Beiträge von Titus Müller

    In den letzten Tagen sind einige Lesungen dazugekommen. Ruhrpott und München stehen noch aus, aber das wird, ich bin zuversichtlich. :)

    Dazu ist mir noch eine Frage an dich, Titus Müller eingefallen: ist es schwieriger oder weniger schwierig einen 2. Teil zu schreiben? Ein Grobraster an Personen steht ja jetzt zwangsläufig fest, das kann einengen oder es leichter machen. Wie ist das bei dir?

    Ich finde es schwieriger. Ihr werdet auch, glaube ich, in der nächsten Leserunde rasch merken, warum. Ich drehe eine Figur ziemlich herum (Henning, vom Negativen ins Positive), und ich frage mich jetzt schon, ob die Leser das mitmachen ...

    Hallo Lese-rina,


    keine Sorge, die Lesefreude kam genauso rüber und ich gehe nicht mit dem Gefühl aus der Leserunde, der Roman wäre schlecht angekommen. Im Gegenteil, ich hatte den Eindruck, er macht euch Spaß. Aber es ist ja auch wichtig, die Wachstumsbereiche zu kennen.


    Ich weiß, was du mit dem Ziertuch meinst, aber ich wüsste auch kein passendes Wort dafür. Hm. :unverstanden


    Wichtig war mir bei der Leserunde, dass die meisten von euch sich nicht an den Passagen mit Kennedy, Honecker und den Grenzopfern oder dem flüchtenden Soldaten gestört haben. Da war ich unsicher, weil sie ja nicht zu den regelmäßigen Figuren des Romans zählten, es sind Einschübe, die auch als störend hätten empfunden werden können. Mit eurer Rückmeldung wage ich es in Band 2 erneut. :knuddel1


    Spannend war für mich auch, welchen Eindruck ihr von Ria hattet. Und natürlich die Rückmeldungen zum Romanbeginn (zuviel Backstory, zu viele Namen).


    Ich wusste schon, dass die Leserunden hier aus Autorensicht sehr wertvoll sind. Danke an euch! (Und du fragst nicht zuviel, Quatsch.) :wave

    Boah, das Ende hat es wirklich in sich. Es wurde ja schon erwähnt - James Bond ist nichts dagegen ;). Beim Lesen hat mich das auch voll mitgerissen und hineingezogen in das Buch und die Geschichte, weil es wirklich sehr, sehr spannend war.


    Mit etwas Abstand kommen aber dann doch ungeklärte Fragen auf. Klar, es muss nicht alles beantwortet werden, aber mir hat hier der Tiefgang des restlichen Buches gefehlt. Dort waren wir immer ganz nah dran an Ria und Sorokin, im letzten Abschnitt habe ich den Bezug zu ihnen etwas verloren, weil zu viel passiert.

    Ich glaube, Romanenden sind die ganz große Kunst. Ein mitreißendes Finale zu erzählen, das nochmal alles umwälzt (es sozusagen vom Kopf auf die Füße stellt), und befriedigend ist sowohl für die Leser als auch für die Romanfiguren :lache, fordert mich immer wieder heraus.


    Danke, dass du dein Unbehagen so gut in Worte gefasst hast, Lese-rina, das hilft mir, aus dem Fall "Die fremde Spionin" zu lernen! Und ich freue mich, dass dir der Mauerbau so gut vor Augen gekommen ist. Auf die Leserunde zu "Das zweite Geheimnis" freue ich mich schon.


    Danke für deine rege Beteiligung hier und all deine wertvollen Leseeindrücke!


    Herzlich :wave


    Titus

    Schalck ist ein merkwürdiger Typ, einerseits steht er ja total hinter der Ideologie der DDR, aber irgendwie war er mir sympathisch, wie er sich nicht die Butter vom Brot nehmen ließ. Auf Seite 332, als er seine Truppe an der Berliner Grenze aufstellt, werden ihm Zweifel angedichtet, ob es wirklich richtig wäre, auf Flüchtlinge zu schießen.


    Titus Müller Warum hast Du Schalck so ambivalent geschildert? War er wirklich so?

    Vielen Dank, geli73, für die Leseeindrücke, mich freut es enorm, dass der Roman dich so fesseln konnte und du mitgezittert hast mit den Figuren. :S


    Was Schalck betrifft: Ich konnte mir einen Menschen, der so viel reist und etliche andere Gebiete der Welt und das Leben dort kennt, nicht als engstirnigen Hardliner vorstellen. Auch seine damaligen Angestellten beschreiben ihn nicht als Fanatiker. Gleichzeitig hat er sich, finde ich, selbst in die Tasche gelogen, da muss man nur seine Selbstaussagen angucken, du meine Güte. Aber tun wir das nicht alle? Jeder rechtfertigt sich doch vor sich selbst. Spannend finde ich die Interviews mit ihm, die nach der Wende geführt wurden. Da überzeugte er zum Beispiel im Fernsehen immer noch mit einem Frecher-Junge-Charme, der es schwer machte, ihm so richtig böse zu sein. Gleichzeitig bezeugen seine Taten ein ganz anderes Charakterbild.

    Um noch einmal auf den Titel zurück zu kommen: was war denn nun eigentlich so fremd an dieser Spionin?

    Eine berechtigte Nachfrage. "Die Spionin" hätte es auch getan. Dem Verlag war hier der Reihentitel wichtig, drei Worte als Wortpyramide (deshalb durfte das mittlere nicht zu lang sein), und aus der umfangreichen Liste von Vorschlägen erschien "fremde" mysteriös genug ...

    Vielen Dank an euch, Eliza08 , Arietta , hollyhollunder , Johanna , Gucci , Zwergin , Rouge , chiclana , Tante Li , Booklooker und Regenfisch ,


    für eure tollen abschließenden Resumees, ich bin glücklich, sie zu lesen! Wie kann ich mich nur bedanken? Es ist ermutigend und beflügelnd, es gibt mir Schwung für den zweiten Band, dass ihr "Die fremde Spionin" mit so viel Elan gelesen habt. DANKE für alle eure Gedanken und Kommentare. Ich habe jetzt viel Gutes zum Drübernachdenken. :blume:kopfdreher


    Ich lese hier natürlich weiter und bin dankbar für jeden Hinweis und jeden Leseeindruck.


    Schon jetzt auch ein dickes Dankeschön an alle, die das Buch durch Rezensionen in den großen Portalen unterstützen mögen und ihm damit einen besseren Start ermöglichen. :knuddel1

    Beschämenderweise, nein, ich habe diesmal nur gelesen, gelesen, gelesen. Sonst hatte ich oft sehr gute Gesprächspartner, im Spionagebereich oder einen der Bauarbeiter der Stalinallee, der mit seinen Kollegen den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 ausgelöst hat (für "Der Tag X"), aber diesmal hatte ich sehr gutes Material und die Szenen schon beim Lesen lebendig vor mir. Ich habe einfach nur geschrieben, was sich als Film vor meinem inneren Auge abgespielt hat. 8)


    Spannend, dass du mit keiner der Figuren ganz warm geworden bist und den Roman trotzdem mochtest. Mir geht es manchmal bei Robert Harris und bei John le Carré so, und trotzdem packen mich ihre Romane. Aber ich versuche es bei "Das zweite Geheimnis" besser hinzukriegen, der Idealfall ist ja, wenn man sich mit einer Person stark identifiziert und mit ihr mitfühlt.

    Danke schon jetzt fürs Rezensieren! :wave

    Lieber Titus,

    als Fan deiner Lesungen brennt mir natürlich die Frage auf der Zunge, ob du mir dem Buch auf Lesereise gehst bzw. ob es eventuell Online-Lesungen gibt?

    Eine Livestream-Lesung aus der "Fremden Spionin" findet am 18. Juni um 17:00 Uhr im Rahmen der Buchmesse Saar statt, https://buchmesse-saar.de, dort zeige ich auch eine Minox B Spionagekamera.


    Und vor Ort lese ich z.B. am 26. Juni unter freiem Himmel in Tharandt (Veranstalter: Buchhandlung Findus), am 8. Juli im Pfarrgarten in Kürnach (Veranstalter: Bücherei Kürnach), am 30. Juli in Stetten (Veranstalter: Bücherei Stetten), am 7. Oktober in Retzstadt (Veranstalter: Bücherei Retzstadt) und am 29. Oktober in Auerbach (Veranstalter: Alpha Buchhandlung Buch und Kunst).


    Es kommen sicher noch Lesungen hinzu, wir sind mit weiteren Veranstaltern im Gespräch, nur muss man immer eine Lösung finden, die auch die Pandemie nicht außer Acht lässt.

    Bevor ich eure Kommentare lese, möchte ich eine Frage an Titus Müller stellen.

    Wie fühlt sich das für dich beim Schreiben an, wenn du in deinen Romanen eine historische Figur verwendest? Gehst du anders vor als bei deinen fiktiven Figuren?

    Die Frage schwirrt mir schon die ganze Woche im Kopf herum.


    Ich fürchte mich immer, wenn ich eine historische Figur auftreten lasse, weil mir bewusst ist, dass ich den echten Menschen nie so schildern kann, wie er wirklich war. Ich brauche also mehr Anlaufzeit. Nach einer Weile wird die historische Figur dann aber so vertraut für mich wie die fiktionalen Romanfiguren.

    Danke, Titus Müller , das wäre sehr platt gewesen. Irgendwie fremdel ich mit dem Ende.


    Es ist nicht zu 100 % befriedigend, oder? Aber ein Rest Spannung muss ja auch noch bleiben, damit ihr den 2. Band lesen wollt. ;) Annie und Ria werden darin ziemlich wichtig.

    Ich auch und ich wünsche mir, dass wir den 2. Teil auch wieder gemeinsam lesen. Mir hat die Leserunde mit euch Spaß gemacht. :knuddel1

    Vielen Dank, lieber Titus Müller , für die Begleitung der Leserunde. :knuddel1

    Für mich ist es genauso ein Vergnügen! Ich werde gern mit euch in den zweiten Band eintauchen. :lesend

    Ja, bitte mach das unbeding! *noch mehr Mut zu Titus schickt* Für mich gehören diese politischen Ereignisse zum großen Ganzen des Buches unbedingt dazu, und wenn man sie so unmittelbar geschildert bekommt, nimmt mich das noch einmal ganz anders mit. Wenn ich mir eine persönliche Bemerkung erlauben darf: den Tag X habe ich auch sehr gerne gelesen, allerdings sind da für mich die Personen öfters zugunsten der geschichtlichen Ereignisse in den Hintergrund getreten. Dieses Gefühl habe ich hier überhaupt nicht: hier finde ich Politik/Zeitgeschichte/Alltagsleben und Charaktere peferkt aufeinander abgestimmt! :thumbup:

    Ich danke dir! Ich sehe schon, ich sollte mir bei den historischen Romanen auch einfach vornehmen, einen Thriller zu schreiben, dann lande ich bei der richtigen Mischung in der Mitte zwischen beiden Genres. 8)

    Da ich die Kommentare noch nicht gelesen habe und daher nicht weiß, ob es schon jemand gesagt hat, auf Seite 207 (Mitte) ist ein Tippfehler. ZSuchte, das Z ist zu viel.


    Das habe ich schon auf dem Zettel. Aber sonst immer her mit Tippfehlern, ich freue mich über jeden, den wir korrigieren können, anstatt ihn nochmal zu drucken. ;)


    Und ich bin froh, dass die Grauzeichnung bei den Figuren so gut ankommt. Kann einen ja auch nerven, wenn man nicht weiß, mit wem man warm werden sollte. Aber solange das Lesen Spaß macht, bin ich glücklich! :)

    Mich wundert etwas, warum nicht sein ganzer Doppelname Schalck-Golodkowski genannt wird. Seine Biografie habe ich auf Wikipedia auch nachgelesen.

    Zu DDR-Zeiten war er einfach als Dr. Schalck bekannt. Der Doppelname wurde erst nach der Wende "aktiviert". Über die Gründe bin ich mir nicht ganz im Klaren. Direkt nach dem Krieg war es sicher nicht günstig, einen russischen Nachnamen zu haben, weil die Bevölkerung ja auch Schlimmes von den Siegermächten erlebt hat. Oder es war ungünstig, dass sein Vater, Peter (eigentlich Pjotr) Golodkowski, als Hauptmann in der Wehrmacht den Erzählungen nach seine Uniform recht gern mochte, und der Großvater, Iwan Golodkowski, höherer Finanzbeamter des russischen Zaren in Gomel war -- für die Sowjetunion war die Zarenfamilie ja der Gegner.

    Der Schreibstil ist wieder super und auch der Spannungsbogen lässt kaum Wünsche offen. Manchmal habe ich nur Probleme mit den "unangekündigten" Szenenwechseln (zuletzt passiert von Seite 141 auf Seite 142). Im Abschnitt vorher war von Ria die Rede und dann auf einmal von Honecker. Ich lese dann immer noch einmal den Abschnitt vorher, weil ich denke ich habe was verpasst oder nicht richtig gelesen.... Geht es noch jemanden so? Oder liegt dies an meiner fehlenden Konzentration aktuell?


    :wave

    Das ist ein wichtiger Hinweis für mich. Stört dich, dass zu oft die Perspektive wechselt, würdest du dir längere Abschnitte aus derselben Perspektive wünschen? Oder sind es allein die harten Schnitte?

    HINWEIS/ Anregung:

    S. 207, Zeile 17 ZSuchte (das Z ist zu viel)

    S. 211, Zeile 9 strohachtige Haare (Begriff strohartige Haare kenne ich)

    Vielen Dank! S. 207 korrigieren wir. Das unkorrekte Deutsch auf S. 211 ist Absicht, da habe ich mich extra beraten lassen, wie eine Niederländerin mit nicht ganz vollständigen Deutschkenntnissen es sagen würde. ;)

    Das Video mit dem Lektor fand ich auch interessant. Überrascht hat mich seine Jugend. Bei so einem Spionageroman hätte ich mir einen Lektor mit mehr Lebenserfahrung als günstiger für diese Geschichte der jüngeren deutschen Vergangenheit vorgestellt.

    Ich hatte zwei Lektoren, Oskar Rauch im Heyne Verlag und Gunnar Cynybulk als Freien Lektor. Gunnar Cynybulk war lange beim Aufbau Verlag, dann Verleger des Ullstein Verlags, und inzwischen hat er einen eigenen Verlag gegründet, Kanon. Er hat auch eine Ost-West-Biografie. Von beiden Lektoren kamen sehr, sehr wertvolle Hinweise zur Geschichte.