Beiträge von Petra Du-Be

    Etwas Schade fand ich, dass Minnas Mutter so wenig Zeit für Minna hatte. Immer waren die anderen Menschen für die Mutter wichtiger. Zum Glück hatte Minna ihren Onkel Josef.

    Eine meiner Freundinnen ist mit einem Mann verheiratet, der will auch immer die ganze Welt retten. Er engagiert sich für zig Charityprojekte, aber dass seine Tochter eine neue Klammer braucht, bekommt er nicht mit. Und weil er so viel anderweitig spendet, ist das Geld daheim oft gewaltig knapp.
    Solche Konstellationen gibt es häufiger als man denkt. Zuhause bekommt man keine Anerkennung fürs Gut-Sein, draußen schon ...

    Obwohl ich ein offenes Ende in Büchern nicht so toll finde, hat mich dieses Ende jetzt nicht gestört. Ich bin schon gespannt wie es im nächsten Buch weitergeht.

    Bücher sind doch in erster Linie Geschichten, Lebenslinien. Und wo ist da ein Anfang, wo das Ende? Das ist etwas, was wir künstlich definieren, weil einfach irgendwo ein Beginn und ein Schluss sein müssen ... Aber wie sieht es im wahren Leben aus? Da ist alles immer im Fluss ...

    Obwohl ich ein offenes Ende in Büchern nicht so toll finde, hat mich dieses Ende jetzt nicht gestört. Ich bin schon gespannt wie es im nächsten Buch weitergeht.

    Bücher sind doch in erster Linie Geschichten, Lebenslinien. Und wo ist da ein Anfang, wo das Ende? Das ist etwas, was wir künstlich definieren, weil einfach irgendwo ein Beginn und ein Schluss sein müssen ... Aber wie sieht es im wahren Leben aus? Da ist alles immer im Fluss ...

    Zum Ende hin habe ich schon immer etwas irritiert auf die verbleibenden Seiten geschaut und war dann ziemlich enttäuscht, dass alles so offen geblieben ist. Alexander war noch nicht mal bei der Aufnahmeprüfung, der Onkel lebt noch, Eveline leidet weiter und ihr Mann auch, Gehringer hat weder zum großen Schlag gegen Mimi ausgeholt, noch seinen Pavillon gebaut,... ich habe nichts dagegen, wenn ein paar Fäden lose bleiben, um auf den Folgeband einzustimmen, aber so fand ich das Ende viel zu plötzlich.

    Mimi beschließt, erst mal in Laichingen zu bleiben.

    Alexander und Anton fassen beide den Entschluss, ihre Träume auch umzusetzen.

    Mimi trifft Johann wieder.

    Und Eveline schöpft Hoffnung durch die Rückkehr von Johann/Hannes.
    Ich finde, da sind etliche Fäden für den Augenblick ganz gut verknüpft und vernäht.
    Und ob es überhaupt zum "großen Schlag gegen Mimi" kommen wird, ist dahin gestellt. Meine Geschichten leben nicht von großen Schlägen und manieriertem Drama, ich wünsche mir, dass sie so daherkommen, dass man sich gut vorstellen kann: So könnte es tatsächlich gewesen sein ...

    Onkel Josef ist tatsächlich ernsthaft, sogar totkrank. Erst will Mimi nicht bleiben, und hofft immer noch auf ihre Mutter, doch schließlich entscheidet sie sich doch anders, lernt Kochen und Waschen. Sich mit den Laichingern gut zu stellen, wird aber noch etwas dauern, Gehringer intrigiert, und die Leute haben Angst um ihre Jobs bzw. die Lehrstellen der Kinder. So ganz kann ich das nicht nachvollziehen, dass Gehringer solche Macht hat, außer ihm gibt es noch mindestens 2 weitere Fabrikbesitzer, mindestens einer scheint sogar größer zu sein, warum also sollte ausgerechnet er solche Macht haben?

    Es gab tatsächlich mehrere Arbeitgeber, aber ob die andern sehr viel besser waren? Außerdem hingen die Weber sehr an "ihrem Fabrikle". Wer mal bei einem Webereichef gearbeitet hatte, wollte dort auch bleiben und nirgendwo anders hin. Wir können das heute nicht mehr nachvollziehen oder nur schwerlich.

    Was mich hier besonders gefesselt hat, ist die Laichinger Jugend. Mir scheint, dass Mimi da etwas aufgebrochen und in Gang gesetzt hat. Sie sprechen untereinander über ihre Begabungen, ihre Träume und Wünsche. Es wäre schön, wenn Mimi ihnen Mut und Zuversicht geben könnte, etwas zu wagen und nicht nur in die ausgetretenen Fußstapfen der Eltern zu treten. Bei Anton braucht es nicht mehr so viel Anstoß, glaub ich, und auch Alexander ist auf einem guten Weg. Ich glaub, sie werden das schaffen, ich drück ihnen fest die Daumen.

    Hach ... Wenn ich das lese, geht mir das Herz auf ... Ich fahre übrigens gleich nach Laichingen und halte vor Ort eine Lesung. Das wird spannend!

    Ich fahre nächste Woche weg, hoffe aber, dass ich trotzdem noch ein bisschen in der Runde hier mitlesen kann :) Ich hoffe, du, Petra, nimmst mir meine zwiespältige Meinung nicht übel, ich freue mich sehr über deine Begleitung der Leserunde und deine Kommentare :)

    Nee, ich nehme dir das nicht übel. Aber ich kann dir versprechen, dass ich keinesfalls irgendwas künstlich in die Länge gezogen habe o.ä. Ich fand einfach, dass dies ein guter Zeitpunkt ist, um inne zu halten und auch die Spannung zu halten :-). Da es im April schon weitergeht, finde ich das legitim. Band 2 hat dann ein weniger offenes Ende ...

    Verstehen kann ich nicht, warum sich seine Schwester nicht um ihn kümmert, das würde doch "richtig gut" kommen, wenn die Pfarrersfrau sich nicht nur um ihre "Schäfchen" sondern auch um die Familie kümmert.

    Mimis Mutter habe ich, ehrlich gesagt, auf zwei Leute aus meinem weiteren Umfeld hin modelliert. Es kommt öfter vor als man glaubt, dass jemand Afrika und die halbe Welt retten will, aber sich nicht um die eigenen Liebsten kümmert. Dabei gibt es nämlich bei weitem nicht so viel Anerkennung, und manchen Helfenden ist der öffentliche Applaus und das damit einhergehende Renommee wichtiger, als dass die eigenen Kinder gepflegt in die Schule gehen ...

    Kennt ihr Franziska von Reventlow? Eine faszinierende Frau, eine Wegbereiterin ... Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir ihren Nachnamen stibitzt, weil ich finde, dass er auch zu Mimi gut passt. Nur ein "von" braucht es nicht bei Mimi :-)

    5 Teile - super!


    Gerade ist mir auch wieder eingefallen, was ich zu diesem Abschnitt noch schreiben wollte:

    gephotoshopt wurde also damals schon, wenn auch noch mit anderem Handwerkszeug. ;)

    Und wie damals "gephotoshoped" wurde! Damals wurde fast noch schlimmer retuschiert als heute - in Landschaften wurden Brücken und Kirchtürme hineinbelichtet, nur, um ein Dorf touristischer attraktiver zu machen. Mich würde mal interessieren, wie die Urlauber dann reagierten, als sie sahen, dass es gar kein so hübsches Kirchlein gab :-)
    Und auch bei Personenfotografien wurde viel getrickst. Merke: Das gab es alles schon damals ;-)