Beiträge von R. Bote

    Allrounder gesucht

    Den Verdacht, dass die Begegnungen auf dem Weg zur Kantine kein Zufall sind, hatte ich schon in dem Moment, wo der "unsichere" LKW-Fahrer in Erscheinung tritt. Da dachte allerdings noch, dass die, die einfach weitergehen, tatsächlich Mitbewerber sind. Die Entscheidung gegen den Job hat mich am Ende überrascht, obwohl sie in gewisser Weise konsequent ist (wenn man sich's leisten kann, das ist ja oft das Problem).


    Bestimmungsorte

    Erinnert mich sehr stark an den Comedian, der seit Jahren als "Tod" unterwegs ist. Witzig geschrieben, auch wenn ein Stück ernste Botschaft drinsteckt. Die Frage, die noch offenbleibt: Ist der Name des Passagiers eine Ableitung von Alexandre Dumas?


    Süßes Nichtstun

    Tja, da dürfte Martin eine böse Überraschung erleben.


    Uneigennützig

    Wer solche Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr.


    Warten

    Eine gelungene Dystopie. Beim Namen "Paul Neunziger" bin ich zum ersten Mal etwas stutzig geworden, dass Paul ein Roboter ist, war aber doch eine Überraschung.

    ......wobei die Schützen vom Coach bestimmt werden. Rushford und Sancho wurde aus diesem Grund in der 119. Minute eingewechselt.

    Schätzt Du, Southgate hat seine Auswahl durchgedrückt, ohne Rücksicht, ob ein Spieler selbst sagt, er ist unsicher? Oder sagt das kein Spieler, um sich keine Blöße zu geben, selbst wenn's besser wäre?

    Die EM-Stadien waren teilweise in meinen Augen viel zu voll, hoffentlich werden das keine Superspreader-Events.

    Ich hab die Tage irgendwo gelesen, dass nach dem Spiel England - Schottland ausgerechnet wurde, dass ungefähr 400 Zuschauer im Stadion gewesen sein müssen, die zu diesem Zeitpunkt infiziert waren. Laut ECDC gibt es inzwischen in Schottland 2500 Corona-Fälle, die sich mit der EM in Verbindung bringen lassen; die UEFA in Person von Ceferin weist jede Schuld von sich.

    Link (man muss ein bisschen scrollen)

    Klappentext:

    Paketboten, die während des Meetings Sturm klingeln, Wohnungen, die zu Großraumbüros werden, Router mit Schwächeanfällen, Hunde im Video-Call: Das Büro in den eigenen vier Wänden hält so manche Überraschung bereit. Bestsellerautor Mark Spörrle erzählt irrwitzige Geschichten aus der schönen neuen Arbeitswelt – und er macht ein für alle Mal klar, wer im Homeoffice die Hosen an hat. Nämlich niemand. Zu keinem Zeitpunkt.


    Über den Autor (Quelle: Wikipedia):

    Mark Spörrle, geboren 1967, ist Journalist und Autor. Er schreibt Kolumnen für die Zeit und verfasste mehrere Bücher mit humoristischen und satirischen Kurzgeschichten.


    Persönlicher Eindruck:

    Unten ohne ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die überspitzt den Alltag im Homeoffice eines Familienvaters erzählt, der nicht auf ein gut ausgestattetes privates Büro zurückgreifen kann. Dabei setzt der Autor offenbar seine eigene Familie als Protagonisten ein. Viele Leser finden sich sicherlich in der Situation wieder, andere erkennen sich vielleicht auch in Nachbarn, Verwandten und Freunden wieder, die gedankenlos den Versuch zunichtemachen, am heimischen Schreibtisch etwas Produktives zustande zu bringen. Die Geschichten sorgen immer wieder für kleine Schmunzler, wer hauptsächlich etwas zum Lachen sucht, ist mit diesem Buch jedoch nicht gut bedient.


    Fazit:

    Netter, aber nicht komplett mitreißender Einblick in ein chaotisches Homeoffice.


    ASIN/ISBN: B08WWKQMZV

    Klappentext:

    In einem kleinen Bergdorf bei Meran werden die Überreste eines seit Jahrzehnten vermissten Kindes entdeckt. Der Fund führt Commissario Pavarotti zurück zu den Anfängen seiner Karriere, als das Verschwinden des Jungen für eine ganze Familie in einer Katastrophe endete. Er muss sich einer alten Schuld stellen – und der unglücklichen Liebe zu Lissie von Spiegel, von der ihn eine große Lüge trennt. Der Commissario gerät in einen düsteren Strudel aus Verzweiflung und Ohnmacht.


    Über die Autorin (Quelle: Wikipedia):

    Elisabeth Florin, bürgerlich Claudia Vogl-Mühlhaus, stammt aus Augsburg. Sie studierte Journalistik, Praktika führten sie in dieser Zeit nach Bozen und Brixen. Sie arbeitet in Frankfurt am Main als Finanzjournalistin und Kommunikationsexpertin im Finanzsektor. 2003 begann sie, Krimis zu schreiben.


    Persönlicher Eindruck:

    Der Autorin gelingt es, eine Stimmung zu wecken, in der man sich die ganze Geschichte ohne einen einzigen Sonnenstrahl vorstellt. Diese Stimmung überträgt sie auf die Figuren, keine davon scheint ein Leben zu haben (oder gehabt zu haben), in dem die hellen Momente mehr als nur eine Randnotiz sind. Auch mit Hilfe dieser gebrochenen Personen legt Elisabeth Florin viele falsche Spuren. Der Kriminalfall, um den es im Kern geht, ist spannend geschildert, beim ganzen Drumherum wäre weniger jedoch mehr gewesen. Die beiden grundlegenden Elemente - ein Dorf, das schweigt, und ein Ermittler, der kaum mit sich selbst, geschweige denn mit dem Rest der Welt zurechtkommt - sind hier gemeinsam verwendet zu viel. So bleibt es für mich ein gutes Buch, aber kein sehr gutes.


    Fazit:

    Spannender Kriminalfall, aber zu dick aufgetragen.

    ASIN/ISBN: B019CILF9A

    Um es gleich vorwegzunehmen: Der Titel des Buchs entspricht nicht meiner persönlichen Meinung. Es ist Kai, der einer Wanderung durch die Berge Südtirols nichts abgewinnen kann, und wenn es unbedingt sein muss, dann bitte mit Action! Das weiß auch der Klassenlehrer und spricht ein Wörtchen mit, wer mit wem wohin wandern darf. Anzunehmen, dass Moritz Kai stoppen könnte, ist jedoch bestenfalls naiv, und Herr Kaiser kann sich schon mal auf was gefasst machen - sobald Moritz einen Weg zurück ins Dorf gefunden hat...


    "Wandern? Öde!" entstand zumindest zum Teil aus dem Wunsch heraus, wenigstens literarisch nach Südtirol zu reisen, nachdem die Pandemie reale Reise dorthin kaum zugelassen hat. Die Geschichte erscheint am 31. Mai als E-Book und kann bei diversen Anbietern bereits vorbestellt werden. Wer schon mal reinlesen möchte, muss sich dafür auch nicht über den Brenner bemühen, sondern nur auf meine Website.


    ASIN/ISBN: B095SZWMT2

    Dass Buchhändler ja auch nicht unendlich viel Platz haben. Wie entscheiden die denn, ob ein Buch in den Handel kommt oder nicht? Angenommen man hat jetzt ein Buch geschrieben und ein Verlag würde es verlegen, wie tritt der dann an die ganzen Buchhandlungen heran? Der kann doch nicht jede einzelne Buchhandlung im Land anschreiben und sie davon überzeugen, dass man ein gutes Buch geschrieben hat...

    Ich glaube (Betonung: Sicher bin ich mir da nicht), zumindest die großen Verlage bringen in gewissen Abständen Kataloge heraus, die sie an die Buchhandlungen versenden. Die Buchhändler sichten dann und schauen, was sie sich ins Haus holen. Davon ab gibt es die Kataloge der Großhändler und Verzeichnisse lieferbarer Bücher, an die so ziemlich alle Verlage und Distributoren ihre Veröffentlichungen melden. Das bedeutet nicht, dass ein bestimmtes Buch dann im Laden steht, aber zumindest in den Onlineshops, und der Händler kann es auf Nachfrage bestellen.


    Einen interessanten und amüsanten Einblick in die Arbeit vor Ort bietet der Blog Buchpanda.

    Mit seiner Snippe Deern (Hochdeutsch: Freches Mädchen) befährt Kapitän Hauke Lorentzen Flüsse und Küstengewässer. Seine Ex-Frau und seinen Sohn sieht er nur selten, doch in den Sommerferien darf Jan mit auf große Fahrt. Er bekommt sogar Gesellschaft, denn auch Rieke, die Tochter von Haukes neuer Freundin, macht die Reise mit. Von Duisburg aus geht es den Rhein hinunter, zunächst mal bis Rotterdam. Was danach kommt? Jan lässt sich überraschen.

    Doch dann gerät die Snippe Deern in einen Sturm, und Hauke erleidet einen Unfall. Plötzlich sind Jan und Rieke ganz auf sich selbst gestellt. Ohne zu wissen, wo sie sind, und ohne Ahnung von den ganzen Instrumenten, müssen sie verhindern, dass die Snippe Deern havariert, bevor Hilfe zur Stelle ist.


    Die gefährliche Reise der Snippe Deern ist ab sofort überall erhältlich, wo es Lesestoff gibt. Bei der Papierversion kann sich allerdings die Auslieferung verzögern, auch bei BoD sorgt die Pandemie für Einschränkungen.


    Eine Leseprobe gibt es wie immer auf meiner Website.


    ASIN/ISBN: B093F8DF49

    Leider gibt es halt auch Menschen, denen das nicht reicht. Das ist dann halt auch eine Frage der persönlichen Ziele. Da spreche ich jetzt gar nicht von besser oder schlechter aber wenn man sich etwas in den Kopf gesetzt hat, bleiben eben viele stur dabei. Da kann man noch so oft zeigen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt. Man bleibt eben bei dem Ziel sein erstes Buch muss gleich in der Buchhandlung liegen. Was soll man da dann machen außer den Menschen eben einen Weg zu zeigen, wie sie an ihr Ziel kommen. Ob du oder ich das jetzt für klug halten, ist ja was ganz anderes. Ich steh schon auf dem Standpunkt, wenn Leute was unbedingt machen wollen, rede ich es ihnen nicht mehr aus. Ich kann versuchen es so gut wie möglich zu erklären, frage ist da halt ob man es hören möchte.

    Wenn ich mein Buch in der Buchhandlung stehen sehen will, dann muss ich entweder einen großen Verlag hinter mich bringen, der den Händlern klarmachen kann, dass ich gerade den Bestseller geschrieben habe, oder ich muss persönlich den Buchhändler meines Vertrauens beknien. Eine Buchhandlung hat nicht unendlich Platz und stellt sich natürlich primär das hin, was vermutlich am meisten nachgefragt wird. Bücher von Selfpublishern und DKZV sind so ziemlich das Letzte, was Buchhändler sich freiwillig ins Regal stellen.

    Jimdo bietet eine kostenlosen Websitebaukasten, der auch Werkzeuge für ein Blog enthält. Da habe ich meine Website auch liegen und finde die Handhabung recht einfach.


    Wordpress ist auch recht verbreitet, und die meisten scheinen damit zufrieden zu sein, aber da habe ich keine eigenen Erfahrungen.

    Brambach spielt auch immer den gleichen Typ... Flache Witze, Kumpeltyp, bisschen einfach mit cholerischem Touch... Er ist null wandelbar.

    Da ist natürlich die Frage: Ist er tatsächlich nicht wandelbar, oder hat er aus irgendeinem Grund bei den Produzenten einen Ruf weg, der dazu führt, dass er für immer den gleichen Typ besetzt wird?


    Kannst du bitte dann die Telefonnummern, Internetadressen der Personen hier posten, die ein gratis Lektorat anbieten, die kein Geld dafür haben möchten wenn sie das Cover gestalten,...

    Du versuchst, mir das Wort im Mund herumzudrehen. Von kostenlosem Lektorat etc. war bei mir zu keiner Zeit die Rede. Es ging um die reine Möglichkeit, ein Buch in den Handel zu bringen, ohne dafür in finanzielle Vorleistung treten zu müssen. Und diese Möglichkeit gibt es; dass man dabei viel Eigenleistung erbringen muss, habe ich nicht verschwiegen.

    Seine Geschichte gratis online als PDF zur Verfügung zu stellen ist dann halt schon mal was ganz anderes als ein Buch zu haben, dass in Buchgeschäften steht.

    Meine Bücher sind als E-Book in einer Vielzahl von Onlineshops erhältlich, darunter so ziemlich alle großen Anbieter im deutschsprachigen Raum. Diejenigen, für die es auch eine gedruckte Version gibt, können in jeder Buchhandlung bestellt werden; durch das Print-on-Demand-Verfahren sind sie in der Regel nicht vorrätig, das gilt aber für viele Verlagsbücher ebenso, weil der Platz im Ladenlokal nun mal begrenzt ist. Der Distributor, der das für mich organisiert, verdient natürlich an jedem Verkauf mit, aber die Veröffentlichung als solche kostet mich bei einem E-Book nichts (bei einem gedruckten Buch eine einmalige Gebühr im niedrigen zweistelligen Bereich).

    Gibt es da auch ne Telefonnummer ? Dann würde ich da anrufen....

    Dann aber alles, was am Telefon besprochen wurde, schriftlich, wenigstens per E-Mail, bestätigen lassen. Anstonsten hat natti nichts in der Hand, wenn's drauf ankommt.


    Ansonsten: Darauf achten, dass nichts abgebucht wird, möglicherweise hat der Verlag die Kontodaten aus der Bestellung, und wenn abgebucht wird, dann das Geld sofort zurückbuchen lassen. Und natürlich die Zeitschriften, die nach dem Probezeitraum kommen, zurückgehen lassen; vielleicht hat jemand anders hier Erfahrung, ob es in so einem Fall ratsam ist, "Annahme verweigert" draufzuschreiben, damit der Verlag die Kosten tragen muss.

    R.Bote, was ist denn eigentlich, wenn man mal ein Buch im Selbstverlag veröffentlicht und die formalen Anforderungen erfüllt hat, also eine ISBN Nummer hat und das Buch in der Deutschen Nationalbibliothek gemeldet ist, und dann im Nachhinein das Buch noch mal überarbeitet, etwa mit der Hilfe eines professionellen Verlags, weil dieser auf das Buch aufmerksam geworden ist? Wird die neue Version dann die alte ersetzen und das alte Buch wird gelöscht, oder ist es ein komplett unabhängiges Buch und es sind weiterhin beide Versionen des Buches zu finden?

    Die meisten Distributoren legen im Vertrag fest, dass das Buch während der Vertragslaufzeit ausschließlich von ihnen vertrieben werden darf. Eine Selfpublishing- und eine Verlagsausgabe des gleichen Buches wird es also eher selten nebeneinander im Handel geben.

    Zumindest meine Verträge sind aber so gestaltet, dass ich relativ kurzfristig ohne Kosten wieder rauskomme, auf jeden Fall schnell genug, dass ein Verlag, der eines meiner Bücher neu rausbringen möchte, nicht wieder abspringt, weil es ihm zu lange dauert. Ich habe den Eindruck, dass das bei den etwas bekannteren Distributoren der Standard ist.


    Bei einer Neuauflage mit einem anderen Anbieter gibt es auf jeden Fall eine neue ISBN (allein schon, weil in der ISBN auch der Verlag/Distributor codiert ist) und einen neuen Eintrag in der Deutschen Nationalbibliothek. Der alte Eintrag in der DNB bleibt allerdings erhalten, ebenso die dort archivierten Exemplare der alten Auflage; das ergibt sich aus dem Auftrag, alle deutschen Publikationen dauerhaft zu archivieren.


    Hier gibt es übrigens noch einen weiteren Unterschied zwischen Distributor und DKZV, der sich erheblich auf die Kosten auswirkt: Während ein DKZV wie ein Verlag eine Auflage druckt und dann die gedruckten Bücher irgendwie an den Mann zu bringen versucht, arbeiten die meisten Distributoren bei den gedruckten Ausgaben im Print-on-Demand-Verfahren; das heißt, der Distributor hält nur eine digitale Druckvorlage vor, und wenn eine Bestellung eintrifft, dann wird das Buch genau in der bestellten Anzahl Exemplare gedruckt. Der Autor läuft also nicht Gefahr, viel Geld zu bezahlen für den Druck von Büchern, die dann womöglich keiner haben will.

    Simone und Lisa: Das passt und reicht vollkommen. Einen Bruder hatte Lisa nie auf der Wunschliste stehen. Jan und Nils: ein eingespieltes Gespann. Eine Schwester vermisst Nils ganz bestimmt nicht.


    Doch die Eltern meinen es ernst miteinander - so ernst, dass sie sogar schon eine gemeinsame Wohnung ausgesucht haben. Ehe sie sich's versehen, stecken Lisa und Nils in einer Patchwork-Familie fest. Irgendwie müssen sie sich miteinander arrangieren, auch wenn sich keiner von beiden vorstellen kann, dass aus ihnen einmal eine richtige Familie wird. In ihren Tagebüchern halten sie die Versuche fest, kleine Erfolge und unerwartete Rückschläge.


    Bruder? Schwester? Bruder! Schwester! erscheint am 27. Februar als E-Book. Bei Amazon, Ebook.de und im Apple Store kann schon vorbestellt werden, alle Details und eine Kostprobe können auf meiner Website nachgelesen werden.


    ASIN/ISBN: B08WQ91NJM

    Mein Sohn spielt Fußball, leider ist er kein Profi. Heißt er muss Mitgliedsbeitrag zahlen, seine Ausrüstung, sogar für die Dressen usw. muss er auch einen Betrag zahlen. Er könnte jetzt auch im Park mit seinen Freunden spielen, will aber lieber im Verein spielen. Aus meiner Sicht kann man die Situation schon vergleichen. Es gibt die Ideallösung: Profi. Dann zahlt man nichts und bekommt sogar was bezahlt. Dann gibts die Gratislösung im Park: kostet nichts, nicht professionell, keine Liga, keine Schiedsrichter, nicht regelmäßig,... Und dann gibt es eben seine Variante im Hobbyverein: Er bezahlt und bekommt dafür einen Platz zum Trainieren, sie spielen in einer Liga mit, kann trainieren, hat danach eine Kabine zum Umziehen,...

    Der Vergleich hat ein Problem: Die allerwenigsten Fußballvereine können ihren Trainings- und Spielbetrieb allein aus den Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Den Hauptteil der Einnahmen machen Sponsorengelder aus, das fängt bei den Bambini schon an, wo Spielereltern ihren Arbeitgeber als Trikotsponsor gewinnen, und geht bis in die Bundesliga; da ändern sich nur die Summen, mit denen jongliert wird. Ein Druckkostenzuschussverlag hat aber keinen Sponsor, der einen (Groß-)Teil der Kosten für die Veröffentlichung eines Buches übernimmt, ebenso wenig ein Distributror. Das Geld muss also initial vom Autor kommen, der seine Ausgaben im besten Fall durch die Verkäufe wieder reinholen kann.


    Und wenn man mittels Selfpublishing veröffentlichen möchte, braucht man ja auch Lektoren oder Grafiker und und und. Dann lese ich immer einerseits, das darf alles nichts kosten andererseits verweist man dann aufs Selfpublishing. Da frage ich mich dann immer, woher bekomme ich das gratis Selfpublishing?

    Es gibt mehr als einen Distributor, dessen Geschäftsmodell auf einer Umsatzbeteiligung beruht. Das heißt, das Buch in den Handel zu bringen und die minimalen formalen Anforderungen zu erfüllen (ISBN, Meldung an die Deutsche Nationalbibliothek etc.), kosten den Autor kein Geld oder nur ein paar Euro. Anschließend verdient der Distributor an jedem verkauften Buch mit. Die Entscheidung, es dabei zu belassen oder zusätzlich Geld in die Hand zu nehmen für Vorarbeiten, die er nicht leisten will oder nicht seinen Ansprüchen genügend leisten kann, liegt beim Autor, aber die Antwort auf die Frage, ob es kostenloses Selfpublishing gibt, ist eindeutig: ja.



    Und siehst du keinen Unterschied zwischen einem Druckkostenzuschussverlag und einem Dienstleistungsverlag?

    Wo bekommst du Lektorat her? Wer macht deine Cover?

    Du musst dich beim Selfpublishing ja auch selbst darum kümmern.

    Ich kann in diesem Fall nur für mich sprechen, ich kümmere mich tatsächlich selbst um alle inhaltlichen und gestalterischen Aspekte und nehme nur ein Grundpaket von Dienstleistungen in Anspruch, das mir komplizierte Formalitäten vom Hals hält.


    Letztlich ist es für mich eine Frage der Transparenz: Was muss ich bezahlen, und was bekomme ich für mein Geld? Wie granular kann ich entscheiden, was ich brauche und was nicht? Wie realistisch werden die Erfolgsaussichten dargestellt?

    Klappentext:

    Diese Kapitäne haben wütende Stürme überstanden und den Einschlag einer Monsterwelle. Sie prügelten sich in Havanna, desertierten auf dem Mississippi und strandeten in Wales. Sie legten sich mit einem russischen Kriegsschiff an und hatten einen blinden Passagier an Bord. Einer ist ein Held, der für seine Überzeugung ins Gefängnis ging. Einer ist die jüngste Frau Deutschlands auf der Brücke. Die Geschichten in diesem Buch sind wahr und abenteuerlich. Sie sind so vielfältig wie die See. Und sie werfen eine Frage auf: Was können wir von alten Kapitänen lernen? »Kapitäne« sammelt die Erinnerungen von 20 Seeleuten. Sie spielen weit draußen auf dem Meer, in Häfen und in der Vergangenheit. Geschichten, die echt sind und wahr und viel mehr erzählen als nur über das Leben an Bord. »Kapitäne« ist die dritte Anthologie mit Kapitänsgeschichten von Ankerherz. Ein Buch, das nach Salzwasser schmeckt.


    Über den Autor (Quellen: stefankruecken.de, ankerherz.de, wikipedia):

    Stefan Krücken (auch: Kruecken) wurde im April 1975 in Neuss geboren und startete seine Karriere als freier Mitarbeiter verschiedener Zeitungen im Rheinland. Er studierte Politische Wissenschaften, Germanistik und Anglistik in Köln. Er ist Mitbegründer und Verlagsleiter des Ankerherz-Verlags, der sich auf Literatur zu maritimen Themen spezialisiert hat. Mit Frau und vier Kindern lebt er in Hamburg.


    Persönlicher Eindruck:

    Das Buch ist eine Sammlung von Aufsätzen, von denen jeder die Geschichte eines Kapitäns erzählt. Dabei setzen die Erzähler, deren Berichte Stefan Krücken wiedergibt, sehr unterschiedliche Schwerpunkte: Die einen erstellen eher eine Chronik ihrer Zeit auf See, andere erzählen von einem einzelnen, herausragenden Erlebnis. Beides ist auf seine Art spannend und bekommt durch die Erzählung in der ersten Person eine gewisse Unmittelbarkeit. Für mich war allerdings nicht hundertprozentig zu erkennen, in welchem Maß Stefan Krücken selbst noch Hand an die Berichte gelegt hat, um sie sprachlich und im Hinblick auf die Erzählreihenfolge für sein Buch aufzubereiten.

    Gemeinsam ist fast allen Geschichten, dass sie lange zurückliegen. Die meisten der portraitierten Kapitäne sind im Ruhestand, einige waren bei Veröffentlichung des Buches bereits verstorben; ihre Erlebnisse datieren schwerpunktmäßig in den 60er und 70er Jahren. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass ihre Erfahrungen mit dem heutigen Seemannsleben nur noch in Teilen vergleichbar sind, und mehrere von Stefan Krückens Gesprächspartnern haben erklärt, dass sie sich unter den heutigen Umständen nicht mehr für eine Karriere auf See entschieden hätten. Dadurch wandelt das Buch auf einem schmalen Grat zwischen Sachlichkeit und Verklärung, auch wenn immer wieder betont wird, dass die See gefährlich und tückisch ist und der Mensch auch heute noch weit davon entfernt, sie zu beherrschen.


    Fazit:

    Spannende Erzählungen, die sich der Einordnung zwischen Abenteuer und Sachbuch entziehen.


    ASIN/ISBN: 9783945877296