Jetzt gerade ist alles gut – Stephan Schäfer

  • Produktinformation (Amazon):

    • Herausgeber ‏ : ‎ park
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 30. Oktober 2025
    • Auflage ‏ : ‎ 2.
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 176 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3988160180
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3988160188

    Kurzbeschreibung (Verlag):

    Vom großen Glück in kleinen Momenten

    Ein kleiner Schnitt am Finger, schon wenige Stunden später hängt das Leben des Erzählers an einem durchsichtigen Schlauch. Er besiegt die Sepsis, aber die existenzielle Bedrohung bringt eine neue Frage in sein Leben: Wenn sich von einer Sekunde auf die andere alles verändern kann – wieso nehmen wir so selbstverständlich hin, dass wir unser Leben ständig auf später vertagen? Als er aus dem Krankenhaus entlassen wird, wird er zum Sammler kostbarer Momente. In Liebe, Familie, Freundschaft, Natur sucht er nach dem, was wirklich zählt. Dabei entdeckt er, dass die berührendsten Geschichten oft in den überraschendsten Augenblicken auf uns warten, sogar in vermeintlichen Nebensächlichkeiten. Eine Einladung, das Leben wieder bewusster wahrzunehmen.

    Stephan Schäfer erzählt in »Jetzt gerade ist alles gut« von der Sekunde, die alles verändert – und von den Momenten, die alles bedeuten. Ein tröstliches, ermutigendes Buch über das, was Leben ausmacht.

    Zum Autor (Verlag):

    Stephan Schäfer, geboren 1974 in Witten, war lange Jahre als Journalist, Chefredakteur und Vorstand tätig. Sein Roman 25 letzte Sommer stand über 30 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und inspirierte ihn zu den in der Reihe Das Buch, das bleibt erschienenen Büchern 100 Fragen an meine Mutter und 100 Fragen an meinen Vater sowie 100 Fragen an mich. Mit seiner Familie lebt er in Hamburg und an der Schlei.

    Meine Meinung:

    Eigentlich wollte der Erzähler mit der Familie in Urlaub fahren, doch dann liegt er mit einer Sepsis in der Klinik und ringt um sein Leben. Als er wieder halbwegs auf den Beinen ist, beginnt er sein Leben anders zu sehen, kleine Momente des Glücks anders wahrzunehmen und Dinge nicht mehr auf später zu verschieben.


    Mir hat dieses leise Buch wieder sehr gut gefallen. Der Autor regt die Leser:innen an, doch selbst kurz innezuhalten und etwas Geschwindigkeit aus dem Leben zu nehmen. Und vielleicht auch Dinge zu tun, die man sonst gerne auf später verschieben würde, weil dann ja noch Zeit ist. Aber oft ist später eben keine Zeit mehr. Man sollte sein Leben jetzt leben und nicht irgendwann später.


    Alles in allem ein schönes Buch für zwischendurch, dass einen kurz innehalten lässt.


    9 von 10 Punkte

    ASIN/ISBN: 3988160180

  • Als ich das Buch aus der Bibliothek abholte, wusste ich, das wird jetzt gleich meine Abendlektüre. Es ist doch ein schöner Gedanke, ohne auf Schlaf zu verzichten, das Buch nach kurzer Zeit zufrieden zuzuklappen? Ich habe "25 letzte Sommer" bereits sehr gern gelesen, mich erkannt und so manche Erkenntnis wollte ich in meinem Leben mehr ins Bewusstsein holen. Hat nicht ganz so geklappt. Leider.


    Stephan Schäfer erzählt in seinem neuen Buch von einem Familienvater. Wenige Stunden zuvor hat ein kleiner Schnitt alle zukünftigen Lebenstage gefährdet. Eine Sepsis führt ihm vor Augen, dass er Glück hat, zu leben. Trotzdem schwebt das Wort Amputation noch weiter über ihm.


    In kurzen Kapiteln nimmt er uns mit zu Stationen, intensiven Erlebnissen, für die man oft nur in sich hineinspüren muss. Mal nicht auf die Uhr schauen, zuhören, sich auf Neues und Fremdes einlassen, sich für Andere interessieren, Fragen stellen. Setz Dich in die Natur und lausche, trau Dich die Fragen zu stellen, weil es Dich interessiert. Menschen prägen Dich.


    Als Zwischendurchbuch sind Stephan Schäfers Werke gut geeignet.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Ich kann das gerade sehr gut nachfühlen aktuell, daher weiß ich, dass ich das Buch gerade nicht ertragen könnte. Die Botschaft dahinter allerdings empfinde ich also genauso eindrücklich. Ich habe auch bereits ein paar Dinge, die ich "irgendwann" mal machen wollte, für kommendes Jahr sogar schon fest gebucht/geplant mit Daten und Abwesenheiten in der Firma, die schon fix sind. Der berühmte Schuss vor den Bug kann wirklich eindrücklich sein.

  • Bereits die 25 Seiten umfassende Leseprobe des Romans "Jetzt gerade ist alles gut" von Stephan Schäfer konnte mich auf Anhieb überzeugen. Nach der Widmung "Für Andrea, Leonard und Ada" führt sie uns zu einem Prolog (1. Uhrzeit: "Mittwoch, 16:30) Uhr"), in welchem der Protagonist, ein in der Ich-Form erzählender, namenlos bleibender Familienvater, statt einen geplanten Familienurlaub antreten zu können, wegen einer unfallbedingt hochgradig infizierten Fingerkuppe ins Krankenhaus muss. Unter regelmäßigen Zeitangaben begleiten wir die Ereignisse zunächst bis "Donnerstag, 04:30 Uhr" und erfahren in der Folge, dass durch das Erscheinen der berüchtigten "roten Linie" von der Unfallstelle Richtung Herz auf das Vorliegen einer sogenannten Lymphangitis (Entzündung der Lymphgefäße) geschlossen werden muss, was als eine Vorstufe zur Blutvergiftung (Sepsis) anzusehen ist, akute Lebensgefahr bedeutet und dringendes ärztliches Eingreifen notwendig macht.

    Die ersten Gedanken, die unserem Patienten durch den Kopf schossen, waren "Wann hatte ich das letzte Mal gebetet?" und "War es wirklich nötig gewesen, aus der Kirche auszutreten?"

    Fazit: Es bedarf oft mehr oder minder großer Erschütterungen, um uns dazu zu bewegen, innere Einkehr zu halten, aus dem Hamsterrad auszusteigen, Bilanzen und ggf. Konsequenzen zu ziehen, (wieder) zu lernen, sich auch an Kleinigkeiten zu erfreuen, dankbar und sich der Endlichkeit bewusst zu sein.


    Das 176-seitige HC ist mit einem ansprechenden, Stille ausstrahlenden und daher gut zum Thema passenden Cover versehen und am 30. 10. 2025 unter der ISBN 978-3-9881601-8-8 im Verlag park x Ullstein erschienen. Auch der Schreibstil war passend und angenehm.