'Die Hafenschwester: Als wir wieder Hoffnung hatten' - Seiten 272 - 366

  • Wie vermutet, kann Moritz Paul helfen sich mit der Situation zu arrangieren.

    Bin ja gespannt wie es mit Moritz und Carola weitergeht. Die Tipps von Paul sind ja geldwert :lache


    Für Li-Ming ist es wie Prostitution als Kellermann sie engagiert, ihre Füsse zu verkaufen. Aber immerhin kann sie ihre Wohnung behalten. Ich glaube, dass es Heinrich unter den gegebenen Umständen nicht so eng sehen würde, wie Li-Ming glaubt.

    Gut dass er wohlbehalten zurückgekommen ist. Hoffentlich hat er auch noch so viel Glück bei der Marine.

    Gab es da wirklich U-Boot-Angriffe auf neutrale Schiffskonvois?


    Dass die Operationen bei Paul glücken werden wissen wir ja. Aber interessant wie das gemacht wurde. Insofern waren Kriege ja immer gut, sowohl für medizinischen als auch technischen Fortschritt. Nur der Preis ist da immer viel zu hoch.


    Für heute ist jetzt Schluss, auch wenn ich mich nur schwer losreissen kann.

  • Gab es da wirklich U-Boot-Angriffe auf neutrale Schiffskonvois?

    Ja, die gab es, wobei unklar war, ob das Irrtümer oder gezielte Angriffe waren. Die Propaganda nennt es gezielt, die Täter sagen, es war ein Versehen. Aber vorgekommen ist es.

    Dass die Operationen bei Paul glücken werden wissen wir ja. Aber interessant wie das gemacht wurde. Insofern waren Kriege ja immer gut, sowohl für medizinischen als auch technischen Fortschritt. Nur der Preis ist da immer viel zu hoch.

    Hier einer der zahlreichen Artikel zu dem Thema, mit denen ich recherchiert habe: https://lisa.gerda-henkel-stif…eitschirurgie?nav_id=1031

    Und das angehängte Bild ist aus dem Journal für ästhetische Chirurgie:

    Jacques Joseph – zum 80. Todestag, 18. Juni 2014

  • Paul hat wirklich großes Glück, dass Martha so gute Verbindungen zu den Ärzten hat. Ohne sie hätte er wohl keine Chance gehabt, an die Operationen zu kommen, alleine schon deshalb, weil er gar nichts von den Möglichkeiten mitbekommen hätte.


    Moritz wird zur Stütze, wobei ich denke das das bald auf Gegenseitigkeit beruht, sie haben sich beide viel zu geben, macht es den Eindruck. Alleine schon wegen der Tips, wie er Carola für sich interessieren könnte profitiert Moritz ja schon.


    Gut das Heinrich es wieder nach Hause geschafft hat. Nur dass er kein Schiff mehr hat. Nun also doch noch zur Marine, wird wohl auch nicht anders gehen.

    Mai-Ling tut mir irgendwie leid, das was sie tut ist in Deutschland ja nicht anrüchig, aber die eigne Erziehung ist natürlich stärker. Sich über das was man als kleines Kind eingetrichtert bekommen hat hinwegzusetzen ist schon schwierig. Ich bin mal gespannt, wie sich das lösen wird, ich hab es nicht mehr im Kopf.

  • Hier einer der zahlreichen Artikel zu dem Thema, mit denen ich recherchiert habe: https://lisa.gerda-henkel-stif…eitschirurgie?nav_id=1031

    Und das angehängte Bild ist aus dem Journal für ästhetische Chirurgie:

    Jacques Joseph – zum 80. Todestag, 18. Juni 2014

    Wow, das wurde richtig gut. Aber trotzdem für die Patienten mit den vielen OPs eine Wahnsinnstortur.

    Danke für den Link, den werde ich mir mal in Ruhe anschauen.

  • Harte Kriegszeiten... die Versorgungslage ist schlecht und durch Mangelernährung und kriegsbedingt weitere Armut steigt die Sterblichkeitsrate auch zuhause stark an. Martha will so gerne für die Bedürftigen sorgen, doch sie kann sich auch nicht verzetteln: im Moment hat die Familie oberste Priorität. Paul kann nur zeitweise arbeiten und um die Wohnung zu halten, musste sie ja aufstocken.


    Pauls Verletzung stelle ich mir schrecklich vor. Wir hatten das Thema mit den Gesichtsverletzungen ja bereits einmal. Ich verstehe, dass er hadert. Er sieht schrecklich entstellt aus und hat gerade anfangs Probleme mit der Artikulation.


    Doch auch wenn er immer wieder depressive Momente hat, für seine Familie will er kämpfen. Ich denke, der Rückhalt der Familie hilft ihm dabei und ganz sicher auch die Treffen mit Moritz Kellermann, der sich ebenfalls nicht unterkriegen läßt. Ich habe mir natürlich einige Wachsmoulagen dieser Zeit im Internet angesehen. Ich war gespannt darauf, wie Paul es gestalten wird, sich seinen Kindern zu zeigen. Und schön fand ich den Moment, in dem die kleine Ella angesichts von Pauls Gesicht beschließt, eines Tages Ärztin zu werden. Diesen Traum wird sie nie mehr aufgeben. Pauls Erlebnis beim Versorgungsamt ist widerlich. Soviele Männer haben im Krieg ihr Leben, ihre Gesundheit, ihre Gliedmassen, ihr Äußeres gegeben und werden mit Ermäßigungen für Bad und Theater abgespeist, wenn überhaupt. :bonkBesonders angesichts der Beschreibung des Sesselfurzers von Beamten, der in seinem Leben vermutlich nie eine Front sehen wird... vielleicht maximal eine Schlechtwetterfront, wenn sie sich genau über ihm abregnet. :fetchNachvollziehbar, dass der engagierte Paul beschließt, sich – wenn er seine Behandlungen abgeschlossen hat – für eine angemessene Entschädigung aller Kriegsopfer einzusetzen.


    Doch auch um Heinrich muss man sich Sorgen machen, nachdem die Fortuna im Winter 1916 als verschollen gemeldet wird. Ich verstehe einerseits, dass Li-Ming nicht mit Arthur zu Heinrichs Vater ziehen will und andererseits auch wieder nicht – es wäre soviel einfacher.


    Sich mit Joseph Kellermann einzulassen, kann sich auch rächen. Und wie bereits geahnt, ist sein Angebot nicht sonderlich seriös – es ist schon eine Art von Prostitution, die er von ihr fordert, auch wenn sie „nur“ einen Teil ihres Körpers verkauft. Immerhin nimmt man ihnen das Alibi der chinesischen Korrespondenz ab. Aber als Heinrich nach einem haarsträubenden Abenteuer vorerst zurück kehrt, kann sie auch nicht damit aufhören: Joseph will sie nicht „entlassen“, angeblich damit keine Gerüchte über schlechte Geschäfte über ihn aufkommen. Und sie kann nicht von sich aus kündigen, denn eigentlich geht sie ja einem ehrbaren Beruf nach und es wäre dumm, diesen gerade in diesen Zeiten aufzugeben. Eine Zwickmühle!


    Wie dumm von Heinrich, sich doch noch für den Kriegsdienst melden zu wollen. Aber vielleicht bereitet ihm sein erlittener Beinbruch ja doch solche Probleme, dass er das nicht kann. *zwinki zwonki* ;)

    Moritz Kellermann hat sich in Schwester Carola verguckt – hier mochte ich die Unterhaltung mit Paul, wie er an sie ran kommen könnte, sehr! Und ich meine, mich daran zu erinnern, wie in einem späteren Buch auch Moritz' Familie erwähnt wird, drücke ich ihm einfach die Daumen, dass er Erfolg hat bei Carola. Er ist ja ein guter Kerl.


    Was mir auch gut gefallen hat ist, dass Milli Moritz selbst geschrieben hat und ihn wissen lässt, dass es ihr gut geht. Das passt auch zu der Milli, die wir kannten.


    Brillenschlange78

    Bei den Liebestipps musste ich auch sehr schmunzeln, die Szene hat mir sehr gut gefallen. Vor allem, da dieser Abschnitt eh von viel Leid und Kummer geprägt ist, da hatte das sowas erfrischend Normales.


    Die vielen Operationen sind schon ein Hammer und damals waren die ja noch weniger ein Spaziergang als heute. Aber auch heute können Gesichtsrekonstruktionen noch immer mit zahlreichen Eingriffen verbunden sein.


    MelanieM

    Ein paar der Fotos waren in dem Buch Krieg dem Kriege! enthalten, über das wir uns ja bereits in einer anderen LR mal unterhalten hatten. Es ist erstaunlich, wie man solche gravierenden Verletzungen überhaupt überleben kann.


    streifi

    Naja, „nicht anrüchig“ ist relativ. Es ist nicht so schlimm wie seinen gesamten Körper zu verkaufen, aber „fein“ ist die Tätigkeit auch nicht. Wobei es für Li-Ming ja aufgrund ihrer Kultur und ihrer Erziehung vermutlich letztlich nicht mehr so extrem viel Unterschied ist. Ich finde, sie hadert moralisch schon sehr mit ihrer Tätigkeit, auch wenn sie zumindest finanziell das Beste für sich raus schlagen konnte.

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Krieg dem Kriege hat mich sehr inspiriert. In Band drei taucht auch der Autor von Krieg dem Kriege als Nebenfigur auf. Und das hat dann später tatsächlich sein Enkel gelesen und war begeistert, wie gut ich seinen Großvater dargestellt habe, was für mich ja das schönste Lob war. Habe ich ja schon in der anderen Leserunde erzählt.