Bachmann-Preis 2019 in Klagenfurt

  • Martin Beyer ist wieder ein Teilnehmer mit mehr Erfahrung und Veröffentlichungen.

    https://www.hinter-den-tueren.de/


    Im Herbst erscheint sein neuer Roman Und ich war da bei Ullstein, aus dem er hier las. Es ist ein historischer Kontext und es geht um einen versehrten Kriegsheimkehrer und um die Hinrichtung der Geschwister Scholl.


    Thematisch interessant, aber sehr konventionell erzählt.


    Einige Jurymitglieder wollten den Text hinrichten, doch immerhin gab es einige wenige, die dagegenhalten.


    Es könnte ein Buch für mich sein.

    Dazu sehe ich Klagenfurt neben den Erkenntnissen aus Diskussionen schon so lange: um Autoren für mich zu entdecken.


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  • Witzig wie das passt, denn Tolkien wurde in einer der Bachmannpreistexte auch erwähnt, in der Geschichte von Tom Kummer.


    :) Ja, das fand ich auch einen witzigen Zufall und habe diese Erwähnung auch als Bekräftigung meiner Absicht gewertet, diesen Film an diesem Abend anzuschauen (trotz Müdigkeit wegen der Hitze).

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Jetzt habe ich die beiden sehr unterschiedlichen Beiträge von gestern Vormittag angeschaut. Wie man solche Texte vergleichen kann? Diese tief betroffen machende Schilderung der grauenhaften Verfolgung der Jesiden durch den IS auf der einen Seite und dann diese läppische Erzählung um einen Schrank, der im Flur im Weg steht, auf der anderen Seite! Irgendwie sind da Welten dazwischen - trotzdem funktionieren diese Texte und ich habe beiden gespannt zugehört.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Ziemlich lahme Kiste insgesamt.

    Was meinst Du damit? Hast Du die ganze Sendung angeschaut? Oder meinst Du nur das Ergebnis?

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Gerade habe ich mir noch die beiden ersten Beiträge von gestern angeschaut. Leander Fischer hat den Deutschlandfunkpreis verdient gewonnen. Sein Text hat mir gut gefallen, auch wenn ich bei der genauen Beschreibung der Fliegenbauweise meine Konzentration schleifen gelassen habe.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Hallo, Tante Li.


    Ich mein(t)e in erster Linie die Autoren und die Texte. Das Format ist aber auch insgesamt ... renovierungsbedürftig.

    Oha, ein Versehen. Den emporgestreckten Daumen wollte ich gar nicht geben. :)


    Renovierungsbedürftig? Mag sein. Aber ich finde, das Format hat nach wie vor Format, und wir sollten froh sein, dass es die Veranstaltung noch gibt.

  • Hallo, Tante Li.


    Ich mein(t)e in erster Linie die Autoren und die Texte. Das Format ist aber auch insgesamt ... renovierungsbedürftig.

    "renovierungsbedürftig" in welcher Hinsicht?


    Ich finde es hat in unserer Medienlandschaft Seltenheitswert. Wo sonst bekommen junge Autoren die Gelegenheit ihre Schreibkunst vorzustellen und von kompetenter Seite diskutieren zu lassen?

    Ich lasse mir gern etwas vorlesen und dann auch erklären, was in so einem Text sonst noch verborgen sein kann, das sich mir beim einmaligen Hören noch nicht erschlossen hat.

    Die Abstimmung und Preise bräuchte ich eigentlich nicht, aber für die Autoren sind sie natürlich eine schöne Bestätigung und evtl. sogar ein Sondereinkommen, das ihnen ermöglicht weiter ihre Kunst zu entwickeln.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Zitat

    Wo sonst bekommen junge Autoren die Gelegenheit ihre Schreibkunst vorzustellen und von kompetenter Seite diskutieren zu lassen?

    Und Du willst tatsächlich behaupten, dass das das ist, was in Klagenfurt passiert? 8)


    Nunwohl. Erstens. Jung sind die nicht alle. Zweitens. Schreiben und Vorlesen sind nicht zwei Seiten derselben Medaille. Ich fänd's besser, wenn die Texte von Schauspielern vorgetragen werden würden. Beim Putlitzer Preis lassen wir Gymnasiasten die Siegertexte vorlesen - und die Sieger freuen sich sehr darüber, dass sie nicht selbst vorlesen müssen. Drittens. Schreibkunst. <hüstel> Viertens. Kompetent. <brachiales_hüsteln>. Fünftens. Diskutieren. <redner tritt ab, weil er nach einem hustenanfall nicht mehr kann>


    Das ist schon eine originelle Sache. Ein Einladungsbewerb. Die Juroren strafen die Kandidaten der anderen Juroren ab. Die Texte sind teilweise unverständlich, weil man sonst keine Ingeborg draufkleben könnte. Kein Mensch schaut sich das an, nur extrem Bibliophile (wie Du) und die Branche.


    Aber ich wäre echt gerne mal mit dabei. ;)

  • ;) Klingt schon etwas nach Neid des Geschmähten. Hast Du schon einmal versucht dort einen Text anzubringen?

    Oder wärst Du gern als Juror dabei?


    Klar, ich als in dieser Hinsicht Ungeschickte bewundere jeden, der einen klaren Satz in die Kamera sprechen kann. Oder sogar vermag seine Meinung in so erlauchter Runde verständlich zu machen (was denen allerdings auch nicht immer gelingt :chen).


    Es sind vielleicht nicht alle Texte von höchster Kunst und einige so unverständlich, dass ich diese Übersetzer brauche. Umso größer ist dann meine Freude, wenn ich einen Text mal im Sinne des Autors verstanden habe. Leider kommen die Autoren zu wenig bei der Diskussion zu Wort. Sie sollten eigentlich das letzte Wort haben und sagen können, wenn die Juroren ihre Konstrukte richtig oder falsch gedeutet haben.

    Kein Mensch schaut sich das an

    Ich weiß, ich bin etwas eigen - aber doch ein Mensch :trippel (und von Herr Palomar nehme ich das auch an)


    ... und sooo bibliophil bin ich gar nicht. :lesend:saint:

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Letztlich zeigt der Bachmannpreis einen Querschnitt der momentanen zeitgenössischen deutschen Literatur und der Literaturkritik. Sind diese schwach, ist das nicht die Schuld des Wettbewerbs und so schwach fand ich jedenfalls einige der Autoren und Juroren nicht.


    Tom könnte ich mir gut vorstellen in Klagenfurt und eigentlich warte ich schon länger darauf, dass er mal auftaucht.


  • Yep, Tom, darum kämpft ihr ja auch um
    den Putlitzer Preis und nicht um den Pulitzer-Preis ;)  :lache

    Sorry, nur sinnfreier Spassss!


    Normalerweise ist es so, dass ein guter Schauspieler immer erheblich mehr aus dem Text herausholt, als es der Autor selbst jemals könnte, ja es ist manchmal gerade zu unerhört, was da möglich ist! Das weiß jeder, der schon mal einen Text schrieb, der dann von Schauspielern gesprochen wurde. Aber wer weiß schon, ob der Schauspieler hier bei manchem Text überhaupt wüsste, was er da vorliest. ;) Nein, gleiches Recht für alle. Schließlich wird hier vielleicht ja auch die Gesamtkomposition aus der Persönlichkeit des Autors und dem Text beurteilt. Darum wird der Autor im Vorfeld ja auch vorgestellt. Das könnte man sich sonst sparen, wenn es allein und ausschließlich um den Text ginge. Aber klar, man wird so natürlich auch dem Medium Fernsehen gerecht und lockert das ein wenig auf.
    Und dass jeder dort in Klagenfurt den Favoriten eines anderen schlecht machen will, ist ebenfalls nicht richtig. Dann käme man zu keinem Ergebnis. Die Beurteilung der einzelnen Texte, die ja ohnehin zumeist stark subjektiv ist (man schaue sich die nahezu diametral entgegensetzten Urteile ausgewiesener "Experten" über literarische Werke an oder die Urteile von Dichtern über andere Dichter), fällt auch hier oft völlig unterschiedlich aus. Dann verböte sich auch eine Sendung wie das „Das literarische Quartett“, in der jeweils ein Kritiker immer ein von ihm geschätztes Werk

    vorstellt.

    Darüber hinaus ist der Wettbewerb in Klagenfurt nicht nur ein Querschnitt zeitgenössischer Literatur, sondern auch eine Werbung für Literatur, schon allein aus der Tatsache heraus, dass es im Fernsehen auf einem Großsender läuft. Der eine oder andere bleibt da schon hängen. Ich kenne einige, die nicht sonderlich bibliophil sind und sich das trotzdem zuweilen anschauen. Auch weil die Länge der Texte überschaubar ist und die Reaktion unmittelbar erfolgt. Das kann auch immer schnell Drama en minature werden, wie es damals zum Beispiel mit Reich-Ranickis Verriss von Fauser war.

    Wenn man das nach Zuschauerzahlen bemessen will, dann könnte man Kultursendungen sowieso gleich einstampfen. Nein, ist schon ok so.

    Die Texte allerdings, nun da kann in den vielen, ja sehr vielen Fällen wirklich geteilter Meinung sein. Viele müsste man sich schon schön :prost

  • Tom  :chen Ist Dein Wurstwasser-Roman fertig und lesbar? :zuhoer

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • :wave Bestens! Dann gibt es gefrorenes Wurstwasser :caipieule  :chen

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Meine Cousine hat vor zwei Wochen einen Herrn, gebürtig aus WurstWeißwasser geheiratet. Ich musste so aufpassen, dass ich nicht bei der Begegnung mit den dort wohnenden Verwandten Wurstwasser sagte.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)