Beiträge von Googol

    Wenn man den Kontext und die Absurdität des Gedichtes betrachtet, ist die Satire natürlich offensichtlich. Dass das nicht allgemein so gesehen wird, ist zwar traurig, war aber schon irgendwie vorhersehbar. Vor allem bei der Extra-3-Vorgeschichte.


    Das Ganze erinnert mich ein wenig an den Varoufakis-Stinkefinger damals (kurioserweise gibt es da ja auch einen Böhmermann-Zusammenhang). Hatte nichts mit Satire zu tun, aber auch da wurde der Kontext (indirekte Rede, spielte überhaupt keine Rolle, ob Stinkefinger tatsächlich gezeigt oder nicht) bewusst ignoriert, einfach weil es offensichtlich kulturübergreifend so viel Spaß macht empört zu sein.


    Die einzige Einschränkung im aktuellen Fall, die ich einbringen möchte: irgendwas will man mit einer Satire ja bezwecken. Nun ist Böhmenmann jetzt überall in den Medien, genauso wie seine Frage wie weit Satire gehen kann. Jetzt könnte man denken: cool, genau das wollte er. Nur gleichzeitig waren seine Beiträge im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik äußerst Merkel-freundlich. Und ausgerechnet Merkel wird aus dieser Geschichte Schaden nehmen. Da ist irgendwas extrem aus dem Ruder gelaufen, und ich glaube, Böhmermann ist überhaupt nicht glücklich darüber.

    Meine Vorschläge waren auch eher älter.


    Ich würde zwar nicht gleich sagen, dass moderne SF direkt tot ist. Es gibt sicherlich sehr viele gute aktuelle SF-Stories, oder besser: ich vermute es (lese in letzten Jahren zu wenig SF). Ich glaube aber, dass es Tendenzen gibt, die schlecht zu deinem Suchprofil passen.


    1. Neue Technologien: da hat sich die SF irgendwie selbst eingeholt. Am Modernsten scheint mir häufig das, was der Gegenwart am nächsten ist. Cory Doctorow, William Gibson. Radikal zeitgenössische Literatur sozusagen als perfekter SF-Ersatz... Vielleicht technologisch etwas abgefahrener: Rudy Rucker oder Charles Stross.


    2. Aktuelle SF ist irgendwie ernsthafter als früher. Finde ich schade. Wo sind überhaupt die Vonneguts von heute? Alles so unironisch heute... Vielleicht ein paar Ausnahmen: Terry Bisson und (wieder) Rudy Rucker.


    3. Wenn 1 oder 2 bei einem Autoren zutrifft scheitert es dann meistens beim "Character-driven" (z.B. Bei Rucker)

    Was Ironie und Spass angeht würde ich Robert Sheckley empfehlen. Ist auch nicht so weit weg von Philip K. Dick. Allerdings auch nicht wesentlich charakterbasierter als PKD.


    Gute charakterbasierte SF schreiben z.B. Maureen F. McHugh (ABC Zhang), Pat Cadigan, Nancy Kress, Michael Bishop, Ian Watson und viele mehr.

    Grundsätzlich hat Voltaire schon Recht. Es ist gesellschaftlich einfach nicht ansatzweise repräsentativ wenn unter den 20 nominierten Schauspielern nur Weiße sind. Dass da irgendwann auch mal ein Schwarzer einen Oscar gewonnen hat, rettet das auch nicht.


    2 Einschränkungen aber:
    - Will Smith ist kein gutes Beispiel, um ein Zeichen zu setzen: er hat sich eine Nominierung erhofft und daher wohl kaum objektiv.
    - Es ist vor allem ein systemisches Problem. Wenn nur Weiße für Rollen besetzt werden, können auch nur Weiße nominiert werden. Die Oscars sind also nicht alleine schuld.

    Zitat

    Original von Beatrix
    Fargo soll ja wohl in Minnesota liegen - die Serie wird aber vor meiner Haustür gedreht!


    Fargo liegt in North Dakota, nicht Minnesota. Der Name des Films bzw. der Serie ist auch ein wenig irreführend, weil die größten Teile (beim Film, glaube ich, sogar komplett) eben in Minnesota spielen.

    Plötzlich Gigolo


    Durch eine zufällige Gelegenheit werden ein Buchladenbesitzer (Woody Allen) und ein Florist (John Turturro) zu Zuhälter und Gigolo. Woody Allen und John Turturro was kann da schon schiefgehen?


    So einiges: 4/10 Punkte

    St. Vincent


    Ein eher kleiner Film mit Bill Murray als schrulliger Nachbar, den eine Alleinerziehende Mutter (Melissa McCarthy in einer für ihre Verhältnisse ernsten Rolle) notgedrungen als Babysitter für ihren Sohn engagiert. Komisch, tragisch, manchmal fast zu sentimental, aber insgesamt gut gemacht und gut anzuschauen.


    8/10 Punkte

    Ich habe jetzt auch angefangen mir zeitversetzt die Lesungen anzuschauen und habe mich dabei an der Reihenfolge von Herrn Palomar orientiert.


    Zunächst zum Ambiente: kommt mir alles sehr minimalistisch und klein vor. In den 90ern gab es noch doppelt so viele Jury-Mitglieder und alles wirkte viel größer und farbenfroher.


    Valerie Fritsch tue ich vielleicht Unrecht: mein erster Text und ich muss erst einmal in einen literarischen Groove kommen und dieser Text schafft das nicht so ganz. Eher beschränkt in seinem Ansatz (da stimme ich Hubert Winkels zu), ja, einfühlsam geschrieben, aber auch zu berechnend in der Themenwahl: ein einfühlsamer Mensch über einen behinderten Mensch, das kommt dem Klischee eines erfolgreichen Bachmannpreistext etwas zu sehr. Aus meiner Sicht fällt auch dieses Mal eine Jury darauf hinein.


    Den Beitrag von Saskia Hennig von Lange fand ich da schon wesentlich besser. Sehr viel Bewegung, Körperwahrnehmung und Selbstreflexion. Eine interessante Erzählperspektive. Ingesamt ging der Text mehr Risiken ein, ob das Experiment vollständig gelungen ist, darüber lässt sich streiten, aber immerhin hat der Text etwas versucht.


    Und wie immer sind die Meinungen von Frau Feßmann und mir konsequent diametral entgegengesetzt.

    Ich denke in den seltensten Fällen wird ein Film neu verfilmt, um das Original zu verbessern, sondern vielmehr um einen Stoff neuen Sehgewohnheiten anzupassen (CGI etc.) oder Amerikanern die Untertitel der fremdsprachigen Originale zu ersparen.


    Entsprechend selten finde ich Neuverfilmungen besser als das Original. Mir fällt ganz spontan gerade überhaupt kein Gegenbeispiel ein.


    Bei Planet der Affen z.B. finde ich das Original wesentlich besser. Es ist ein Produkt seiner Zeit und das Remake hat wie so viele Remakes etwas furchtbar beliebiges an sich.

    Bereits am Sonntag ist die britische SF & Fantasy-Autorin Tanith Lee im Alter von 67 Jahren gestorben.


    Sie war sehr produktiv, hat über 90 Romane und 300 Kurzgeschichten geschrieben. Früher habe ich ihre Bücher sie sehr gerne gelesen.


    EDIT: ein schönes Tribute von Roz Kaveney.


    Zitat

    And now his tale is done. And hers as well.
    So many books, dark, wry and with a twist
    Start to reread, go organize a list
    The titles blur. Her words like petals fell
    or snow. Made new and strange what lies below
    transforming every story that we know.

    Zitat

    Original von Andromeda


    Wieso zu früh? Wann, wenn nicht jetzt, da der SWB noch frisch im Gedächtnis ist?
    Mich interessiert auch, wie die Autoren diesmal zum SWB standen.
    Nachdem es doch einige positive Meldungen und Unterstützungen gab, als der SWB eingestellt zu werden drohte, war es ein besseres Gefühl diesmal, einen Text einzureichen? Oder war da eher noch mehr Lampenfieber als im letzten Jahr vorhanden?
    Außerdem interessiert mich, warum sich einige, die doch für den Erhalt des SWB stimmten, sich weder bei den Punkten noch bei den Kommentaren beteiligten. Gab es irgendwelche Unzufriedenheiten, denen man abhelfen könnte, wenn man sie offen äußert? Sicher sind sowohl Wolke als auch Churchill offen für weitere Verbesserungsvorschläge, also heraus damit :grin


    Ist halt meine persönliche Meinung. Ich will andere nicht aufhalten. Produktives Feedback ist natürlich gut.


    Insbesondere die Frage "wer hat für den Erhalt gestimmt und sich jetzt nicht beteiligt" finde ich kontraproduktiv. Vor allem in der aktuellen Form, wo die entsprechenden User einzeln in einer Liste herausgestellt werden. Das kommt eher als Vorwurf rüber als einen Aufruf zu Feedback.


    So lange ihr den SWB also nicht tot redet, denn das wäre sehr schade, ist alles OK.