42erAutoren foppen Zuschussverlage - Spiegel Online berichtet!

  • Hallo, Dichterdämon.


    Zitat

    Gibt es eine wirklcih ausführliche, übersichtliche und allgemein brauchbare Liste, welche dieser Verlage wirklich seriös arbeiten (wie immer man das definieren mag)


    Es gibt immerhin eine Liste von größeren "Verlagen", von denen bekannt ist, dass sie Geld für die Veröffentlichung nehmen:


    Liste von Verlagen, die Geld für Veröffentlichung genommen haben


    Die mag unvollständig sein. Es gibt, wie Du richtig ausführst, sehr viele Verlage, und beinahe täglich kommen neue hinzu - Gewerbeanmeldung genügt schließlich. Viele sehr kleine Verlage (darunter One-Man-Shows) bemühen sich, tatsächlich ein Programm aufzubauen und die Autoren fair zu honorieren. Es mag aber auch viele sehr kleine "Verlage" geben, die unseriös sind und sich über Autorenbeteiligungen zu finanzieren versuchen, ohne Buchverkäufe im Sinn zu haben. Bei kleinen Firmen ist derlei schwer herauszufinden. Hier hilft es möglicherweise, nach Autoren, die bei diesen Firmen veröffentlicht haben, zu suchen und mit ihnen zu sprechen, bevor man Kontakt aufnimmt.


    Und dann gibt es eine große Zahl mittelgroßer Verlage, die sich in Nischen zu positionieren versuchen, ohne die Qualität aus dem Auge zu verlieren. Einige davon sind in diesem Thread aufgelistet:


    Verlage, die nicht im Mittelpunkt stehen


    Generell ist ein Blick ins eigene Bücherregal oder die Regale der Buchhandlungen hilfreich. Nur wenige Buchhandlungen haben nach meinem höchst subjektiven und fehlbaren Eindruck Zuschussbücher im Programm. <hüstel>


    Und außerdem - ich traue mich kaum, das zu sagen - sind im Autorenkalender 2010 mehrere Listen seriöser Verlage - auch kleinerer - enthalten.

  • Happy End für Rico Beutlich? Habe gehört, Rico hat sein Manuskript nochmal leicht überarbeitet und doch noch einen seriösen Verlag gefunden. Er soll sich jetzt "Frank Selbstüber-Schätzing" nennen und es auf Anhiep auf Platz 1 der Bestsellerliste geschafft haben! Ist an den Gerüchten was dran?

  • Ein merkwürdiger "Verlag", dieser Design Pavoni° (frage mich immer noch, was das ° bedeuten soll).
    Ich finde, die Website der "Firma" spricht Bände. Scheint eine Art "Hobby-Unternehmen" zu sein. :gruebel

    :flowersIf you don't succeed at first - try, try again.



    “I wasn't born a fool. It took work to get this way.”
    (Danny Kaye) :flowers

  • Krass ist, dass die Familie des Jungen durch Beziehungen ihn und sein Buch bis in die Sendung Menschen 2009 mit Gottschalk am So abend bekommen haben... Noch schlimmer sind die undifferenzierten Berichte im boersenblatt und zur Fr. Buchmesse. Wenn sie unbedingt über eine junge deutsche Autorin berichten wollen, warum dann nicht zum Beispiel Jenny-Mai Nuyen?
    Die hat wenigstens wirklich echte Leser und ist bei einem "richtig großen Verlag"!

  • Also ehrlich gesagt, habe ich mir das einfach so gedacht (bin skeptisch veranlagt). Denn im boersenblatt Bericht wurde der Auftritt bei Menschen 2009 erwähnt und im Bericht steht auch, dass der Vater beim Deutschlandfunk Literaturkritiker ist. Vielleicht vermute ich falsch, aber ich könnte mir vorstellen, dass da der ein oder andere ZDF-Kontakt eine Rolle gespielt hat, warum ausgerechnet dieses Kind zu Gottschalk "musste".
    Ich habe den Auftritt auch bei Menschen 2009 am So abend gesehen. Grauenhaft. “Soo Du hast ein Buch geschrieben. Toll. Mit Wörtern und so? Auf einer 5 Sterne-Kreuzfahrt, die für dich zu langweilig war. Ach und gleich 100 Seiten. Boah.” Dann wurde der erste Satz vorgelesen und hochgelobt. Wie gesagt, warum da nicht mal jemand, der was von Büchern wirklich versteht, zu Rate gezogen wurde vor dem Auftritt... Und die "Gefahr" besteht, denke ich schon, dass nun Eltern und Großeltern anderer Kinder überlegen, wo sie das Werk ihres Nachwuchsautoren herausbringen können, um dann diesen "Rekord" zu brechen. Hoffentlich fallen so nicht viele Leute auf dubiose Firmen rein oder sind bitterst enttäuscht, wenn ihr Kind bei einem Verlag durchfällt.

  • Da liegt der Verdacht natürlich nahe.


    Erstaunlich finde ich nach wie vor, dass auch boersenblatt sich an den Zug drangehängt hat.

    Insofern ist es wirklich lobenswert, dass so viele Kommentatoren sich aufgerafft haben, um aufzuklären und auf sachliche Art auf das Geschäft mit den Hoffnungen und Wünschen von schreibenden Menschen durch die "Schwarze Schafe" hinzuweisen.
    Die Reaktion von Frau Küppers hierauf spricht eigentlich für sich und ist nicht gerade dazu angetan, eventuelle Assoziationen zu beseitigen.

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  • Zitat von Alice Thierry

    Zitat

    Ich finde, die Website der "Firma" spricht Bände. Scheint eine Art "Hobby-Unternehmen" zu sein.


    Finde ich auch. Erstens das Webdesign und dann die Sprache! Entweder soll es ein Verlag für Humor sein oder die Leute dort haben einfach kein Gefühl für Sprache. Rechtlich jedenfalls ist der nicht lustig und sehr fragwürdig.


    Zum Beispiel das hier von der Website:

    Zitat

    Wir bieten fundierte Kenntnisse und eine ständige Begleitung, der von uns angebotenen Dienstleistung.


    Die bieten "Begleitung" für ihre "Dienstleistung" an. :lache Satz ohne Sinn. Eine Dienstleistung ist es ja gerade, wenn jemand anders was für einen macht. Man kann jemanden betreuen, ja. Aber man kann die Leute nicht bei der eigenen Dienstleistung betreuen.


    Ein Blick bei Amazon macht den Eindruck vom Verlag nicht besser. Nur vier weitere Bücher außer dem von Leander Winkels. Und davon sind drei von der Geschäftsführerin selbst. Kurz: ein Selbstverlag, der nun mehr sein will. Gibt's öfter.


    Sehe es wie ihr, dass diese ganze Angelegenheit leider wieder die falschen Geschäfte fördert. Dass 13jährige Bücher schreiben, ist heutzutage nun wirklich nichts Spektakuläres, umso weniger, wenn's nur 100 Seiten sind. Was die Qualität betrifft, schätze ich nicht, dass die Velegerin hohe Ansprüche hatte.

  • Zitat

    Original von Tom


    Das steht vermutlich für "eingetragenes Warenzeichen", soll also das "R" im Kreis symbolisieren.


    Die Website ist schon ein Hammer, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Verlag den Begriff "Design" im Namen trägt.


    Für einen Verlag, der den Begriff "Verlag" im Namen führt, ist aber auch die Rechtschreibung ziemlich kreativ...

    Menschen sind für mich wie offene Bücher, auch wenn mir offene Bücher bei Weitem lieber sind. (Colin Bateman)

  • Zitat

    Original von DraperDoyle


    Für einen Verlag, der den Begriff "Verlag" im Namen führt, ist aber auch die Rechtschreibung ziemlich kreativ...


    In einem der Kommentare zum boersenblatt Bericht beschwert sich die Geschäftsführerin, dass hier ein "Morchelmord" an ihrer Firma begangen wird...

  • Zitat

    Original von DraperDoyle
    Morchelmord :lacht o shit, da muss ich auspassen, dass ich das nicht in meinen aktiven Wortschatz übernehme :anbet


    Wer Pilze morchelt (glücklicherweise nicht Pils!), dem ist alles Schlechte zuzutrauen. :wave

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Voltaire ()

  • Dieses "Buch" interessiert mich nicht im Geringsten. Da es bislang auch keine Rezension bei Amazon hat, ist der Leserkreis offenbar nicht der allergrößte.


    Die gemeuchelte Morchel hat jedoch mein aufrichtiges Beileid. Vermutlich ist sie an Augenkrebs eingegangen, als sie einen Blick auf die Website des Unternehmens Pavoni geworfen hat.

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