Beiträge von melancholy

    Also momentan läufts ganz gut. Ich hab mir seit Jahresbeginn nur ein einziges Buch gekauft. Gebraucht um 3 Euro. Zum Geburtstag sind dann noch 5 dazugekommen, aber die habe ich mir auch ausdrücklich gewünscht und die werden nicht lange am Sub bleiben, denke ich.
    Warum ich mir kaum noch Bücher kaufe, liegt erstens daran, dass ich ja einen recht beachtlichen SUB habe (den ich immer noch nicht gezählt hab) und dass, ganz abgesehen davon, mein Eltern zu Hause ja auch Unmengen von Büchern haben, von denen ich nur einen Bruchteil gelesen habe und die ich mir jederzeit ausleihen kann. Zweitens kommt dazu, dass es mir momentan schlichtweg an Geld fehlt und ich schon genug Bücher für die Uni kaufen muss. Meine Dozenten sehen das nämlich ein wenig anders... die finden es ganz notwendig, dass wir ihre firsch publizierten "Werke" kaufen, die dann natürlich auch prüfungsrelevant sind. Und weil sie ja noch so frisch sind, gibt es sie noch nicht mal in der Uni-Bib... oder höchstens 3-4 Exemplare. Jaja, die wissen schon, wie sie ihre Bücher vermarkten können :rolleyes

    Nr. 5



    "Everything is Illuminated" von Jonathan Safran Foer


    This is the story of a young man who visits the Ukraine to find the woman who saved his grandfather from the Nazis. In turns hilarious and harrowing, lit with a manic energy, it is narrated in part by a Ukranian translator, who has a murderous approach to the English language, and in part by the young man, who reanimates the lives of his grandfather and ancestors. Eventually the past meets the present, as fiction collides with reality in an unforgettable climax. With breathtaking inventiveness and narrative control, Jonathan Safran Foer has written a book about searching - for people and places that no longer exist, for a lost history - that reaches heights of comic mayhem and heartrending tragedy in equal measure.
    (Quelle: amazon.de)

    Nr. 3



    "Fortunas Tochter" von Isabel Allende


    Klappentext


    Eliza Sommers, eine der vielschichtigsten und modernsten Frauengestalten in Allendes bisherigem Werk, geht einen abenteuerlichen Weg: Als chilenisches Findelkind in der Obhut einer englischen Familie in Valparaíso aufgewachsen, bricht sie, kaum 17jährig, aus dieser wohlbehüteten Welt aus und stürzt sich auf die Suche nach ihrem Geliebten in die Wirren des kalifornischen Goldrauschs.

    Nr. 2



    "Wilde Schwäne" von Jung Chang


    Von der Kaiserzeit bis zu den Ereignissen am Platz des Himmlischen Friedens 1989 erzählt Jung Chang die spannungsgeladene Geschichte dreier Frauengenerationen aus dem China des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen die Großmutter und die Mutter der Autorin sowie Jung Chang selbst. Ihre Porträts vermitteln einen Eindruck der kommunistischen Revolution von R Mao Zedong, die China in die Moderne führte.
    Inhalt: Yu-fang, die Großmutter der Autorin, wird 1924 im Alter von 15 Jahren als Opfer ihres machthungrigen Vaters dem Polizeichef der Zentralregierung in Peking als Konkubine anvertraut, was ihrem Vater eine Beförderung ermöglichte. Bao Quin, die Mutter von Jung Chang, 1931 geboren, schließt sich als junge Frau den Kommunisten im Kampf gegen die sozialrevolutionäre Guomindang-Bewegung an und heiratet Ende der 1940er Jahre einen hohen Revolutionär. Beide werden Opfer der zahlreichen politischen Reinigungskampagnen. Die Geschichte ihrer eigenen Jugend schildert Jung Chang im Spannungsverhältnis zwischen Tradition, Kommunismus und Moderne. So berichtet sie unter anderem über das chinesische Schulsystem der Mao-Ära, den Beginn der Kulturrevolution, die Aktionen der Roten Garden, die Infrastruktur des von innenpolitischen Machtkämpfen erschütterten Landes, aber auch über das alltägliche Leben, die medizinische Versorgung der Landbevölkerung sowie die allmählich sich vollziehende Demokratiebewegung nach Maos Tod. Ihre Erlebnisse veranschaulichen den chinesischen Alltag und versetzen den Leser in die Lage, politische und soziale Zusammenhänge in der Entwicklung des Landes nachvollziehen zu können.
    (Quelle: amazon.de)

    Nachdem ich weder zu Weihnachten noch letztes Jahr zum Geburtstag auch nur ein Buch geschenkt bekommen hatte, habe ich mir zu diesem Geburtstag gleich ein paar gewünscht und auch bekommen :-)




    Nr. 1


    "1Q84" (Bd 1&2) von Haruki Murakami


    Aomame ist knapp 30, Geschäftsfrau und auf dem Weg zu einem wichtigen Termin. Zu Beginn von Haruki Murakamis Roman 1Q84 sitzt sie in einem Taxi auf der Tokioter Stadtautobahn im Stau. Im Radio läuft eine Sinfonie, die ihr merkwürdiger Weise bekannt vorkommt, und merkwürdig ist auch der Rat, den der nicht minder merkwürdige Taxifahrer ihr mit auf den Weg gibt: Um nicht zu spät zu kommen, solle sie doch einfach aussteigen und verbotenerweise über eine Wendeltreppe die Hochstraße verlassen. Aomame folgt dem Rat – und findet sich plötzlich in einem Paralleluniversum wieder, in dem sie brutale Männer mordet und in dem zwei Monde am Himmel stehen. Aus 1984 ist das Jahr 1Q84 geworden.
    Tengo, 30, ist die zweite Hauptfigur in Murakamis Roman. Er ist Mathematiklehrer und ein erfolgloser Schriftsteller, der plötzlich den Auftrag erhält, das Buch einer jungen Autorin mit dem seltsamen Titel Die Puppe aus Luft literarisch so zu manipulieren, dass es einen Literaturpreis erhält. Im Buch ist von rätselhaften Wesen (den „Little People“) die Rede, die es wirklich zu geben scheint – und die mit einer gewalttätigen Sekte zu tun haben, deren Führer wiederum Aomame töten will.
    Vieles hängt zusammen in Murakamis 1Q84 - schon allein deshalb, weil Aomame und Tengo jeweils die große Liebe des anderen waren, bevor sie sich aus den Augen verloren haben. Und vieles driftet immer wieder auseinander. Aber das stört den Leser kaum. Denn eigentlich ist 1Q84 vor allem eins: ein echter Murakami, verstörend, brillant komponiert und trotz seiner über tausend Seiten über weite Strecken absolut faszinierend zu lesen.
    (Quelle: amazon.de)

    Vielen, vielen Dank ihr lieben Eulen für die ganzen Geburtstagswünsche! :knuddel1 :kiss :knuddel :anbet


    Hatte einen feinen Tag, und das, obwohl gerade an meinem Geburtstag das neue Semester losgegangen ist (aber zum Glück hatt ich da noch keine Lehrveranstaltungen :grin).

    Guten Abend :wave


    Bin dieses Wochenende kaum zum Lesen gekommen. Nicht, weil ich so viel zu tun gehabt hätte, aber irgendwie hatte ich nie die Ruhe dazu...


    Werd heute noch ein bisschen in "Schiffbruch mit Tiger" weiterlesen.




    Zitat

    Original von Dreamchen
    Jessa ich les auch immer die Bücher bevor ich mir die Verfilmung ansehe .. ich will mir ja das Bucherlebnis nicht kaputt machen. Außerdem hat sowieso jeder seine eigenen Bilder grad von den Personen im Kopf .



    Komisch, ich mag es eigentlich lieber umgekehrt. Früher fand ich es auch immer besser, zuerst das Buch zu lesen. Aber ich hab festgestellt, dass es besser ist, wenn ich den Film zuerst sehe. Wenn das Buch gut ist, wird es meiner Lesefreude keinen Abbruch tun, wenn ich die Verfilmung schon kenne. Im Gegenteil, ich kann mich dann mehr auf das Geschehen und die Sprache konzentrieren, weil ich nicht möglichst schnell herausfinden muss, wie es weiter geht (das weiß ich dann ja schon). Wenn ich allerdings das Buch zuerst lese und dann den Film sehe, bin ich meistens ein wenig enttäuscht vom Film, weil er eben nicht ans Buch rankommt, oder weil die Besetzung meiner Vorstellung nicht entspricht...
    Außerdem erspare ich mir dadruch einiges an Zeit. Wenn ich nämlich einen Film sehe, zu dem es eine Buchvorlage gibt, und der Inhalt sagt mir nicht zu, dann brauch ich das Buch gar nicht mehr lesen. Das ist v.a. bei reiner Unterhaltungsliteratur recht praktisch. Als Beispiel: ich hab den Film "Wasser für die Elefanten" gesehen, fand ihn ganz ok, und die Geschichte ist ja auch ganz nett, aber ich hatte anschließend nicht das Bedürfnis, auch das Buch zu lesen.
    Allerdings gibt es da auch Ausnahmen. Bei Fantasy z.B. finde ich es nach wie vor besser, zuerst das Buch zu lesen. Bei Krimis & Thrillers theoretisch auch, nur dass ich selten was aus diesem Genre lese.

    Ach, ich hätte mir früher so viel Geld sparen können, hätte es in meinem Heimatort eine ordentliche Bibliothek gegeben. Es gibt da zwar eine, aber die lebt nur von Almosen. Die kaufen nie selber Bücher, sondern lassen sie sich schenken. Demensprechend sind dort in erster Linie Krimis, Schnulzen und Kinderbücher zu finden.
    Jetzt, in meiner Uni-Stadt ist das natürlich etwas ganz anderes. Da kann man sich so ziemlich jedes Buch ausleihen, entweder in der Uni- oder in der Stadtbibliothek.




    So, jetzt putze ich erstmal mein Bad und dann lese ich in "Schiffbruch mit Tiger" weiter.

    Zitat

    Original von Frettchen
    Die Frage ist ja auch: was ist gemeint mit Trendbüchern? Es gibt bestimmte Bücher/Autoren, die, warum auch immer, sehr gut ankommen. Aber die ganzen Trittbrettfahrer? Haben die sich gut verkauft? Mir fällt kein Beispiel ein.
    Von daher: gibts da überhaupt einen Trend, was ein bestimmtes Genre angeht. Also einen, der sich dann auch verkauft über viele Folgebücher hinweg von anderen Autoren? Oder ist es nicht doch eher eine Art "Kult" um einen bestimmten Autor oder eine Buchserie?



    Bei Twilight war das teilweise schon so. Auch haben da Autoren profitiert, die schon längst davor Vampirbücher geschrieben haben, allerdings nie eine solche Beachtung bekommen hatten.
    Ein Beispiel wäre die Autorin von den Vampire Diaries. Die gabs ja auch schon recht lange vor Twilight, aber erst mit diesem Hype, wurde auch sie (wieder) bekannt und es gibt sogar eine Serie dazu.
    Ich glaube, bei Sookie Stackhouse bzw. True Blood war es ja auch so ähnlich. Oder bei Black Dagger.
    Inzwischen habe ich da den Überblick verloren, aber viele der vermeintlichen Trittbrettfahrer gibt es schon lange vor Twilight, aber sie haben eben durch Twilight einen gewaltigen Aufschwung erlebt.

    LeSeebär : Ich kenne mich da auch nicht aus. Das sind nur meine Eindrücke. Bezogen habe ich mich v.a. auf den Vampir- und Erotiktrend. Ersteren hab ich selber recht gut mitbekommen, und ich kann mich noch ziemlich gut erinnern daran, wie sehr Twilight am Anfang beworben wurde, noch bevor es überhaupt erschienen ist. Von zweiterem habe ich nur indirekt was mitbekommen. Aber dass schon ordentlich dafür geworben wurde, noch bevor es in Deutschland erschienen ist, kann ich tatsächlich bezeugen.
    Aber du hast recht, das lässt sich wohl nicht verallgemeinern.

    Zitat

    Original von MagnaMater


    :lache Bittesehr: Leserunde: https://www.buechereule.de/wbb/board/1448


    Viel vergnügen, :chen ich lese an dem 2000-seitigen französischen original (bin nicht sonderlich gut in französisch) seit 1998. - Unter anderem wiedermal in der Leserunde, aber alle anderen leser sind viel schneller als ich...



    Oha. Ich glaub sogar, ich hatte damals schon überlegt bei der LR mitzumachen.
    Aber ich glaub, ich hab den Leserunden erstmal abgeschworen. Hab mich schon so oft für welche angemeldet und dann nie mitgemacht, oder nur bis zum 1. Abschnitt und dann hab ich das Buch nach Monaten irgendwann zuende gelesen. Bin da schrecklich unzuverlässig und unkollegial (weil ich mich ja gar nicht erst anmelden bräuchte) :gruebel


    Aber irgendwann werde ich Die Elenden schon lesen (mein franz. Wortschatz ist für das Original eindeutig zu bescheiden).

    Zitat

    Original von Frettchen


    Und was ist schlimm daran, "Schiffbruch mit Tiger" zu lesen? Nur weil es ein Bestseller ist? Ich freue mich immer, wenn ich auf diesen Listen mal ein Buch entdecke, das mir gefallen hat. Bestseller muss ja nicht gleich heißen: Schund. Ich gönne es jedenfalls jedem Autor, dass sich sein Buch super verkauft. Und da wäre es ja irgendwie dann widersinnig, Bestseller grundsätzlich zu meiden. Ich denke mir bei den Listen eher häufiger: ach, schön, dass der Autor es geschafft hat, dass sein Buch nicht länger ein Geheimtipp ist und er hoffentlich dann allein vom Schreiben leben kann.


    Nichts ist schlimm daran. Von Schund war gar nie die Rede. Herrje, ich fürchte, ich muss in Zukunft derartige Aussagen mit einem "Achtung: Ironie"-Schild untermauern. Sonst werden sie gar noch ernst genommen :grin


    Zu "Schiffbruch mit Tiger" gibts noch was zu berichten: Neulich hat mich wer gefragt, was ich gerade lese und ich hab geantwortet: "Schiffbruch mit Tiger". Und er: "Achja, das liest eh grad jeder." Kann gut sein, dass das grade jeder liest. Ich hab ja auch den Film zum Anlass genommen, es zu lesen. Das Buch selber liegt schon seit ein paar Jährchen auf meinem Sub, und ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, das Buch vor dem Erscheinen des Filmes zu lesen. Aber egal.
    Als ich "Game of Thrones" gelesen habe hat es ja auch grade jeder gelesen (selbige Person hat mich auch genau darauf aufmerksam gemacht). Hat mir trotzdem prima gefallen und die Serie dazu finde ich auch gut.

    Zitat

    Original von made


    In seinem Innersten will doch kein Mensch durchschnittlich sein.


    Das stimmt. Und niemand will zugeben, in den meisten Dingen wie die anderen zu sein. Momentan fällt mir dieser Trend "anders zu sein" besonders auf. Jeder will anders sein, sich von der Masse abheben. Ich schieße mich da nicht aus. Deshalb ist meine von dir zitierte Aussage durchaus ernst gemeint :grin
    Aber ich frag mich, woher das kommt. Woher kommt dieses Bedürfnis anders zu sein? Denn gleichzeitig will man ja auch nicht negativ-anders sein, sprich, man will nicht negativ auffallen.



    Zitat

    Original von Voltaire


    Ich habe kein Problem damit ein ganz normaler durchschnittlicher Mensch zu sein. Zudem wäre es mir einfach viel zu anstrengend immer nach irgendwelchen Spitzenpositionen zu geiern, die - wenn man sie denn hat - einem schon wieder unter dem Hintern heraus weggeschossen werden.


    Während man nämlich immer nach oben strebt, immer mehr sein will - vergisst man oft dabei einfach auch zu leben.


    Hmm.. ich denke, dieses Nicht-durchschnittlich sein ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit "nach oben streben". In den existentiellen Dingen, wie Beruf, Familienstand, etc. will man ja oft auch gar nicht anders sein bzw. von der Masse herausstechen - im Gegenteil: gerade hier streben viele nach Angepasstheit - sondern eher in den "kleinen" Dingen, wie Mode, Interessen und eben auch dem Literaturgeschmack.
    Vielleicht ist es auch eine Frage des Zeitgeists... aber mir kommt es inzwischen wirklich so vor, als wäre es weit wichtiger, ein möglichst ausgefallenes Hobby zu haben, als daran tatsächlich auch Spaß zu finden. Die eigene Individualität muss sich heute mit aller Gewalt in den Interessen und Tätigkeiten widerspiegeln.



    Rosha : Ganz unterschiedlich. Gut, bei manchen kann ich es nicht sagen, da ich nicht zu allen noch Kontakt habe. Aber gefühlt hat damals tatsächlich jedes Mädchen in meiner Klasse Twilight gelesen. Manche (von 2-3 weiß ich es sogar expilizit) haben dann auch andere Sachen gelesen, und lesen auch heute noch viel (wobei sie glaube ich schon bei diesem Genre geblieben sind). Bei manchen bin ich mir ziemlich sicher, dass das eher eine einmalige Sache war...

    Zitat

    Original von Rosha
    Dafür, dass hier alle so viel Angst vor Trends haben, bzw. sich mit aufgerissenen Augen verwehren, sich selbigen lesend anzuschließen, funktionieren sie aber trotzdem prächtig.
    Ist der gemeine Trendfolger also nicht der Vielleser sondern die breite Masse der Gelegenheitsleser? Irgendwer muss das Zeug doch kaufen... :gruebel


    Zumindest in meinem Bekanntenkreis ist es tatsächlich so. Ich kenne viele Leute, die kaum oder nur sehr sporadisch lesen, aber das, was sie lesen entspringt meist irgendeinem Trend.
    So haben in meiner Schulzeit viele Schulkameradinnen durch Twilight (zumindest kurzfristig) zum Lesen gefunden, die zuvor nie ein Buch freiwillig angerührt haben. Gerade neulich hat mir meine Mitbewohnerin von "Shades of Grey" vorgeschwärmt, die von sich selbst immer behauptet, sie "wäre nicht so die Leserin".
    Ich könnte jetzt noch einige Beispiele aufzählen.


    Von meinen lesenden Freunden höre ich aber selten, dass sie die momentane Hype-Literatur toll finden. Meist wird da eher nur gelästert.



    Entweder, die Vielleser lesen tatsächlich keine "Modeliteratur" oder aber, sie wollen es nicht zugeben, weil sie wissen, dass diese Art von Büchern meist literarisch gerade nicht sehr anspruchsvoll sind und sie sich vor ihren Vielleser-Freunden keine Blöße geben wollen.
    Es kommt aber auch ein wenig auf den Hype an, denke ich. Zum Beispiel scheint es nicht so ein großes Problem zu sein, Harry Potter toll zu finden (tue ich übrigens auch)... vielleicht kommt es ja auch einfach darauf an, welche Vorurteile mit dem Lesen eines bestimmten Genres behaftet sind. So ist jemand, der Harry Potter mag, noch längst nicht jemand, dem man unterstellen würde, nur seichte Literatur zu lesen. Jemand, der "Shades of Grey" als eines seiner Lieblingsbücher angibt, könnte allerdings sehr wohl in diese Schublade gesteckt werden.



    Im übrigen bin ich dann wohl auch eine Trendleserin. Harry Potter hat mich damals (als ich ca. 9 Jahre alt war) erst zum Lesen gebracht und ich finde die Reihe nach wie vor sehr lesenswert. Auch Twilight fand ich anfangs gut, zumindest den 1. Teil finde ich nach wie vor ganz ok (wobei ich ihn nicht nochmal lesen würde), aber dieser ganze Hype hat meiner Beigeisterung einen großen Abbruch getan (wobei ich die Filme und Folgebücher dann tatsächlich auch ziemlich schrecklich fand).
    Ich zumindest mag es nicht, wenn um ein Buch, das mir gefällt, auf einmal ein großer Hype entsteht. Ich denke mir dann: aber ICH fand das doch vorher schon toll, und jetzt liest/kennt es auf einmal jeder. Ich finde es einfach unangenehm, wenn ständig über ein Buch gesprochen wird, dass ich mag. Daher steige ich u.a. auch in diese Hypes gar nicht erst ein, wenn sie schon existieren. Wer weiß, vielleicht versäume ich ja so einiges Lesenswertes dadurch :grin





    Momentan fühle ich mich ja schon sehr "mainstream", weil ich gerade "Schiffbruch mit Tiger" lese. Aber ich hab gelesen, dass "nicht mainstream sein" schon wieder "mainstream" ist, weshalb ich jetzt beschlossen habe "mainstream" zu sein :schlaeger:grin

    Zitat

    Original von Cathrine
    Da später in Paris einzig die Revolution im Vordergrund steht, kommt die Liebesgeschichte zwischen Colette und Marius viel zu kurz und so wie es gezeigt wird ist es völlig unlogisch, dass so reagiert wird. Da entsteht keine Bindung, die kennen sich überhaupt nicht und machen so einen Aufhebens. Das mag im Musical funktionieren, im Film irgendwie nicht.



    Und ich hab mich schon gewundert :grin Die beiden sehen sich auf einem offenen Platz zum ersten Mal, keiner kennt den anderen, sie schauen sich nur an, sprechen nicht mal miteinander, und schon haben sie sich einander verschworen :rolleyes Spätestens ab da, konnte ich diese ganze Verfilmung einfach nicht mehr ernst nehmen. Wobei ich wie gesagt zuvor noch nie etwas mit "Les Misérables" zu tun hatte.
    Ich glaube, ich sollte mir in nächster Zeit mal die literarische Vorlage vornehmen, denn ich fürchte, durch diese Musicalverfilmung alleine lässt sich die Essenz des Les-Misérables-Stoffs nicht erfassen... das ist zumindest meine Vermutung.
    Bspw. fand ich gerade die Wirtsleute ziemlich erfrischend. V.a. wegen Hugh Jackman und Russell Crowe, denen ich ihre ganze Misere einfach nicht abkaufen konnte und durch die der Film für mich in seiner ganzen Theatralik irgendwann unfreiwillig komisch wurde, nicht zu vergessen, aufgrund der seltsamen, scheinbar hormonell begründeten Anwandlungen von Marius und Colette, fand ich die offene Ironie, die die beiden Wirtsleute der ganzen Verfilmung gegeben haben, durchaus angebracht.
    Aber letzten Endes konnte ich den Film schlichtweg nicht ernst nehmen, und ich bezweifle, dass der Stoff von "Les Misérables" sowas bezwecken sollte :gruebel

    Ich denke, für die deutschen Verlage ist es durchaus bis zu einem gewissen Maß planbar, welche Art von Büchern bzw. welche Genres derartige Booms erleben. Denn diese ganzen Trends entstehen ja selten hier, sondern kommen meist von woanders, vor allem aus den USA. Wie sie dort entstehen, ist natürlich eine andere Frage. Jedenfalls bestehen diese ganzen Trends meist schon einige Monate, bis sie in Deutschland übernommen werden. Daher kann schon von Anfang an, bevor überhaupt der erste Band erschienen ist, ordentlich geworben werden, meist mit Sätzen wie "Der Nr. 1 Bestseller aus den USA",...
    Ich zweifle ja sehr stark daran, dass Bücher wie "50 Shades of Grey" in Deutschland derartig groß rausgekommen wären, wäre dieses Buch von einer deutschen Autorin und zunächst auf dem deutschen Markt erschienen.

    Zitat

    Original von LeSeebär


    Welche Richtung ist denn der Modetrend "Coelho"? Oder meinst Du, den hat er alleine geschaffen, weil er seinen Büchern ständig weitere nachlegt? Dann wäre ja Herr King auch ein eigener Trend? :gruebel In dem Falle bleibt mir nur noch zu fragen, nach wie langer Zeit nicht mehr von einem "Modetrend" gesprochen werden kann? Mode ist doch eher was kurzfristiges, Herr Coelho veröffentlich ja schon seit Jahrzehnten.


    Ich denke, erfolgreiche Autoren, die von den Verlagen / Buchhandlungen entsprechend drastisch beworben werden, sind zwar nervig, fallen aber meiner Ansicht nach nicht unter die Bezeichnung "Modetrend".


    Da hast du recht.
    Ich weiß nicht, ob man Coelho als Modetrend bezeichnen könnte, wäre wohl zu viel gesagt. Auf jedenfall löst er auch einen gewissen Hype aus, wie mir scheint.


    Er kam mir durch den Sinn, als ich darüber nachdachte, wie schnell man neue Trends ja allein durch die in Szene gesetzten Bücher in den Buchläden erkennen kann. Erst kürzlich wär ich in meinem Stammbuchladen fast über ein neues Tischchen gestolpert, das ganz vollgepflastert von "Shades-of-Grey"-ähnlichen Ausgeburten war.
    In der nächsten Ecke ist dann ein ganzen (wenn auch schmales) Regal dem Herrn Coelho gewidmet. Besagtes Poster hängt gleich über seinem Schrein, der mit Coelho-Kalendern, Lesezeichen, Sinnbüchern etc. dekoriert ist.


    Ich glaub, ich brauch einen neuen Stammbuchladen :gruebel