Schwule Liebesgeschichten?

  • Ein sehr schönes Jugendbuch ist mir noch eingefallen, das habe ich allerdings auch schon vor sehr langer Zeit gelesen (zu lange um eine gute Buchvorstellung zu schreiben.)


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    In Deutschland erhielt der Niederländer Ted van Lieshout für sein Jugendbuch "Bruder" die höchste Auszeichnung in seiner Sparte, den Deutschen Jugendliteraturpreis 1999. Und in der Tat hat die Jury mit dieser Wahl eine äußerst glückliche Hand bewiesen, denn "Bruder" gehört uneingeschränkt zu den schönsten Jugendbüchern.
    Im September 1972 stirbt Marius. Er wurde nur vierzehn Jahre alt. Nach sechs Monaten räumt die Mutter sein Zimmer endlich leer und beschließt, seine Sachen zu verbrennen. Luuk, der Bruder, findet dabei das Tagebuch von Marius. Vor einigen Jahren hat er es ihm zum Geburtstag geschenkt, und er beginnt zu lesen. Noch einmal kommt es zu einer Annäherung an den Verstorbenen: Luuk beginnt Marius' Aufzeichnungen zu kommentieren. "Du bist ganz allein gestorben. Ich hoffe, du hast es nicht gemerkt, daß du stirbst. Ich hoffe, daß du geschlafen hast. Oder daß du zufällig ein letztes Mal geblinzelt hast und über deine Wimpern gestolpert bist."


    Für den Leser entwickelt sich ein sehr dichtes Bild der schwierigen Beziehung zwischen den ungleichen Brüdern. "Kannst du noch jemandes Bruder sein, wenn dieser Jemand nicht mehr lebt?" In der Rückschau werden die ersten Symptome der tückischen Krankheit von Marius sichtbar, seine vielen vergeblichen Bemühungen mit dem Bruder ins Gespräch zu kommen. Und im Nachhinein stellt sich auch heraus, daß die beiden Brüder sich mit demselben Problem, der Homosexualität, herumgeschlagen haben.



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  • Sehr schön ist auch "Rollenspiele" von Hans Olsson.


    Johan Alexander Lindström ist ein fünfzehnjähriger schwedischer Junge, er hat einen großen Freundeskreis und kommt auch bei den Mädchen gut an. Das ist ihm allerdings gar nicht so recht, denn er ist in Anders verliebt, einen Jungen.



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  • Zu der Thematik mit dem Bruder fiel mir bei Utas Vorstellung noch dies hier ein:


    Kurzbeschreibung
    Eine Liebe größer als ein Leben... Jonas hatte einen Bruder. Dieser starb allerdings, bevor Jonas geboren wurde. Eines Tages findet er die alte Jacke seines Bruders auf dem Dachboden. In einer der Taschen liegt ein Brief. An wen ist er gerichtet? Und weshalb liegt der Brief in der Jackentasche seines Bruders? Jonas hat viele Frage zu seinem Bruder, und so beginnt er nach Anhaltspunkten und Erklärungen zu suchen. Schritt für Schritt setzt sich daraus das Bild des Bruders zusammen. Jonas begreift, dass dieser kurz vor seinem Tod eine intensive Liebesbeziehung zu einem anderen Jungen unterhielt. Eine Liebesbeziehung, die fortlebt.


    Der Roman schildert feinfühlig und differenziert einen jungen Menschen auf dem Weg zur Reife und eine andersartige Liebe, zudem ist er spannend wie ein Krimi. Der schwedische Roman wurde ins Französische, Italienische und Holländische übersetzt, erhielt soeben in Frankreich den Prix littéraire de la Bordelaise de Lunetterie.

  • "Zerschlag dein Spiegelbild" von Josef Rauhenberg


    Gert arbeitet als Auszubildender in einer Fabrik. Er ist nicht zufrieden mit seinem Job, und zu Hause gibt es auch immer Ärger. Auf seine Kosten kommt er, wenn er abends mit einer Gruppe junger Neonazis herumzieht. Nach einem "Ausbildungs"-Wochenende überfallen Gert und seine Kumpane einen Flüchtling aus Zaire und schlagen ihn krankenhausreif. Diese Gewalttat macht Gert zu schaffen, aber er bringt es nicht fertig, seinen "Kameraden" den Rücken zu kehren. Als er nach einer Konfrontation mit der Polizei im Gefängnis landet, muß er erfahren, was es heißt, nicht zur Gruppe der "Starken" zu gehören.




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  • Und mir fällt noch mehr gute Jugendliteratur ein:


    "Jack" von A.M. Homes


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    Das Drama des Erwachsenwerdens - anrührend und meisterhaft erzählt von der Ausnahmeautorin A.M. Homes: Der preisgekrönte Coming-of-age-Roman der amerikanischen Autorin A.M. Homes, den sie im Alter von 19 Jahren schrieb, hat einen Helden, den man nicht vergisst. Ein moderner Klassiker wie »Der Fänger im Roggen«. Anrührend. Bewegend. Lustig und wahrhaftig. Jack ist ein 15-jähriger Teenager, der wie die meisten Teenager einfach nur normal sein möchte. Auch wenn normal sein bei ihm heißt, Kind geschiedener Eltern zu sein und einen ziemlich merkwürdigen besten Freund zu haben. Aber als Jacks Vater mit ihm auf einen See hinausrudert und ihm dort im Boot eröffnet, er sei schwul, ist für Jack nichts mehr normal. Jack muss für sich neu definieren, was »Familie« heißt. Warum erfährt er als letzter, dass sein Vater schwul ist? Warum muss sein bester Freund Max die Neuigkeit in der Schule verbreiten und ihm das Leben zur Hölle machen? Und was wird Maggie von all dem halten? Warum kann er nicht eine normale Familie haben, so wie Max? Dass es bei seinem besten Freund alles andere als rosig aussieht, erlebt Jack bei einem Wochenendausflug mit der Familie des Freundes. Jack sucht und findet seinen Weg - auch in unsere Herzen.



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  • Einige großartige Coming-Out Bücher, allerdings nur auf Englisch:


    "The Year of Ice" von Brian Malloy


    For Kevin Doyle in working-class northeast Minneapolis, 1978, his year of transition from high school to work and college, is a bear. Around the second anniversary of his mother's death, his volatile Aunt Nora blurts out that her sister's car crash was a suicide, done in despair because Kevin's father was going to run off with his other woman. Kevin already doesn't like his taciturn, binge-drinking dad, and now he doesn't know how he feels about his mom. Meanwhile, the tall, handsome, C student spends too much time at school asserting alpha-male status and dodging girls because he knows he's gay. Unfortunately, things go downhill for Kevin from there, often hilariously and painfully at the same time. Almost too much happens in Malloy's first novel, but he has Kevin's voice as narrator down cold. In Kevin, Malloy gives us a normally self-centered, moody teenager who is smarter than he knows and more self-possessed than nearly anyone else around him. Furthermore, if he goes through hell, he also gets some breaks, including glimpses of real gay life right in Minneapolis and enough trust from and insight into his friends to see that they are dealing with "major shit," too. More a coming-toward-coming-out than a coming-out story, this book's a beauty, whatever you call it.




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  • "The World of Normal Boys" von K. M. Soehnlein


    Robin McKenzie is just starting high school and ready for change, ready to appear more "cool," make new friendships, and fit in more. But after his younger brother, Jackson, injures himself in an accidental and dangerous fall, Robin's life will never be the same. As his parents' fighting escalates under the strain and his family begins to fall apart, Robin adapts to the strangeness of high school. Central in his anxieties is his sexual attraction to other boys. His parents are no help, and to add to his confusion, Robin's friends are just as lost as he is: one minute he and Todd (the cute boy next door) are fooling around, and the next Todd refers to homosexuals as queers and fags. Feeling scared and isolated, Robin starts experimenting with drugs, cuts class, and thinks of boys instead of schoolwork. Full of tension and suspense, Soehnlein's well-paced debut novel is a fresh look at one boy's sexual awakening in the 1970s and his journey to find a place where he can fit in.




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  • "Leave Myself Behind" von Bart Yates


    Noah York is a closeted gay teenager with a foul mouth, a critical disposition, and plenty of material for his tirades. After his father dies, Noah's mother, a temperamental poet, takes a teaching job in a small New Hampshire town, far from Chicago and the only world Noah has known. While Noah gets along reasonably with his mother, the crumbling house they try to renovate quickly reveals dark secrets, via dusty Mason jars they discover interred between walls. The jars contain scraps of letters, poems, and journal entries, and eventually reconstruct a history of pain and violence that drives a sudden wedge between Noah and his mother. Fortunately, Noah finds an unexpected ally in J. D., a teenager down the street who has family troubles of his own. Rape and other physical violence, alcoholism, and incest--the novel describes these abuses in a brutal, matter-of-fact way that may leave some readers uncomfortable. Most of the time, however, Yates effectively captures the honest, sometimes silly, often tender interactions between his fragile characters.




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  • "Out of the Pocket" von Bill Konigsberg


    Bobby Framingham is one of the top high-school quarterback prospects in California. He’s troubled, though, by his growing realization that he is gay—not easy in the homophobic world of school sports. He confides in his coach, a teacher, and a few friends before he is outed by an unscrupulous reporter for the school newspaper. This sets off a firestorm of national media attention, which Bobby faces bravely. At the same time, he also comes to terms with his father’s cancer, and he meets a young man, whom he starts to date. At the end, Bobby finds acceptance at home, at school, and with his friends. Most of the elements in this story, told in Bobby’s authentic first-person voice, ring true, from Bobby’s initial struggle with his sexual identity to the sometimes hostile reaction of his teammates. Bobby's father’s illness adds an unnecessary element of melodrama, but this is a minor quibble with a thoughtful, powerful novel.




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  • "The Screwed Up Life of Charlie The Second" von Drew Ferguson


    Being Charles James Stuart, Jr., aka Charlie the Second, means never 'fitting in'. Tall, gangly and big-eared, he could be a poster boy for teenage geeks. An embarrassment to his parents (he's not too crazy about them, either), Charlie is a virtual untouchable at his high school, where humiliation is practically an extracurricular activity. Charlie has tried to fit in, but all of his efforts fail on a glorious, monumental scale. He plays soccer-mainly to escape his home life-but isn't accepted by his team mates who basically ignore him on the field. He still confuses the accelerator with the brake pedal and has failed his driving exam six times. He can't work on his college essay without writing a searing tell-all. But what's freaking Charlie out the most is that while his hormones are raging and his peers are pairing off, he remains alone with his fantasies. But all of this is about to change when a new guy at school begins to liven things up on the soccer team-and in Charlie's life. For the first time in his seventeen years, Charlie will learn how it feels to be a star, well, at least off the field.
    But Charlie discovers that even cool guys have problems as he embarks on an unforgettable, risk-filled journey from which there is no turning back.





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  • "Band Fags" von Frank Anthony Polito


    September, 1982. John Cougar's "Jack and Diane" is on endless radio rotation, and Dallas and Dynasty rule the ratings. Jack Paterno is a straight-A student living in the Detroit suburb of Hazel Park, with his own Atari 5200, a Beta VCR, and everything a seventh-grader could ask for. The only thing he has in common with foul-mouthed Brad Dayton, who lives on the gritty south side near 8 Mile, is that both are in Varsity Band. Or maybe that's not the only thing. Because Jack is discovering that while hanging around with girls in elementary school was perfectly acceptable, having lots of girl friends (as opposed to girlfriends) now is getting him and Brad labeled as Band Fags. And Jack is no fag. Is he?


    As Jack and Brad make their way through junior high and then through Hazel Park High School, their friendship grows deeper and more complicated. From stealing furtive glances at Playgirl to discussing which celebrities might be like that, from navigating school cliques to dealing with crushes on girls and guys alike, Jack is trying to figure out who and what he is. He wants to find real, endless love, but he also wants to be popular and "normal." But, as Brad points out, this is real life--not a John Hughes movie. And sooner or later, Jack will have to choose.


    Filled with biting wit and pitch-perfect observations, Band Fags is an exhilarating novel about lust and love, about the friendships that define and sometimes confine us, and about coming of age and coming to terms with the end of innocence and the beginning of something terrifying, thrilling, and completely unpredictable.




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  • Ein ganz wunderbares Buch ist:


    The Charioteer von Mary Renault


    Laurie Odell wurde während des zweiten Weltkrieges in Dunkirk verletzt und ist nun seit Monaten schon in einem ländlichen Krankenhaus in England. Dort freundet er sich mit Andrew an, der den Kriegsdienst verweigert hat und und statt dessen als Pfleger in dem Krankenhaus arbeitet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine rein platonische Beziehung, man könnte eher sagen, eine Seelenverwandschaft. Irgendwann taucht dann Ralph Lanyon auf, den Laurie in seiner Schulzeit sehr bewundert hatte und führt Laurie in die schwule Londoner Sub-Kultur ein. Laurie muss sich entscheiden zwischen Andrew und Ralph und ist hin- und hergerissen, zwischen der unschuldigen Liebe Andrews und dem erfahrenen Ralph.




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  • Und Rich Merritt könnte ich hier auch noch mal vorstellen.


    Code of Conduct


    At thirty-three, Don Hawkins has spent the better part of his life, in every sense, as a U.S. Marine. Enlisting to escape an alcoholic father and stepmother, he became the unofficial leader of a group of gay servicemen and women, all compelled to guard their sexual identity as faithfully as they serve their country. But with newly inaugurated President Clinton's promise to lift the ban on gays in the military, Don is optimistic that a brighter era is dawning--and not just politically.


    Ten years now since his lover died in Beirut, Don is finally ready to love again, and falls headlong for Patrick, a handsome young helicopter pilot. As their relationship develops, Don lets his guard down--in potentially dangerous ways. Because forces are at work in the Naval Investigative Service, in Congress, and even in the bars and clubs that Don views as his turf, with a vicious agenda that will have unforeseen consequences...


    Drawing on his own experiences as a Marine, Rich Merritt has crafted an extraordinary story of love, loss, duty, betrayal, and hope. Most of all, Code of Conduct is a deeply compelling exploration of the power of loyalty--to friends, lovers, country, and the unwavering dictates of our own hearts.





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  • Secrets of a Gay Marine Pornstar


    During the height of Clinton's "Don't Ask, Don't Tell" policy, Merritt led two secret lives. Marines serving under him didn't realize their captain was a closeted gay man, and his small group of gay friends didn't know he made gay porn films while enlisted. In this hefty if meandering tell-all, Merritt charts his struggle to repress his sexuality while living amongst the members of his ultra-conservative family and attending "the Fortress of Fundamentalism": Bob Jones University.




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  • Tja - da mein Buch halt nicht nur Fantasy, sondern eben auch Liebesgeschichten zwischen schwulen Männern zum Inhalt hat, gebe ich das hier doch auch noch mal an! Weitere Infos dazu gibt es auf der Homepage!
    Grüße!

  • Ich lese gerade "Jungs sind auch Mädchen" von Simon Rhys Beck, bin allerdings noch im ersten Drittel, daher kann ich es nicht wirklich beurteilen. Liest sich bis jetzt sehr angenehm!


    Es geht um den 15-jährigen Robin, der sich unsterblich in seinen neuen Mitschüler Yan verliebt hat und nicht weiß, wie er an ihn rankommen soll.


    Hier geht es weniger um ein Coming out (das hat Robin schon hinter sich), sondern um die problematische Anbagger-Frage, da das ja gerade in diesem Alter mächtig nach hinten losgehen kann!


    "Das besondere Buch"


    "Beste Sieben" von Focus/Deutschlandradio


    Förderpreis für Literatur des Freien Deutschen Autorenverbands


  • Ich hab das Buch für ein Ticket bei Tauschticket bekommen (neu und ungelesen!!) und fand es wirklich sehr schön geschrieben. Ich muss jetzt erstmal recherchieren, ob der Autor noch was geschrieben hat, vielleicht mal was für Erwachsene :zwinker. Sehr schönes Buch auf alle Fälle!!

  • Also die sogenannten Lord- John- Romane von Diana Gabaldon sind zwar eher Krimis, aber ich finde den Charakter des Lord John unglaublich faszinierend.


    Im März ist mir in einem kleinen Buchladen eine Biographie von Rupert Everett in die Hände gefallen.
    "Red Carpets And Other Banana Skins".
    Zum totlachen!!! Allerdings ist dieses Buch auf Englisch.
    Weiß jetzt grad nicht, ob es das auch auf Deutsch gibt. Sorry.
    Aber mit seinem schwul- sein geht er darin sehr offen um.
    Fantastisch geschrieben!


    Und es gibt auch noch einen ganz fantastischen Film, den ich hier auch mal weiterempfehlen will:
    "It´s my party", mit Eric Roberts in der Hauptrolle.
    Es geht um einen Aids- Kranken Schwulen, der eine letzte große Party für seine Familie und Freunde gibt, um sich am Ende der Party umzubringen.
    Ein wirklich schöner Film.

    "I do not have the talent of conversing easily with people I have never met before."
    Mr. Darcy

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