'Die Herrin von Avalon' - Seiten 489 - Ende

  • Womit fängt dieser Abschnitt an? Nun? Richtig - es fehlt ein ganzes Stück vom Original. Doch das sind wir ja inzwischen gewohnt. Seite 498 oben nach lagen von Steinen getroffen regungslos auf dem Pflaster. Fortunatus ist nicht tot, er lebt noch und er erkennt Viviane wieder. Allerdings liegt er schwer verletzt im Sterben und bittet Viviane, für ihn zu beten. Als die völlig überrascht meint, sie sei doch eine Heidin, sagt er: “I fear I am a greater heretic than even Germanus knows,“ whispered Fortunatus, „for I cannot think that God is confined to these boxes men try to put Him in. If He is a father, then cannot He also be a mother, and if so, is not the Goddess you serve another way in which He can be seen?“ *


    Seite 506ff, die Szene in Stonehenge, ist zumindest im amerikanischen Original sehr eindringlich und hoch emotional geschrieben.


    Dabei etwas OT. Mit fällt immer wieder der starke sexuelle Bezug auf. Ist das eine „Marotte“ von MZB oder war das damals (soweit man das heute noch feststellen kann) wirklich so?


    Seite 534. Auf deutsch steht da:
    er blickte ihr in die Augen - sehr lange, wie ihr schien. “Als wir zum Tanz der Riesen gegangen sind,“ sagte er, „da wußte ich, einer von uns würde geopfert werden.“ Er lächelte über ihr erschrockenes Gesicht. „Es soll geschehen, wie du willst. Ich wollte immer zurück nach Avalon.“


    Im amerikanischen Original steht allerdings dieses: (Seite 419):
    For a long time, it seemed, he gazed into her eyes. „When we went into the Giant’s Dance,“ he said, „I knew that one of uns would be sacrificed. I am not afraid. It comes to me that I have died for Britannia before.“ And then, at her look of alarm, he smiled. „Let it be as you will. I have always wanted to go back to Avalon...“


    „Ich erinnere mich, daß ich schon früher für Britannien gestorben bin.“ Dieser Satz (und Bezug zu Gawen) fehlt in der deutschen Ausgabe.


    Bedarf es einer besonderen Erwähnung, daß auch der Tod Vortimers im Original anders da steht als im Deutschen? Ich will jetzt nicht die zwei Seiten abschreiben, nur das Ende das Kapitels. Seite 421f:
    “The pain is gone ... my Queen. ...“ His eyes fixed on her, but Viviane did not think it was herself that he was seeing. „May the gods watch over you ... until we meet ... again.“
    Automatically her lips began to move in a chant that had once been sung in far Atlantis for the deathbed of a king. This time, at least, I am here to ease your passing! she told herself, and then wondered from what lifetime that thought had come. She felt his fingers tighten on her own. Then he let go of her hands, and of life itself, sighing like a man who, having fought to the end, sees, beyond hope, his victory **


    Und dann erfahren wir, wie s zur Zeugung Morgauses kam. Kein Wunder, daß die so eine schlimme Rolle spielen wird. Wer übrigens wissen möchte, wie das Ritual zu Samhain richtig abläuft, und welche rituellen Texte gesprochen werden, möge in der Originalausgabe nachlesen. Ich bin es langsam leid, seitenlang abzuschreiben. Außerdem ist die Gestaltung im Original wesentlich lesefreundlicher als in der deutschen Ausgabe.


    Vivianes Kind stirbt. Eilantha - was für ein Name! Eilantha - die Wirkung einer Ursache, die Ringe, die ein ins Wasser geworfener Stein erzeugt, die Macht des Karma. - das ist die Erklärung dafür in „Das Licht von Atlantis“. Dort war es der Tempelname für Tiriki (jetzt Igraine).


    Seite 569. Das kleine Mädchen war voll Lebensgier, und das sollte auch immer so bleiben. Eine recht gute Beschreibung für Morgause. Zumindest finde ich, daß sie paßt.


    Schließlich naht das Ende. Und da endlich die Begründung für Vivianes späteres Handeln. Hier fand ich den Schlüsselsatz, der mir ihr oft so rücksichtslos erscheinendes Handeln in den „Nebeln“ erklärt. Seite 580:
    “Wenn ich zustimme,“ sagte sie langsam, „dann mußt du versprechen, daß wir zusammen dem den Weg bereiten werden, der das Land gegen alle Feinde verteidigen kann. Ich spreche vom heiligen König. Er wird die Sachsen unterwerfen und für alle Zeiten von Avalon aus herrschen! Dieser Aufgabe weihe ich mein Leben, und ich schwöre, daß ich alles tun werde, um das Ziel zu verwirklichen.“


    Eigentlich keiner Erwähnung bedarf es mehr, daß der Epilog der Feenkönigin im Deutschen ein anderer ist als im Original. Im Amerikanischen ist er kürzer, dafür eindringlicher.


    It is their dreams that will survive, for a dream is immortal - as am I.
    (...)
    And that light shall not be lost to humankind so long as men still seek solace in this holy earth called Avalon. ***




    * * * * * * * * * * * * * * * * *


    * = sinngemäße Übersetzung: „Ich fürchte, ich bin ein größerer Häretiker, als selbst Germanus weiß,“ flüsterte Fortunatus, „da ich mir nicht vorstellen kann, daß Gott in diese Kästen eingesperrt ist, in die Menschen versuchen, ihn hineinzupressen. Wenn Er ein Vater ist, kann Er dann nicht genauso eine Mutter sein, und wenn das so ist, ist nicht die Göttin, der Du dienst, eine andere Möglichkeit, in der Er gesehen werden kann?“


    ** Übersetzung (aus dt. Ausgabe ergänzt um die fehlenden Teile):
    „Die Schmerzen sind verschwunden ... meine Königin. ...“ Seine Augen richteten sich auf sie, doch Viviane glaube nicht, daß er sie sah. „Mögen die Götter über dich wachen ... bis wir uns wiedersehen ... irgendwann.“
    Ihre Lippen bewegten sich wie von selbst zu einem Gesang, der einst im fernen Atlantis beim Heimgang eines Königs gesungen worden war. Wenigstens dieses Mal bin ich hier, um dein Hinübergleiten zu erleichtern! sagte sie zu sich selbst, und fragte sich gleichzeitig, aus welchem Leben dieser Gedanken wohl zu ihr gekommen war.Sie spürte, wie sich der Griff seiner Finger um die ihren verstärkte. Dann ließ er ihre Hände los und auch das Leben. Ere starb wie ein Mann, der bis zum Ende gekämpft hat und hinter aller Hoffnungslosigkeit seinen Sieg erkennt.


    *** = Nur ihre Träume werden überleben, denn nur ein Traum ist unsterblich - so wie ich.
    (...)
    Und dieses Licht soll der Menschheit nicht verlorengehen so lange, wie Menschen Trost suchen auf dieser heiligen Erde genannt Avalon.[/i]



    Edit. "Zwischennachricht" durch endgültigen Post ersetzt.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

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  • Ich bin jetzt auch mit dem Buch fertig, zumindest habe ich die deutsche Ausgabe bereits "abgelegt", werde aber das eine oder andere Kapitel im Original nochmal nachschlagen. Es ist wirklich ein starkes Stück, was bei den beiden Fassungen so alles abweicht. SiCollier hat eigentlich die wesentlichen Punkte schon alle erfasst.


    Zitat

    Original von SiCollier
    Womit fängt dieser Abschnitt an? Nun? Richtig - es fehlt ein ganzes Stück vom Original. Doch das sind wir ja inzwischen gewohnt. Seite 498 oben nach lagen von Steinen getroffen regungslos auf dem Pflaster. Fortunatus ist nicht tot, er lebt noch und er erkennt Viviane wieder. Allerdings liegt er schwer verletzt im Sterben und bittet Viviane, für ihn zu beten. Als die völlig überrascht meint, sie sei doch eine Heidin, sagt er: “I fear I am a greater heretic than even Germanus knows,“ whispered Fortunatus, „for I cannot think that God is confined to these boxes men try to put Him in. If He is a father, then cannot He also be a mother, and if so, is not the Goddess you serve another way in which He can be seen?“ *
    ]


    Das fand ich schon ein starkes Stück, Fortunatus im deutschen Buch einfach sterben zu lassen und zu verbuddeln, wobei er im Original ja sehr wohl noch zu Wort gekommen ist.


    Zitat

    Original von SiCollier
    Seite 506ff, die Szene in Stonehenge, ist zumindest im amerikanischen Original sehr eindringlich und hoch emotional geschrieben.


    Dabei etwas OT. Mit fällt immer wieder der starke sexuelle Bezug auf. Ist das eine „Marotte“ von MZB oder war das damals (soweit man das heute noch feststellen kann) wirklich so?


    Wenn man über alte keltische Rituale liest, merkt man schon einen gewissen Bezug, gerade in Richtung Fruchtbarkeit. Immer wieder wird dabei aber auch vermerkt, dass man das heutzutage nicht mehr konkret sagen kann, dazu fehlen wohl zuverlässige Quellen, vieles bewegt sich ja ziemlich auf der Grenze zwischen Sage und Wirklichkeit.



    Auch hier war wieder ärgerlich, dass im Deutschen der Bezug zu einem früheren Leben einfach unter den Tisch gefallen ist.
    Vortimers Tod und Vivianes Schicksal haben mich besonders berührt, was jedoch im Englischen weitaus besser herauskommt. Ich hatte beim Lesen einen Klos im Hals, fand das Kapitel sehr bewegend.



    Zitat

    Original von SiCollier
    Eigentlich keiner Erwähnung bedarf es mehr, daß der Epilog der Feenkönigin im Deutschen ein anderer ist als im Original. Im Amerikanischen ist er kürzer, dafür eindringlicher.


    It is their dreams that will survive, for a dream is immortal - as am I.
    (...)
    And that light shall not be lost to humankind so long as men still seek solace in this holy earth called Avalon. ***


    Auch das kann ich nur unterschreiben, beim Vergleich schneidet die deutsche Übersetzung wieder schlecht ab, da mußte wohl noch eine Seite mit Gelaber gefüllt werden. ;-)


    Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, wenn ich Punkte vergeben würde, bekäme die englische Originalfassung 4 von 5, die deutsche Übersetzung allerdings nur 3! Das Buch zu lesen war insgesamt sehr wichtig und interessant für mich, ist es doch ein wichtiges Bindeglied und führt einen nahtlos zu den "Nebeln".Meine Erfahrungen beim deutsch-englischen Parallel-Lesen haben mir aber gezeigt, dass es wirklich sinnvoll wäre, sich mehr Bücher im Original anzusehen.

  • Zitat

    Original von Klusi
    Wenn man über alte keltische Rituale liest, merkt man schon einen gewissen Bezug, gerade in Richtung Fruchtbarkeit. Immer wieder wird dabei aber auch vermerkt, dass man das heutzutage nicht mehr konkret sagen kann, dazu fehlen wohl zuverlässige Quellen, vieles bewegt sich ja ziemlich auf der Grenze zwischen Sage und Wirklichkeit.


    Die Kelten gaben vieles nur mündlich weiter, drum ist das meiste verloren gegangen. Nun ja, ich habe noch midnestens zwei Sachbücher, die sich mit der keltischen Religion befassen, hier liegen. Wenn ich die durch habe, weiß ich vielleicht mehr.



    Zitat

    Original von Klusi
    Das Buch zu lesen war insgesamt sehr wichtig und interessant für mich, ist es doch ein wichtiges Bindeglied und führt einen nahtlos zu den "Nebeln".Meine Erfahrungen beim deutsch-englischen Parallel-Lesen haben mir aber gezeigt, dass es wirklich sinnvoll wäre, sich mehr Bücher im Original anzusehen.


    :write In den nächsten Tagen werde ich "Forest House" bekommen, die amerikanische Originalausgabe zu "Die Wälder von Albion." Da werde ich an markanten Stellen vorab mal reinschauen. Vermutlich werde ich die gleichen unangenehmen Überraschungen mit der "Übersetzung" erleben wie hier. Die nächsten beiden lese ich auf jeden Fall auch im Original.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Auf Seite Seite 435 lesen wir:
    “Aber so viel will ich dir sagen“, er blickte sie traurig an, „am Ende muß es ein Opfer geben.“


    Auf Seite 534 lesen wir (um den fehlenden Teil ergänzt):
    Er blickte ihr in die Augen - sehr lange, wie ihr schien. "Als wir zum Tanz der Riesen gegangen sind,“ sagte er, „da wußte ich, einer von uns würde geopfert werden. Ich habe keine Angst. Ich erinnere mich, daß ich schon früher für Britannien gestorben bin.“


    Zwei Stellen, die ein immer wiederkehrendes Motiv beinhalten: das des Sacred King, des Heiligen Königs, der sein Leben für Volk und Land gibt. Schon in den „Wäldern“ wurde das thematisiert, hier in diesem Buch dann gleich drei Mal.


    Ein Motiv, das immer wieder in Religion und Mythologie auftaucht. Selbst in Verbindung mit der Passion Jesu habe ich diese Argumentation und Begründung schon gefunden (vereinfacht gesagt, „er starb - damit wir leben“).


    Ich gebe zu: damit habe ich so meine (Verständnis-)Probleme. Schon in meiner Kindheit konnte ich im Religionsunterricht diesen Gedankengang nicht nachvollziehen bzw. verstehen. Obwohl ich inzwischen so manche (theologische und anderweitige) Begründung gelesen habe, hakt es hier immer noch. Ähnliche Probleme habe ich nun hier nachzuvollziehen, warum - vereinfacht gesagt - Gawen immer wieder inkarniert, um für das Land sterben zu können/müssen. :gruebel


    Vielleicht kann mir das ja jemand so erklären, daß ich es auch endlich verstehen kann. Oder ein Buch empfehlen, was sich mit dieser Thematik befaßt. Denn auch mit ein paar Tagen Abstand zum Buch fällt mir außer der einer archaischen Denkweise keine wirklich sinnvolle Begründung ein.

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  • So, ich habe mich über die Unterschiede zwischen amerikanischer und deutscher Ausgabe so geärgert, daß ich ein zweiseitiges Fax an den Fischer Verlag gesandt habe (weil die keine Mail-Adresse auf Ihrer Website angeben). Darin habe ich einige Unterschiede aufgeführt und um eine Stellungnahme gebeten. Auch habe ich um die Erlaubnis gebeten, diese dann hier posten zu dürfen.


    Durch Worte wie „entstellter“ oder „verfälschter“ Text hoffe ich, eine Antwort „provoziert“ zu haben. Sobald ich etwas höre, lasse ich es Euch wissen.

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  • Ich bin auch mal gespannt, ob man sich in einem so großen Verlag die Zeit nimmt zu antworten. Nach den Erfahrungen mit Original - "Übersetzung" jetzt werde ich allerdings wohl zunehmend Originalausgaben lesen, wenn die denn auf Englisch sind. Das ist zwar mühsamer, aber anscheinend der einzige Weg, das zu lesen, was der Autor auch geschrieben hat.

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  • Haaargh, ich hab mit dem letzten abschnitt noch gar nicht angefangen, sondern gammle noch im vorletzten rum!!! :wow


    :grinDa die Priesterin glücklicherweise in meinem ZUB (Zimmer ungelesener Bücher) derzeit verschollen ist (morgen kriegt es in meinem antiquariat noch eine suchtechnische chance), kann ich nächste woche ein paar andere LR's einschieben, ehe ich dann mit den Nebeln wieder beginne :-]

    DC :lesend


    Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens I


    ...Darum Wandrer zieh doch weiter, denn Verwesung stimmt nicht heiter.
    (Grabinschrift F. Sauter )

  • Nun, ich fange - *gucktaufdie Uhr* - heute mit "Priestess of Avalon" ("Die Priesterin von Avalon") an. Gibt wohl erst mal wieder eine Privatleserunde, wie ich das so sehe?

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  • :grindas siehst du aus meiner warte mal richtig, ich weiss, dass ich es mal in der hand hatte, und bin mir ziemlich sicher, dass das in einem meiner regale war, aber das buch ging irgendwo verschütt... :lache

    DC :lesend


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  • Zitat

    Original von SiCollier
    Nun, ich fange - *gucktaufdie Uhr* - heute mit "Priestess of Avalon" ("Die Priesterin von Avalon") an. Gibt wohl erst mal wieder eine Privatleserunde, wie ich das so sehe?


    Ich fange heute auch pünktlich mit dem Buch an, habe es allerdings nur auf deutsch. Da bin ich schon gespannt, was es da für Abweichungen gibt. Dieses Buch hat ja einen anderen Übersetzer.

  • Zitat

    Original von Klusi


    Ich fange heute auch pünktlich mit dem Buch an, habe es allerdings nur auf deutsch. Da bin ich schon gespannt, was es da für Abweichungen gibt. Dieses Buch hat ja einen anderen Übersetzer.


    Ich auch. Ich werde zwar nicht vollständig parallel lesen, doch wichtige Stellen immer in der deutschen Ausgabe nachsehen. Zum Zitieren hier sowieso. Unterschiede, die mir auffallen, poste ich dann wieder. Wie schon für den ersten geschehen.

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  • Die Priesterin bleibt auch nach der durchsicht meiner zum verkauf bereitgestellten bücher verschollen, dabei war ich mir so sicher, dass ich sie hatte, ja das ich es sogar zu lesen begann, und sie dann wegstellte, weil es das falsche buch zur falschen zeit war... Vielleicht hab ichs verschenkt oder auf nimmerwiedersehen hergeborgt...


    Wenn ich zufällig in der Meraner Verbannung drüberstolpere werd ich es mir nochmal zulegen, wenn nicht, dann nicht.


    Bei allen übersetzerischen freiheiten hat mir Die Herrin wesentlich besser als Die Wälder gefallen, vermutlich, weil die einzelnen geschichten kürzer, und nicht so auszelebriert waren.


    Mir gefällt dieser wandel, bei dem alles doch irgendwie gleich bleibt, ich find es einen tröstlichen gedanken.


    Und das mit dem grossen ritus ist so eine sache...


    Es ist eine annahme, eher neuheudnische tradition, die auf magischen ritualen des barock und rokoko fußen. Wie weit das tradierter volksglaube ist, ist eine andere frage.


    Das problem ist, es fehlen uns für die Germanen und die Kelten die quellen, die Druiden haben uns nichts hinterlassen, was uns sagen würde, was sie wirklich glaubten. Es gibt keltische märchen und sagen, die den volksglauben transformiert tradieren, und in einigen geschichten kommt das motiv der vermählung des königs/helden mit einer natur/landesgöttin/fee vor.


    Für den hieros gamos und den tod und die wiederauferweckung des geliebten der göttin in der orientalischen und klassischen antike gibt es jedoch jede menge belege. Tatsächlich ist Jesus Christus nur einer in einer reihe von vegetations-heroen, der den tod und wiederauferstehungszyklus durchläuft...
    Wieder kann ich als literatur nur an die üblcihen verdächtigen: Eliade, Campbell, Frazer und Ranke-Graves verweisen... Ach ja, Giebel auch... Die anderen aufsätze die mir auf die schnelle in den kopf kommen, sind alle irgendwo in zeitschriften verstreut und ich weiss die autoren nicht mehr... Auch die artikel über die einzelnen klassischen göttinnen im grossen Pauly sind sicher nützlich...


    moment, es gibt da auf You TUbe irgendwo einen stark gerafften kurzfilm über die symbolik des christentums - er stammt zwar aus der antichristlichen, hermetischen ecke, ist aber treffend... *MagMa geht suchen*

    DC :lesend


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  • Hmmm... das war nicht der link, den ich wollte, ist aber ein ähnlicher *sucht weiter*


    bei vegetationsheros kriegt man das :wow :rofl
    aber unbedingt den text unter 'more' lesen, denn wie ich in einer volkskunde-vorlesung hörte stimmt das: Robin Hood gehört tatsächlich wie Osiris, Adonis, Triptolemos etc zu diesen grünen männchen der sage, er ist ein sommerkönig wie die hier im buch geschilderten... :lache

    DC :lesend


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  • hieros gamos laut Wiki
    Die englische version ist wieder mal ausführlicher und hat das süditalische bild von der sich entschleiernden göttin dabei auf dem eine meiner professorinnen ihre Demeter/Gaia-Mythologie aufgebaut hat :grin


    Links zu vegetationsgöttern


    Triptolemos fehlt wieder mal


    Archon Basileios der vollzog jedes jahr mit seiner basilina öffentlich einen fruchtbarkeitsritus


    Ach ja, nicht zu vergessen: Mysterienkulte


    Oben in dem Giebel-zitat kann man übrigens mit der Search-inside funktion beim anklicken etwas drinnen blättern und einige absätze daraus lesen, steht mehr drin, als hier in Wiki :grin


    EDIT: erklärt mir wer, warum ich ständig Gibel statt Giebel schreib?

    DC :lesend


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  • Zitat

    Original von MagnaMater
    Hmmm... das war nicht der link, den ich wollte, ist aber ein ähnlicher *sucht weiter*


    :yikes Deckt sich teilweise mit dem, was ich bei anderen Autoren (Campbell) gelesen habe. Jedoch war ich mehr als überrascht, die Liste der "Attribute" (mir fällt grade kein anderes Wort ein) des "Sonnengottes" las.


    Die anderen beiden Videos sehe ich mir nachher noch an. Eines steht fest: die Leseplanung ist wieder mal über den Haufen geworfen. Dazu will ich mehr wissen.


    *Geht zu Horus recherchieren sowie die eigene Bibliothek nach geeigneten Büchern durchsuchen, guckt auf und sieht "Der goldene Zweig" von James George Frazer brav im Regal "Mythologie" vor sich stehen*

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  • Danke für den Link zu youtube, ich habe mit damit bisher nicht beschäftigt und bin etwas fassungslos.


    Zumindest verstehe ich jetzt den Begriff des Mysteriums besser. Das ist mir beim Anschauen durch den Kopf gegangen. So wurde also das Wissen um die astronomischen Zusammenhänge in allen Kulturen bewahrt.


    An weiterführenden Titeln bin ich sehr interessiert.


    Bin ich froh, auf Euch getroffen zu sein.

  • Das läßt mir keine Ruhe. Drum erster „Zwischenbericht“, auch wenns hier eigentlich etwas OT ist. Macht aber nix.


    Leider gibt meine Bibliothek zum Thema „ägyptische Mythologie“ nicht allzuviel her. (Bücher über „Stargate“ und dessen Ägypten zählen hier vermutlich nicht. ;-) Und das da :yikes sowie so nicht.)


    In „Der goldene Zweig“ von James George Frazer fand ich u. a. auf Seite 559 einen Hinweis darauf, daß die im von MagnaMater verlinkten Video Attribute (um bei dem Wort zu bleiben) für den Sonnengott stimmen könnten. Interessanterweise fand ich das hier verlinkte Buch, das ich - ganz unplanmäßig, ich wollte doch über Kelten und Britannien lesen - zwischenschieben werde. Der Autor Jan Assmann hat wohl einen Namen fürs Thema, zwei Bücher habe ich von ihm.


    Auf Seite 24 liest man: Der Tod wird überwunden durch die Thronbesteigung des Sohnes. (Bezogen auf Horus. Der Satz steht zwar in einem größeren Zusammenhang mit der Isis/Osiris-Seth-Horus Thematik, ist mir aber sofort ins Auge gesprungen.)


    Mehr, wenn ich weiter vorgedrungen bin. Vielleicht stelle ich das Thema noch in einem anderen Forum zur Diskussion (wo es als mythologisches eher hingehört. Falls ich mich dazu aufraffe, bringe ich hier einen entsprechenden Link an. Allerdings ist dieses Forum nur für registriere User lesbar).


    Ach so. Edit meinte noch:

    Zitat

    antonia68
    (...) ich habe mit damit bisher nicht beschäftigt und bin etwas fassungslos.


    Ich beschäftige mich schon seit einigen Jahren immer wieder mit mythologischen Themen. Dennoch hat mich das Video auch erst mal fassungslos staunend zurückgelassen. So drastisch sind mir die Ähnlichkeiten doch noch nicht vor Augen geführt worden. Wenn ich das jetzt noch aus anderen seriösen Quellen verifizieren kann, hat sich mein Weltbild wieder ein gutes Stück verändert.


    Zitat

    antonia68
    An weiterführenden Titeln bin ich sehr interessiert.


    Ich auch. :rolleyes :grin
    Ich werde mich die nächsten Tage wohl etwas mit der Thematik beschäftigen; wenn mir geeignete Bücher begegnen (oder hier schon vorhanden sind), poste ich die (ggf. in einem neuen "Sammelfred", zu dem ich dann von hier aus verlinke. Wenns nicht schon jemand anders tut.)
    .

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  • Oh weh, hab ich wieder mal was böses verlinkt, das neueinsteiger in die materie verstört... :lache Ich muss sagen, der von mir zitierte link ist etwas süffisant und ziemlich antichristlich - und: nicht völlig korrekt;
    Die ähnlichkeiten der heroen sind zwar frappant aber etwas zu vereinfacht dargestellt, es lohnt sich bei den vorbeigezogenen listen kurz auf pause zu stellen, denn die listen schauen durch doppeltnennung und nicht ganz korrekte schilderungen imposanter aus, als sie tatsächlich sind... er weiss zwar wovon er in etwa redet - das fundament zu dem video dürfte eine proseminararbeit gewesen sein, aber der video-macher meint einen aufklärungsauftrag zu haben, und kommt selbst etwas missionarisch daher & und vereinfacht zu stark... Meinereiner hatte mehrere vorlesungen zum thema, die zwar in dieselbe richtung gingen, aber ausführlicher mit quellenangaben und seriöser waren...
    Ich denke, dieses sonnen-video kommt aus der Brights-ecke; andere kommen aus der muslimischen ecke, die den christen heidnische sonnenverehrung vorwirft, es lohnt sich auf jeden fall etwas zu youtuben, und sich andere ansichten anzuhören: der muslimische lehrer, der in gebrochenem englisch seinen schülern über weihnachten und unseren baumkult erzählt, ist auch erheiternd anzuhören - dabei hat er gar nicht erzählt, dass sich odin am baum hängt, um sich selbst an sich selbst zu weihen, ein germanisches erleuchtungs ritual, um durch schmerzen und entbehrung zur exstase zu kommen, so ähnlich wie die indianischen sonnentänzer das tun... aber er hatte es primär auf die arme libanesische flagge mit dem baum drauf abgesehen, die er als christlich/heidnisch verteufelt


    Da es in YT ja noch freie rede gibt, prallen fanatismen und überspitzte beiträge aller coleur sehr hart aufeinander, es zahlt sich aus sich ein möglichst breites spektrum anzuhören, und sich dann eine eigene meinung zu bilden... und ja, nachlesen in seriöser literatur (Assmann u co) schadet nicht, man sitzt sonst manchem bären auf...


    Etwa fehlt die bedeutung des 13. Monats, des verräterischen schaltmonats, der die 'ordentliche' sonnen-jahreszählung durcheinanderbringt... nun ja, in realiter ist das alles etwas komplizierter, als das in so kurzen videos geht...


    im unteren Buch stehen keine 'shocking' details über horus/christus drinnen, die paralellen und geschichten die im obigen video waren sind alle eher spätantik, als die mysterien-religionen inclusive christentum alles voneinander geklaut haben, was es gab: Die leute haben sich ja in mehreren religionen 'taufen' - mit allen wassern waschen - lassen und haben fröhliches, esoterisches crossover betrieben; das christentum war nur eine strömung von vielen, die dann eben durch besondere staatliche förderung als sieger hervorging.
    Der Isis/Horus/Seraphis-kult (wie auch der Mithras-kult, der jedoch nur männer aufnahm) waren lange zeit die populärsten gegner und die hintergrundmythologie derselben wurden einfach von den christen adaptiert...
    Es hat nichts mit den genannten alten daten zu tun: die ursprünglichen geschichten sind verschieden von ihrer spätantiken endversion... und das video ist zu schnell, um es hinterfragen zu können...

    DC :lesend


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