dieser Religion
ansehen. Eine Warnung aber
auch bezüglich vor Islam-Toleranz.
Man muss nach dieser Message schon sehr gezielt suchen, um sie vielleicht zu finden. Ich sehe das überhaupt nicht so. Rushdie beschreibt sich in erster Linie als Atheist, nicht explizit als Anti-Islamist. Im besagten fiktiven Zwiegespräch mit dem Attentäter, einem von acht Kapiteln, erwähnte er sogar, dass er sich zum Beispiel für die Moschee in der Nähe der eingestürzten Twin Towers ausgesprochen hat.
Tatsächlich beschreibt Rushdie das Attentat und die Folgen in einem Detail, das die Tat erst einmal vom Kontext löst, und als Rushdie später die Zusammenhänge erarbeitet, geht es unter anderem auch um literarische Bezüge (Beckett, Mahfuz). Wo ich zustimme, ist, dass man so ein Buch nur schreiben kann, wenn man ein solches Attentat selbst erlebt hat, denn er geht auf klinische Details ein, die wehtun – ihm, aber auch den Lesern. Ihm wurde ins Auge gestochen, was das im Detail bedeutet, liest man hier.
Sehr gefallen haben mir die Passagen, in denen er auf seine Kollegen wie Martin Amis oder Paul Auster trifft, die beide ihrerseits mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatten und inzwischen verstorben sind. Er widmet sehr viele Zeilen seiner Wertschätzung für seine Unterstützer, die sich für ihn eingesetzt haben und z. B. Lesungen aus seinem aktuellen Buch 'Victory City' veranstaltet haben, als er nicht dazu in der Lage war, wie z. B. Neil Gaiman und Margaret Atwood. Es gibt auch einige Spitzen gegen den intellektuellen Kreis, der sich nach dem Erscheinen der 'Satanischen Verse' gegen ihn gestellt hat, oder die Presse für ihre sensationalistische Berichterstattung, die ihn noch zusätzlich in Gefahr gebracht hat.
Rührend sind die Szenen mit seiner Frau. Es war schön zu lesen, aber als Roman wäre mir das zu viel 'Love conquers everything' gewesen. Wie die beiden durch dick und dünn gehen, ist beeindruckend.