaus schön geschriebene Erzählung um und über diese Frau. Dabei hat mir die Art und Weise, wie Susanna Leonard diese Geschichte erzählt, besonders gut gefallen. Marie Curie erzählt ihre Lebensgeschichte in getrennten Abschnitten unterschiedlichen Frauen, die zum Teil selbst gerade an einem Scheideweg in ihrem Leben stehen. Dabei wird deutlich, welch großen Einfluss sie bereits zu Lebenzeiten hatte und von vielen Frauen als persönliches Vorbild gesehen wurde.

    In Rückblenden erzählt sie aus ihrer Kindheit im von Russland besetzten Polen, ihren Anfangsjahren in Paris und dem steinigen Weg in die höchsten Wissenschaftskreise.

    Besonders dieser letzte Teil hat mich besonders mitgerissen. Hier hat die Autorin für mein Empfinden ein ganz anderes Tempo angelegt und es entsteht eine Art Entdecker-Stimmung. Dieser Abschnitt hat eine ganz eigene Energie, ich konnte hier das Buch kaum aus der Hand legen. Auch die Dialoge zwischen den einzelnen Personen sind gut geschrieben, man kann sich problemlos das Ehepaar Curie im gemeinsamen Labor vorstellen. Ihre Gefühle, Ängste, Sorgen und Sehnsüchte sowie ihre Eigenarten sind humorvoll und sehr liebevoll beschrieben und lassen ihre Figur lebendig wirken.


    Wer mehr auf den wissenschaftlichen Aspekt Wert legt und sich eher für die Fakten aus dem Leben der Marie Curie interessiert, für den wird dieses Buch vermutlich eher nichts sein. Wer aber einen schönen historischen Roman mit real existierenden Figuren zur Unterhaltung für den regnerischen Sonntag sucht, der wird mit diesem Buch sicherlich sehr viel Freude haben. Ich kann mich den positiven Stimmen jedenfalls nur anschließen - auch mir das Buch sehr gut gefallen.

    7.11 … in dem jemand etwas aus dem Fenster wirft.
    Horst Evers hat einen neuen Nachbarn. Dessen Ex-Frau wirft beim "Auszug" des Mannes dessen Klamotten aus dem Fenster.



    7.39 … in dem ein (hand- oder maschinell geschriebener) Brief abgedruckt ist.

    Es werden mehrere Briefe zwischen verschiedenen Personen erwähnt und auch gedruckt.


    ASIN/ISBN: B087D2DYWM