Die Teeprinzessin – Hilke Rosenboom (ab 12 Jahre)

  • Zitat

    Original von Herr Palomar
    Das falsche Herz des Meeres ist sogleich auf meine endlose Wunschliste gewandert. :-)


    Auf meine auch. (Und ich dachte schon, ich sei der einzige mit einer mehr als nur endlos langen Wunschliste; vielleicht sollte ich aufhören, Rezis zu lesen?) ;-)

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • "Das falsche Herz des Meeres" ist wirklich lesenswert. Also ich gleube ich werde mir so schnell wie möglich auch die Teeprinzessin anschaffen :-]

    Menschen, die nur arbeiten, finden keine Zeit zum Träumen.


    Nur wer träumt gelangt zur Weisheit Smohalla

  • Ich fasse meine Meinung noch einmal kurz, bündig und vorallem sachlich zusammen:


    pro+


    - unterhaltsam, Langeweile kommt kaum auf


    contra-


    - Beschreibungen des Handlungsortes zu kurz, überhaupt geht alles zu schnell, weite, beschwerliche Reisen wirken zu kurz und nicht beschwerlich genug


    - (ich halte es für) kitschig


    - Schwarz-weiß-Malerei, die Hauptpersonen werden verherrlicht


    - große Zufälle wirken unglaubwürdig

    Manchmal betrachte ich seine Augen ... es liegt so vieles darin, aber seinen Mund hält er verschlossen. Später einmal im Leben, das vielleicht seinen Mund immer fester verschließen wird, muss er eine Möglichkeit haben, zu reden...
    Buddenbrooks

  • Hallo Clärchen,
    herzlichen Dank für deine klare Kritik. Damit kann ich etwas anfangen! Ja, vielleicht hast du Recht, dass die weiten Reisen der Teeprinzessin sehr schnell gehen, ich habe das beim Schreiben auch manchmal verflucht. Ich werde mal sehen, ob ich die eine oder andere Anregung von Dir in das nächste Buch aufnehme, muss erstmal ausführlich darüber nachdenken. Auf jeden Fall werde ich mal eine Anregung aufnehmen und die Hauptfigur weniger verherrlichen. Das neue Buch, dieses Mal ist es nach Anregung einer anderen Büchereule hier wieder ein Titel ohne "die" und "...in", und nur ein Einworttitel, erscheint im Mai 2009 bei Randomhouse.
    Viele Grüsse jedenfalls, und Dank!
    Hilke Rosenboom

  • So, ich habe das Buch in den letzten Tagen gelesen, und schließe mich eher Clärschens Meinung an.


    "Die Teeprinzessin" war gut zu lesen, von einigen der Neben-Figuren hätte ich gern mehr gehört (Mister Tirili und Sikki zum Beispiel fand ich klasse!) und einige Dialoge und gelungene Spitzen zwischenduch haben mich durchaus zum Schmunzeln gebracht.
    Insgesamt war mir die Geschichte aber in jeder Beziehung zu überzogen. Die Schilderung von Bettys Leben in Hamburg zum Beispiel war für mich so einfach nicht nachvollziehbar. Sehr viel Schwarz und Weiß, also reich (=ignorant und böse) gegen arm (=hilflos und gut).
    Das Hilflose und Passive stört mich an Betty insgesamt, sie lässt sich rumkommandieren und durch die Weltgeschichte schicken, wird nur ganz selten selbst aktiv und wenn, dann aus den falschen Gründen und mit den falschen Konsequenzen (z.B. ihre Reaktion auf Ava und Jocelyn). Scheinbar ist sie vollkommen selbstständig, immerhin reist sie quer über den Globus, eigentlich wird sie aber stets von anderen gelenkt und behütet, und wenn die mal ausfallen, passiert irgendein unglaublicher Zufall, und Betty steht am Rand und staunt.
    Auch mir waren die Beschreibungen der Reisen zu beschönigend, teilweise schloss ich nach der Reisebeschreibung auf eine eher kurze Überfahrt von einigen Tagen, stellte dann aber fest, dass in der Zwischenzeit Wochen und Monate vergangen sind. (Erdkunde-Nieten wie ich stehen ja auch immer total auf Kartenmaterial mit vorgekauter Reiseroute ;-) )
    Was mich dann wirklich sehr gegen dieses Buch eingenommen hat, ist Bettys "große Liebe" John Francis Jocelyn. Ich tue mich hier schwer mit einer genauen Beschreibung meiner Vorbehalte, da ich nicht zu viel über den Inhalt verraten möchte, hier nur so viel: Für mich gibt es einen Unterschied zwischen gleichberechtigter Liebe und Bevormundung/Kontrolle. Was von beiden den Erwachsenen Jocelyn zu seinem Verhalten einer 15-jährigen gegenüber antreibt - nun, davon sollte sich jeder Leser selbst ein Bild machen.
    Neben einer Karte mit der Reiseroute habe ich übrigens auch ein Glossar vermisst, in dem ich Begriffe wie "Duckdalben" hätte nachschauen können.

  • Hallo kahlan,
    danke für die ausführliche Kritik, ja, das Schwarz-Weiße in der Zeichnung der Hauptfiguren hatte ja auch schon Clärschen nicht gefallen. Ich muss mir das vor dem nächsten Buch wirklich nochmal überlegen, was ich da machen werde. Einerseits will ich gerade bei Jugendbüchern ab 12 Jahren auch nicht zu komplizierte und vielschichtige Figuren verwenden. Aber direkt Schwarz-Weiß sollten sie natürlich keinesfalls sein.
    Deine Anregung mit der Karte werde ich auf jeden Fall übernehmen und auch das mit dem Glossar ist sehr wichtig, das ist zwar beides Sache des Verlages, aber das werde ich beim nächsten Buch mal dort besprechen.
    Ob es Mitte des 19.Jahrhunderts schon gleichberechtigte Liebe gegeben hat, weiß ich nicht genau, bestimmt mal in Einzelfällen, aber zumindest war das wohl kein Massenphänomen. Das ist ja dann immer die Frage, ob man die Figuren so beschreibt wie sie vermutlich waren oder so, wie wir wünschten, dass sie sich verhielten. Danke jedenfalls für die interessanten Anregungen!
    Und viele Grüße.
    HR

  • Zitat

    Original von Orlando
    Ob es Mitte des 19.Jahrhunderts schon gleichberechtigte Liebe gegeben hat, weiß ich nicht genau, bestimmt mal in Einzelfällen, aber zumindest war das wohl kein Massenphänomen. Das ist ja dann immer die Frage, ob man die Figuren so beschreibt wie sie vermutlich waren oder so, wie wir wünschten, dass sie sich verhielten. Danke jedenfalls für die interessanten Anregungen!
    Und viele Grüße.
    HR


    Ich habe einfach grundsätzlich ein Problem mit der dargestellten Konstellation. Ich glaube, es fehlt mir da sowas wie eine gute Freundin, die einfach zwischendurch mal hinterfragt, was da gerade passiert, und ob das wirklich ein Jocelyns Verhalten wirklich Zeichen unendlicher Liebe ist, oder ob da etwas anderes dahinter steckt. Sicher hast Du Recht, wenn Du auf den historischen Kontext verweist, aber neben einem historischen Roman ist es auch ein Buch für Jugendliche, und in dieser Funktion kann ich es nicht guten Gewissens empfehlen. Das Ideal der "große Liebe", die hier vermittelt wird, wo Betty sich nach Jocelyns Führing und Wünschen verändert und am Ende selbst ihre alten Freunde durch seine Augen sieht und seine Wertungen übernimmt, stimmt mich einfach bedenklich. Wobei da sicherlich auch die schon angesprochene Schwarz-Weiß-Malerei zum Tragen kommt, die Entwicklung von 'ganz toll' zu 'total doof' wäre mir mit einigen leiseren Zwischentönen vermutlich nicht so unangenehm aufgefallen.
    Und was mir im Moment beim Schreiben durch den Kopf geht, ist, dass Bettys unreifes und 'schwarz-weißes' Verhalten (Sorry, um diese Zeit fällt mir da kein existierendes Wort mehr für ein...) sie so kindlich und unreif erscheinen lässt und ich u.a. deswegen Jocelyn so abwehrend gegenüber stehe und für mich sein Motiv eben nicht ist 'Er ist verliebt', sondern 'Er formt ein Kind nach seinen Wünschen'.


    edit: Tippfehler entfernt und einem Satz inhaltlichen Sinn gegeben.

  • Hallo!


    Ich muss auch mal unbedingt meine Meinung zu diesem Buch loswerden.


    Ich fand es herrlich!


    Gerade die Beschreibungen unter anderem von Darjeeling fand ich sehr stimmungsvoll, und die Geschichte seeeeehr spannend und romantisch.


    Ich habe mit Betty mitgelitten und gefiebert, vor allem in ihrer Zeit in Hamburg.


    Klar, Betty könnte sich hier und da ein bisschen souveräner benehmen, aber sie ist noch jung, oder? Da reagiert man eher mal ein bisschen unvernünftig, besonders, wenn man eifersüchtig ist.


    Meine Nichte (18) hat es auch schon gelesen, und sie fand es auch super.


    Fazit: Alle meine anderen Nichten bekommen es jetzt zu Weihnachten geschenkt, denn sie alle mochten bereits schon "Das falsche Herz des Meeres", das mir zwar auch gut gefiel, aber nicht so gut wie dieses Buch hier.


    Birnbaum

  • Mir persönlich hat das Buch auch sehr gut gefallen. :-) Da ich alles lese (Fantasy, Horror, Komödien, auch solche Bücher und mehr) kann ich sagen, dass es auch Leuten gefallen könnte, die normalerweise etwas anderes lesen. Es ist eigentlich für jedes Alter geeignet und ebenfalls ich habe Lust auf Darjeeling-Tee bekommen :fruehstueck (obwohl ich eigentlich nicht oft Tee trinke) ;-)

    Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen - Buddha

  • Ich bin gerade dabei, das Buch zu lesen. Ich finde es eigentlich ganz gut, komme aber noch nicht so richtig rein. Das liegt aber wohl an "Im Land der weißen Wolke". Nach dem Buch fällt es mir sehr schwer mich auf einen anderen Roman einzulassen. :-(

  • Gestern Abend habe ich es ausgelesen. Es hat mir sehr gut gefallen.
    Schöne Geschichte, nette Personen und sogar ein super Happy-End! Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen. :write

  • Für jugendliche mag das Buch ja etwas sein aber nicht für mich.
    Nach den ersten 50 Seiten habe ich es weggelegt.
    Es ist alles viel zu konstruiert und für mich überhapt nicht spannande geschrieben. Immer mal wieder mußt ich über Betty den Kopf schütteln, sie war mir überhaupt nicht sympatisch. So etwas kann ich dann nicht zu Ende lesen. Dafür habe ich eine viel zu große Leseliste!

  • Ich weiß nicht. Ich rätsel und rätsel ob ichs mir kaufen soll hab mich aber jetzt dagegen entschieden.

    "I think too much. I think ahead. I think behind. I think sideways. I think it all. If it exists, I’ve fucking thought of it.''
    — Winona Ryder


  • Habe es gerade fertig gelesen, fand es toll und habe mich doch ein wenig geärgert. Es hätte ein absolutes Supertopspitzenbuch sein können, wenn Betty ein klein wenig anders dargestellt worden wäre. Nicht so schrecklich hitzig und dickköpfig. Ich wollte sie immer wieder schütteln und ihr zurufen: "Erst denken, dann handeln."


    Mir fehlte auch ein durchgehender Spannungsbogen, aber das lag ebenfalls an Bettys Charakter. Ich konnte nicht mehr mit ihr mitfiebern, weil ich mich nicht mit ihr identifizieren mochte.


    Sprachlich fand ich das Buch großartig, und auch sehr sehr stimmungsvoll.


    Liebe Grüße
    Anna-Lisa

  • Ich bin ein wenig enttäuscht von der Teeprinzessin. Das liegt vorallem an der in vorherigen Rezis auch schon angesprochenen starken schwarz-weiß-Darstellung der Figuren. Irgendwie sind alle entweder nur gut oder nur böse, das fand ich auf die Dauer nervig.


    Vom Klappentext her hatte ich die Handlung auch ein bißchen anders erwartet, ich dachte die Bettys Reise als Teehändlerin beginnt ziemlich früh und nicht erst nach der Hälfte des Buches. Wobei mir im Nachhinein der erste Teil in Deutschland besser gefallen hat als ihre Handelsreise. auch in Deutschland wurde Betty immer durch irgendwelche glücklichen Zufälle gerettet, aber während der Reise waren mir das dann zu viele Zufälle. Und dass sie nun auch noch direkt mit der Tee-Mafia zu tun hat, war mir zu dick aufgetragen...


    Aber ich will nicht nur meckern. :grin Der Schreibstil hat mir gut gefallen, die Geschichte liest sich locker weg und man ist sofort in der Handlung drin. Auch Personen und Orte sind schön beschrieben, so dass man alles direkt vor sich sieht.

  • Mein erster Gedanke...schöööööööööön, aber jetzt nach ein paar Tagen sacken lassen komme ich zu einer anderen Meinung. Gefallen hat es mir schon ganz gut. Darjeeling, Tee .... eigentlich der richtige Stoff für ein gutes Buch aber teilweise ging mir alles zu schnell und zu reibungslos. Betty trifft auf Probleme die sich irgendwie zu einfach und dann meistens noch von selbst lösen. Auch die einzelnen Charaktere waren mir einfach ein wenig farblos. Alles in allem ein nettes Buch aber nicht die Kategorie "Unbedingt lesen" Schade, ich habe ein bißchen mehr erwartet.