Beiträge von Heike

    Liebe Eulen,


    wir haben nun eine Eismaschine, aber leider noch keine wirklich guten Rezepte. Deshalb wollte ich mal fragen, ob jemand Kochbücher für selbstgemachtes Eis empfehlen kann. Es soll nicht zu sahnelastig sein, und es wäre wichtig, dass auch Standardsorten dabei sind (also nicht nur Champagner-Lavendel-Parfait u.ä.).


    Vielen Dank und liebe Grüße :wave

    Auf die Facebookseite? Oder die Webseite?


    Edit: Hm, das ist komisch. Ich kann auf beides problemlos zugreifen. Aber ich habe gerade nachgesehen, du hast gewonnen, Lesebiene :-) Wenn du magst, kannst du mir auch hier per PN deine Adresse schicken, dann geht der Bernsteinbund Anfang der Woche raus.

    Das nächste Mal mache ich es wieder über meine Homepage (die ich ganz dringend überarbeiten sollte ... :rolleyes). Es ist sonst ja schon doof, wenn alle Gewinnspiele nur noch über Facebook laufen.


    Die Gewinner für dieses Mal habe ich aber gerade ausgelost :-)

    Liebe Eulen,


    ich habe mich leider in letzter Zeit sehr rar gemacht - nicht, weil ich hier nichts mehr schreiben wollte, sondern weil mich mein Leben mit all seinen Verpflichtungen gerade etwas auffrisst.
    Aber ich bin guter Dinge, dass alles auch irgendwann wieder besser wird und ich es wieder schaffe, 1. zum Eulentreffen zu kommen und 2. hier wieder aktiver zu sein :-) Ich wäre letztes Wochenende schon gerne mit dabei gewesen ...


    Da heute aber Welttag des Buches ist und ich dazu auch etwas beitragen will, verlose ich über meine Facebookseite je ein Exemplar des "Bernsteinbunds" und der "Toten im Nebel". Einfach kommentieren, ich lose dann morgen aus :-)
    https://www.facebook.com/wolfheike/


    :wave
    *winkt einmal ins Eulennest*
    Heike

    Der Roman „Als wir unsterblich waren“ spielt auf zwei Zeitebenen. Da ist einmal Alexandra, die 1989 in Berlin den Mauerfall erlebt und inmitten des Trubels Oliver sieht und sich sofort in ihn verliebt, als sei es Vorsehung, die die beiden zusammengeführt hat. Doch Alexanders Großmutter „Momi“ erleidet einen Schlag, als sie Oliver zum ersten Mal sieht, und die junge Frau, die bislang damit zufrieden schien, in ihrer eigenen, engen Welt zu leben, muss sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinandersetzen, um Antworten zu finden, die sie und ihre Großmutter brauchen.


    Und dann ist da Paula, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin lebt, sich in der SPD engagiert und für Clemens schwärmt, den gutaussehenden Fabrikantensohn, der trotz aller Geschenke, die ihm Fortuna in die Wiege gelegt hat, doch ein Getriebener bleibt. Dieser Erzählstrang ist auch die Geschichte der Arbeiterbewegung und ihrer Spaltung während der Novemberrevolution, einschließlich der Folgen, die die Entwicklung für Paula und ihr unmittelbares Umfeld hat.


    Das Setting ist ungewöhnlich, politisch und gerade deswegen interessant. Die politischen Auseinandersetzung der 1910er und 1920er Jahre bieten in diesem Roman nicht nur die Kulisse für eine gefühlvolle Liebesgeschichte, sondern sind das eigentliche Thema der Geschichte. Sie wirken sich auf die Personen um Paula herum aus, wecken Hoffnungen, Träume, zerstören Freundschaften und Existenzen.


    Dieser Erzählstrang ist der deutlich stärkere, was vielleicht auch an der Person der Paula liegt. Während Paula anpackt und gestaltet, zeigt sich Alexandra vor allem in der ersten Hälfte des Romans unsicher und verschreckt, eine eher anstrengende Protagonistin, deren Schicksal mich merkwürdig unberührt gelassen hat. Sehr gelungen ist jedoch die Verknüpfung der beiden Zeitlinien, und auch, wenn man recht früh erahnen konnte, wer sich hinter „GS“ verbirgt, blieb bis zuletzt die Frage, wie sich das Geschehen der Vergangenheit mit der Gegenwart 1989 verknüpft.


    „Als wir unsterblich waren“ ist ein interessanter, schön zu lesender und emotional aufwühlender Roman, der sich schon allein durch seine Andersartigkeit von der Masse der historischen Romane abhebt.

    Ich habe vorhin erfahren, dass ich doch erst am Samstag fahren kann :-( Dafür dann aber in aller Früh, sodass ich hoffentlich spätestens um 11.00 Uhr da bin (mit reichlich Büchern im Gepäck).
    Im Hennies habe ich schon Bescheid gesagt, das wurde bereits umgebucht.


    Mann, ich hatte mich so auf den Abend beim Spanier gefreut ... Aber wenigstens klappt es am Samstag pünktlich.


    :wave
    Heike

    Ich lese leider viel zu langsam für Leserunden. Meistens komme ich nur abends zum Lesen und hänge von Anfang an hinterher (zu "Als wir unsterblich waren" steht immer noch die Rezi aus, aber ich bin mir immer noch nicht ganz im Klaren darüber, was ich schreiben will). Dabei finde ich den Austausch eigentlich sehr interessant. Inzwischen mache ich es häufig so, dass ich nachschaue, ob es zu den Büchern, die ich gerade lese, eine Leserunde gibt/ gab, und lese mir dann abschnittsweise durch, was dazu gesagt wurde.


    Für meine eigenen Bücher fand ich die Leserunden sehr spannend. Man entlässt die Geschichten ja sonst in die Freiheit, und wenn man Glück hat, bekommt man Feedback mittels einer Rezension. Mitzulesen, wie Leser die Geschichte in ihrem Verlauf wahrnehmen, finde ich wahnsinnig interessant, sodass es mir sehr viel Spaß gemacht hat, die Leserunden zu begleiten.


    :wave
    Heike

    Ich krieche mal wieder hinterher ... Zu viel Arbeit, um flott voranzukommen. Aber ich poste trotzdem noch zu jedem Abschnitt etwas. :-)


    Inhaltlich ist ja alles gesagt worden. Die Figuren gefallen mir weiterhin sehr gut, auch Manfred, dessen Motivation ich gut nachvollziehen kann. Ich überlege gerade, wie die Geschichte wohl anders verlaufen sein könnte, wenn es damals nicht zur Spaltung der SPD gekommen wäre. Im Grunde ist das Überleben der "alten Kräfte" ja bedingt durch die Furcht vor dem Bolschewismus/ Spartakusbund. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit Manfred weitergeht - und auch mit Paula.
    Bei Clemens nehme ich an, dass er die Schuld für den Tod von Paulas Vater bei sich sucht und Paula verlässt. Stephanie ... ich bin gespannt, was da noch kommt. Noch scheint sie mir wenig greifbar. Ich bin gespannt darauf, wieder etwas von Harry zu lesen.


    Zitat

    Original von Booklooker


    Ich habe aber eine Frage: Gab es den Alldeutschen Verband wirklich? Ich habe davon noch nie etwas gehört.


    Den gab's. http://de.wikipedia.org/wiki/Alldeutscher_Verband


    :wave
    Heike

    Zitat

    Original von Charlie
    Ich denke, der Verlag hat da eine vernuenftige Entscheidung getroffen. Und ich moechte auch noch anfuegen, dass es mir nur geraten wurde, diese Kuerzung vorzunehmen, mit dem ausdruecklichen Zusatz, dass man das Buch auch tragen wuerde, wenn ich das nicht moechte.
    Mir war's wichtig, dass es gelesen wird. Deshalb war ich froh ueber diesen Rat. Fuer mich ist das seit fast dreissig Jahren ein Lieblingsthema - es war klar, dass ich da weit ueber's Ziel hinaus schiesse und eine Menge Zeugl erzaehle, das einfach nur einen kleinen Kreis fesseln kann und den Rest von der Geschichte ablenkt.


    Einen froehlichen Abend wuenscht Charlie


    Das soll kein Vorwurf sein, falls du das so empfunden haben solltest :knuddel1


    Dass Publikumsverlage das anderes sehen, weiß ich (nur zu gut), und ich finde es schon großartig, dass sich der Verlag überhaupt an dieses Thema gewagt hat.
    Es geht in der Leserunde ja aber auch um persönliche Leseeindrücke, und für MICH hätten diese gekürzten Politikteile gerne drinbleiben können. Aber ich bin kein objektiver Maßstab, ich habe Geschichte studiert, unterrichte genau diese Zeit jedes Jahr auf's Neue und beschäftige mich auch privat mit dem Kaiserreich (aktuell wieder verstärkt).


    Wie gesagt, ich finde deine um-1914-Abschnitte auch in der vorliegenden Fassung großartig :-)


    :wave
    Heike

    Ich schließe mich denen an, die mit Alex' Verhalten wenig anfangen können. Mir ist, als betrachte ich diese Figur die ganze Zeit nur von außen, wie eine Fadenpuppe, die mir etwas vortanzt, was ich nur bedingt nachvollziehen kann. Der Handlungsstrang 1989 interessiert mich daher weniger; das einzige, was ihn für mich (im Moment!) mit dem spannenden Strang um 1914 verknüpft, ist die Frage, was Momi mit dem Namen Schramm und Oliver verbindet und was sie Alex bislang verschwiegen hat.


    Die Geschehnisse um 1914 hingegen haben mich voll und ganz in ihren Bann gezogen. Paula ist eine wirklich starke Figur und ihre Liebe glaubhaft, ohne kitschig zu werden. Ich oute mich auch mal als absoluter Clemens-Fan. Auch wenn ich davon ausgehe, dass das mit der Liebschaft nicht gut ausgeht, liebe ich solche Figuren. Manfred gewinnt allmählich an Kontur, Harry empfand ich als schwächer in diesem Abschnitt. Ich bin gespannt, wie der Krieg sich auf die ganzen Herren auswirkt. Frau Deborah würde mir persönlich auf den Keks gehen, aber sie ist schön gezeichnet. Clemens' Mutter hingegen ist auch mir etwas over the top, overacting. Ich kenne solche manipulativen Frauen, und die handeln alle sehr ähnlich, aber nicht so überdramatisch-theatralisch. Ich denke, es hätte der Figur gut getan, sie ein wenig runterzufahren und das Manipulative eine Spur subtiler wirken zu lassen. So habe ich sie beim Lesen als unglaubwürdig und nervtötend empfunden. Clemens Vater hingegen kann ich aus seinen Beweggründen heraus sogar verstehen (was nicht heißt, dass ich ihn mögen würde); er ist halt ein typischer Vertreter des zu Geld gekommenen, konservativen Bürgertums, das seine Kinder genauso mit Strenge und Disziplin formen will wie er es in seinem Unternehmen macht (und damit wirtschaftlichen und auch gesellschaftlichen Erfolg hatte).


    Mit viel Genuss habe ich auch die Auseinandersetzungen innerhalb der SPD um die Frage der Kriegskredite gelesen. Das ist ja im Grunde eine Frage, die sich bis heute stellt, inwieweit eine Partei mit ihren Überzeugungen bricht, wenn es die "Staatsräson" fordert (wie ja jüngst erst bei der Mitgliederbefragung zur Großen Koalition).
    Von Bertha von Suttner hätte ich auch gern gelesen, und auch von der Französischen Friedensbewegung :-) Überhaupt hätten die politischen Fragen für mich gerne noch einen höheren Stellenwert haben dürfen. Teilweise ging es mir gerade bei den Kriegskrediten fast ein wenig zu schnell.


    Bislang ein sehr schönes Buch, und ich weiß auch schon ein paar Leute, denen ich es dringend weiterempfehlen werde :anbet

    Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich mir wünschen würde, dass noch mehr Verlage den Mut aufbringen würden, diese Themen zu bringen. Die Deutsche Revolution ist auch so ein Thema, dass mir extrem am Herzen liegt und zu dem ich eine Familiensaga hier rumliegen habe. Unverkäuflich bis jetzt ... Vielleicht ändert sich das mal. Bis vor ein paar Jahren hieß es ja auch, Weimar ginge gar nicht, und gerade schießen die Weimar-Romane aus dem Boden. Ich freue mich jedenfalls sehr für dich und bin auch schon sehr, sehr gespannt auf dein nächstes Baby. Das ist auch eins meiner großen Themen, die ich superspannend finde :-)


    Zu dem Abschnitt - es gefällt mir weiterhin sehr gut :-) Ein buntes Beziehungsgeflecht aus Freundschaft, Loyalität und Liebe tut sich hier auf und ist dabei an allen Stellen glaubhaft. Clemens ist irgendwie mein Liebling, aber ich stehe auch auf solche Kerle ;-)


    Antisemitismus ist übrigens im Kaiserreich weit verbreitet und keineswegs eine Erfindung der Nazis. Hitler hatte u.a. deshalb so einen Erfolg, weil er auf Kräfte zurückgriff, die aus der Kaiserzeit noch in der Weimarer Republik in der Bevölkerung virulent waren. http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus_%28bis_1945%29


    Ich finde die jungen Leute in diesem Abschnitt nicht zu vernünftig. Es gab immer wieder Zeiten, zu denen die Jugend stärker politisiert war, und Zeiten, zu denen man froh sein kann, wenn sie wissen, was Demokratie eigentlich bedeutet. Seit den Friedensbewegungen der 80er Jahre haben wir politisch sehr unaufgeregte Zeiten, es geht (den meisten) gut (vor allem im Vergleich zu z.B. den Verhältnissen um 1914) und es besteht kein Bedarf, sich politisch mehr als notwendig zu engagieren. Das war Anfang des 20. Jahrhunderts, aber auch Ende der 60er bis Anfang der 80er Jahre anders. Gleichzeitig gibt es aber auch jetzt sehr engagierte Jugendliche, der erstaunlich viel Ahnung von Politik haben und sich sehr dafür interessieren (mein aktueller Abiturjahrgang z.B.), die ein ähnlich umfassendes Politikverständnis haben wie Paula und ihre Freunde.


    Irgendwo auf der ersten Seite wurde angemerkt, dass die Kriegsbegeisterung schwer nachvollziehbar sei. Man muss bedenken, dass man 1914 noch keine Ahnung davon hatte, wie sich die Kriege im 20. Jahrhundert entwickeln würden. Das 19. Jahrhundert war erfreulich friedlich (auch weil die Fürsten das Gespenst der Revolution fürchteten), und die Kriege, die es gab (Deutscher Bruderkrieg 1866, Deutsch-Französischer Krieg 1870/71), waren überwiegend kurz, mit einer oder zwei Schlachten erledigt und hatten kaum Bedeutung für die (deutsche) Zivilbevölkerung. Krieg war ein Mittel der Politik und ein Kräftemessen, aber in der Erfahrung der Menschen kein Massensterben, wie es dann nach 1914 geschah. Man glaubte tatsächlich, in zwei Monate in Paris zu sein und Weihnachten wieder zu Hause. Anders ist das "Augusterlebnis", wie man ja diese Kriegsbegeisterung auch nennt, kaum zu erklären. Der Erste und vor allem der Zweite Weltkrieg haben den Charakter von Kriegen dann grundlegend verändert.


    :wave
    Heike

    Zum Thema Geschlechterrollen: Mein Rabaukenmädchen (inzwischen fünf) spielt leidenschaftlich gerne Piraten und Ritter. Sie liebt Tiere, Löwen, Tiger und Drachen, hasst es, Prinzessin genannt zu werden, und trägt Spiderman- und Krokodilshirts. Trotzdem sieht sie aus wie ein Mädchen, nur eben kein "Hello Kitty" oder "Prinzessin Lillifee"-Mädchen, sondern farblich neutral gekleidet (meistens; die Klamotten bekomme ich allerdings fast ausschließlich in der Jungenabteilung, weil es für die Mädchen nur rosa in allen Schattierungen, Blümchen, Herzchen und Schleifchen gibt).


    Im Kindergarten haben ihr die anderen Mädchen erklärt, dass sie ja gar kein richtiges Mädchen sei, weil sie mit "Jungensachen" spiele.
    Ich könnte k...

    So, jetzt steige ich auch endlich richtig ein. Ich war krank (und bin es noch immer) und musste parallel die Aufgaben fürs mündliche Abi vorbereiten und Kind war auch angeschlagen ... denkbar blöde Voraussetzungen, um am Ball zu bleiben. Aber jetzt bin ich ein gutes Stück vorangekommen und möchte eigentlich gleich weiterlesen.


    Charlies Stil gefällt mir sehr gut. Es gibt immer wieder Sätze und Ausdrücke in dem Buch, über die ich mich beim Lesen einfach nur freue. Man merkt, dass hier jemand mit Liebe und Gefühl für Sprache am Werk ist :-)


    Faszinierend finde ich auch, wie geschickt es Charlie gelingt, ein Gefühl für die Zeit aufzubauen, ob es nun die ausgehenden 80er Jahre sind oder eben 1912. Das sind so viele kleine Details, die stimmen und das Bild rund machen und eben nicht die üblichen Klischees sind, sondern Dinge, die das Alltagsleben wiedergeben, und zwar gerade dort, wo es sich von unserem heutigen unterscheidet (z.B. die Kaffeebude mit dem Blechschild, aber auch viele andere Details). Da würde mich interessieren, wie du bei der Recherche vorgegangen bist, Charlie .


    Die Figuren - ich vertrete ja die Ansicht, dass Figuren nicht sympatisch sein müssen, sondern interessant und den Leser faszinieren sollten. Zumindest soweit, dass man sich dafür interessiert, wie es mit ihnen weitergeht. Ein Darth Vader z.B. ist mit Sicherheit keine Figur, die sympathisch ist (er handelt ja gegen sämtliche Grundsätze eines humanen Miteinanders), aber ich kenne kaum eine Figur, die mich so fasziniert. Und da gibt es noch einige andere, die eher "grau" sind, Scarlett O'Hara z.B., die weder mit ihrem Wesen noch mit ihrem Handeln dafür prädestiniert ist, Sympathieträgerin zu sein, und dennoch eine der schillerndsten und interessantesten Frauengestalten ist, die ich kenne.
    Vor dem Hintergrund werte ich für mich die Figuren eines Romans, und ich muss sagen, dass sie mir bislang fast durch die Bank sehr gut gefallen. Paula scheint eine starke Persönlichkeit zu sein, die noch in spätpubertären romantischen Träumen (Clemens) gefangen ist und gerade im Umgang mit ihm bisweilen etwas kindisch wirkt. Auf der anderen Seite weiß sie, was sie will, und bleibt trotzdem ganz ein Kind ihrer Zeit. Clemens gefällt mir auch sehr gut. Er ist vielschichtig, moralisch nicht integer und dennoch bereit, für seine Überzeugungen (oder seinen Leumund?) ins Gefängnis zu gehen. Dass er sich an Clivia hält, passt gut zu so einem charismatischen, gutaussehenden Kerl. (Oder wie meine beste Freundin einmal meinte - ab Mitte/Ende 30 füllt sich der Singlemarkt wieder, wenn all die erfolgreichen, gebildeten Kerle feststellen, dass sie mit dem geschminkten Modepüppchen an ihrer Seite nur über Schuhe und Soaps reden können :lache) Manfred und Harry bleiben noch etwas blass, aber da ich schon weitergelesen habe, weiß ich, dass das nicht so bleibt :)
    Mit Alex werde ich hingegen gar nicht warm. Für mein Empfinden ist sie zu passiv, und dass sie plötzlich drei Wochen bei Oliver bleibt, fiel mir schwer nachzuvollziehen. Sie ist eine Figur, bei der es mir im Moment ziemlich egal ist, was mit ihr geschieht - sie fasziniert mich weder, noch berührt sie mich. Farbiger war dagegen Meike (trotz ihrer kurzen Auftritte) und Momi sowieso. Ich bin sehr gespannt, wie sich der Bogen am Ende von den 1910er Jahren zu 1989 schließt.


    Dass ich den Titel einfach genial finde, habe ich ja schon gesagt. Und es freut mich ganz, ganz doll, dass es dieses Buch gibt, in dem so explizit über Politik gesprochen wird, und es dann auch noch so einen Erfolg hat :)


    :wave
    Heike