Beiträge von R. Bote

Die tiefgreifenden System-Arbeiten sind soweit abgeschlossen. Weitere Arbeiten können - wie bisher - am laufenden System erfolgen und werden bis auf weiteres zu keinen Einschränkungen im Forenbetrieb führen.

    Ich habe als Kind "Flaggen, Wappen, Hymnen" von Derkwillem Visser gelesen, ein Buch, in dem zu jedem Staat der Erde auf zwei Seiten Flagge, Wappen und Hymne beschrieben waren, jeweils mit Geschichte und Bedeutung der Symbole, außerdem Basisinformationen wie Einwohnerzahl, Bevölkerungsdichte, Hauptstadt, Amts- und gesprochene Sprachen, Religionen, Ethnien, sowie jeweils ein kurzer Abriss zu Geschichte, geografischen Gegebenheiten und Wirtschaft. Willst Du so etwas schreiben, nur mit erdachten Staaten? Ich glaube, es wird schwer, dafür ein Publikum zu finden, aber ich würde es an Deiner Stelle trotzdem schreiben, wenn es Dir selbst etwas gibt.

    Isabelle ist Fünftklässlerin und Mitglied der kleinen Gruppe, die sich ehrenamtlich um die Schulbibliothek kümmert. Ihr treuester "Kunde" ist Dominik aus der Parallelklasse: Wann immer sie in der Pause Dienst in der Bibliothek hat, kommt er, um Bücher zurückzugeben und neue auszuleihen. Sein Lesetempo muss der Wahnsinn sein, manchmal kann Isabelle kaum fassen, wie viel er in wenigen Tagen schon wieder gelesen hat. Doch je mehr sie darüber nachdenkt, desto mehr Fragen fallen ihr ein, und dann hört Dominik von einem Tag auf den anderen scheinbar komplett auf mit dem Lesen...


    Liebes Lesen erscheint am 9. April als Ebook. Unter anderem bei Amazon und Ebook.de de kann es bereits vorbestellt werden. Wie üblich gibt es auf meiner Website eine Leseprobe.


    ASIN/ISBN: B086M9TL1B

    Im Fernsehen nervt mich Werbung nur, aber im Kino habe ich sie meist gern gesehen. Dort ist sie besser gemacht gewesen.

    Die beiden Spots, die ich gerade über mich habe ergehen lassen, kannst Du damit nicht meinen.:) Die Aktion finde ich aber gut, vor allem, weil ich gerne kleinere Kinos besuche, die kaum Möglichkeiten haben, Rücklagen aufzubauen, mit denen sie eine Situation wie die jetzige auffangen können.

    Wer selbst mal einen Schüleraustausch mitgemacht hat, weiß, dass das eine spannende Erfahrung sein kann. Valerie, 12 Jahre alt und im belgischen Lüttich zu Hause, hat das Glück, ganz kurzfristig in so einen Schüleraustausch reinzurutschen: Als Ersatz für eine erkrankte Mitschülerin darf sie mit den Achtklässlern ihrer Schule ins Ruhrgebiet fahren.

    Mit ihrer Gastgeberin versteht sie sich trotz des Altersunterschieds auf Anhieb, doch die anderen Austauschschüler scheinen sie als Eindringling zu betrachten. Im besten Fall lassen die Älteren sie links liegen, und als zwei von ihnen sich einen saudummen Streich ausdenken, hat Valerie plötzlich ein echtes Problem. Von einem Moment auf den anderen ist sie allein in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht spricht...


    Die Geschichte ist am 18.3. als Taschenbuch und Ebook erschienen. Inzwischen ist sie der aktuellen Lage zum Trotz in den meisten Shops erhältlich. Eine Leseprobe gibt es am gewohnten Ort.


    ASIN/ISBN: 3750481229

    In dem Fall würde es mich sehr reizen, die Begründung für die Entscheidung zu hören.

    Ich kann mich nicht entsinnen, dass es eine gegeben hat außer dass zwei Zeilen zu wenig wären. Fragen kann man nicht mehr, ist schon länger her und die betreffende Lehrerin mittlerweile tot, aber ihre Pädagogik hatte einige Schwächen, und ihre Lieblinge hatte sie auch.

    Vor allem finde ich, dass eine nicht-schöne Schrift auch kein Kriterium dafür sein sollte, ob die Hausaufgabe in Ordnung ist. Der Inhalt zählt doch.

    Oder die Länge :(. Aufgabe in der 1. Klasse: Einen bestimmten Buchstaben, der gerade gelernt wurde, so oft ins Heft schreiben, bis man ihn beherrscht. Schüler 1: Schreibt zwei Zeilen, Buchstabe sieht so aus, wie Buchstabe aussehen soll => schlechte Note. Schüler 2: Schreibt zwei Seiten, Buchstabe sieht nicht besser aus als bei Schüler 1 => gute Note.

    Klappentext:

    Vor 15 Jahren zerbrach in nur einer Nacht Nap Dumas‘ Leben: Sein Zwillingsbruder Leo und dessen Freundin wurden unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden – und von Naps großer Liebe Maura fehlt seither jede Spur. Nun meint Nap, inzwischen Detective bei der New Jersey Police, die Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben. Doch dann tauchen im Wagen eines Mörders Mauras Fingerabdrücke auf. Nap hofft, endlich Antworten zu bekommen, doch stattdessen stößt er auf immer neue Fragen. Denn die Wahrheit darüber, was in jener fatalen Nacht tatsächlich geschah, ist dunkel und gefährlich ...


    Über den Autor (Quellen: Amazon und Portrait im Buch):

    Harlan Coben, geboren 1962 in New Jersey, studierte Politikwissenschaft und arbeitete in der Tourismusbranche, ehe er sich aufs Schreiben verlegte. Als erster Autor überhaupt wurde er mit den drei wichtigsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet, und seine Thriller wurden in 40 Sprachen übersetzt. Harlan Coben lebt mit Frau und vier Kindern in New Jersey.


    Persönlicher Eindruck:

    In deinem Namen überrascht mit einer etwas ungewöhnlichen Erzählperspektive: Der Protagonist tritt als Ich-Erzähler auf, dessen Bericht sich in erster Linie an den toten Zwillingsbruder richtet. Dadurch entsteht einerseits eine starke Unmittelbarkeit, auf der anderen Seite wird aber auch die innere Distanz zur Umwelt deutlich, die Nap Dumas als Selbstschutz dient. Die Erzählweise ist flüssig und gut zu lesen.

    Der Autor präsentiert dem Leser keinen strahlenden, sauberen Helden. Nap Dumas überschreitet Grenzen, und er ist sich dessen vollkommen bewusst. Bei seinen Ermittlungen steht nicht Gerechtigkeit im Mittelpunkt, er will für sich selbst wissen, was 15 Jahre zuvor wirklich passiert ist und wie die Geschehnisse von damals mit aktuellen Vorfällen zusammenhängen.

    Am Anfang der Geschichte kommt es dadurch, dass Nap Dumas zwar selbst Cop ist, den Fall wegen der persönlichen Verbindungen aber nicht bearbeiten darf, zu Spannungen mit dem Ermittlerteam, das auf den Fall angesetzt wird. Das wirkt teilweise recht witzig, wird aber leider im weiteren Verlauf der Handlung nicht fortgeführt; diesen Erzähstrang hätte der Autor meiner Meinung nach gern noch einmal aufnehmen dürfen.

    Gut gelungen sind dagegen die Wendungen, die die Geschichte nimmt. Selbst wenn sich zum Ende hin die Auflösung abzeichnet, gibt es doch immer noch Aspekte, die den Leser überraschen.


    Fazit:

    Gut geschriebener Krimi mit einem Protagonisten, der die üblichen Schemata vermeidet.


    ASIN/ISBN: 3442489903

    R. Bote eine Frage zu Deinem Text: wie wahrscheinlich ist es, dass ein Dekan einer Hochschule eine Antrittsvorlesung vor einer solchen Minigruppe hält? :gruebel

    Das hängt sicherlich vom Dekan und von der Hochschule ab. Aber meiner Erfahrung nach ist es nicht unüblich, dass der Dekan die neuen Studenten seines Fachbereichs* begrüßt, und wenn sein Fachbereich klein ist, dann begrüßt er eben auch wenige neue Studenten.


    *Der Dekan ist der Leiter eines Fachbereichs oder einer Fakultät, nicht der gesamten Hochschule.

    „… hieß genauso wie ich.Reiner Zufall hoffentlich!“ Da hätteich mir einen engeren Bezug gewünscht. Ich würde annehmen, dass einStudent genau weiß, welcher Vorfahr von ihm an der selben Hochschulestudiert und diese Legende weiter tradiert hat

    Nicht zwangsläufig. Wenn ich von dem Zeitpunkt, wo ich im Studienanfängeralter war, 184 Semester = 92 Jahre zurückrechne und schaue, welche Vorfahren da ihre ersten Schritte ins Berufsleben (Lehre, Studium, wie auch immer) gemacht haben, dann lande ich irgendwo zwischen Urgroßeltern und Ur-Urgroßeltern. Ich glaube nicht, dass so viele junge Leute wissen, was ihre Urgroßeltern beruflich gemacht haben, und wenn dann kennen sie vermutlich doch nicht den genauen Weg in den Beruf.

    Klappentext:

    Genauigkeit trotz Herzrasen, das Zusammenspiel schwieriger Typen und der eine Moment, der alles entscheidet – dort heißt es Tikitaka, hier: gute Literatur.


    Die Faszination des Fußballs sind die Geschichten, die er erzählt. In diesem Buch sind die 11 besten des Kurzgeschichtenpreises des Deutschen Fußballmuseums versammelt. Manuel Neukirchner hat sie gemeinsam mit den Schriftstellern Joseph Haslinger, Terézia Mora, Saša Stanišic und Ilija Trojanow ausgewählt. Die Geschichten stammen von jungen Autoren des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig, und alle Geschichten haben eins gemeinsam. Der erste Funken ist ein Rundgang durch das Deutsche Fußballmuseum und eine damit verbundene Reise zu den Höhe- und Tiefpunkten der deutschen Fußballhistorie, vom WM-Ball von 1954 bis hin zu Götzes Schuhen von 2014. Wie die Autoren in diesem Band die Tücken von Geschichte & Gegenwart, Herz & Rasen, Papier & Tinte meistern, ist mitreißend und erhellend zugleich.


    Über den Herausgeber (Quelle: Amazon):

    Manuel Neukirchner, Jahrgang 1967, ist Literaturwissenschaftler und ehemaliger Print- und Hörfunkjournalist. Seit der Eröffnung 2015 leitet er das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund.


    Persönlicher Eindruck:

    Nachdem mir die ersten Geschichten recht gut gefallen haben, war unter den weiteren Beiträgen kaum noch etwas dabei, das meinen Geschmack getroffen hat. Die Idee, nicht die Stars in den Mittelpunkt zu stellen, sondern Menschen, die nicht im Rampenlicht stehen, finde ich generell nicht schlecht, aber viele der Geschichten in Herz & Rasen waren mir zu gewollt depressiv, und in einigen störten zu häufige Wechsel zwischen Gegenwart und Rückblenden den Lesefluss.


    Fazit:

    Gefällig vorgetragene Angriffe, aber der letzte Pass kommt zu selten an. :fussball:fussball:fussball


    ASIN/ISBN: 3608504389

    Klappentext:

    Genauigkeit trotz Herzrasen, das Zusammenspiel schwieriger Typen und der eine Moment, der alles entscheidet – dort heißt es Tikitaka, hier: gute Literatur.


    Die Faszination des Fußballs sind die Geschichten, die er erzählt. In diesem Buch sind die 11 besten des Kurzgeschichtenpreises des Deutschen Fußballmuseums versammelt. Manuel Neukirchner hat sie gemeinsam mit den Schriftstellern Joseph Haslinger, Terézia Mora, Saša Stanišic und Ilija Trojanow ausgewählt. Die Geschichten stammen von jungen Autoren des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig, und alle Geschichten haben eins gemeinsam. Der erste Funken ist ein Rundgang durch das Deutsche Fußballmuseum und eine damit verbundene Reise zu den Höhe- und Tiefpunkten der deutschen Fußballhistorie, vom WM-Ball von 1954 bis hin zu Götzes Schuhen von 2014. Wie die Autoren in diesem Band die Tücken von Geschichte & Gegenwart, Herz & Rasen, Papier & Tinte meistern, ist mitreißend und erhellend zugleich.


    Erster Eindruck:

    Ich bin durch einen Zeitungsbericht auf das Buch aufmerksam geworden, und da ich Fußball-Geschichten mag, habe ich zugeschlagen. Bis jetzt bin ich nicht enttäuscht worden. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich, aber allesamt gut geschrieben.


    ASIN/ISBN: 3608504389

    Ich bin normalerweise nicht so leicht für Gedichte zu begeistern, sieht man ab von kurzen Reimen von Heinz Erhardt, Eugen Roth oder James Krüss. Da hat mir wohl die Schule einiges verleidet.

    Trotzdem habe ich mich über "Heldenträume" amüsiert, das ist wirklich gelungen und definitiv nah an der Wirklichkeit.

    Vielleicht sollte ich mal darüber nachdenken, wenn das Forum schon keinen eigenen SWB will, warum dann Perlen vor die Eulen werfen, nett ausgedrückt.

    Wenn ich mich richtig entsinne, dann haben sich Wolke und JaneDoe nicht aus dem Wettbewerb rausgezogen, weil sie ihn nicht mehr haben wollten, sondern weil ihnen persönlich der Aufwand zu viel wurde. Sie haben uns übrigens auch immer unterstützt und tun das auch weiterhin, indem sie zum Beispiel den Startschuss zum neuen Wettbewerb geben, indem sie den Faden mit der Ankündigung eröffnen und Termin und Thema bekanntgeben.


    Aber ich mache keine Doppelanmeldung als Schreibwettbewerb und als Marlowe, mir erscheint das alles als etwas kindisch, besonders von der Administration her.

    Wie oben schon geschrieben, alle, die sich seitdem an der Organisation beteiligen (vielen Dank an der Stelle an breumel , die sich mit Abstand am meisten einbringt) sind in irgendeiner Weise am Wettbewerb beteiligt, zum Teil als Autoren, mindestens aber als Leser, "Punkterichter" und Kommentatoren. Wir waren uns einig, dass wir trotzdem die Geschichten unvoreingenommen lesen, mit Punkten bewerten und kommentieren wollen, also ohne zu dem Zeitpunkt schon zu wissen, von wem sie sind. Das geht eben nur, wenn die Einsendung anonym erfolgt, deshalb der Account "Schreibwettbewerb"; ich fände es schade, wenn Du das zum Anlass nehmen würdest, Dich aus dem Wettbewerb zurückzuziehen.


    Also mir ist das jetzt egal, ich habe den Text an breumel geschickt, stellt ihn rein oder lasst es.

    Das wäre auch mein Vorschlag gewesen, wenn es anders tatsächlich nicht funktioniert hätte. Ich hätte Dir auch angeboten, mir die Geschichte zu schicken, aber breumel ist erfahrungsgemäß länger online als ich.

    Also ich habe etliche Male an SchreibwettbewerbOrg versucht, eine PN zu schicken, wurde aber nicht angenommen, jedes Mal sollte ich den Teilnehmer neu ausfüllen. Also habe ich es wie letztes Mal gemacht, ich hoffe, der Text kam an.

    Das wundert mich. Ich habe gerade nachgeschaut, aber wenn Du Dich in der Liste von heute Mittag nicht wiedererkennst, dann ist Dein Beitrag nicht angekommen. Mit welchem Account hast Du die PN zu schicken versucht, mit Deinem privaten oder mit dem Account "Schreibwettbewerb"? Ich habe gerade noch einen Test gemacht, meine PN ist angekommen.


    Aber ich finde, das Procedere sollte noch mal überdacht werden.

    Bislang haben wir damit keine Probleme feststellen können. Wir haben uns für den Weg entschieden, weil so die Organisatoren auch mitschreiben und Punkte vergeben können, ohne gezwungenermaßen zu sehen, wer welchen Beitrag geschrieben hat.

    Inzwischen sind 3 Beiträge eingegangen. Zur Unterscheidung für den Fall, dass heute noch mehrere Beiträge kommen (was ich mir wünsche) schreibe ich diesmal die Uhrzeit dazu.


    1. Beitrag: Mittwoch 22.01.

    2. Beitrag: Donnerstag 30.01.

    3. Beitrag: Samstag, 01.02. 10:36 Uhr

    Rein zufällig entdeckt Philine gar nicht weit weg von zu Hause einen versteckten und offensichtlich schon seit Jahren nicht mehr genutzten Garten. Der ideale Treffpunkt für sie und ihre Freundinnen! Aber der Garten muss natürlich auch irgendjemandem gehört haben, und über das, was er zurückgelassen hat, stolpern Philine und ihre beste Freundin überall. Neugierig forschen sie nach und decken dabei eine tragische Vorgeschichte auf. Können Philine und Annika diese Geschichte noch zu einem versöhnlichen Abschluss bringen?


    Die Idee zu dieser Geschichte basiert auf dem Foto, das auf dem Cover zu sehen ist. Dieses Foto habe ich bei der Suche nach Material für ein anderes Cover gefunden, den Schlagworten nach müsste es Obstsammlerherz gewesen sein. Damals passte es nicht ganz, aber manche Bilder, die ich aktuell nicht brauchen kann, speichere ich mir trotzdem, und beim Durchsehen dieser Funde fiel mir dann ein, was ich zu diesem Bild schreiben könnte.


    Das Ebook ist bereits an Neujahr erschienen und bei Amazon, ebooks.de, BoD und vielen anderen Anlaufstellen für Ebooks erhältlich. Eine Leseprobe gibt es hier.


    ASIN/ISBN: B082DBWCYP

    Diese Geschichte war eigentlich als Beitrag für den Adventskalender gedacht, ist aber aufgrund technischer Probleme nicht rechtzeitig angekommen. Daher gibt es sie als Nachschlag hier zu lesen.


    In der Woche nach dem ersten Advent hatte Frau Eltzsche ihre 5b gefragt, ob sie Lust hatte, vor Weihnachten zu wichteln. Das bedeutete, dass jeder einem anderen Kind in der Klasse ein kleines Geschenk machen sollte, wobei der Beschenkte nicht erfahren sollte, von wem das Geschenk kam.

    Ella war begeistert gewesen, doch als sie erfuhr, wen sie beschenken sollte, verfinsterte sich ihr Gesicht. „Was ist los?“, fragte ihre Banknachbarin und beste Freundin Anne sofort. „Wen hast du?“ „Anton!“, antwortete Ella flüsternd. „Scheiße, was soll ich dem denn schenken? Der macht doch nichts, wo man was mit anfangen könnte!“

    So ganz unrecht hatte sie nicht, Anton passte irgendwie in kein Schema. Anne wusste auch kaum etwas über ihn, überhaupt hatten die Mädchen in der Klasse wenig mit den Jungen am Hut. Wenn man sie gezwungen hätte, eine Einschätzung abzugeben, dann hätte sie gesagt, dass er wohl ganz in Ordnung war. Aber ihr war auch aufgefallen, dass er kaum je mitmachte, wenn die Jungen in den Pausen Fußball spielten oder zusammenstanden und irgendwas auf ihren Handys guckten. Ella hatte also bestimmt nicht den leichtesten Job gezogen, aber so aufregen musste sie sich deswegen doch auch nicht, oder?

    Doch Ella wollte sich nicht beruhigen, selbst nach Schulschluss, auf dem Weg zum Bus, fing sie wieder damit an. Anne verdrehte die Augen. „Okay“, sagte sie entschlossen, „ehe ich mir das noch länger anhören muss, tauschen wir eben. Hat die Eltzsche zwar verboten, aber bevor du mich noch völlig wahnsinnig machst... Mach du Erik, dann kümmere ich mich um Anton.“

    Ellas Augen leuchteten auf. „Würdest du echt...?“ Anne zuckte mit den Schultern. „Du bist schließlich meine beste Freundin“, antwortete sie. „Und Erik wirst du ja wohl hinkriegen, oder?“, „Der ist doch echt nicht schwer“, grinste Ella, deren Laune in kürzester Zeit um etliche Stufen gestiegen war. „Wenn man’s essen kann, dann ist’s richtig.“ Genau das hatte Anne auch gedacht, Erik naschte gern, und manchmal wunderte sie sich, dass er trotzdem so schlank war. Vielleicht lag es daran, dass er im Ruderverein war, da trainierte er das wohl alles wieder ab. „Hast du schon eine Idee wegen Anton?“, wollte Ella wissen. Anne schüttelte den Kopf. „Irgendwas wird mir schon einfallen“, sagte sie gelassen.


    ***


    Annes Ehrgeiz war geweckt. Wahrscheinlich würde Anton auch nicht nein sagen, wenn er etwas Süßes bekam, Schokolade und vielleicht eins von diesen Weingummis, die wie kleine Hamburger aussahen, oder so, aber das wollte Anne sich aufheben für den Fall, dass ihr wirklich nichts anderes einfiel. Wenn es irgendwie ging, wollte sie etwas Persönlicheres finden, auch wenn sie noch keinen Plan hatte, was das sein könnte.

    Zwei Tage überlegte sie hin und her, aber sie musste sich eingestehen, dass sie einfach viel zu wenig über Anton wusste. Was hatte er für Hobbys? Fußball war wohl nicht so seins, sonst hätte er häufiger mit den anderen Jungs auf dem Schulhof gekickt, denn den Eindruck, dass die ihn nicht mochten und deshalb nicht mitspielen ließen, hatte Anne nicht. Und sonst?

    Sie ging die gängigen Hobbys durch, verschiedene Sportarten, Lesen, Musik, alles, was ihr so einfiel, hauptsächlich, weil irgendwer aus der Klasse oder in ihrem Freundeskreis es machte. Doch nirgendwo klingelte etwas, auch wenn sie Anton das eine oder andere schon zugetraut hätte.

    Es half alles nichts – wenn sie ihm nicht was völlig Unpersönliches schenken wollte, dann musste sie jemanden fragen, der ihn besser kannte. Aber wen? In der Klasse kam wohl am ehesten noch Steve infrage, aber dann würde es tags darauf auch die ganze Klasse wissen. Was dann für Gerüchte die Runde machen würden, konnte Anne sich ausrechnen, das Risiko würde sie nicht eingehen.

    Sie meinte, mal gehört zu haben, dass Anton eine ältere Schwester hatte, aber die war so viel älter, dass sie schon nicht mehr an der Schule war. Selbst wenn sie sich nicht irrte, sie kannte nicht mal den Vornamen und hatte keine Ahnung, wo sie nach ihr suchen sollte. Auch mit wem er außerhalb der Schule befreundet war, wusste sie nicht, also blieben nur zwei Personen, die sie fragen konnte: seine Eltern. Die würden sich auch wundern, dass sie sich so viel Mühe gab, und sich vielleicht ihr Teil dazu denken, aber damit konnte Anne leben. Es war nicht zu erwarten, dass sie in Zukunft öfter mit ihnen zu tun haben würde, und weiterquatschen würden sie hoffentlich nichts. Anne würde sie mahnen, dass sie die Überraschung für Anton nicht kaputtmachen sollten, das mussten sie doch verstehen, oder?


    ***


    Das Herz klopfte wie wild gegen Annes Rippen, als sie sich dem Eingang des Vier-Familien-Hauses näherte, in dem Anton wohnte. Vor mehr als einer Stunde hatte sie sich hundert Meter entfernt an einer Bushaltestelle eingebaut und darauf gewartet, dass Anton das Haus verließ. Das verkratzte Glas des Haltestellenhäuschens hatte sie halbwegs gegen Blicke geschützt, und bei flüchtigem Hinsehen war sie einfach ein Mädchen gewesen, das auf irgendwen wartete und sich die Zeit mit WhatsApp und Zocken vertrieb. Vor fünf Minuten war Anton endlich zur Haustür rausgekommen, mit einer Sporttasche über der Schulter. Das sah ganz so aus, als wollte er zum Training, für welche Sportart auch immer, und wenn es so war, dann würde er wohl in der nächsten Stunde nicht zurückkommen. Das war Zeit genug, denn lange wollte Anne nicht bleiben.

    Es dauerte eine Weile, bis jemand auf ihr Klingeln reagierte. Sie war schon drauf und dran, noch mal den Knopf zu drücken, und befürchtete auch schon, dass Antons Eltern gar nicht da waren, als doch ein Summen ertönte. Anne drückte die Tür auf und stieß sich den Arm, weil der automatische Schließer zu straff eingestellt war. „Oh, hast du dir wehgetan?“, fragte eine Stimme vom ersten Treppenabsatz. Anne schüttelte den Kopf. Das leise „Au!“, das ihr entfahren war, war wirklich eher der Schreck gewesen, richtig wehgetan hatte der Schlag gegen den Ellbogen nicht. „Willst du zu Anton?“, erkundigte sich der Mann, der in einer der Wohnungstüren stand. Anne schätzte ihn auf Ende zwanzig, wenn er Antons Vater war, dann hatte Anton einen sehr jungen Vater.

    Anne nannte ihren Namen und fügte hinzu, dass sie mit Anton in eine Klasse ging. „Ich weiß nicht, ob er erzählt hat, dass wir in der Schule wichteln“, sagte sie dann. „Ich hab ihn gezogen, aber ich weiß nicht, was ich ihm schenken könnte.“

    Antons Vater, wenn er es war, stutzte. „Und deshalb kommst du extra her?“, fragte er dann erstaunt. „Finde ich toll.“ „Haben Sie eine Idee?“, bohrte Anne nach. „Na ja, ich glaube, da fragst du besser seine Mutter“, antwortete der Mann. „Claudi, kommst du mal?“, rief er dann nach hinten in die Wohnung. „Komm doch rein!“, forderte er Anne dann auf.

    Offenbar bemerkte er Annes fragenden Blick und zog daraus auch die richtigen Schlüsse. „Nein, ich bin nicht Antons Vater“, beantwortete er bereitwillig die unausgesprochene Frage. „Antons Eltern sind schon lange getrennt.“ Anne nickte, er war also der neue Freund oder Mann von Antons Mutter, nach dem genauen Verhältnis fragen wollte sie nicht, das ging sie wohl nichts an.

    Antons Mutter konnte nicht verleugnen, dass Anton ihr Sohn war, die Ähnlichkeit war unübersehbar. Auch sie hatte die leichte Stupsnase, die gleichen braunen Augen und das gleiche Rotblond der Haare. „Das ist Anne“, stellte der Mann, der die Tür geöffnet hatte, die Besucherin vor. „Sie braucht einen Rat, was sie Anton schenken könnte, sie hat ihn beim Wichteln in der Schule gezogen.“

    Auch Antons Mutter fand es toll, dass Anne sich dafür die Mühe machte, extra vorbeizukommen. „Lass mich mal überlegen“, bat sie. „Wie viel darf es kosten? Ihr habt doch bestimmt eine Grenze, oder?“ „Fünf Euro“, antwortete Anne wahrheitsgemäß. „Aber wenn es ein bisschen drüber ist, dann ist das okay.“

    „Gar nicht so leicht“, fand Antons Mutter. „Na ja, er ist im Schwimmverein, er hört Hörspiele, Drei Fragezeichen und so, aber die sind ja auch teurer, glaube ich.“ Sie überlegte angestrengt. „Sonst eigentlich nichts Spezielles.“

    Annes Blick war auf das Modell eines Flugzeugs gefallen, das auf einem Regal an der Flurwand stand. „Hat er das gebaut?“, fragte sie spontan. Antons Mutter schaute verwundert in die Richtung, die Anne anzeigte, und nickte dann. „Ja, das macht er öfter. In seinem Zimmer stehen noch mehr davon. Meinst du...?“


    ***


    Völlig unvermittelt stand Anton vor Anne. „Super Idee“, sagte er. „Da hab ich mich echt drüber gefreut.“ Anne stutzte. Woher wusste er, dass das Wichtelgeschenk von ihr kam? Schließlich hatte sie sich extra früh ins Klassenzimmer geschlichen, um ihm das Päckchen hinzulegen, sie war sich ganz sicher, dass niemand sie beobachtet hatte. „Woher weißt du...?“, fragte sie verdutzt. Anton schmunzelte. „Mama und Raoul haben mir erzählt, dass du da warst. Sie waren total geflasht deswegen.“

    Anne konnte nicht verhindern, dass sie rot wurde. „Ich fand’s irgendwie blöd, einfach Buntstifte und eine Tafel Schokolade oder so zu nehmen“, versuchte sie zu erklären. „Aber mir ist einfach nichts eingefallen. Ich meine, wir machen ja sonst nie was zusammen, ich wusste nicht, was du so machst...“ „Schon klar“, nickte Anton. „Ich schätze, ich hätte umgekehrt auch nicht gewusst, was ich dir schenken sollte.“ Er schwieg einen Moment, es schien fast so, als wüsste er nicht, ob er das, was er noch sagen wollte, wirklich aussprechen sollte. „Hast du Lust, dass wir den Flieger zusammen zusammenbauen?“

    Damit hatte Anne nicht gerechnet, und für einen Moment wusste sie nicht, was sie sagen sollte. Sie konnte sich schon denken, was Ella sagen würde, wenn sie es mitbekam, oder was die anderen denken würden. Aber Lust hatte sie schon, ganz bestimmt sogar, und was die anderen dachten – egal, oder? „Gerne“, sagte sie schlicht.