'In 80 Tagen um die Welt' - Kapitel 13 - 18

  • Das Buch liest sich echt klasse und schon stürme ich mal wieder vorne weg, aber ich fange jetzt mal ein Zweitbuch an ;-)
    Jetzt sind sie schon in Hongkong und haben immer noch keine zu arge Verspätung, hatte ich von dem Film irgendwie anders in Erinnerung :gruebel
    Mr Fix ist ja ziemlich fixiert auf Fogg, der immer noch so uninteressiert ist, dass ich ihm am liebsten meine Meinung sagen würde :fetch

  • Bin auch schon mit diesen Kapiteln fertig.


    Einfach unglaublich wie eiskalt Mr. Fogg doch ist, den scheint wirklich nichts aus der Ruhe zu bringen. Selbst die neue Mitreisende vermag ihn nicht aus der Reserve zu locken.
    Passpartout dagegen sitzt wie auf Nadeln. Alles geht ihm zu langsam. Man könnte tatsächlich meinen, er hätte sein ganzes Geld verwettet.


    Eigentlich ist Mr. Fogg gar nicht die Hauptfigur in diesem Roman. Er hat die Reise angefangen, aber erzählt wird hauptsächlich über seinen Diener.

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  • Ausflug zum immer aktuellen Thema religiöser Fanantismus. Nachvollziehbar fand ich den Ablauf der Befreiungsaktion nicht, aber unterhaltsam war es allemal.
    Die Landschaftsbeschreibungen und Geschichtsbezüge sind nicht uninteressant, teilweise aber recht schulbuchmäßig geraten.

  • Das schulbuchmäßige fällt mir auch immer wieder auf. Dabei frage ich mich, in welche Länder Jules Verne selbst gereist ist.


    Bei einem Satz im 17. Kapitel hat es mich echt weggeräumt vor Lachen. Fix überlegt gerade, ob Passepartout seine Erkenntnis, dass er und Fogg verfolgt werden, schon Fogg gesteckt hat: "Vielleicht war die Katze schon aus dem Sack und nun war alles im Eimer" :-)


    LG Antje

  • Manchmal überraschen mich auch solche "Klassiker" - ich habe gedacht, ich kenn die Geschichte auswendig, da ich die Verfilmungen schon so oft gesehen habe.
    Aber die Lektüre hat mir auch total gut gefallen!

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  • Also je länger ich lese um so besser gefällt mir das Buch!
    Ich bekomme davon irgendwie Fernweh und Reiselust!
    Die Befreiungsaktion der Inderin durch Passepartout fand ich sehr witzig, auch wenn sie wohl nicht sehr realistisch war! :lache Aber nun haben die beiden Reisenden noch eine weitere Gefährtin gefunden.


    Sehr witzig fand ich auch das eine Gespräch zwischen dem Agenten Fix und Passepartout. Der Diener meint, dass Fix vom Reformclub als Spion mitgeschickt worden ist. Und Fix denkt, Passepartout hat ihn als Agent durchschaut. Die beiden reden so lustig aneinander vorbei!

  • Zitat

    Original von Rouge
    Ich bekomme davon irgendwie Fernweh und Reiselust!


    Ich auch, obwohl ich das irgendwie absurd finde, weil die Landschaften ja gar nicht mal sooo gut beschrieben sind. Oben fiel auch schon der Begriff "schulbuchmäßig" und das passt manchmal durchaus..Ich weiß nicht woran es liegt, aber ich mag den Stil unheimlich gerne.
    Und ich finde mich oft in der Ungeduld Passepartouts wieder, der ganz aufgeregt ist und vor allem immer wieder an den Gashahn in London denkt.. :lache Herrlich!


    Leider sind viele Charaktere (Fogg, Aouda, Fix) nicht sehr gut ausgearbeitet und erscheinen oft als sehr einseitige Figuren, dabei steckt wirklich viel Potential in ihnen. Aber es stört mich nicht so, wie ich eigentlich erwartet hatte, weil ich die Geschichte im Ganzen toll finde. Ein halbes Stündchen habe ich jetzt noch, mal sehen, ob ich es in der Zeit noch nach Japan schaffe!

  • Was Aouda betrifft, hat es mich schon immer etwas geärgert, wie Verne mehrmals betont, sie sei durch ihre Erziehung Engländerin geworden.
    Vermutlich wollte er sie als Person damit irgendwie aufwerten. Ich frage mich, ob Fogg sie ebenso galant behandelt und umsorgt hätte, wenn sie (nennen wir es mal so) Inderin "geblieben wäre".

  • Zitat

    Original von Zefira
    Was Aouda betrifft, hat es mich schon immer etwas geärgert, wie Verne mehrmals betont, sie sei durch ihre Erziehung Engländerin geworden.
    Vermutlich wollte er sie als Person damit irgendwie aufwerten. Ich frage mich, ob Fogg sie ebenso galant behandelt und umsorgt hätte, wenn sie (nennen wir es mal so) Inderin "geblieben wäre".


    Ich denke schon, als er den Entschluss gefasst hat, sie zu retten, wusste er ja nicht, dass sie nicht die typische Inderin ist. Aber die Betonung ihrer Erziehung sticht schon sehr heraus, das stimmt.

  • Ja Fernweh und Reiselust bekomme ich von dem Buch auch, trotz der wirklich nicht so tollen Landschaftbeschreibungen.


    Zitat

    Original von Schwarzes Schaf
    Leider sind viele Charaktere (Fogg, Aouda, Fix) nicht sehr gut ausgearbeitet und erscheinen oft als sehr einseitige Figuren, dabei steckt wirklich viel Potential in ihnen. Aber es stört mich nicht so, wie ich eigentlich erwartet hatte, weil ich die Geschichte im Ganzen toll finde. Ein halbes Stündchen habe ich jetzt noch, mal sehen, ob ich es in der Zeit noch nach Japan schaffe!


    Das mit den sehr einseitigen Figuren findet sich bei den meisten Klassikern aus dem 19. Jahrhundert, ist zumindest mein persönlicher Eindruck, ich hatte also nichts anderes erwartet. Vor allem Fix hat es mir angetan, herrlich, wie der sich so toatl in diese fixe Idee (nomen est omen :lache) mit dem Diebstahl verrannt hat.

  • Zitat

    Original von Zwergin


    Das mit den sehr einseitigen Figuren findet sich bei den meisten Klassikern aus dem 19. Jahrhundert, ist zumindest mein persönlicher Eindruck, ich hatte also nichts anderes erwartet. Vor allem Fix hat es mir angetan, herrlich, wie der sich so toatl in diese fixe Idee (nomen est omen :lache) mit dem Diebstahl verrannt hat.


    Ja stimmt, jetzt wo du es sagst, fallen mir auch ein paar - vor allem englische Bücher - ein, wo das ähnlich ist. Fix geht mir am Anfang sehr auf die Nerven, ist aber eigentlich schon ein sehr interessanter Charakter, weil er einfach vollkommen auf dem falschen Dampfer ist und auch so stur seinen Plan verfolgt, dass er blind für alles andere wird. Er und Passepartout sorgen so auf jeden Fall für den ein oder anderen Lacher. :lache

  • Das mit den einseitigen Figuren stimmt. Heutzutage wird einfach anders geschrieben, sehr viel tiefer und individueller. So richtig warm werde ich deswegen mit den Personen nicht. Ich verfolge mit Interesse ihre ungewöhnliche Reise, aber nahegehen tut mir ihr Schicksal nicht. Dazu fehlen mir die Emotionen. Und in Foggs Fall auch die Gedanken und Eindrücke. Wie sollhaben schon geschrieben hat, wird das Buch in erster Linie aus Passepartouts Sicht erzählt. Das ist zwar durchaus okay, ich finde es nur etwas ungewohnt.


    Zitat

    Original von Rouge
    Der Diener meint, dass Fix vom Reformclub als Spion mitgeschickt worden ist. Und Fix denkt, Passepartout hat ihn als Agent durchschaut. Die beiden reden so lustig aneinander vorbei!


    Passepartout denkt mit! Aber die Szene war wirklich schön!


    Zitat

    Original von zefira
    Was Aouda betrifft, hat es mich schon immer etwas geärgert, wie Verne mehrmals betont, sie sei durch ihre Erziehung Engländerin geworden.


    Das ist mir auch aufgefallen. Vor allem ist bei den Originalstichen, die bei mir im Buch abgebildet sind, Aouda sehr westlich abgebildet, so gar nicht als Inderin. Ich könnte mir vorstellen, dass damals die Denkart eine ganz andere als heute ist und es wirklich als "Kompliment" gemeint war. Auch wenn es auf uns heute eher die gegenteilige Wirkung hat.


    Zitat

    Original von Rouge
    Die Befreiungsaktion der Inderin durch Passepartout fand ich sehr witzig, auch wenn sie wohl nicht sehr realistisch war!


    Ich habe es mir so erklärt, dass sich Passepartout im Gewimmel der Zeremonie zum Holzstoß geschlichen und dort versteckt hat. Als dann durch den Rauch die Sicht behindert war, hat er sich Aouda geschnappt und ist für den auferstandenen Toten gehalten worden. Das hat ja nur ein paar Sekunden geholfen, aber zumindest bis sie alle auf den Elefanten die Flucht ergriffen haben.


    Die Landschaftsbeschreibungen helfen mir zwar, ein Bild in meinem Kopf entstehen zu lassen, teilweise finde ich sie aber schon mühsam zu lesen. Sehr viele Eindrücke auf engem Raum.

    „Aber das macht unser Leben aus, nicht wahr? Dass wir durch Begegnungen zu dem werden, was wir schlussendlich sind.“ Michael Düblin, Der kalte Saphir, Seite 263

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  • Zitat

    Original von Lese-rina




    Das ist mir auch aufgefallen. Vor allem ist bei den Originalstichen, die bei mir im Buch abgebildet sind, Aouda sehr westlich abgebildet, so gar nicht als Inderin. Ich könnte mir vorstellen, dass damals die Denkart eine ganz andere als heute ist und es wirklich als "Kompliment" gemeint war. Auch wenn es auf uns heute eher die gegenteilige Wirkung hat.


    Ich denke auch, dass das aus damaliger Sicht als Kompliment gemeint war, war ja noch tiefste Kolonialzeit und die Europäer haben sich ja grundsätzlich für was besseres als der rest der Welt gehalten. :rolleyes

  • Es ist wohl einfach nur als Gegenteil zu wild und unzivilisiert gemeint, denke ich. Die Inder hier ähneln den Indiandern, den sie dann in Amerika begegnen. Großartig unterschieden wurde da auch nicht.

  • Zitat

    Vor allem ist bei den Originalstichen, die bei mir im Buch abgebildet sind, Aouda sehr westlich abgebildet, so gar nicht als Inderin.


    Die Ausgabe, die ich habe, ist farbig illustriert. Nach der Rettung Frau Audas (in meiner Ausgabe heißt sie so) erscheint sie auf allen Illustrationen, auf denen Fogg zu sehen ist, an seiner Seite. Sie trägt immer ein umfangreiches rosa Outfit (Kleid, Mantel und Umschlagetuch im selben Rosa), hat die gleiche helle Hautfarbe wie Fogg und sieht verschreckt drein. Insgesamt aber, muss ich sagen, wird sie erstaunlich gut mit ihrer Lage fertig - aus Lebensgefahr gerettet von einem völlig Fremden, der offensichtlich einen an der Waffel hat und auf den sie vollkommen angewiesen ist. Ich wüsste in so einer Lage gar nicht, was tun ...

  • Naja, sie will ja erstmal nach Hongkong zu ihrem Verwandten und nützt natürlich die Mitfahrmöglichkeit, die Fogg ihr bietet. Genauso wie alle anderen Figuren bleibt auch Mrs Aouda blass (und damit meine ich nicht die Hautfarbe :-]). Dadurch entsteht der Eindruck, die Vorkommnisse können sie so gar nicht belasten. Sie könnte durchaus etwas emotionaler reagieren, aber dann wäre wohl das Buch ein anderes.


    Anscheinend hat sie mit ihrer westlichen Erziehung nicht nur westlichen Charakter, sondern auch westliche Körpermerkmale bekommen. :-] Und das in sätmlichen (alten) Abbildungen.

    „Aber das macht unser Leben aus, nicht wahr? Dass wir durch Begegnungen zu dem werden, was wir schlussendlich sind.“ Michael Düblin, Der kalte Saphir, Seite 263