Beiträge von Bücherdrache

    Keine Ahnung, aber jetzt, wo du es sagst - bei Postcrossing hat auch mal eine geschrieben, dass sie Decoupage-Kleber verwendet, um ihre Karten zu versiegeln!


    LG, Bella

    Decoupage- oder Serviettenkleber verwende ich beim Basteln auch oft, selbstgemachte Lesezeichen und auch allen möglichen anderen Kram habe ich damit auch schon bearbeitet. Nach dem Trocknen ist der Kleber auch nicht klebrig, sondern wirklich völlig trocken und gibt einen glatten, transparenten, leicht glänzenden und wasserfesten Überzug. Man kann die Sachen danach auch feucht abwischen und auch Regentropfen wären kein Problem. Für geklebte oder gebastelte Karten wäre er super gut geeignet oder auch für solche Collagen, wie du sie machst.


    Bei gezeichneten oder gemalten Sachen ist der Kleber allerdings mit Vorsicht (!) zu genießen und nicht wirklich empfehlenswert. Er ist feucht und relativ flüssig und wird mit einem Pinsel aufgestrichen, das heißt, lose Pigmente und der Abrieb auf dem Papier von zB Bleistift oder Buntstift verwischen durch den flüssigen Leim. Das schmiert man beim Auftragen mit dem Leimpinsel ungewollt kreuz und quer übers Papier.


    Wasserlösliche Filzstifte, Faserschreiber oder Gelschreiber werden durch den Kleber leider auch angelöst und verlaufen, die Striche werden dicker und ausgefranst, dafür taugt er leider gar nicht. Mit Aquarellfarben habe ich ihn noch nicht ausprobiert, aber da die ja auch wasserlöslich sind, wird der Effekt ähnlich sein.


    Für gezeichnete oder gemalte Sachen verwende ich den Kleber als Fixativ auch nicht mehr. Das ist so schade ... da macht man sich die Mühe mit dem Zeichnen und durch den Leimauftrag versaut man sich dann das ganze Teil :(

    Den Anfang fand ich ein wenig schleppend, aber es liest sich richtig gut und jetzt in der zweiten Hälfte ist es auch sehr spannend geworden. Bisher ein wirklich tolles und vor allem auch interessantes Buch. Inzwischen habe ich auch die zugehörige Leserunde entdeckt und schnuppere da immer wieder mal rein.


    Lars Mytting - Die Glocke im See


    Norwegen im Jahr 1880, in einem dunklen und abgeschiedenen Tal: Der junge Pastor Kai Schweigaard hat soeben die kleine Pfarrei mit der 700 Jahre alten Stabkirche übernommen. Die würde er gerne abreißen und durch eine modernere, größere Kirche ersetzen. Die Kunstakademie in Dresden schickt ihren begabten Architekturstudenten Gerhard Schönauer, der den Abtransport der Kirche nach Dresden und ihren Wiederaufbau dort überwachen soll.

    Doch die junge und wissbegierige Astrid rebelliert gegen diese Pläne. Mit der Kirche würden auch die beiden Glocken verschwinden, die einer ihrer Vorfahren gestiftet hat. Man sagt ihnen übernatürliche Kräfte nach und dass sie von selbst läuten, wenn ein Unglück bevorsteht. Astrid verliebt sich in diesen Gerhard – und muss sich entscheiden. Wählt sie die Heimat und den Pfarrer? Oder entscheidet sie sich für den Aufbruch in eine ungewisse Zukunft in Deutschland? Da hört sie auf einmal die Glocken läuten ...


    ASIN/ISBN: 3458364757

    Ich habe das jetzt ein paar mal in Videos gesehen, dass Verdünner zum verblenden benutzt wird. Ich selber habe bisher nur den Full Blender von Caran d´Ache benutzt. Daher bin ich an Erfahrungsberichten sehr interessiert. Ob das gut klappt, worauf man achten sollte, etc.

    ASIN/ISBN: B006FXBPQO

    Oh, hier wäre ich ebenfalls sehr an Erfahrungsberichten interessiert. Es wäre schön, wenn jemand, der das schon mal ausprobiert hat, etwas darüber erzählen könnte :)

    Ich kenne zwar aus der Ölmalerei jede Menge Malmittel und vom Bleistiftzeichnen her diese Estompen/Wischer für Verläufe und Überblendungen, aber dass es so etwas auch für Buntstifte gibt, wusste ich bislang noch gar nicht, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. Das klingt auf jeden Fall sehr interessant und damit kann man bestimmt viele tolle Effekte erreichen.

    James Herriot; Alles für die Katz; 2,0

    Margery Sharp; Die Abenteuer der Cluny Brown; 1,8

    Mechtild Borrmann; Mitten in der Stadt; 1,5

    Eva Ibbotson; Das Lied eines Sommers; 1,8

    Thomas Sautner; Fuchserde; 1,0; Monatshighlight

    Andrea Carter; Die kalten Wasser von Donegal; 3,0

    Dana Graham; Ein Centurio zum Verlieben; 1,5

    Joan Aiken; Der Schmuck der Lady Catherine; 2,0

    Ben Aaronovitch; Der Oktobermann; 2,2

    Lucy Foley; Die Stunde der Liebenden; 2,0

    Robert Galbraith; Der Ruf des Kuckucks - Cormoran Strike 1; 1,8

    Melanie George; Im Meer der Versuchung; 4,5

    Britta Sabbag; Love Show - Ist deine Liebe echt?; 2,5

    Monika Bittl; Das Fossil; 2,3

    Robert Galbraith; Der Seidenspinner - Cormoran Strike 2; 1,6

    Also, ich hab's mir heute gekauft - jetzt gibt es kein Zurück mehr :)


    Eigentlich wollte ich ja nur nachgucken, ob meine örtliche Buchhandlung hier tatsächlich offen hat. Sie hat. Und sie hatte prompt dieses Buch im Regal bei den aktuellen Spiegel-Bestsellern stehen. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen :-]


    Den Oktobermann habe ich inzwischen auch gelesen, aber der hat mich unerwarteterweise sehr zwiegespalten zurückgelassen :gruebel

    Fundstück aus dem Bücherschrank...

    Stifters Werke 1-2 :lache

    Na, so kommen die auch noch zu Ehren ^^


    Ich überlege gerade so ... auf diese Art könnte man sicher auch schöne Lesezeichen basteln, man müsste diese Tags/Anhänger einfach nur ein wenig verlängern und mit buchrelevanten Sprüchen statt mit Geburtstagsgrüßen schmücken, hm ... :gruebel

    Ich fühle mich gerade so angefixt ... :lache

    Ich habe nach dem Heimkommen noch ein paar Anhänger zur Entspannung gebastelt... Wenig kreativ, aber zum runter kommen passt es...


    Sowas finde ich auch immer super, weil man aus jedem noch so kleinen Schnipsel noch etwas Schönes machen kann. Und gerade sowas ist doch kreativ, wenn man Material verwendet, das andere vielleicht wegwerfen würden, und daraus noch etwas Sinnvolles zaubern kann :thumbup:


    Was sind denn das für altertümliche Buchseiten, die du da verwendest - du wirst doch hoffentlich nicht eine schöne Klassikersammlung gefleddert haben? :grin

    Wie schön, da freu ich mich einfach mal mit dir. :)


    Ich hab in letzter Zeit gar keine Gelegenheit, etwas mit Zufallsdetektor auszusuchen, irgendwie sind die nächsten Wochen lesetechnisch schon voll verplant. :rofl

    Jaja, Leselisten schreiben und vorausplanen, das mache ich auch oft - nur um spätestens nach drei Büchern doch wieder alles über den Haufen zu schmeißen :lache


    Aber manchmal packt's mich auch und ich geh' voll krasses Risiko und ziehe völlig blind aus dem SuB. Allein schon dieser Adrenalinrausch bei der Frage, was man diesmal wieder an ollen Schrankleichen erwischt hat - Hammer! :[:grin



    Als Gott noch nicht die Menschen und die Menschen noch nicht Gott erschaffen hatten, kam ich zwischen lärmenden Dinosauriern auf die Welt. Damals umkreiste ein zweiter Trabant die Erde, der Kontinent Nordamerika trennte sich gerade von Europa, und nirgendwo hier in Bayern zeigten sich auch nur ansatzweise Alpen, vielmehr lebte ich am Meer mit traumhaften Stränden, palmenartigen Farnen und dem Jahrhundertfeuerwerk eines implodierenden Gestirns. Mein Vater und meine Mutter, Echsenbeckendinosaurier, hatten mit mir als Erstgeborenem meiner Art ganz besonders hochtrabende Pläne, was aber leider zu meinem frühen Ableben führte.

    Da ich gestern nicht so recht wusste, welches Buch ich als nächstes lesen möchte, habe ich kurzerhand wieder den Zufallsgenerator befragt. Der schlug dieses hier aus dem SuB vor, und es liest sich auch schon ganz gut an:


    Monika Bittl - Das Fossil


    ASIN/ISBN: 3426305569


    Bestsellerautorin Monika Bittl (" Ich hatte mich jünger in Erinnerung", "Die Expedition") entwirft in ihrem Roman "Das Fossil" ein großartiges Panorama unserer Geschichte. Anhand der großen und kleinen Dramen einer Familie, die im Altmühltal lebt, zeichnet die erfolgreiche Schriftstellerin und Drehbuchautorin ("Sau sticht") die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen der letzten hundertfünfzig Jahre nach.

    Vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, vom bayerischen Dorf im Altmühltal bis nach Berlin: fünf Lebensläufe, die bestimmt sind von einem spektakulären Fund, dem Abdruck eines Archaeopteryx, der zu einem gut gehüteten Familiengeheimnis wird.

    Die verträumte Babette ist die Erste, die mit dem Abdruck eines Archeaopteryx in Berührung kommt. Sie erlebt hautnah mit, wie dieser Fund den Blick auf die Entwicklung der Menschen verändert. Für die Wissenschaft ist die Entdeckung des Fossils ein riesiger Erfolg; Babette allerdings bringt der eigenartige Vogel nur Unglück. Sie glaubt, dass auf dem Fossil ein Fluch liegt und vergräbt die Steinplatte im Garten. Die Geschichte der auf sie folgenden Generationen gibt ihr Recht: Jeder, der das Fossil zur eigenen Bereicherung einsetzen will, wird vom Schicksal bestraft.


    Bis auf das allererste gezogene Buch, das mir überhaupt nicht gefallen hat, fand ich alle anderen, die ich bis jetzt per Zufallsgenerator aus dem SuB befreit habe, richtig gut und habe sie auch alle sehr gerne gelesen. Wer weiß, wann ich mir die ansonsten vorgenommen hätte oder ob überhaupt. Ich freue mich gerade total über den Thread und all diese schönen Buchentdeckungen, die mir sonst vielleicht entgangen wären <3



    Zieh-Blind-Liste 2021:

    Kurt Bartsch ~ Fanny Holzbein (aussortiert) ++

    Paul Kidd ~ Die Maus von Kerbridge ++++

    Brigitte Melzer ~ Whisper - Königin der Diebe +++++

    Larissa Brown ~ Feuer und Wind +++++

    Betsy Tobin ~ Das Beinhaus ++++

    Eva Ibbotson ~ Das Lied eines Sommers +++++

    Thomas Sautner ~ Fuchserde +++++

    Monika Bittl ~ Das Fossil

    Mein nächstes Buch wird mal wieder eins für den Alt-SuB-Abbau sein. Aus der Liste habe ich jetzt das hier ausgesucht, das ich heute abend anfangen will:


    Lucy Foley - Die Stunde der Liebenden


    ASIN/ISBN: 3458361790


    01. Thomas Thiemeyer - Nebra (begonnen 25.02.21)

    02. P. M. Carlsen - Miss Mooney

    03. T. H. White - Der König auf Camelot (begonnen 27.01.21)

    04. Lucy Foley - Die Stunde der Liebenden (begonnen am 15.03.21)

    05. Lone Theils - Die Mädchen von der Englandfähre

    06. Ursula K. LeGuin - Die wilde Gabe

    07. Lucinda Riley - Das Orchideenhaus

    08. Willy Russell - Der Fliegenfänger

    09. Preston/Child - Mount Dragon

    10. Eve Houston - Unter den Dächern von Prior's Ford (begonnen 15.01.21)

    11. Marianne Macdonald - Tod zwischen den Zeilen (begonnen 03.01.21)

    12. Anette Kannenberg - Das Mondmalheur


    Kristen Britain - Grüner Reiter:

    1. Der magische Reiter

    2. Die Botin des Königs

    3. Der schwarze Thron

    4. Der Pfad der Schatten


    Philip Pullman - Sally Lockhart:

    1. Der Rubin im Rauch

    2. Der Schatten im Norden

    3. Der Tiger im Brunnen

    4. Das Banner des roten Adlers

    Mir war mal wieder nach einem kleinen Ausflug ins Austen-Land, deswegen habe ich gestern dieses Buch angefangen, das einige Jahre nach den Ereignissen aus Stolz und Vorurteil spielt. Ich bin noch nicht sehr weit, aber die Lady Catherine de Bourgh dieses Romans mag ich jetzt schon, die hat mir auch schon so manches Grinsen beschert, weil sie so herrlich arrogant und dünkelhaft geschrieben ist ^^


    ASIN/ISBN: 3257062834


    Joan Aiken - Der Schmuck der Lady Catherine


    Lady Catherine de Bourgh und ihre noch unverheiratete Tochter Anne genießen den Frieden auf ihrem herrschaftlichen Landgut Rosings Park. Aber die Ruhe trügt: ein Schneesturm, eine Entführung, Lösegeld und ein versuchter Raub versetzen bald alle Welt in Aufregung.

    Doch zunächst kommt unerwarteter Besuch: der schillernde Charakter Ralph Delaval und seine durchtriebene Schwester Priscilla nisten sich in Rosings Park ein und erschmeicheln sich die Gunst von Lady Catherine. Mit welchen Absichten? Auch Lady Catherines eigenbrötlerischer Bruder, Lord Luke Sherbrine, und ihr unvermählter Neffe, Colonel Fitzwilliam, sind zu Gast und verfolgen geheime Ziele. Unterdessen gewinnt die junge Anne de Bourgh Freunde, die ebenso faszinierend wie nicht standesgemäß sind ...

    Thomas Sautner - Fuchserde


    ASIN/ISBN: 3746623782


    ISBN-10 : 3746623782

    ISBN-13 : 978-3746623788

    Aufbau Taschenbuch Verlag

    2008

    224 Seiten



    Inhalt:


    Schon seit ihrer Kindheit ist Frida der charismatische Mittelpunkt einer großen Familie. Angstlos nach dem frühen Tod ihrer Mutter, sorgt sie mit ihrer ungezähmten Art für Kopfschütteln bei den Bewohnern des kleinen Dorfes, in dem sie lebt. Kein Mann ist ihr recht, und kein Mann kann ihr widerstehen.


    Frida ist eine Jenische, Angehörige eines beinahe in Vergessenheit geratenen fahrenden Volkes. Über Generationen hinweg haben ihre Vorfahren schon im »Biberling«, den kalten Monaten, ihre einfachen Hütten bewohnt, um dann im »Hitzling«, in dem die Sonne zunehmend an Kraft gewinnt, wieder mit ihren Pferdewagen loszuziehen. Es ist ein rau-romantisches Leben, das Frida und die Ihren führen, mit dem Sternenhimmel als Dach, geheimnisvollen Geschichten am Feuerplatz und einer Sprache, die den Sesshaften Rätsel aufgibt. Ihren Lebensunterhalt verdienen die Fahrenden noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts als Scherenschleifer, Besenbinder, Pfannenflicker, als Wahrsagerinnen oder als Kräuterfrauen. Sie fühlen sich frei wie der Wind.


    Die Machtergreifung der Nationalsozialisten aber setzt eine dramatische Zäsur im Leben der Familie, die versucht, der Vernichtung zu entrinnen: mit Hilfe uralten Wissens, schier waghalsigem Humor und unbändiger Kraft. Thomas Sautner erzählt die Geschichte zweier Familien, deren Schicksale durch die Liebe ihrer Kinder miteinander verknüpft werden und deren Alltag vom tiefen Verstehen der Natur geprägt ist, von wunderbaren Weisheiten und vom Leben mit den Jahreszeiten. Das nördliche Waldviertel, mystisch-schön mit seinen ausgedehnten Wäldern, dunklen Teichen, tiefen Mooren und den Jahrmillionen alten markanten Restlingen aus Granit ist dabei mehr als bloß der Schauplatz eines großen Familienromans.



    Meine Meinung/Eindrücke:


    Bevor ich das Buch aufgeschlagen habe, wusste ich gar nichts über die Jenischen, das Volk, dessen Geschichte hier über mehrere Generationen hinweg erzählt wird. Mir war der Name kein Begriff, und auch mein Wissen generell über die fahrenden Völker Europas war bestenfalls ein sehr lückenhaftes. Das hat sich nun geändert, auch dank des Autors, der es mit viel Sachverstand und Einfühlungsvermögen schafft, dem Leser die Jenischen und ihre Lebensweise nahezubringen, so dass man mitfühlt und mitfiebert und unglaublich viel Sympathie für diese ausgegrenzten und verfolgten Menschen entwickelt. Man möchte ihnen begegnen, sie kennenlernen, mehr über sie erfahren und von ihnen lernen. Das Buch steckt so voller Weisheit und Schönheit, Magie und Humor, voller Liebe zur Natur, voller wunderbarer Sätze, von denen ich mir auch einige aufgeschrieben habe.


    Aber es hat auch einige grausame Passagen, die mich ganz schön geschockt haben, vor allem weil sie so unvermittelt und ohne Vorwarnung kommen. Die sind gar nicht reißerisch oder blutrünstig beschrieben, sondern fast beiläufig und in einem so klaren und sachlichen Ton, dass ich die Stellen zweimal lesen musste, bis es wirklich zu mir durchgedrungen ist, was da gerade Grausames und Schreckliches passiert. Was diesen Menschen - wie so vielen anderen Verfolgten und Verfemten in der Zeit der Naziherrschaft - angetan wurde, welches Leid und welch grausame Behandlung sie oft erdulden mussten, das ist auch für mich als Leser nur schwer zu ertragen gewesen.


    Trotz aller schönen und humorvollen Passagen ist das Buch wirklich keine leichte Kost. Es hat mich sehr bewegt und berührt, und ich habe am Schluss tiefes Mitgefühl für dieses Volk verspürt und Bedauern darüber, dass ihre Kultur nahezu untergegangen ist.


    Auch die Erzählweise fand ich toll. Das Gerüst der Geschichte ist eine Art mündliche Wissensweitergabe und Überlieferung: Lois, der Urahn und Ältester dieser jenischen Sippe, erzählt seinem (recht ahnungslosen) Urenkel die gesamte Familiengeschichte, vermittelt ihm jenische Weisheiten und klärt ihn über die Bräuche und Traditionen seines Volkes auf - und mit ihm auch gleichzeitig den unbedarften Leser. In dieses Gespräch zwischen Ältestem und Jüngstem eingebettet wird die spannende und abwechslungsreiche Handlung, über mehrere Generationen hinweg erzählt. Dazu gibt es im Buch verstreut auch kurze Passagen in Kursivschrift, die zum jeweiligen Kapitel sachliche Infos liefern und die Handlung in geschichtlichen Kontext stellen, so dass man als Leser immer versteht, worum es geht, und welchen Stand dieses fahrende Volk gerade in der erzählten Epoche hat, vor allem dann während des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges.


    Das Buch ist eine ausgewogene Mischung aus Wissensvermittlung und mitreißender, bewegender Geschichte, die mich völlig in ihren Bann gezogen hat. Fuchserde war für mich eine wirkliche Bereicherung und hat mich sehr berührt. Selbst jetzt noch, Tage nach dem Fertiglesen, klingt es nach, und ich bin in Gedanken noch immer bei den Figuren und ihrem Schicksal.


    Bei Wikipedia gibt es auch einen sehr langen und ausführlichen Artikel zu den Jenischen, da finden sich noch viele interessante Fakten und einige Bilder, so dass man sich eingehend informieren kann.

    vev Sidonie

    Bevor ich das Buch gelesen habe, wusste ich auch nichts über die Jenischen. Mir war das, wie Sidonie, absolut kein Begriff. Aber der Autor versteht es wirklich sehr gut, einem dieses Volk und seine Lebensweise nahezubringen, so dass man mitfühlt und mitfiebert und unglaublich viel Sympathie für diese ausgegrenzten und verfolgten Menschen entwickelt, sogar so etwas wie Liebe, zumindest ging es mir beim Lesen so. Man möchte ihnen begegnen, sie kennenlernen, mehr über sie erfahren und von ihnen lernen. Das Buch steckt so voller Weisheit und Schönheit und Magie, voller Liebe zur Natur, voller wunderbarer Sätze, von denen ich mir auch einige aufgeschrieben habe.


    Aber es hat auch einige grausame Passagen, die mich ganz schön geschockt haben, vor allem weil sie so unvermittelt und ohne Vorwarnung kommen. Die sind gar nicht reißerisch oder blutrünstig beschrieben, sondern fast beiläufig und in einem so klaren und sachlichen Ton, dass ich die Stellen zweimal lesen musste, bis es wirklich zu mir durchgedrungen ist, was da gerade Grausames und Schreckliches passiert.

    Das Buch bewegt und berührt einen, und ich habe am Schluss tiefes MItgefühl und Bedauern darüber gespürt, welches Leid diesen Menschen angetan wurde und dass ihre Kultur nahezu untergegangen ist.

    Trotz aller schönen und leichten und humorvollen Passagen ist das Buch wirklich keine leichte Kost.


    Auch die Erzählweise fand ich toll. Da wird eine spannende und abwechslungsreiche Handlung über mehrere Generationen hinweg erzählt, und dazwischen gibt es immer wieder Passagen, in denen der Älteste dieser jenischen Sippe seinem (recht ahnungslosen) Urenkel von der Geschichte und den Bräuchen seines Volkes erzählt - und sie somit auch unterhaltsam dem ahnungslosen Leser vermittelt. Dazu gibt es im Buch verstreut auch kurze Passagen in Kursivschrift, die zum jeweiligen Kapitel sachliche Infos liefern und die Handlung in geschichtlichen Kontext stellen, so dass man als Leser immer versteht, worum es geht, und welchen Stand dieses fahrende Volk gerade in der erzählten Epoche hat, vor allem dann während des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges.

    Bei Wikipedia gibt es auch einen sehr langen und ausführlichen Artikel zu den Jenischen, da finden sich noch viele interessante Infos.


    Das Buch war für mich eine wirkliche Bereicherung und hat mich sehr bewegt. Selbst jetzt noch, Tage nach dem Fertiglesen, klingt es noch nach und ich bin in Gedanken noch immer bei den Figuren.


    Hm, ich sehe gerade, dass es zu dem Buch noch gar keine Rezension gibt, vielleicht kann ich dafür den Text hier ein bisschen zurechtbasteln und einstellen :gruebel