Pflichtlektüre?

  • Moin!


    Da ich mit meinen 17 Jahren noch vergleichsweise jung dastehe, habe ich mir vorgenommen, die Weltliteratur abzuklappern und das, meiner Meinung nach, Wichtigste und Bekannteste zu lesen. Mittlerweile zweifle ich aber, ob das überhaupt noch geht und überhaupt noch erforderlich ist, da ich mich manchmal durch Romane kämpfe, die mir zwar gefallen, aber bei denen ich andere, zeitgenössische Bücher vorziehen würde.


    Meine Frage daher, und das allgemein, nicht auf mich bezogen, ist, ob es noch so etwas wie "Pflichtlektüre" gibt, die man als Grundlage für modernere Sachen benötigt und was das eurer Meinung nach wäre. Oder denkt ihr, dass man sich als "moderner" Mensch an zeitgenössische Literatur halten sollte?


    Sollte es schon so einen Thread geben, entschuldige ich mich, doch ich habe die Such-Funktion benutzt! =) Nur für den Fall, dass nun jemand mit einem Hinweis auf die nützliche Such-Funktion kommt...


    MFG
    Brandmarke

  • Eine ähnliche Diskussion gab es bereits bei der Eule, woraufhin ich mir "Die Leseliste" besorgt habe. Enthalten ist der gesamte Literaturkanon für den bildungsbeflissenen Bürger :-]. Um sich einen Überblick zu verschaffen, ist das Heftchen bestens geeignet; es sollte jdoch nicht dazu führen, sich unter Druck setzen zu lassen.

  • Von "Pflichtlektüre" wollen wir mal nicht reden, das klingt ja schon fast abschreckend. Bei aller Bildungsfreude soll Lesen auch Vergnügen bereiten, sonst führt es nicht zu Bildung, sondern nur zu "Belesenheit". :grin


    Bei den 42erAutoren findest du eine (keineswegs vollständige!!!) Auflistung von Anregungen: Leseliste - Quasi ein empfohlener LIteraturkanon

  • Hi, Brandmarke,


    ehrlich gesagt, halte ich die Frage nach dem Besten und Bekanntesten und Wichtigsten der Weltliteratur für falsch.
    Was hat man davon, wenn man sich Bücher reinzieht, die man nicht kapiert, bloß weil andere sagen, daß die toll sind?


    Für mich ist das Wichtigste: lesen, lesen, lesen und immer etwas Neues ausprobieren.
    Ich lese heutzutage Bücher, die ich vor 25 Jahren voll angeödet weggelegt habe und ich lege heute welche weg, die mir vor 20 Jahren wahnsinnig gut gefallen haben.
    Ein Buch einmal gelesen zu haben, sagt halt auch nicht viel.


    Dazu kommt die Frage, mit welchen Fragen man sich grad beschäftigt. Liebe, freier Wille, Selbstmord, Politik, Rache, soziale Umstände, Menschen....
    SchriftstellerInnen und Schriftsteller haben über die Jahrhunderte ganz unterschiedliche Antworten dazu geliefert. Manches ist schwer verständlich geworden, weil es soweit weg ist von uns. Anderes wird durch die Entfernung klarer.


    Lies einfach Deiner Nase nach, nimm, was Dich interessiert. Gib den AutorInnen jede Chance und laß Dich einfach nicht erschrecken.


    Alles kann man sowieso nie lesen.


    :wave

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Hm, ich würde mich da wohl Magali anschließen. An deiner Stelle Brandmarke würde ich mir nicht die Bücher nach der sogenannten "Pflichtlektüre" auswählen. Denn was für dich selbst eine Pflicht zum Lesen ist, musst du selbst entscheiden. Und daneben auch noch, für was du dich überhaupt interessierst. Nicht alles, was andere als unbedingt zu lesende Werke betiteln, muss für dich auch etwas sein. :-)

    Auch aus Steinen,
    die dir in den Weg gelegt werden,
    kannst du etwas Schönes bauen

    Erich Kästner

  • Zitat

    Original von Salonlöwin
    Interessant im übrigen auch, was die 42er Autoren für lesenswert halten,


    Die Liste entstand nicht durch eine demokratische Abstimmung! :lache
    Außerdem soll das nicht bedeuten, daß alles andere nicht lesenswert wäre -- oh nein! Dies ist eine Liste von Anregungen, bei der man anfangen kann.


    Zitat

    Die großartige Jane Austen habt ihr in Jane "Austin" verhunzt; das schmerzt :cry.


    Uuups! :wow Schon ausgebessert!

  • Nach welchen Kriterien seid Ihr da vorgangen Iris? Hattet Ihr überhaupt Kriterien? Es würde mich interessieren, wie man auf so eine Liste kommt :-)

    Auch aus Steinen,
    die dir in den Weg gelegt werden,
    kannst du etwas Schönes bauen

    Erich Kästner

  • Da hat Salonlöwin nicht ganz unrecht. Es ist vor allem eine Liste, die intertextuelle Bezüge und "Wandermotive" berücksichtigt, also auch bestimmte Geschichten, Metaphern oder Themen, die von Schriftstellern und Dramatikern immer wieder neu aufgegriffen werden.


    Das ist besonders für Autoren interessant, weil man dabei beobachten kann, wie ein Motiv oder Thema verändert wird, wie sich die Sicht darauf verändert. Und daß es eigentlich nicht ums Was geht (denn alle Geschichten wurden schon tausendfach erzählt, alle Themen schon unendlich oft durchgekaut, alle Bilder schon millionenfach verwendet), sondern ums Wie, also um die jeweilige Umsetzung durch die jeweilige Schrifstellerpersönlichkeit.


    Allerdings bin ich keine Germanistin -- Gott bewahre! :lache

  • Zitat

    Original von Iris
    Von "Pflichtlektüre" wollen wir mal nicht reden, das klingt ja schon fast abschreckend. Bei aller Bildungsfreude soll Lesen auch Vergnügen bereiten, sonst führt es nicht zu Bildung, sondern nur zu "Belesenheit". :grin


    Bei den 42erAutoren findest du eine (keineswegs vollständige!!!) Auflistung von Anregungen: Leseliste - Quasi ein empfohlener LIteraturkanon


    Da steh ich aber schlecht da :grin
    Ich hab mir mal die "Leseliste" bestellt und mir gleichzeitig vorgenommen, keine Klassiker mehr zu kaufen, jedenfalls in nächster Zeit (irgendwie widersprüchlich, ich weiß...)
    Danke nochmal für Ratschläge, an alle

  • Zitat

    Original von Brandmarke
    Da steh ich aber schlecht da :grin


    Das ist doch kein Wettbewerb! :wave
    Mit 17 hätte ich auch sehr schlecht dagestanden, in diesem Alter fängt man doch erst so richtig an. :wow


    Zitat

    Ich hab mir mal die "Leseliste" bestellt und mir gleichzeitig vorgenommen, keine Klassiker mehr zu kaufen, jedenfalls in nächster Zeit


    Ich frage mich -- ganz ohne beleidigt zu sein :-) -- warum du diesen Thread eröffnet hast ... :gruebel


    Wenn du die Klassiker eigentlich nicht lesen, sondern nur wissen willst, was drin steht, kannst du ja mal in der nächsten öffentlichen Bibliothek nach einem Literatur-Leikon schauen, z.B. Kindlers Literatur-Lexikon, Harenbergs Literaturlexikon oder dem Lexikon der Weltliteratur aus dem Kröner Verlag (s.u.).

  • Ich habe mir vor längerem auch die Leseliste runtergeladen (danke nochmal für den Tipp Iris! :wave) um einfach mal einen Überblick für Vorschläge zu haben, weil ich wieder vermehrt Klassiker lesen möchte.
    Dabei sehe ich das allerdings weder als Pflichtprogramm noch als Zwang, sondern nur als Anregung und als Hilfestellung bei der Zusammenstellung. Da sind natürlich einige dabei, die mich nicht interessieren, andere wollte ich schon immer mal lesen, und auf wieder andere bin ich neugierig geworden. Seitdem lese ich fast jeden Monat einen und es macht mir richtig Spaß :-]

  • Zitat

    Original von Iris
    Ich frage mich -- ganz ohne beleidigt zu sein :-) -- warum du diesen Thread eröffnet hast ... :gruebel


    Ich habe diesen Thread eröffnet, um die Meinung der Eulen zu hören, ob gewisse Romane, Dramen usw. einfach zum Pflichtprogramm gehören. Ganz allgemein, das sollte hier gar nicht auf mich bezogen werden... ;)

  • Zitat

    Original von Brandmarke
    habe ich mir vorgenommen, die Weltliteratur abzuklappern und das, meiner Meinung nach, Wichtigste und Bekannteste zu lesen.


    Dann passt deine Ausgangsaussage aber nicht mehr.... :gruebel

    Auch aus Steinen,
    die dir in den Weg gelegt werden,
    kannst du etwas Schönes bauen

    Erich Kästner

  • Pflichtlektüre ist do eh etwas was man sich reinquält weil es eine Art Pflicht ist. Gefällt dann eh meist nicht. ;-)


    Sehe das wie magali und Alex. Lies was dir gefällt und was dich neugierig macht. Mit dem Alter und der Anzahl der gelesenen Bücher ändert sich der Geschmack und der Anspruch von allein.

    _______________________
    Grüßle, Heaven


    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Goethe) ;-)