Beiträge von R. Bote

    Klappentext:

    »Was ist das für ein Mensch, der sich in flagranti beim Ehebruch ertappen lässt?«, fragt einer bei einer Gerichtsverhandlung fassungslos. Darauf Cicero: »Ein langsamer.«

    Witzig, sarkastisch, bös bis obszön: von allem hat die Antike etwas zu bieten. Karl-Wilhelm Weeber versammelt Witze, Graffiti, Spottepigramme, Textstellen aus Komödie und Satire sowie Anekdoten. Auch literarische Kabinettstücke von Autoren ersten Ranges sind dabei: Homer und Aristophanes, Horaz, Ovid, Petron und viele mehr. Einführende Texte liefern den nötigen Kontext. Fazit: Der Begriff »Humor« kommt nicht umsonst aus dem Lateinischen.


    Über den Herausgeber (Quelle: Wikipedia):

    Dr. Karl-Wilhelm Weeber (geboren 1950 in Witten) studierte in Bochum und Rom Klassische Philologie, Geschichte, Etrustkologie und Archäologie. Er war Lehrer in Wuppertal und ist Lehrbeauftragter und Honorarprofessor in Bochum und Wuppertal. Seine Veröffentlichungen zur Kulturgeschichte der Antike sollen einem breiten Publikum einen Zugang zu Texten der griechisch-römischen Antike geben und versuchen, einen Bogen von diesen Texten zur Gegenwart zu schlagen.


    Persönlicher Eindruck:

    Humor in der Antike ist eine Sammlung verschiedenster Texte griechischer und römischer Schreiber, die in erster Linie zum Lachen reizen, oft aber auch eine Botschaft vermitteln wollen. Dabei sind bekannte Autoren der Antike wie Horaz und Juvenal genauso vertreten wie weniger bekanntere und der Mann von der Straße, der einen kurzen Sinnspruch an der Wand eines Badehauses hinterlassen hat. Die Texte sind nach verschiedenen Gesichtspunkten - Entstehungszeit, Autor, Art der Darstellung - geordnet, und jeder Abschnitt wird eingeleitet von einer Einordnung der Texte in ihren historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext. Als Leser nimmt man so viel mehr mit als nur ein paar Stellen zum Schmunzeln, das Buch vermittelt genauso Hintergrundwissen über die Zeit.

    Dass nicht alle Texte gleichermaßen den Geschmack jedes Lesers treffen, liegt bei einer solchen Sammlung in der Natur der Sache, und bei dem einen oder anderen habe ich weitergeblättert, weil mir der Stil so gar nicht zusagte. Alles in allem hat Dr. Weeber aber meiner Meinung nach eine gute Auswahl getroffen, die unterhaltsam ein vielschichtiges Bild vermittelt.


    Fazit:

    Auch wenn nicht jeder Text ein Volltreffer ist, eine interessante und gut kommentierte Sammlung schriftlicher Zeugnisse der Antike.

    Flori hat gerade erst ihr Schülerpraktikum im Getränkemarkt begonnen, als der Laden überfallen wird. Zum Glück wird niemand verletzt, aber irgendwas stimmt an der ganzen Sache nicht. Warum gibt der Ladenbesitzer eine völlig falsche Beschreibung des Täters ab? Und wie kommt er auf die Idee, Flori könnte den Täter decken? Niemand scheint Flori ernst zu nehmen, und so muss sie selbst ermitteln...


    Raub in schwarz-bunten Schuhen ist ein Jugendkrimi mit einer fünfzehnjährigen Heldin, die quasi gezwungen wird, sich selbst um ihre Angelegenheiten zu kümmern, weil auf sonst niemanden Verlass ist. Die Geschichte erscheint am 21. Mai als Ebook. Bei Amazon und im BoD-Shop kann schon vorbestellt werden, eine Leseprobe gibt es auf meiner Website.



    Diese Geschichte ist als Beitrag für den letzten Schreibwettbewerb entstanden (Stichwort: "zeitlos"), die E-Mail, mit der ich ihn eingesandt hatte, aber irgendwo versackt. Ich hatte, als es mir aufgefallen ist, versprochen, die Geschichte noch nachzureichen, es dann aber doch verschlafen. Hier ist sie:


    Eigentlich hab ich Tante Thekla kaum gekannt. Genau genommen hat sie wohl niemand aus der Familie richtig gekannt. Sie war eine Schwester meines Großvaters, der schon lange nicht mehr lebt. Sie hatte keine Kinder, und meine Mutter ist die einzige Nichte. Deshalb ist ihr auch die Aufgabe zugefallen, jetzt, wo Tante Thekla gestorben ist, die Wohnung aufzulösen. Ein Mammutprojekt, wenn man nicht alles unbesehen in den Container schmeißen will, und dabei hat Tante Thekla gar nicht mal übermäßig viel Zeug gehortet.

    Mama ist dankbar für jede Hilfe, und genau deshalb hab ich mir heute meine beste Freundin gegriffen, um Sachen zu sortieren. Aktuell ist der üppig gefüllte Kleiderschrank dran; da wird eine ordentliche Fuhre zur Kleiderkammer gehen.

    Es fühlt sich komisch an, wenn man daran denkt, dass die Sachen vor gar nicht allzu langer Zeit von einem Menschen getragen wurden, der jetzt nicht mehr da ist. Ein bisschen komme ich mir vor wie ein Eindringling. Trotzdem kann ich mir nicht verkneifen, mir ein weinrotes Kleid anzuhalten und mir dazu ein buntes Tuch um den Hals zu legen. „Wie seh ich aus?“

    Nicky stutzt kurz, dann pfeift sie anerkennend und lacht. „Wenn du noch einen Strohhut aufsetzt, dann wie eine Dame beim Sonntagsspaziergang in den Zwanzigern“, behauptet sie.

    Einen Strohhut hab ich sogar gesehen, irgendwo oben im Schrank. Während ich ihn herauskrame und meine Kostümierung vervollständige, greift Nicky sich eine geblümte Bluse. „Und?“ „Total 68!“

    Plötzlich sind wir wieder sieben und feiern ein wildes Kostümfest. Damals haben wir das so oft gemacht, mindestens einmal die Woche. Wir wechseln von einer Verkleidung in die andere, posieren und machen ohne Ende Fotos. Ob Tante Thekla was dagegen hätte, dass wir das mit ihren Sachen machen? Ich glaube nicht, eigentlich müsste ihr doch gefallen, dass wir nicht einfach alles achtlos in die mitgebrachten Säcke stopfen, und ein paar hübsche Teile finden auf diese Weise sogar ohne Umweg über die Kleiderkammer einen neuen Liebhaber.

    „Das darfst du echt keinem erzählen!“, behauptet Nicky irgendwann. „Die halten uns ja für komplett bescheuert!“ Dann winkt sie ab und lacht. „Egal, verkleiden geht immer, oder?“

    Ich werde mich jetzt mal weiter durch diese Massen an Papier wühlen, die wir gefunden haben, und die einfach mal nur zuende sortieren. Mein Mann sollte vielleicht doch mal alleine in die Wohnung gehen und sich treiben lassen, wo er denn vielleicht noch nachsehen könnte. Meiner Meinung nach muss er den kompletten Kleiderschrank auseinander nehmen, jede Jacken-/Handtasche nachsehen, jedes gefaltete Wäscheteil auseinander nehmen und wieder falten, nicht das da auch noch etwas ist.


    Habt ihr noch Ideen, wo er nachsehen sollte?

    Da scheint ihr echt schon an die wichtigsten Verstecke gedacht zu haben. Für Kleinkram fällt mir noch der Nähkasten ein. Ansonsten - Dachboden, Keller, Balkon, Garage, Gartenhaus, so vorhanden, habt ihr auf dem Schirm?

    Klappentext:

    Ruhelose Seelen, verfluchte Gemälde, rachsüchtige Tote - Nina Blazon entführt ihre Leser gleich siebenmal an unheilvolle Orte: in einen japanischen Geisterwald, auf ein altes irisches Internatsschloss, an einen dunklen See in Schweden...

    Eine schaurige Geschichtensammlung für Liebhaber von Grusel und Gänsehaut - gespenstisch schön illustriert von Isabel Kreitz.


    Über die Autorin (Quellen: Wikipedia und ninablazon.de):

    Nina Blazon wurde 1969 in Koper (Slowenien) geboren. Sie wuchs in Bayern auf und lebt heute in Baden-Württemberg. Sie studierte Germanistik und Slawistik in Würzburg und war später Lehrbeauftragte in Tübingen und Saarbrücken, arbeitete als Journalistin für verschiedene Zeitungen und als Werbetexterin. Seit 2003 ist sie als Autorin tätig und schreibt Fantasyromane hauptsächlich für Kinder und Jugendliche.


    Persönlicher Eindruck:

    Siebengeschichten ist eine Sammlung von sieben Gruselgeschichten, die an den verschiedensten Orten rund um den Globus spielen. Die Protagonisten sind Kinder und Jugendliche in völlig verschiedenen, aber immer beklemmenden Situationen. Der Schreibstil ist so gewählt, dass man sich gut in die Stimmung einfühlen kann. Dabei kommt Nina Blazon fast ohne Blut aus. Bei einigen Geschichten ahnt man relativ früh, worauf es am Ende ungefähr hinauslaufen wird, andere Geschichten nehmen noch eine überraschende Wendung.


    Fazit:

    Sammlung von Gruselgeschichten, die für fast jeden Geschmack etwas bereithält.

    Klappentext:

    Eine merkwürdige Entdeckung bei der Restaurierung der Sixtinischen Kapelle beunruhigt die Gemüter: Einzelne Bildfelder sind mit Buchstaben versehen, deren Abfolge keinen Sinn ergibt. Auf der Suche nach einer Erklärung stößt Kardinal Jellinek, Präfekt der Glaubenskongregation, in den Geheimarchiven des Vatikans auf ein Dokument, das die Lehre der Kirche in ihren Grundfesten zu erschüttern droht. Ist dies die späte Rache des Michelangelo an Gottes Stellvertreter?


    Über den Autor (Quelle: Wikipedia):

    Philipp Vandenberg, eigentlich Klaus Dieter Hartel, wurde 1941 in Breslau geboren. Er legte das Abitur an einem altsprachlichen Gymnasium ab und studierte Kunstgeschichte und Germanistik. Nach Tätigkeiten für diverse Zeitungen und Zeitschriften ist er seit 1976 unter seinem Künstlernamen als freier Schriftsteller tätig. Seine Schwerpunkte sind archäologische Sachbücher sowie historische und Kriminalromane. Seine Bücher wurden in 34 Sprachen übersetzt. Vandenberg lebt mit seiner Frau in Oberbayern.


    Persönlicher Eindruck:

    Sixtinische Verschwörung ist ein vielschichtiger Kriminalroman vor der Kulisse das Vatikans. Philipp Vandenberg bettet die fiktive Handlung in eine detailliert beschriebene reale Umgebung und historische Ereignisse ein. Dieser Detailreichtum ist, auch wenn es paradox klingt, Stärke und Schwäche des Romans zugleich, Stärke wegen des umfassenden Bildes und der genauen Vorstellung, die er vermittelt, Schwäche, weil es kaum möglich ist, den Überblick zu bewahren.

    Auf den ersten 100 Seiten habe ich mehr als einmal überlegt, abzubrechen. Das hat weniger mit der Handlung zu tun, obwohl die hier auch noch eher gemächlich ist, als vielmehr mit dem Schreibstil. Einerseits schreibt Vandenberg über weite Strecken in der Art eines Sitzungsprotokolls, andererseits überfrachtet er den Text mit italienischen und lateinischen Floskeln und Zitaten. Die werden zwar alle in einem Anhang übersetzt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Leser, der wirklich alles nachschlagen muss, da nicht die Lust verliert. Dass die unzähligen Päpste, die in dem Buch Erwähnung finden, mal mit dem deutschen, mal mit dem italienischen Namen genannt werden, sorgt noch zusätzlich für Verwirrung.

    In der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte dann endlich Fahrt auf. Der Fokus liegt auf der Handlung, der Schreibstil ist ein völlig anderer, der sich hervorragend lesen lässt. Man spürt, dass Kardinal Jellinek der Lösung ganz nah ist, und fiebert mit ihm. Dieser Teil ist, auch mit der überraschenden Wendung, rundum gelungen. Stark ist auch der Abschluss der kurzen Rahmenhandlung.


    Fazit:

    Insgesamt starke Geschichte, aber unglückliche Umsetzung in der ersten Hälfte und für Leser ohne Vorkenntnisse wahrscheinlich kein empfehlenswerter Einstieg.

    Wer von Berufs wegen pendelt, kennt das: Wenn es stürmt, dann wird's mit dem Bahnfahren schon mal schwierig. Genau das Problem hat Emily in meiner neuen Geschichte, die am Karsamstag als Ebook erscheint. Obwohl die Schulleitung den Unterricht früher beendet, eben damit die Schüler noch sicher nach Hause kommen, steht sie im Regen, denn sie hat den weitesten Schulweg von allen, und Züge fahren schon nicht mehr. Durch den Sturm nach Hause zu laufen, kommt nicht in Frage, und ihre Eltern können sie frühestens am späten Nachmittag abholen. Während sie noch überlegt, was sie machen soll, naht Hilfe von unerwarteter Seite, und Emily kann es sich kaum leisten, abzulehnen. Was sie damit wiederum lostritt, steht auf einem anderen Blatt...


    Das Ebook kann bei Amazon und iBooks bereits vorbestellt werden. Vorab reinlesen kann man hier.



    Danke, Michelangelo! Auf der Suche nach dem Sinn der geheimen Botschaft in deinen Fresken renne ich zwischen Sixtinischer Kapelle und den Archiven des Vatikan hin und her. Der erste Schwächeanfall hat mich schon ereilt.


    Klappentext:

    Was wäre, wenn Sie gerichtlich bestellter Gutachter mit dem Auftrag wären, die Verhandlungsfähigkeit eines ehemaligen SS-Mannes festzustellen, der inzwischen hochbetagt ist und in einem Pflegeheim lebt? Wie begegnen Sie diesem Greis, gegen den die Indizienlage erdrückend ist, der Ihnen nun ebenso zerbrechlich und hilflos wie offen und freundlich gegenübersitzt? Spüren Sie die Blicke seiner Opfer im Nacken? Geraten Sie in Versuchung, Ihren Auftrag tendenziös auszuüben, damit eine lange zurückliegende Schuld endlich gerichtlich geahndet werden kann? Werden Sie die Würde jemandes wahren, der die Würde anderer hundertfach und mehr mit Füßen getreten hat? Kurzum: Werden Sie es schaffen, Ihren Auftrag korrekt zu erledigen? Das sind die Fragen, vor denen der Psychologe Auer steht, der Ernst Escher, ehemaligen Scharführer der Waffen-SS, zu begutachten hat.


    Über die Autorin (Quelle: Kirsten Wilczek.com):

    Kirsten Martha Wilczek ist in Viersen geboren, wo sie heute wieder lebt und als Anwältin arbeitet. Sie schreibt neben dem Beruf kurze Kriminalgeschichten. 2008 belegte sie zusammen mit Zsuzsa Bánk und Sabine Trinkaus dem ersten Platz beim Internationalen Kurzgeschichten-Wettbewerb der Stadt Mannheim.


    Persönlicher Eindruck:

    Die Kürze der Geschichte lässt nicht viel Raum, die Figuren zu entwickeln, aber es ist auch nicht nötig, dabei ins Detail zu gehen. Die Handlung, aus der Sicht des Gutachters erzählt, spricht für sich, und es gelingt der Autorin, das Dilemma des Protagonisten gut herauszuarbeiten. Eine Antwort auf die Kernfrage will sie nicht geben, sie überlässt es dem Leser, sich sein Urteil zu bilden. Alles in allem eine gelungene, trotz der Kürze spannende Auseinandersetzung mit einer Frage, die aktuell immer wieder diskutiert wird.


    Fazit:

    Kurze und eindringliche Betrachtung einer aktuellen Frage.

    Band 6 meiner Jugendbuch-Reihe um Sophie und ihre Freundinnen von der Ballfreunde-Mädchenmannschaft steht in den Startlöchern. Diesmal bekommen die Mädchen die Chance, ihr eigenes Hallenfußballturnier in der Halle von Marthas Schule auszurichten. Ein echtes Highlight, gibt es doch in der Umgebung kaum Hallenturniere außer der Stadtmeisterschaft. Weil sie die Halle auch zur Übernachtung nutzen dürfen, können sie die Sache richtig groß aufziehen und auch Mannschaften einladen, die es am Abend nicht mehr nach Hause schaffen würden. Doch als alles vorbereitet ist, bekommt der Schulleiter plötzlich kalte Füße, und die Mädchen müssen schleunigst Lösungen finden, damit nicht alles platzt.


    Die Geschichte erscheint am 15. April als Ebook. Bei Amazon und im BoD-Shop sind schon Vorbestellungen möglich. Eine Leseprobe gibt es an der gewohnten Stelle.

    Inhalt:

    Niko und Klaus, beide zwölf und am Nikolaustag geboren, teilen sich ein Zimmer im Essener Waisenhaus Isenburg. Als scharfsinniges Detektiv-Duo haben sie sich bereits einen Namen gemacht. Deshalb kommt Cornelia aus der Neunten auch zu ihnen, als sie merkt, dass mit ihre Freund Heiner etwas nicht stimmt. Niko und Klaus nehmen die Fährte auf und stoßen auf eine Gang, die offenbar Jugendliche zum Klauen schickt.


    Über den Autor (Quelle: Wikipedia):

    Jo Pestum, eigentlich Johannes Stumpe, wurde 1936 in Essen geboren. Er kam über viele Berufe und Berufungen zur Schriftstellerei, studierte Malerei, absolvierte eine Ausbildung zum Glasmaler und Restaurator, jobbte auf dem Bau, als Barkeeper, als Taucher und als Trucker. Für verschiedene Zeitschriften war er als Karikaturist, Chefredakteur und Verlagslektor tätig. Seine ersten Romane erschienen Ende der sechziger Jahre, seit 1973 ist Jo Pestum freiberuflicher Schriftsteller. Zu seinem Werk gehören Kinder- und Jugendbücher, Krimis, Lyrik, Drehbücher und Hörspiele. Er wurde mehrfach ausgezeichnet. Jo Pestum lebt mittlerweile in Billerbeck im Münsterland.


    Persönlicher Eindruck:

    Die Bücher atmen das Flair der achtziger Jahre im Ruhrgebiet. Die Protagonisten sind zwei typische zwölfjährige Jungs, der Kopf immer voller verrückter Ideen. Teilweise sind sie etwas überzeichnet, besonders im Hinblick auf ihre literarischen und kulinarischen Vorlieben. Beide sind ab und an vorlaut und bedienen sich gern schräger Sprüche. Das Ensemble wird ergänzt durch Charaktere, die jeweils ihre ganz eigene Farbe ins Spiel bringen, wie die Hauspostbotin Spicky, die immer für einen Tipp gut ist, die Squaw, wie die strenge und doch warmherzige Leiterin des Heims genannt wird, und vor allem Ex-Polizist Käpt'n Habakuck als poltriger Erzieher, letzter Halt, wenn es brenzlig wird, und irgendwo auch Vater-Ersatz.

    Es gibt zwei Eigenheiten, die das Buch (bzw. die ganze Reihe) für mich aus anderen Kinderdetektiv-Geschichten aus der gleichen Zeit herausheben. Da ist zunächst einmal das Kinderheim als persönliches Lebensumfeld der Protagonisten, ein Kinderheim mit ganz alltäglichen Herausforderungen und ohne finsteren, heimtückischen Leiter, den Waisenhäuser in Film und Literatur sonst oft haben. Und da ist zum anderen die Normalität der beiden Jungdetektive, die auch mal auf die Nase fallen, weil sie nicht mitkriegen, dass sie beobachtet werden, weil ihnen im entscheidenden Moment die richtige Idee fehlt oder weil sie zu voreilig sind.

    Alles in allem: Spannend, humorvoll, manchmal ein bisschen zum Haareraufen, aber wahrscheinlich eher für Leser, die in den Achtzigern Kind waren.


    Fazit:

    Lesenswerter Kinderkrimi für alle, die (noch mal) zurück in die Achtziger wollen.

    Ich habe als Jugendliche mit Büchern wie "I like you - und du?" angefangen, die sind halb deutsch, halb englisch - das war dann eine richtige altersgerechte Teenagergeschichte, aber eben nicht so kompliziert zu verstehen.

    Ich hab auch überlegt, ob ich sie erwähnen soll. Ich hab viel von Rösler/O'Sullivan gelesen, und Langenscheidt hat da inzwischen ja auch ein breites Sortiment.