Stars – stars – stars
von Hati
„Sterne sind gigantische, leuchtende Gasbälle, die durch Kernfusion Energie erzeugen. Sie entstehen aus kosmischen Gaswolken und können Milliarden Jahre bestehen. Ihre Farben reichen von kühlem rot bis heißem blau. Damit ist die heutige Stunde beendet.“
Er wartete bis alle Schülerinnen und Schüler aus dem Raum gegangen waren, erst dann begann er seine Aktentasche zu packen. Als er damit fertig war, nahm er die Lesebrille von der Nase und verstaute sie. Danach zog er die Krawatte aus und öffnete durchatmend die obersten Knöpfe seines Hemdes.
Klick.
Die Tür wurde abgeschlossen und er sah zu dem dunkelhäutigen jungen Mann in Skaterklamotten. „Der Unterricht ist beendet“, kam der herrische Befehl wie von allein aus seinem Mund. „Wer wird denn gleich so laut werden? Wir hatten doch eine Abmachung, wer hier gegenüber wem bestimmt werden darf.“
Die blauen Augen des Lehrers folgten seinem Schüler durch den Raum, wie er die Jalousien herunterließ, die Außenwelt aussperrte.
Blau hatte heiß bedeutet, oder? Er hat heiße Augen, das ist sowas von wahr und diese ernste Pose, wow. Wie die das schaffen, dass man sieht, wie muskulös er ist, obwohl er was anhat.
Elf Minuten dauerte es bis die Rollen gedreht waren.
Der Lehrer lag nun wie ein gefesselter Seestern auf dem Bauch auf dem Schreibtisch. Der Protest war in seinen Augen weiter lesbar, aber er war stumm, ruhig gehalten von einem aufgepumpten Knebel. Ratsch. Der Klang war laut, als dem Lehrer das Hemd zerschnitten wurde. Seine Rückenhaut war komplett bedeckt von Tattoos. Fichtenwald, Nebel und ein Wolfskopf, der nach Mond und Sternen biss.
Der Wolf, der den Mond über den Sternenhimmel jagt. Ich liebe nordische Mythologie. Das Tattoo ist so sexy. Ich stöhne, beiße mir in die Lippen, damit man es nicht hört.
Dunkle Finger streichelten über den Kopf des Wolfes langsam nach unten, wanderten durch den Wald abwärts und kamen am Rand der Hose zum Halt.
Mir ist jetzt schon heiß und es lief bislang doch nur die Ankündigung des sexuellen Akts.
45 Sekunden später war der Po des Lehrers entblößt und zwei Hände spreizten ihn auseinander. Das Spucken war wieder beinahe laut, dann kam das erste Mal eine Volltotale auf die Erektion. Ein Kondom glitt herüber. „Du gehörst heute mir“, raunte die Stimme des Schülers und klang nun auch deutlich älter als im spielerischen Tonfall. Mit einem Ruck schob er sich in seinen Lehrer und nahm direkt einen unbarmherzigen harten Rhythmus auf.
Ich rutsche auf dem Stuhl umher, oh Gott, ich zerfließe wirklich. Danke an mein planerisches Hirn, dass ich einen Slip mit extra saugfähiger Binde unter schwarzer Jeans und lila Pullover gewählt hatte.
Der Sex dauerte ganze neun Minuten und hatte mehrere Orgasmen bedeutet, dann wurde der Lehrer befreit und das Bild auf der Leinwand kurz dunkel, ehe der Abspann begann.
Mir ist immer noch heiß.
Als nach dem Abspann das Licht wieder ansprang, betraten beide Darsteller die Bühne. Der Schüler hatte Applaus bekommen, beim Lehrer war der Saal ausgerastet.
Ich auch.
Es dauerte sieben Minuten bis genug Ruhe im Saal war, um Fragen an die Darsteller zuzulassen.
„Daniel, wie war das mit einem Star wie Gordon zu drehen?“ Die Frage kam von einem jungen Mann. „Das ist, als würde ich Sie fragen, wie das ist, mit Tom Cruise ein Picknick zu haben. Es ist Wahnsinn! Er ist ein toller Lehrer!“
Doppeldeutig, clever.
Eine halbe Stunde später war der Trubel vorbei.
Gordon lehnte mit dem Hintern am Interviewtisch. Eine Frau in schwarz und lila stand direkt vor ihm.
„Hallo Schatz“, raunte er und küsste sie, spürte ihre Hände auf den Sternen am Rücken.
„Jetzt bist du ein Weltstar.“
„Übertreib nicht, Sternchen.“