Der Zorn der Einsiedlerin - Fred Vargas

  • Kurzbeschreibung (Quelle: amazon.de)41cYhj9QwqL._SX312_BO1,204,203,200_.jpg

    Im Süden Frankreichs sterben mehrere Männer – angeblich sind sie dem Biss der Einsiedlerspinne zum Opfer gefallen. Allerdings reicht das Gift einer einzigen Spinne nicht aus, um einen Menschen zu töten. Adamsberg und sein Team von der Brigade Criminelle des 13. Pariser Arrondissements ermitteln. Seine Nachforschungen führen den eigenwilligen Kommissar zu einem Waisenhaus bei Nîmes und zu einer Gruppe von Jungen, die dort in den 1940er-Jahren lebte. Und plötzlich erscheinen die Todesfälle, die bislang nicht als Morde betrachtet wurden, in einem anderen Licht …


    Über die Autorin (Quelle: amazon.de)

    Krimifreunde wissen längst, dass Fred Vargas das Pseudonym für Frédérique Audoin-Rouzeau ist. Die Autorin wurde 1957 geboren, studierte nach dem Schulabschluss Geschichte des Mittelalters und nahm an zahlreichen Ausgrabungen teil. Sie lebt mit ihrem Sohn in Paris und arbeitet noch immer in Forschung und Lehre als Archäologin an einem bedeutenden französischen Forschungsinstitut. Zum Krimischreiben nutzt Vargas hauptsächlich die Ferien; mit zwei Millionen verkaufter Bücher ist sie extrem erfolgreich und international anerkannt. Sie erhielt u. a. den „Deutschen Krimipreis“ für „Der vierzehnte Stein“, wurde für „Fliehe weit und schnell“ mit dem französischen Buchhändlerpreis („Prix des libraires“) und dem Preis der Leserinnen von ELLE ausgezeichnet. Sie selbst sagt über ihre Bücher: „Krimis sind das beste Antidepressivum.“


    Meine Meinung

    Zugegeben – ich bin eingefleischter Fred Vargas-Fan, jeder neue Adamsberg-Krimi muss von mir früher oder später gelesen werden. Meine Einschätzung zu diesem Band mag daher nicht ganz vorurteilsfrei ausfallen…


    Ich mag Adamsberg mit seiner stets schrulligen Art, seinem eigenartigen Wesen, seinen Gedankengängen, denen zu folgen man es zuweilen schwer hat und die dennoch immer den Kern der Sache treffen. Und ich mag die Personen, die um ihn herum agieren, mal mit mehr oder weniger gewichtiger Rollenverteilung. In diesem Band ist es nicht Danglard, sondern in erster Linie Veyrenc, der zusammen mit Adamsberg das Rätsel der Einsiedlerspinnen-Morde löst.


    Fred Vargas schafft es wieder einmal auf unnachahmliche Weise, ein besonderes Mordwerkzeug in den Vordergrund zu rücken. Dieses Mal sind es die doch eher scheuen Einsiedlerspinnen, deren Gift, höchstkonzentriert, zum Morden zweckentfremdet wird. Wie und weshalb, da tappt selbst Adamsberg lange im Dunkeln. Er muss mehrfach erkennen, dass der zunächst eingeschlagene Weg nicht zum richtigen Ziel führt.


    Die Enträtselung erfolgt natürlich trotzdem. Unter Bezugnahme auf Adamsbergs höchstpersönliches vergangenes Erleben, welches all die Jahre tief in ihm schlummerte und sich im Zuge der Ermittlungen endlich lösend und ganz entscheidend für die Auflösung des Falles Bahn bricht. Für den unvoreingenommenen Krimileser mag dies des Zufalls zu viel sein, im Adamsbergs-Universum ist es jedoch genau passend. Auch die schlussendliche Auflösung samt ureigenster Zweifel ist genau richtig und macht diesen Krimi rund.


    Wie so oft bei Vargas fokussiert sich die Geschichte nicht allein auf die Krimihandlung. Es gibt Spannungen innerhalb der Brigade, welche sich durch beherztes Eingreifen Adamsbergs lösen lassen. Amseln werden gerettet und die Kollegin von einem Stalker befreit. Dies alles hat Platz ohne abschweifend zu wirken. Diese kleinen vom Fall losgelösten Besonderheiten, aber auch die persönlichen Eigenarten der in der Brigade arbeitenden Kollegen, runden das Leseerlebnis optimal ab.


    Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Adamsberg-Krimi aus der Feder von Fred Vargas! Dieser hier ist mir 8 von 10 Eulenpunkten wert.



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