'Die Schlacht der Trolle' - Seiten 367 - 440

  • Prima zusammengefaßt, Xyrion! :-) Das kann ich nur: :write .


    Und ganz besonders diesen Satz:

    Zitat

    Xyrion
    Vor lauter Vorurteilen gegenüber den anderen Rassen, verloren offenbar alle den Blick für das Naheliegende und finden ihn in dem Moment wieder, in dem sie miteinander sprechen. Davon könnte man so vieles auf unsere Welt übertragen. Wir kämpfen doch mit den gleichen Problemen (Besitzdenken, Gebietsansprüche, Intoleranz, Vorurteile, Rassenhass), nur ohne Trolle und Elfen.


    :write Solche Gedanken kommen mir auch immer wieder.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • ach ja, ich suche in Fantasyauch immer nach dem zeitbezug... und hier war ich mit dieser version glücklich, hier reden die völker wenigstens miteinander... in dieser hiesigen welt, wird ziemlich wenig geredet, und wenn, dann aneinander vorbei... *seufz* :-(


    wessen und welche dunkelelf-saga, Xyrion? *hat hier Salvatore am SUB*

    DC :lesend


    Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens I


    ...Darum Wandrer zieh doch weiter, denn Verwesung stimmt nicht heiter.
    (Grabinschrift F. Sauter )

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von MagnaMater ()

  • Nun ja, es wird vielleicht geredet, aber wie so oft bei uns auch: im kleinen, im individuellen Kreis. Ich befürchte, dass Stens Annäherung an Trolle und Elfen den Menschen als solchen wenig bringt. Aber immerhin, auch kleine Schritte führen vielleicht irgendwann ans Ziel.


    Tamárs Zerrissenheit war mir sehr wichtig. Sein mächtiger Vater, dessen Rolle er unerwartet und in einer absolut schwierigen Situation ausfüllen muss, seine Vorurteile, mit denen er seit der Kindheit beladen ist, sein erstes "echtes" Treffen auf Wlachaken, die Erkenntnis, dass sie tatsächlich auch Menschen sind. Seine Situation ist richtiggehend übel, aber ich denke, sie bietet auch Möglichkeiten.


    Lieben Gruß,


    Christoph

  • Tamárs Zerrissenheit ist auch sehr gut und überzeugend rübergekommen.


    (Und den Rest zum weiteren Buch lese ich erst, wenn ich selbst im Buch weitergekommen bin. Kann aber noch etwas dauern. Leider.)

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Zitat

    Original von MagnaMater
    Ich möchte meine plötzliche erleuchtung mit euch teilen: Historische reitervölker, Skythen, Thrako-Kimmerier, oder welchen namen sie auch immer von ratlosen kulturhistorikern bekommen, die ohne brauchbare schriftliche quellen dastehen, haben eine bemerkenswerte eigenschaft, die auch bei den nubischen pharaonen und im alt-irak verbreitet war, und vermutlich auch im China v.u.Z.:
    Wenn ein herrscher - nenne man ihn grosskhan oder grosskönig oder grosshanswurst aus diesen völkern starb nahm er seinen ganzen hofstaat mit. Den GESAMTEN hofstaat, und nicht etwa ein paar alte, müde sklaven, nein, alle, auch die edlen.


    Der Gedanke hat für Tamár sicherlich so einigen Reiz ... ;-)


    Allerdings befinden die Masriden sich ja in einer anderen Phase: Die Zeiten, in denen sie nomadisch oder halb-nomadisch umherzogen sind vorbei. Es gibt schon lange keine Herrscher mehr, die eher primus inter pares sind. Im Laufe der Zeit haben sie feudale Strukturen entwickelt, sicherlich auch um das Land zu verwalten, möglicherweise von den Wlachaken inspiriert - kultureller Austausch eben. Die Hierarchien haben sich gefestigt, es gibt Erbtitel, und die Linie von Arkas wird als herrschende Familie akzeptiert, an deren rechtmäßigem Anspruch kaum einer zweifelt (wenn wir von den Wlachaken mal absehen ... ;-) ). Ohne jetzt die Rechtmäßigkeit von Tamárs Herrschaft aus heutiger Sicht bewerten zu wollen, ist sie für die Masriden sicherlich gegeben. Eigentlich sollte der Machtwechsel zwischen Gyula und Tamár also halbwegs reibungslos verlaufen, aber die besonderen Umstände erlauben es natürlich viel eher, dass es zu Problemen kommt.


    Das ist übrigens ein Punkt, der mir immer ein wenig Zahnweh bereitet: durch die zeitliche Einordnung der Geschichte,werden immer Strukturen für den Hintergrund genutzt, die mir nicht zusagen. Allerdings wäre es auch nicht passend, wenn die Charaktere diese Strukturen dauernd in Frage stellen. Ich bin ja nicht so der "strahlender Ritter rettet Prinzessin"-Typ. Vielleicht habe ich mich deshalb bei "Sturmwelten" eher an einer Epoche (oder besser: einigen Epochen) orientiert, in der große Umwälzungen auch in sozialen Bereichen stattgefunden haben.


    Lieben Gruß,


    Christoph

  • Das oben zitierte muss ausserdem eine starke religiöse komponente gehabt haben, die hier bei den Masriden entschieden fehlt. Wenn der anführer nicht gleichzeitig der gott/priesterkönig seiner anhänger ist, und mit ganzem gefolge in ein jenseits einzieht, sind solche massenmorde den angehörigen schwer zu erklären...
    und diese Sitten verschwinden auch relativ rasch, nach zwei, drei generationen verliert das dahinter stehende glaubenskonstrukt seine überzeugungskraft, und was man dann noch beigibt, sind wirklich sklaven...

    DC :lesend


    Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens I


    ...Darum Wandrer zieh doch weiter, denn Verwesung stimmt nicht heiter.
    (Grabinschrift F. Sauter )