Das Flüstern der Bienen - Sofia Segovia

  • Das Flüstern der Bienen

    Sofia Segovia

    List Hardcover

    ISBN: 3471360352

    480 Seiten, 22 Euro


    Über die Autorin: Sofía Segovia, geboren in Monterrey, Mexiko, studierte Kommunikationswissenschaften in Monterrey und wollte eigentlich Journalistin werden, doch dann entdeckte sie ihre Liebe für fiktives Schreiben. Sie schrieb zunächst mehrere Stücke für das Theater, arbeitete als Ghostwriterin und unterrichtete Kreatives Schreiben, bis sie ihren ersten Roman Noche du huracán veröffentlichte. Das Flüstern der Bienen ist ihr zweiter Roman, mit dem sie wochenlang auf den Bestsellerlisten in Mexiko stand und international von den Kritikern hoch gelobt wird. Heute reist sie dorthin, wo ihre Romane sie hinführen, lebt aber mit ihrem Ehemann, drei Kindern und drei Haustieren in den Bergen von Monterrey.


    Amazon-Kurzbeschreibung: In der kleinen mexikanischen Stadt Linares erzählt man sich noch immer von dem Tag, an dem die alte Nana Reja ein Baby unter einer Brücke gefunden hat. Von einem Bienenschwarm umhüllt, erweckt der kleine Simonopio zunächst Misstrauen bei den abergläubischen Dorfbewohnern. Doch die Gutsbesitzer Francisco und Beatriz Morales nehmen den wilden stummen Jungen bei sich auf und lieben ihn wie ihr eigenes Kind. Während die Spanische Grippe die Region trifft, und um sie herum die mexikanische Revolution wütet, lernen sie Simonopios Gabe zu vertrauen und können die Familie so vor dem größten Unheil bewahren. Doch nicht alle Bewohner der Hacienda meinen es gut mit dem Jungen.



    Spanische Grippe, mexikanische Revolution, Hochzeiten, Todesfälle – es sind nicht immer leichte Zeiten, in denen die Familiengeschichte „Das Flüstern der Bienen“ spielt. Francisco und Beatriz Morales nehmen auf ihrer Hazienda „La Amistad“ ein Findelkind auf, das „den Kuss des Teufels“ im Gesicht trägt; Simonopio hat eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und wird als Baby zusammen mit einem Schwarm Bienen gefunden. Fortan gehören Kind und Bienen zur Familie Morales. Der Junge hat eine besondere Gabe. Seine Bienen flüstern ihm Geschehnisse ein, die in der Zukunft liegen und oft kann er durch sein Handeln diese Zukunft noch beeinflussen und Schlimmes von der Familie abwenden. Doch das kommt nicht bei allen Menschen in seinem Umfeld gut an und so weiß der Junge, dass sein Leben ständig in Gefahr schwebt…


    Das Buch wird hochgelobt, die Autorin sogar mit Isabel Allende verglichen und tatsächlich hat man beim Lesen ab und zu verstärkt das Gefühl, Allende sei zumindest Vorbild für die Autorin gewesen. Deshalb wirkten einige Szenen auf mich etwas „gezwungen“ und ganz bewusst in Richtung der Allende-Romane konstruiert. Das machte es für mich nicht immer angenehm zu lesen. Bitte nicht falsch verstehen; der Roman ist nicht schlecht, doch für mich war die Intention, Allende zu imitieren, fast spürbar. Die Handlung zieht sich zudem ein wenig, schweift ab und mäandert teilweise durch verschiedene kleinere Episoden der Geschichte. Ich war bis zum Schluss unsicher, wie ich das Buch im Rückblick sehen würde. Nun, da die letzte Seite beendet ist, kann ich sagen, dass dies ein sehr ruhiger Familienroman mit ungewöhnlichen Protagonisten ist, der mich nicht vollends begeistern konnte. Dazu war er einfach zu langatmig und die gewollte Annäherung an Allende zu stark spürbar.


    6 von 10 Eulenpünktchen


    ASIN/ISBN: 3471360352

  • Ich bin gespannt. Es ist schon seit Tagen auf meinem Reader, aber ich habe eine Miniflaute.

  • „Simonopios Ankunft hat uns für immer verändert. Sie war ein Wendepunkt in unserer Familie und würde später einmal über Leben und Tod entscheiden, aber das wussten wir damals natürlich noch nicht.“

    Sofia Segovia präsentiert mit „Das Flüstern der Bienen“ einen lesenswerten Mix aus Unterhaltung & Information. Die Figurenzeichnung gefiel mir ausgesprochen gut! Ich habe auch etwas über die Geschichte Mexikos erfahren, da auch die Revolution thematisiert wird.

    Worum geht’s?


    Linares (Nord-Mexiko) zu Beginn des 20. Jahrhunderts:

    Die Amme der Familie Morales, Nana Reja, scheint eines Tages verschwunden zu sein. Doch sie kehrt mit einem Baby zurück, das von einem Bienenschwarm umhüllt ist. Es gelingt der alten Amme, das kränkliche Kind (es wurde mit einer Gaumenspalte geboren) am Leben zu erhalten. Trotz der Warnungen der Dorfbewohner nehmen die Großgrundbesitzer Beatriz & Francisco Morales den Waisenjungen auf.

    Simonopio ist ein stummes, aber feinsinniges Kind; der Junge scheint eine besondere Gabe zu haben, so wird er zum Schutzengel seiner „Ziehfamilie“ und beeinflusst das Leben auf der Hacienda entscheidend. Doch es gibt Neider, die ihm sein Glück nicht gönnen…

    In „Das Flüstern der Bienen“ von Sofia Segovia wird die Geschichte Mexikos geschickt mit der Geschichte des Protagonisten verknüpft; die berüchtigte Spanische Grippe spielt auch eine Rolle.

    Simonopio erinnert an John Irvings Figuren, er ist der Prototyp des begabten Außenseiters. Während der Lektüre des Romans musste ich auch an die Werke einer Isabel Allende denken – der magische Realismus lässt grüßen, daher ist es nicht verwunderlich, dass die Erzählung stellenweise märchenhafte Züge aufweist. Dieses Stilmittel - man kann es lieben oder hassen- findet man auch in den Publikationen von Gabriel Garcia Marquez oder Gioconda Belli (sie selbst ordnet ihre Werke teilweise dieser literarischen Strömung zu).

    Sofia Segovia nimmt sich Zeit, um ihre Geschichte zu entfalten. Der plot ist nicht gestrafft, dies hat mich jedoch nicht gestört, da mir der bildhafte, fast poetische Ton der Autorin so gut gefiel, auch die nicht-lineare Technik (Es gibt zwei Erzählperspektiven, teils wird die Geschichte von Simonopios Bruder Francisco erzählt) konnte mich überzeugen. Neben den Protagonisten gibt es auch den klassischen Antagonisten.


    Fazit:

    „Das Flüstern der Bienen“ von Sofia Segovia ist ein farbenprächtiger historischer Roman, der mich trotz gewisser Längen gut unterhalten hat.

    Ich vergebe die volle Punktzahl.

    ASIN/ISBN: 3471360352

    "Literatur ist die Verteidigung gegen die Angriffe des Lebens."


    "...if you don't know who I am - then maybe your best course would be to tread lightly."